Lin-chi: Werde zum Meister jeder Situation…

sokei-an„Werde zum Meister jeder Situation…“ ist einer der zentralen Sätze von Lin-chi. Der „Meister“ ist das Bewusstsein, das sich in uns Menschen manifestiert. Im Zen ehren wir diesen Meister „in“ und „hinter“ uns selbst. Wir können dieses Bewusstsein nicht mit beschreibenden Begriffen bannen – wir sind nicht im Stande, etwas zu beschreiben, das nicht von unseren fünf Sinnen abhängig ist – es ist nicht unser Eigentum. Die Kraft, die unser Bewusstsein lenkt, ist kein Er, kein Du oder Ich, kein separates Individuum. Wir nennen diesen Meister nicht „Gott“ und wir verehren ihn auch nicht als einen Gott. Wir achten die Kraft, die sich von morgens früh bis abends spät in uns manifestiert, in jedem Wort, das wir sprechen und in jeder Tat, die wir achtsam verrichten. Unser religiöses Leben vollzieht sich also den ganzen Tag lang; es gibt keine spezielle Zeit für einen Gottesdienst.

Wer vollkommen frei ist, kann allen Lebensumständen standhalten. Wer seinen Körper meistert, kann selbst im Winter Seide tragen, ohne zu frieren. Wer seine Worte meistert, spricht nie zweideutig. Aber leider ist es beim Menschen so, dass nicht er die Worte benutzt, sondern von ihnen benutzt wird.

Der „wahre“ Boden ist das eine, nicht modifizierte Bewusstsein, das alle Formen, Farben und Geräusche erzeugt und belebt. Aber dieses unterscheidet sich vom gewöhnlichen menschlichen Bewusstsein, das nicht mehr im Einklang mit seiner Urnatur steht. Formen und Farben sind Modifikationen des einen Bewusstseins, wenn wir uns von diesen nicht täuschen lassen, d.h. wenn wir die Modifikationen nicht für absolut halten, befinden wir uns immer auf dem wahren Boden unserer Existenz. Doch dieses Bewusstsein gehört nicht einem selbst, wir alle sind es! Das ganze Universum ist nur ein Sein. Wenn ihr erfasst, was Bewusstsein wirklich ist, ist das Leiden der Vergangenheit vorbei.

Die fünf schlimmsten Verbrechen betreffen im Buddhismus das Entwürdigen oder die Tötung der Mutter oder einer vollständig ordinierten Nonne, die Ermordung des Vaters oder eines Heiligen, das Vergießen des Blutes eines Buddhas und die Zerstörung der Harmonie in der buddhistischen Gemeinschaft, Sangha genannt. Lin-chi sagt, dass selbst die allerschlimmste Tat zum Auslöser der Befreiung werden kann.

aus: Die Aufzeichnungen von Lin-chi (jap.Rinzai) aus dem Chinesischen übersetzt und kommentiert von Meister Sokei-an

Den Text hat uns gestern dankenswerter Weise der verehrte Ikkyu in Form eines Links zur Verfügung gestellt. Ich habe mir mal diesen Punkt herausgepflückt, den Meister Sokei-an als einen der zentralen Sätze von Lin-chi bezeichnet hat.

„Im Zen ehren wir“ – ich merke, wie allergisch ich auf solche Kolonialisierungen reagiere. Als ehemaliger Zwangs-Gläubiger mag ich das nicht. Das zieht sich dann auch noch irgendwie durch den Text hindurch bis zum letzten Abschnitt, in dem dann das Entwürdigen und die Tötung eines ausgewählten Personenkreises und die Störung der Harmonie der religiösen Gemeinschaft als schlimmste Verbrechen dargestellt werden. Ist das Entwürdigen und Töten der Klofrau Friedelinde etwa weniger schlimm? Und die Harmonie einer Gemeinschaft zu stören wird auch von Frau Merkel und dem BND nicht so gern gesehen.

