Lehrer, Meister oder was?


LehrerIch hab vor vielen Jahren mal den Reiki-Meistergrad erworben und zusätzlich noch den Lehrergrad. Ich fand, damit kann man die Menschen wunderbar zur Meditation bringen. Also, der Meister zeichnete sich dadurch aus, dass er sich und andere mit allen drei Graden behandeln konnte. Der Lehrer konnte darüber hinaus anderen die Einweihungen in die drei Reiki-Grade geben und seinen Schülern außerdem zeigen, wie man das gesamte Wissen und die Einweihungen vornimmt. Mir geht’s jetzt nicht um Reiki, sondern nur um die Begrifflichkeiten, Lehrer und Meister.

Osho definierte diesen Unterschied zwischen Lehrer und Meister so: Für ihn war ein Lehrer jemand, der anderen bestimmte Informationen weitergeben konnte, während ein Meister einfach durch sein So-Sein wirkte. Falls er auf irgendjemanden traf, der empfänglich für dieses So-Sein war, konnte es passieren, dass seine Flamme auf den anderen übersprang. Ich hoffe, ich habe das einigermaßen richtig wiedergegeben.

Gibt ein Satsanglehrer Informationen weiter? Irgendwie herrscht da ein ziemliches Chaos in der Begrifflichkeit.

Natürlich kennt jeder etwa den Handwerksmeister und den Berufsschullehrer. Ich hoffe, ich tue jetzt niemandem Unrecht, wenn ich sage: Der Handwerksmeister hat sein Handwerk ganz praktisch gelernt als Lehrling und Geselle, bis er schließlich seine Meisterprüfung ablegen und nun selbst Lehrlinge ausbilden konnte (oder können sollte). Der Berufsschullehre lieferte das notwendige Hintergrundwissen. Er musste dabei nicht unbedingt selbst können, was der Meister konnte.

Irgendwo habe ich mal den Spruch aufgeschnappt: „Wer es kann, tut es. Wer es nicht kann, lehrt, wie man es tut.“ Eigentlich wollte ich ja einmal nichts anderes als Bilder malen. Offensichtlich konnte ich das nicht in dem Maße, dass ich davon hätte leben können. Und verkaufen wollte ich mich auch nicht. Verkaufen war noch nie mein Ding. Also habe ich ganz im Sinne dieses Sprüchleins andere gelehrt, wie man Bilder malt. Anscheinend war ich so ein miserabler Lehrer, dass ich aufgefordert wurde, in die Lehrerfortbildung einzusteigen. Jedenfalls war ich jetzt an dem Punkt: Wer es kann, tut es, wer es nicht kann, lehrt, wie man es tut. „Und wer nicht lehren kann, wie man es tut, lehrt, wie man lehrt, wie man es tut.“ ergänzte ich noch das Sprüchlein.

In den letzten Tagen wurde ich wieder einmal mit diesen beiden Begriffen konfrontiert und guckte mir noch einmal an, was sie für mich bedeuten. Es handelt sich ja in dem, was man den spirituellen Bereich zu nennen pflegt, einerseits um Objekte wie z.B. bestimmte Meditationsformen oder Tugenden, die man anstreben sollte, oder um die Frage, wo ich günstig wohlriechende Räucherstäbchen herbekomme. Andererseits geht es – und das eigentlich ausschließlich – um das, was kein Objekt ist. Wenn ich das mal sehr vereinfacht und möglicherweise historisch völlig daneben auf die beiden Nachfolger von Siddharta Gautama beziehe, dann steht Mahakashyapa für mich für den Meister und Ananda, der Nachfolger von Mahakashyapa, für den Lehrer. Mahakashyapa war der, der beim Anblick des Blümchens in der Hand seines Meisters wissend grinste, während Ananda nur Bahnhof verstand. Dafür konnte sich Ananda an mehr oder weniger jedes Wort seines Lehrers erinnern und es weitergeben. Es wird gesagt, dass mit Mahakashyapa das Zen geboren wurde, was für mich bedeutet, dass Dhyan, Ch’an, Zen eine reine Meisterlinie ist bzw. hätte werden sollen, während das, was Ananda weitergeben konnte, das ist, was man Buddhismus nennen könnte.