Sokei-an sagt: „Die Kraft, die unser Bewusstsein lenkt, ist kein Er, kein Du oder Ich, kein separates Individuum.“ Und wenig später will uns Meister Sokei-an dann das verkaufen: „Der ‚wahre‘ Boden ist das eine, nicht modifizierte Bewusstsein, das alle Formen, Farben und Geräusche erzeugt und belebt. Aber dieses unterscheidet sich vom gewöhnlichen menschlichen Bewusstsein, das nicht mehr im Einklang mit seiner Urnatur steht.“ Da gibt es also das nicht modifizierte und das modifizierte Bewusstsein. Wird das modifizierte Bewusstsein nicht auch von derselben Kraft gelenkt, die auch das nicht modifizierte Bewusstsein lenkt? Gibt es am Ende mal wieder so was wie ein gutes und ein schlechtes Bewusstsein? Ersteres gelenkt durch die göttliche Kraft, Letzteres erschaffen von den dummen Menschen? Ist das nicht derselbe Unsinn, den sie mir im evangelischen Internat eintrichtern wollten?

Also für mich, sehr verehrter Herr Sokei-an atmet das alles nicht den Geist von diesem nichtsnutzigen Lin-chi.

Und dann noch das: „Wer vollkommen frei ist, kann allen Lebensumständen standhalten. Wer seinen Körper meistert, kann selbst im Winter Seide tragen, ohne zu frieren. Wer seine Worte meistert, spricht nie zweideutig. Aber leider ist es beim Menschen so, dass nicht er die Worte benutzt, sondern von ihnen benutzt wird.“ Haben sie den armen Tröpfen in der Napola nicht was Ähnliches erzählt? Und „flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“ haben wir doch auch schon mal gehört. Deswegen konnte man Ende 1941 ja auch die deutschen Soldaten ohne Winterkleidung gegen die Russen antreten lassen.

Nee, muss ich alles nicht haben. Ich bin ein totales Weichei und liebe es, warme Füße zu haben und was möglichst Leckeres auf dem Teller. Einfach ganz gewöhnlich zu sein, ist völlig genug. Sokei-an sagt: „Doch dieses Bewusstsein gehört nicht einem selbst, wir alle sind es! Das ganze Universum ist nur ein Sein. Wenn ihr erfasst, was Bewusstsein wirklich ist, ist das Leiden der Vergangenheit vorbei.“ Und? Hast du es selbst erfasst, verehrter Sokei-an? Und was das Leiden betrifft, also ich habe in den letzten Tagen gebührlich gelitten. Beweist das nun, dass ich es mal wieder nicht erfasst habe? „Alles Leben ist Leiden.“ Leiden ist Teil des Lebens. Was für eine Befreiung, wenn dieser Kinderglaube abgefallen ist, dass es Leben ohne Leiden geben könnte!

SHVerlorene Erleuchtung
Macht alles nichtig.
Die Zukunft wird sein
Wie das Vergangene.
Gold oder Messing?
Das Echte vom Falschen zu scheiden,
Ist selbst für Buddha schwer.
Buddha oder Dämonen?
Man sagt,
Der Unterschied
Sei dünn wie Papier

Ikkyû Sôjun

 

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47 Antworten zu Lin-chi: Werde zum Meister jeder Situation…

  1. Ikkyu schreibt:

    Verehrter Nitya … wieder einmal liesst du Zeilen wörtlich ohne dir über Hintergrund, Kontext und SINNBILD bewusst zu sein ….

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    • fredo0 schreibt:

      wer es nicht mit einfachen Worten auszudrücken vermag,
      hat es nicht verstanden.

      und der Herr Sokei hat es auch in meinem Verstehen nicht verstanden.
      es beginnt bereits mit :““Der “Meister” ist das Bewusstsein, das sich in uns Menschen manifestiert.““
      die zeigt bereits im ersten (eigenen) Satz das zentrale Missverstehen / Nichtverstehen des Autors , denn wie könnte sich „etwas“ in „etwas“ manifestieren ?
      das BEWUSSTSEIN manifestiert sich nicht im Menschen ( denn dann müsste der Mensch ja gleichermassen „vorhanden“ sein, wie das BEWUSSTSEIN )
      sondern der Mensch findet als „Inhalt“ des BEWUSSTSEINs als Figur der Lebensäußerung statt !
      Nix mit Manifestation, sondern im Gegenteil, höchst „flüssige Durchspülung“ .

      Im übrigen mal wieder die übliche sprachliche Vermischung von BEWUSSTSEIN ( als einer der möglichen sprachlichen Formulierungen für ABSOLUT ) mit Bewusstheit als Ausdruck eines Kompendiums von vergänglichen Annahmen und Überzeugungen als „Hilfs“wirklichkeit in einem menschlichen Hirn.