Für mich ist das eine Trennung, die es bei den Christen gab in Form der christlichen Mystik einerseits und der christlichen Religion andererseits; oder im Islam in Form der Sufis einerseits und des Islams als Religion andererseits. Wenn ich heute höre, wie ein IS-Anwerber sagt, dass sie den wahren Islam verkünden und der sei nur im Koran zu finden, dann haben wir es mit einem Lehrer zu tun, der nichts als ein Buch zur Verfügung hat. Hier findet sich wirklich das absolute Extrem dafür, wie weit eine Lehre getrieben werden kann. Jeder, der auch nur ein Haar breit von der rechten Lehre abweicht, ist ein Ungläubiger und muss bestialisch bestraft werden. Ein Ch’an-Mensch, ein Mystiker, ein Sufi hat nur seine innere Wahrheit, auf die er sich stützen kann, und er würde nie auf die Idee kommen, jemanden dafür zu bestrafen, dass er für seine innere Wahrheit noch nicht bereit ist.

Ich hatte schon oft das Gefühl, dass die sog. spirituellen Lehrer sich an der Quelle in Form eines sog. Religionsgründers rächen, indem sie das, was sie als seine Lehre bezeichnen, andere Menschen lehren und ihnen sagen, dass sie, wenn sie alles verstanden haben und alle Anweisungen umsetzen würden, irgendwann Erleuchtung finden würden. Rächen deshalb, weil ihnen selbst alles Wesentliche ein Tor mit sieben Siegeln geblieben ist. Rächen, weil sie von der Quelle des Lebendigen abgeschnitten sind, wie das Wilhelm Reich schon so trefflich in seinem „Christusmord“ dargestellt hat. Aber was soll so ein armes Wesen auch machen? Da studiert man jahrelang theologische Schriften, freut sich schon auf seine Pension und – na ja, dann predigt man halt, was man predigen soll. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Das ist zwar menschlich verständlich, aber ist und bleibt aus persönlicher Sicht Verrat an der Quelle. Kein Wunder, dass Jeshua das ganze Gefolge der „Schrift-Gelehrten“ mit der Geißel aus „seines Vaters Haus“ trieb. In dem Moment war nix von Annahme zu spüren, nur von einem „Heiligen Zorn“. Und das – ich geh mal davon aus – obwohl er wusste, dass es nichts gibt außer Gott.

Auch in Foren und Blogs werden immer wieder in „unpersönlicher“ Weise irgendwelche letzte Wahrheiten verkündet. Das ist der Lehrer- bzw. Schriftgelehrten-Modus, den ich persönlich ziemlich langweilig finde. Da wäre es eigentlich sinnvoller, Nisargadatta, Wei Wu Wei & Co. aufmarschieren zu lassen. Es ist doch viel spannender, wenn jeder einfach von sich erzählt in dem Wissen, dass das „nur“ seine Wahrheit ist und niemand das auch so sehen muss wie er. Jeder, der im „Lehrer-Modus predigt, vergisst, dass er einfach keine Ahnung hat. Also ich habe keine Ahnung. Gott sei Dank!

bluemchenLieber Elwood, herzlichen Dank für das Blümchen in Buddhas Hand!

Hier sind wir, hier und jetzt.
Das ist alles, was ist.
Und wenn das nicht schön ist, Mann:
Dann ist nichts schön.

 

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17 Antworten zu Lehrer, Meister oder was?

  1. Ingeborg schreibt:

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  2. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    Ich bleibe was ich bin – ein Lebens-schüler, Tag um Tag zu allen Jahreszeiten .
    Wenn ich etwas nicht weiß – hilft mir der Mund .
    Wenn ich Kenntnis erwerben will – helfen mir die Augen und Ohren .
    Wenn ich etwas erzeugen will sind mir die Hände behilflich , z . B . heute .
    Mein Nachbar bekam von seinem Schwager ausrangierte Holzpalletten im Kleinformat
    geschenkt ( Feuerholz für den Winter ) . Ich fragte ihn : “ Kannst Du eine Pallette
    entbehren ? “ Er fragte mich : “ Willst Du `ne Weihnachtskrippe bauen ?“.
    Ich verneinte , weil ich ein Winterquatier für den Streunerkater anfertigen werde ,
    der seit vorigem Jahr die Hausterrasse “ besetzt “ hat .
    Es wird mein erste Katzenhäuschen-Bauerfahrung werden .
    Informationen habe ich genug gesammelt , wie so ein Winterquatier angefertigt wird .
    Hier vertraue ich den Augen , Ohren und den Handlungen der Hände .
    Wenn danach einer sagt : “ Das ist aber kein Meisterstück ! “
    Werde ich sagen : “ Ja – aber das beste Stück von allen Katzenhäusern . die ich jemals
    in meinem Leben angefertigt habe ! “
    L. G. PUNITO
    Nachtrag : …Osho definierte diesen Unterschied zwischen Lehrer und Meister so: Für ihn war ein Lehrer jemand, der anderen bestimmte Informationen weitergeben konnte, während ein Meister einfach durch sein So-Sein wirkte. Falls er auf irgendjemanden traf, der empfänglich für dieses So-Sein war, konnte es passieren, dass seine Flamme auf den anderen übersprang. Ich hoffe, ich habe das einigermaßen richtig wiedergegeben. ….
    Hast Du , verehrter Nitya , hast Du !
    Mein Osho , Dein Osho , unser Osho . Was ein jeder aus dem Osho macht ,
    ist theoretisch für ihn immer richtig – insbesondere wenn `s im gelebten Alltag
    nachhaltig wirkt !🙂

    „Alle, die gefunden haben, haben nichts anderes gefunden, als dass es nichts zu finden gibt . “
    OSHO

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  3. IamAlways schreibt:

    Lieber Nitya, ich wußte, noch bevor ich online war, das Du ein solches Thema heute eingestellt hast……denn es war auch in mir!
    Ich komme nicht umhin, mich angesprochen zu fühlen-lach-….stimme Dir aber voll zu!

    Dennoch, kann überhaupt Jemand etwas anderes von sich geben, als von sich selbst, es sei denn, er zitiert bereits Bekanntes?
    Hältst du es für ausgeschlossen, das es neben einer individuellen Wahrheit eine allgemein gültige Wahrheit gibt, die für Jeden, der sie sich erschlossen hat, gleich ist?
    Oder bist Du der Meinung, das diese nur den Weisen der Vergangenheit vorbehalten ist?

    Ich meine, was wissen wir überhaupt hier voneinander? Wir haben lediglich aneinander gereihte Worte, mehr nicht.
    Ich bin hier mal vorbeigerauscht und auch wieder weg, es ist einfach nicht mein Medium….. Wort an Wort zu reihen….und ich bin nicht so verblendet, nicht sehen zu können, wie geschwollen meine Worte hier vielleicht erscheinen mögen.
    Das, was ich als Person bin, wirst Du hierin nicht erkennen bzw. Dir ein Bild erstellen, was Dich zeigt, was mit mir nichts zu tun hat.

    Gestern war ich zum Beispiel im Reformhaus, der Inhaber an der Kasse fragte mich, ob ich Leergut dabei hätte. Ich schaute in meinem Rucksack nach und fand nur ein Hammer-lach-….ich sagte ihm“ Nein, Leergut habe ich nicht, aber einen Hammer, falls mir heute Jemand quer kommt!“
    Der Mann schaute mich darauf hin ganz ängstlich an, quälte sich ein Lachen raus und war sicher heilfroh, das er mich unversehrt überlebt hat, nachdem ich draußen war -lach!
    Den restlichen Tag habe ich mich in Erinnerung an diese skurrile Szene köstlich amüsiert.

    Den Hammer hatte ich im Rucksack, weil ich ein paar picksige Stellen am Fahrradsattel glatt geklopft hatte, ist also nicht mein normales Rucksackgesteck :-)))…..

    In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende allseits!