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      • ikkyu schreibt:

        Der Verehrte Fredo schrieb ; das BEWUSSTSEIN manifestiert sich nicht im Menschen ( denn dann müsste der Mensch ja gleichermassen “vorhanden” sein, wie das BEWUSSTSEIN ) sondern der Mensch findet als “Inhalt” des BEWUSSTSEINs als Figur der Lebensäußerung statt !

        Verehrter, diese Diskussion kommt mir vor wie die Frage, ob denn jetzt eine Flasche Halbvoll- oder Halbleer ist …. Wie kann man solche Thesen wie jetzt die deinige überprüfen ? Und was nützen solche Thesen uns im hinblick auf unser konkretes Leben ? Sind es schöne Gedanken ? Sind es konkrete Hilfen ? ISt es Prosa ? Sind es Lehmeinungen ? Wir können auch darüber Diskutieren, OB auf dem Mars jemals LEben existiert hat … ist sicherlich interessant, aber was hat diese Frage mit meinem Konkreten eben zu tun ?
        Hm …. Ich lasse den Sokai-An jetzt mal so stehen …. merke das die Diskussion über ihn mich nicht wirklich berührt …
        Ansonsten, würde mich interessieren, was du hierrüber denkst :
        https://satyamnitya.wordpress.com/2014/10/21/linji-hollenkarma-machen/#comment-21877

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    • Nitya schreibt:

      Verehrter Ikkyu … wieder einmal muss ich dir sagen, dass mich der Hintergrund, der Kontext und was da auch immer für ein SINNBILD mitgedacht wurde, absolut NICHT ineressiert. Ich sagte dir schon: ich bin weder Historiker noch Buddhist und spekuliere ganz bestimmt nicht herum, was sich irgendwer vielleicht mal gedacht haben könnte. Ich nehme den anderen beim Wort und schau, was dann bei mir passiert. Was weiß ich denn schon von dir? Auch dich nehme ich also beim Wort und antworte darauf. Nur darauf.

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      • Ikkyu schreibt:

        Mit der itte um Entschuldigung. Ich vergesse immerwieder, das dein Tiefgang nicht so tief ist, bzw du kein Interesse daran hast (an Tiefgang) …. :-)))) ich denke aber, das es ganz lustig sein kann , mit dir in der Kneipe ein oder zwei Bier zu tinken

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      • IamAlways schreibt:

        Lieber Nitya, danke für die Klofrau Sieglinde…lach, ich liebe Deine Überlegungen zu Zitaten und Texten, auch Deinen Blog hier, vielen Dank….ist so herzerfrischend, nicht zuletzt wegen Deiner Ehrlichkeit…..:-))

        Vor einiger Zeit konnte ich Deine Antwort auf einen Post von mir nicht beantworten, da der Mauszeiger ständig dabei wegsprang und die Seite weg scrollte.
        Fast 2 Stunden habe ich investiert-lach….danach wurde ich für 2 Tage durch Mühlen gemahlen und konnte gar nicht online gehen.
        Als ich es dann erneut versuchen wollte, war das Thema nicht mehr auffindbar und habe es dann als Gott gewollt ad Aktas gelegt…..ich denke, Du wirst Gott vergeben :-)))

        Lieben Gruß….

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      • Nitya schreibt:

        Lieber IamAlways,

        dem alten Halunken vergebe ich gar alles, auch wenn er sich in der Gestalt von IamAlways manifestiert.

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      • Nitya schreibt:

        Lieber Ikkyu,

        wenn du mich an Arroganz übertreffen willst, musst du dich schon ein bisschen mehr anstrengen. Du hast übrigens in deiner unübertrefflichen Bescheidenheit vergessen dich zu erwähnen: Mit der Bitte um Entschuldigung. Ich vergesse immer wieder, dass dein Tiefgang nicht so tief ist wie meiner, bzw du kein Interesse daran hast (an Tiefgang) …. :-))))

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      • punitozen schreibt:

        Lieber Nitya ,
        Seit über 20 Jahren schaue ich in Meister YÜAN-WU `s Niederschrift
        von der Smaragdenen Felswand hinein . Diese im 13 . Jahrhundert verfasste , in Sitschuan im Druck erschienende Niederschrift , verdeutscht von Wilhelm Gundert ,
        ist mir zum wertvollen ZEN- Begleiter geworden .
        Heute habe ich ein Verständnis den Schriften gegenüber erworben , zu sagen
        “ Das innerste des Kern ( jeder Spiritualität , jeder Religiösität ) ist nicht dogmatische Systembeschränkung – Es ist die Sache selbst – ohne jedliches DRUM und DRAN .
        Mag von mir aus ein jeder Schriftenleser seine “ tiefe Einsicht “ als Buddha-Original
        von sich geben , weder OSHO als noch Buddhakopie werde ich nicht mein Leben beenden .
        Diese Einmaligkeit als Menschenkind geboren und mit allen Sinnen ausgestattet zu sein – ist mir das größte Geschenk an lebendiger Teilhabe auf dem “ Blauen Planeten “ .
        Die Teilhabe an Deinem Blog wäre nicht möglich , wenn ich als Ameise geboren wäre .
        Aber was kümmerts der Ameise – ein Nityaempfindungsgedankenzusammentreffen .,
        ist in ihrem kosmischen Lebenskreislauf wahrscheilichst nicht vorgesehen .
        Ich erfasse Deine Kritik an Sokei-an und diesen „Hintergrund-Adolf “ als
        Warnung auf , nicht alles und jedes was ein Rinzai , Chan oder Sotho – Gelehrter
        von sich gibt als absolut-verbindlich für sich in Anspruch zu nehmen – und im Besonderen
        sich hüten diesen Autoritäten Folge zu leisten .
        In diesem Sinne
        Alle Wesen sind leer ….
        PUNITO

        ,

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      • ikkyu schreibt:

        Na ja verehrter Nitya, also Sokai-An zitiert offensichtlich den Lin-Chi, den du ja auch so oft schon zitierst … leider liegt mir das Rizai-Roku im Moment nicht vor … aber vielleicht hast es ja du … wäre natürlich interessant zu verstehen, in welchem Kontext Meister Lin-Chi diese Aussage meinte … buw. OB du verstehst, was der Lin-chi also mit diesem Satz, dem „Meister des Bewustseins“ meinte …. um das ging es mir eigentlich nicht, nicht so sehr um die Kommentare von Sokai-An ….

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      • Nitya schreibt:

        Verehrter Ikkyu, ja ich habe das Linji-Lu, sogar in zwei Versionen. Eine davon ist mir vorgestern in eine Regenpfütze gefallen, als ich vom Zahnarzt bei strömendem Regen aus der Praxis torkelte. Jetzt sieht es mindestens ein paar Jahrhunderte alt aus. Aber ich habe das Linji-Lu nicht auswendig gelernt. Insofern habe ich keine Ahnung, wo Linjis „Aufforderung“ „Werde zum Meister jeder Situation…“ zu finden ist. Da mir, wie ich zum wiederholten Male kundgetan habe, es ziemlich wurscht ist, in welchem Kontext Meister Linji diese Aussage gestellt hat oder was der Meister damit gemeint haben könnte, werde ich mir auch nicht die Mühe machen, das Büchlein auf diesen Satz hin zu untersuchen. Ich maße mir nicht an, irgendjemanden interpretieren zu können. Ich erzähle lediglich von den Kringeln, die in meinem Tümpel bei diesen Worten entstehen. Auch wenn du es immer wieder versuchst: Ich passe nicht in deine Vorstellung von einem richtigen Spiri hinein. Ich bin einfach total oberflächlich.

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      • Nitya schreibt:

        „Ich erfasse Deine Kritik an Sokei-an und diesen “Hintergrund-Adolf ” als Warnung auf , nicht alles und jedes was ein Rinzai, Chan oder Sotho – Gelehrter von sich gibt als absolut-verbindlich für sich in Anspruch zu nehmen – und im Besonderen
        sich hüten diesen Autoritäten Folge zu leisten.“

        Lieber Punito, das hast du aber exakt auf den Punkt gebracht.😉

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    • IamAlways schreibt:

      Die fünf schlimmsten Verbrechen betreffen im Buddhismus das Entwürdigen oder die Tötung der Mutter oder einer vollständig ordinierten Nonne, die Ermordung des Vaters oder eines Heiligen, das Vergießen des Blutes eines Buddhas und die Zerstörung der Harmonie in der buddhistischen Gemeinschaft, Sangha genannt.