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    • Nitya schreibt:

      „Hältst du es für ausgeschlossen, das es neben einer individuellen Wahrheit eine allgemein gültige Wahrheit gibt, die für Jeden, der sie sich erschlossen hat, gleich ist? Oder bist Du der Meinung, das diese nur den Weisen der Vergangenheit vorbehalten ist?“

      Liebe IamAlways,

      ich gehe noch darüber hinaus und sage, auch „die Weisen der Vergangenheit“ haben nur ihre individuelle Wahrheit ausgesprochen, die nur für sie Gültigkeit hatte. Das schließt nicht aus, dass mehrere Weise der Vergangenheit dieselbe Wahrheit für sich entdeckt haben. Deswegen ist aus diesen individuell entdeckten Wahrheiten noch lange keine allgemeingültige Wahrheit geworden. Weil dies so ist, sind alle zur Allgemeingültigkeit erkläten Wahrheiten zu Glaubensbekenntnissen geworden, die dafür sorgen, dass die Menschen nicht mehr ihren eigenen Weg finden, sondern nur noch die ausgelatschten Straßen der Gläubigen weiterauslatschen. Das Ende ist dann so klar am Verhalten der IS oder bei uns am Verhalten der Inquisition der Heiligen Mutter Kirche zu sehen. Für mich gibt es nur individuelle Wahrheiten.

      Was deinen Satz betrifft „Ich meine, was wissen wir überhaupt hier voneinander? Wir haben lediglich aneinander gereihte Worte, mehr nicht.“, lies mal den Kommentar von Elwood zu diesem Thema.

      „Was wissen wir überhaupt von einander?“ könnte ich auch alte Ehepaare fragen. Ja, die Frau weiß, dass der Alte immer seine stinkigen Socken in der Wohnung rumfahren lässt, und der Mann weiß, dass seine Alte ständig hinter dem Vorhang steht und die Nachbarn beobachtet, um sich hinterher darüber zu ereifern, wie unmöglich sich die Nachbarn mal wieder verhalten haben. Sie wissen also nur – na ja, eigentlich gar nix vom anderen. Täuschung gibt es auch außerhalb des Internets. Nicht einmal nur bei den Menschen, sondern beispielsweise auch bei den Krähen. as ist wirklich zum totlachen. Ein Heiratsschwindler baut sein ganzes Geschäft auf dem Modell der Täuschung auf.

      Es gibt jedoch auch eine andere Möglichkeit. Ich zitiere Elwood, falls du seinen Kommentar nicht gleich entdeckst: „Meisterliche Kommunikation ist für mich mehr eine Begleitung, in dessen Vertrauens-Schatten ein Erspüren erblüht… mehr zwischen den Zeilen und weniger in den Worten..Willentlich ist da wohl gar nüscht’s zu machen..“

      Das Ego sucht seine Sicherheit, Vertrauen riskiert, missbraucht zu werden. Misstrauen wird vielleicht 100 Jahre alt und hat es geschafft, jeden Missbrauch schon im Vorfeld zu erkennen und zu verhindern. Das Ego kennt Vertrauen nur in der Dimension der Berechenbarkeit. Wenn die Wahrscheinlich sehr hoch ist, nicht getäuscht worden zu sein, dann fängt das Ego an großartig von Vertrauen zu schwadronieren. Wirkliches Vertrauen stirbt vielleicht jung, aber es zelebriert jeden Augenblick für dieses wundervolle Geschenk, vertrauen zu können.

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      • IamAlways schreibt:

        Lieber Nitya, ich habe einiges diesbezüglich schon in der vorangegangen Antwort dazu gesagt.
        Ich stimme Dir in fast allen Punkten zu. Ein weißer Mensch sagte einmal zu mir, das er, je tiefer es in die Wahrheit ginge, um so mehr Respekt vor dem Ego bekäme.
        Ich würde sagen, es ist ein Chamäleon, es paßt sich jeder Regung an und schreibt ein neues Konzept hinein.
        Ja, es ist genau so wie du sagst, wir wissen nichts voneinander. Im Grunde schauen wir in einen Spiegel, formen unser Gegenüber nach unseren Vorstellungen über ihn.
        Mir ist heute bewußt, das ich da draußen nur mich sehe.
        IS und all die anderen Grausamkeiten, dieser ganze Wahnsinn kann nur sein, weil er in uns ist. Da draußen finden wir unsere Projektionen, unsere abgelehnten Anteile, die wir alle in uns tragen.
        Wir sind IS ….und wir sind die Engel…..aber wir lieben es, das Engelgesicht zu tragen, alles andere projizieren wir nach außen.
        Ich habe erkannt, wenn ich wissen will, wie meine Rolle in diesem Spiel aussieht, muß ich mir mein Umfeld anschauen. Wenn ich das zu einem Gemälde zusammenfüge, kenne ich meine Rolle.
        Gestern ist mir deutlich geworden, das diese IS Menschen viel ehrlicher sind, als wir, die wir uns hinter unserer Lieblichkeit verstecken.
        Sie spielen ihre Rolle unverfälscht……. wir „Lieblichen“ spielen eine Rolle in der Rolle, sind korrupt und verlogen um des Friedens willen, der Preis dafür ist Haß und Zerstörung!

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  4. fredo0 schreibt:

    Ich kann nur sagen, was derartige Gestalten für mich sind, bzw. waren …

    ich hatte schon immer eine gewisse Affinität für das raffinierte Wort … notfalls auch geschrieben …
    und eine gehörige Aversion gegen jede Form von Anweisung ( wohl die prägenden 68erJahre ) …

    letztlich hat das auch meine Beziehung zu „denen davorne“ im „spirituellen“ Kontext geprägt …
    so hat mich zwar die Neugier ( und Sehnsucht ) zu dutzenden von „DavorneSitzern“ getrieben, und das rund um den Globus.
    aber dann auch wieder recht schnell weg von Ihnen …
    wer von denen war nun womöglich Meister oder Lehrer ?
    Keine Ahnung … bzw. für mich halt keiner … weder noch … bis heute nicht …
    be-meistert hat mich niemand … und belehrert hat mich auch keiner.
    Jedenfalls nicht mehr, wie das alltägliche Leben diesen Job ohnehin erledigt …
    und doch … waren sie halt auch ( ! ) Teil dieses alltäglichen (Belehr-)ErLebens , und als dieser Teil durchaus anzuerkennen. …
    Was mir nur womöglich fehlt, ist dieser Hang zur Be-Sonder-ung … der nur allzu gerne einzelne Mitmenschen be-sondert … doch keinen von denen „davorne“ war je etwas besonderes für mich … selbst der Herr Balsekar war nie so etwas wie ein Guru oder Meister für mich … ich fand ihn nur ganz simpel persönlich mit seiner Art und Weise auch Person zu sein ungewöhnlich sympatisch … was dann meine generelle Aversion gegen Leute, die sich „davorne (als etwas besonderes) hinsetzen“ ( oder wie in Rameshs Fall hinsetzen lassen ) so weit mässigen konnte, dass ich ihn fürderhin regelmässig besuchte … allzumal mein eigentlicher Wunsch nie ein Gewinn oder Zuwachs sein sollte ( ich fand mich schon immer mehr als ordentlich proportioniert und hätte mir eher eine Verschlankung gewünscht , und dies nicht nur körperlich, sondern auch im manchmal mehr als umfassenden Gedenke …)
    Ich wollte einfach nur eine Erklärung finden … „whats that all about ?“ … watt is det janze hier ? … und da mir die zwangsläufige Beschränkheit jeder sprachlichen Ausdrucksweise durchaus bereits bewusst war, fand ich mich bereits beim ersten Besuch des Herrn Balsekar nach einigen wenigen Sätzen von ihm „bestens bedient“ …
    Jede weitere Frage war irgendwie verschwunden … obwohl keinesfalls eine Antwort aufgetaucht war … es war mir dann einfach klar … besser und „näher ans Wahre“ kann mir ohnehin kein anderer je erklären , was es auf sich hat mit mir und der Welt … zumal mich das gehörte ganz intensiv an das bereits aus kindheit „erahnte“ erinnerte, was ich da jetzt von diesem putzigen inder zu hören bekam …
    Also hatte ich auch in den folgenden Jahren, nie die Erwartung auf ein „noch mehr“ durch ihn … ich war irgendwie bestens gesättigt in meinem Bedürfnis , und kam fürderhin mehr vorbei aus einem Impuls vergleichbar mit einem Klassentreffen … nette Leute, die man gerne wieder traf, und natürlich auch einige „spirituelle Arschlöcher“ die man dann mit großer Freude be-lästern konnte … also ein ganz menschliches Geschehen … ohne jeden Meister oder Lehrer ….