      Hallo Ikkyu, hierin erschließt sich für mich auch kein glaubhafter Hintergrund. Ich weiß, vieles sind Metaphern.
      Für mich ist die Kreuzigung Jesus z. Bsp. auch nur eine Metapher…wenn man diese entschlüsselt, wird sich darin Jener wiederfinden, der den weglosen Weg gegangen ist und geht.
      Sri Aurobindo sagte “ Du kannst 1000 Menschen töten, wenn du sie dennoch lieben kannst, wird das Himmelreich Deines sein“
      Nach meinem Verständnis sagte er damit noch nicht einmal, das die Bedingung das Lieben ist. Die Motivation zum Töten ist immer Haß…. Haß erschafft eine Realität, die es in Wahrheit nicht gibt und bindet das Bewusstsein dadurch an diese erschaffene Realität.

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      • IamAlways schreibt:

        ……dem alten Halunken vergebe ich gar alles, auch wenn er sich in der Gestalt von IamAlways manifestiert.

        Der alte Halunke wird es zu schätzen wissen-lach……..da Du davon ausgehst, das IamAlways nur ein ER sein kann, hast du ja schon den direkten Draht zu IHM gefunden :-))…..ist wohl noch so ein übrig gebliebenes Reliquien von den ollen Christen :-))!

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      • Ronny schreibt:

        „Haß erschafft eine Realität, die es in Wahrheit nicht gibt“ Gibt es überhaupt EINE Ralität – mir scheint es nicht so.

        Beziehungzweise ist das einfach Realität, …man kann genauso an der Liebe, wie am Hass kleben, und sich damit „eine Wirklichkeit“ zusammen-glauben.

        Eine Buddhistische Lehre sagt dies, Sri Aurobindo sagt das, Nisargadatta das, Ramana das, im Zen sagt man das, und Tom, Dick und Harry…

        Realität besteht meines erachtens nur weil wir es immer wieder mit einem Objekt der Wahrnehmung verknüpfen, und manchmal erschaffen wir Objekte die wir dann „Buddha“ nennen. Was bleibt übrig wenn jedes Gesehene als vergänglich erkannt ist?

        Und selbst das Ewige etwas ist was kommt und geht?

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      • Nitya schreibt:

        Ja aber Mohammed hat doch gesagt:

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      • Ronny schreibt:

        “ Die Motivation zum Töten ist immer Haß….“ wenn man Zeit hat darüber nachzudenken ja vielleicht- doch dann hat man schon wieder eine Idee über

        also wenn jemand meinen Sohn hier aufḿ Hof erschießen wollte – ich wäre schneller mit der Axt und da wäre noch nicht mal Zeit für Hass. Das wäre so spontan, da gibt es keinen Halt- und jetzt könnte man sagen ich würde aus Liebe töten, um meinen Sohn zu schützen – aber wenn ich/wir herausgefordert sind, ist das Leben so unmittelbar das es keine Interpretation dazu gibt und ein Geschehen has nicht aufzuhalten ist. So ganz nüchtern kann ich nur sagen Katze beist sich einfach immer nur Selbst in den Schwanz, das Leben passiert einfach Spontan und hat noch nichtmal eine Motivation – ein Fressen und gefessen werden – eine Mometaufnahme für die nächste und die nächste.

        Vorhin hab ich wieder mal getötet, eine Stechmücke ist mir zum Opfer geworden. Ich würde sagen aus Vernuft und Selbst-Liebe, denn ich möchte nicht verstochen werden – da ich die tage schon einiges abbekommen hab. Nunja wenn es schon zu Vernunft und zur Selbst-Liebe gekommen ist (dann is eh schon alles zu spät – weil selbst nicht kennbar ist) und da muss der Hass auch früher oder später mit auf die Bühne. Das es sich auch wieder abschaft, das ist mehr als weise oder nennt man das Liebe

        http://www.nichtlustig.de/toondb/050528.html

        https://sp.yimg.com/ib/th?id=HN.608010727698927553&pid=15.1&P=0

        in seinem Erscheinen ist es immer ein duales System;-)
        Nenn es Hass oder Liebe
        Angehaftet oder losgelöst,
        persönliches Leben unspersönliches sein,….
        Nagut an einem Punkt sagen wir vielleicht das Leben ist nicht von einander verschieden und enthält beides, ist mit sich selbst in Bewegung

        Wenn ich oder irgendwer wer hier, auch nur irgendetwas über mich selbst sagen könnte?

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  2. fredo0 schreibt:

    Ich mag mich da anschließen, werter Ikkyu … und wiederhole mich da …
    es gibt eine Art Götzenglauben an die „Wirklichkeit von Texten“ ,
    der von mancheinem sogar für erstrebenswert und angebracht bei der Wahrheitssuche gesehen wird.
    ein Irrtum .