    und irgendwie ist es auch hier in Nityas Blog nicht viel anders …😀

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  5. Chantal schreibt:

    Meine Eltern waren beide Lehrer. So bekam ich früh mal den Eindruck, alle Lehrer sind strenge Erzieher, denen ich am besten aus dem Weg gehe, oder mich anpasse, dass ich nicht bestraft werde. Was ich in der Schule lernen musste, machte einfach keinen Spass. Erst auf der Kunstschule erwachte mein Interesse am lernen. Ähnlich wie Nitya es vor ein paar Tagen beschrieben hat, gab es diesen Lehrer, der sein Meister wurde.
    Diese Lehrer-Meister fühlten sich für mich wie gutmütige Onkels an, die das Leben liebten und der Erotik zugewandt waren. Hier lag der entscheidende Unterschied. Später, als ich die rebellische und antiautoritäre Phase hinter mich gebracht hatte, fühlte ich mich zu den spirtuellen Meistern hingezogen. Ohso war der erste, dann folgten Meister der eigenen Sprachkultur. Sie sprühten vor Lebendigkeit und waren umgeben von Frauen und Männern, die sich auf ihre Nähe einliessen. Unter den Sanyassins tummelten sich einige Star-Therapeuten wie die Löwen unter den Gazellen. Dieses Meister-Spiel zu durchschauen, daraus zu lernen, das fand ich sehr, sehr spannend. Was haben, die Meister an sich? Wie schaffen die das, so anziehend auf Menschen zu wirken. Was ist ihr Geheimnis?
    „Ein Meister wirkt einfach durch sein So-Sein“, heisst es hier oben.
    Das Schöne: Im Alter wirken die Meister gelassen. Sie brauchen die Anerkennung nicht mehr. Während die Lehrer sich bis ins hohe Alter noch abstrampeln müssen, dass ihre Botschaft gehört wird.
    Lieber fredo, für mich bist du ein Wort-Meister. Aber das Wort: “spirituelle Arschlöcher” finde ich echt unpassend, wenn du oben schreibst : .“…ich hatte schon immer eine gewisse Affinität für das raffinierte Wort …“
    Liebe Nidya, dich empfinde ich als einen kreativen, quirligen Meister, der jeden Tag neue spannende Themen aufgreift, dass ich hier mal dran bleibe.
    Liebe Grüsse @All

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    • IamAlways schreibt:

      OhHo…nun doch Zensur, Nitya?

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      • IamAlways schreibt:

        Ach, entschuldige Nitya, sehe gerade, das die Frage direkt eingestellt wurde, ist wohl wieder ein Systemfehler!

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      • Nitya schreibt:

        Liebe IamAlways:

        Nöö, das macht wordpress aus eigenem Antrieb. Vielleicht wegen der Länge? Keine Ahnung. Ich wasche meine Hände jedenfalls in Unschuld..

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    • fredo0 schreibt:

      also werte chantal …
      dann doch noch was zu meinen „spirituellen arschlöchern“ ..
      es bezog sich auf eine spezielle situation des ersten besuches von herrn balsekar auf gut schermau in deutschland …
      natürlich waren all die gekommen, die ihn in indien, auf hawaai oder den usa kennengelernt hatten, oder die von ihm gehört hatten und ihn nun live erleben wollten.
      aber es waren auch all die „konkurenz“-gurus gekommen, um mal abzuchecken „was er denn so drauf hätte“ .
      unter anderem einer, der seine „erleuchtung“ im mercedes beim baumcrash behauptete und nun samt seiner begleitungshorde zum „abchecken“ kam.
      der zufall wollte es nun, dass ich mich so gut wie nie in gemeinschaftschlafräume einquartierte sondern statt dessen ein gepflegtes bayrisches hotel in der nähe nutzte. ein hotel, dass auch besagter „konkurenz“guru zu nutzen beliebte, und in dessen frühstücksraum er, ohne mich zu bemerken, am frühstückstisch neben mir, seine weisheiten und wertungen über ramesh ( den er zu diesem zeitpunkt noch gar nicht kennengelernt hatte ) an seine bewunderungshorde verkündete … was da der herr fredo (mit) hörte, hat ihn diesen herrn fürderhin nur noch als arschloch bezeichnen lassen.

      sorry wenn ich dich mit dieser vokabel geschockt haben sollte .

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      • Chantal schreibt:

        Danke fredo für die Aufklärung. Bin erleichtert. Und, da stimme ich dir von Herzen zu. Der Mensch, der seine “erleuchtung” im mercedes beim baumcrash erfuhr, war einer meiner ersten Lehrer hier. Genau bei ihm kam meine alte Prüfungs-Angst aus der Schulzeit wieder hoch, wenn ich mich bei ihm zu Wort meldete. Er konnte selbst lachen, wenn ein Besucher von seiner Todesangst erzählte, weil er bald sterben würde. Das ist für mich Spirituelle Arroganz. Wer sich dahinter versteckt, muss sich selbt noch etwas beweisen, dass er weiter ist. Jetzt kann ich mit dir lachen. Grüss dich🙂

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  6. Elwood schreibt:

    Ich vermute Belehrungen waren nie wirklich hilfreich für mich,
    da die Ego’s immer für sich selbst wollen.

    Meisterliche Kommunikation ist für mich mehr eine Begleitung,
    in dessen Vertrauens-Schatten ein Erspüren erblüht…
    mehr zwischen den Zeilen und weniger in den Worten..

    Willentlich ist da wohl gar nüscht’s zu machen..

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    • Nitya schreibt:

      Egon Bahr: „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.“

      Lieber Elwood,

      was Egon Bahr für die internationale Politik gesagt hat, würde ich auch für die Ego-Struktur sagen. Also stimme ich deinem Satz „Ich vermute Belehrungen waren nie wirklich hilfreich für mich, da die Ego’s immer für sich selbst wollen.“ völlig zu.

      Du lässt es Gott sei Dank nicht bei dieser Aussage bewenden, sondern verweist noch auf etwas wie die Möglichkeit der „meisterlichen-Kommunikation“. Und auch da stimme ich dir zu. Es wurde geschrieben, dass Worte halt nur Worte seien und man nie wissen könne, wer sich hinter den Worten verbergen würde. Auch das ist eine Wahrheit.

      Und doch …

      „Meisterliche Kommunikation ist für mich mehr eine Begleitung, in dessen Vertrauens-Schatten ein Erspüren erblüht…mehr zwischen den Zeilen und weniger in den Worten..“

      Ganz herzlichen Dank für diese Aussage. Gäbe es diese Möglichkeit nicht, könnte man sich glatt mit Ikkyû aus Japan aus lauter Seelenqual den Bauch aufschlitzen.

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    • IamAlways schreibt:

      Lieber Elwood, und lieber Nitya>

      Meisterliche Kommunikation ist für mich mehr eine Begleitung,
      in dessen Vertrauens-Schatten ein Erspüren erblüht…
      mehr zwischen den Zeilen und weniger in den Worten..

      Wunderbar, vielen Dank, genau das ist mein Erleben!!!
      Nur auf dieser Ebene findet wahre und wirkliche Kommunikation/Kommunion statt.

      Als mein Weg vor 10 Jahren begann, in einem Workshop von ein „Kurs i. Wundern“ wo Übungen gemacht wurden, kam ich zum ersten Mal in diese wortlose Begegnung/Kommunikation.
      Eine Übung war, das man sich zu Zweit gegenüber setzte und in die Augen schaute. Zuerst in die physischen, dann über die physischen Augen hinaus.
      In dem Moment, wo es über die physischen Augen hinausging, muß etwas gesehen worden sein, was mein ganzes Wesen erschütterte.
      Ich brach weinend zusammen, der ganze Körper zitterte, das ging fast eine Stunde lang so.
      Danach wurde ich beherrscht von dem Schrei “ Ich will nach Hause!“
      Bei all dem hatte der Verstand/das Verstehen zu keiner Zeit einen Zugang.
      Als der Kursleiter mich fragte, was passiert sei, konnte ich ihm keine Antwort geben.

      Was dann folgte, paßt eigentlich sehr schön hier zu dem Thema, denn unmittelbar danach spülte mich das Leben zu einem Osterretreat mit Samarpan.
      Nach diesem Retreat stieg die Kundalini auf und ist 14 Tage später durch den Schädel durchgeschossen.
      Danach konnte ich mich nicht mehr im Körper lokalisieren, Frieden und Freude wurden die Grundlage meines Lebens.
      Es folgte eine Zeit der völligen Hingabe an den Meister, der Samarpan für mich dann wurde. Es begann eine Zeit, wo genau diese Art der Kommunikation (wortlose) mit ihm stattfand, die Elwood oben schildert.
      Jedes Wort war eigentlich ein Stück Gewalt in dieser Schönheit!

      1 Jahr später trat eine große Kraft von Schönheit und Liebe durch den Schädel ein, verweilte einige Zeit im Herz , bevor sie sich wieder zurückzog.
      Alles in mir strebte zu dieser Kraft und große Enttäuschung machte sich breit, als sie sich wieder zurückzog.
      Es folgten noch einmal Wochen, wo viele schmerzhafte Gefühle aus dem Solar Plexus aufstiegen um gefühlt werden zu wollen.
      Dann kam diese Kraft erneut herab, füllte diesmal den Körper aus, so, das ich dachte, mehr paßt nicht hier rein.
      Der Abschluß war dann, das es sich anfühlte, als käme zähe Dunkelheit herab, die ich absolut nicht wollte. Ich erfuhr dann später von einen weißen Menschen, das die ungeheilten Anteile sich so anfühlen würden.
      Was dann folgte, würde sich keiner wünschen…. auch dieser Mensch, der ich hier auch immer noch bin, nicht….der „Tod“ und die „Hölle“ wurden die engsten Spielkameraden! Es gibt eine ICH BIN Säule in uns, um der die Chakren kreisen….. alle verdrängten Gefühle werden durch ihr Annehmen und Fühlen, an dieser ICH Bin Säule wieder integriert.
      Heute kann ich nur sagen, der Sog zum Menschsein ist eine besitzt eine ungeheure Macht, so das ich bezweifle, das dieser Weg ohne diesen inneren Meister gegangen werden kann.
      Darum paßt auch das Thema> Wonach suchst Du. Das wirkliche Suchen kann man nicht machen, es geschieht und das bewußte Suchen entspringt dem Wunsch nach einem glücklicheren Leben, wie bereits Nitya sagte.

      AlfredoO wird jetzt hier als Antwort zu diesem Beitrag sagen> das das alles nur eine Dekoration des Eigentlichen/Banalen ist und das bei mir das Trachten nach Besonderheit das Motiv Schreiben hier sei…. greife also seine Antwort vorweg ;-)))….dazu sei erwähnt, das wir beide uns bereits aus persönlichen Telefonaten und dem ehemaligen Weltinnenraum Forum kennen.

      Meine Motivation hierzu ist, aufzuzeigen, das die Wahrheit kein mentales Konstrukt des Verstehens ist, sondern ein Weg mit Anfang……ohne Ende!

      Wir werden zurzeit von einer Horde MentalErleuchteter überschwemmt, ob es ein Gewinn für uns, ehemalige Gebetsbuchträger, ist, wage ich zu bezweifeln.

      Ich jedenfalls bin vielen begegnet und diese Begegnungen haben sich nicht unterschieden, von Begegnungen mit Obdachlosen, Alkoholikern oder einfache Nachbarn.
      Jeder, der die Wahrheit als Banalität betitelt, hat vom Eigentlichen, von seiner samtigen, seligen Schönheit nicht gekostet.

      Lieben Gruß an Euch Beide und alle die es lesen!

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      • fredo0 schreibt:

        oh … ich habs einfach nur gelesen …
        und irgendwie gibt es außer dieser antwort gar keine reaktion …
        wenns dir samten ist
        ists doch fein …
        😀

        hach … irgendwie muss es doch noch erwähnt werden …
        samt ist ein beeindruckender stoff …

        … zur dekoration …
        😉

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  7. Ingeborg schreibt:

    Ach Elwood,wie schööön.

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