    Texte sind bestenfalls einfach die Tischdekoration unseres Lebensmahles .
    Nett anzusehen, können sie erfreuen und womöglich ein wenig den Appetit steigern.
    Aber sie machen nicht nur nicht satt, sie führen auch leicht zur Verstopfung wenn sie statt der Lebensspeise gegessen werden. ganz schön trocken das.

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    • IamAlways schreibt:

      …….es gibt eine Art Götzenglauben an die “Wirklichkeit von Texten” ,

      Hallo FredO….kannst du dir nicht vorstellen, das es jenseits von Glauben (Theorie) so etwas wie eine Wiedergabe von bereits Erkanntem geben kann…..wo jegliche Theorie versagen muss?

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      • ikkyu schreibt:

        Der Verehrte Fredo schrieb: Texte sind bestenfalls einfach die Tischdekoration unseres Lebensmahles . Nett anzusehen, können sie erfreuen und womöglich ein wenig den Appetit steigern. Aber sie machen nicht nur nicht satt, sie führen auch leicht zur Verstopfung wenn sie statt der Lebensspeise gegessen werden. ganz schön trocken das.

        Verehrter, DAS ist also nun ein alter Hut …. ha ha ha … aber zuerst, wodurch unterscheiden sich deine Sätze hier von den Sätzen der alten Chan-Meister oder der Taoisten ?
        Das ein Text nun nicht Satt macht … klar … deshalb ja auch die Aufforderung der alten Taoisten zur „Reinen Beobachtung“ (Zazen) …. :-))))))

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  3. Marianne schreibt:

    Konzepte sind „Fahrzeuge des Erkennens“: Ich steige ein und steige wieder aus und lasse mich von ihnen befördern. Mit manchen mache ich eine weitere Reise als mit anderen …🙂
    Das Konzept selbst schreibt mir nicht vor, wie es benutzt werden will. Wenn andere es anders gebrauchen, dürfen sie das gerne tun …
    Die einzige wirklich „Falle“ in der Benutzung von Konzepten ist die Gefahr, an ihnen kleben zu bleiben (buddhistisch = Anhaftung). Wenn das passiert, dann ist meine Erkenntnis nicht mehr frei, sondern wird durch den Filter des jeweiligen Konzepts in eine vorgegebene Form gezwängt.
    Mehr dazu hier: http://bewegungen.wordpress.com/2011/05/15/konzepte-als-fahrzeuge/

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    • Ronny schreibt:

      „Konzepte sind “Fahrzeuge des Erkennens”: Ich steige ein und steige wieder aus und lasse mich von ihnen befördern. Mit manchen mache ich eine weitere Reise als mit anderen … “ schön🙂

      und vielleicht wird darin gesehen das jede Reise nur HIER stattfindet und letztlich das in mir selbst nie etwas passiert – kein Fahrzeug, keine Bewegung, keine Regung. non-sens …ich selbst – nichts was erfahrbar wäre und doch nicht zu leugnen,

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      • Ronny schreibt:

        „… keine Regung. non-sens …ich selbst – nichts was erfahrbar wäre und doch nicht zu leugnen, “ …und weiter gehts: Gate gate paragate parasamgate bodhi svaha.

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    • IamAlways schreibt:

      Liebe Marianne, ich bin ein Fan Deiner Posts….auch dieser hier wieder, wunderbar, danke!

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  4. Brigitte schreibt:

    Bei mir rutscht jedes Konzept durch. Durchfall sozusagen🙂 Ich kann es einfach nicht festhalten oder benutzen. Es ist wie ein leerer Rahmen ohne Bild. Ich lese die Texte von sogeannten Meistern und manche treffen sofort ins Herz – weiter Himmel, dieser Geschmack, unbeschreiblich. Andere berühren mich gar nicht. Und wieder andere lösen nur Unverständnis aus, manchmal auch eine Würgereflex. Jeder Standpunkt und jede Perspektive haben ihre Berechtigung, relativ gesehen. Allerdings Wissen anzusameln, um Befreiung zu erreichen, halte ich für einen Witz. Die Unmittelbarkeit von Leben ist darin nicht enthalten.

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    • Eno Silla schreibt:

      „Die Unmittelbarkeit von Leben ist darin nicht enthalten.“

      Resignation für Anfänger

      Von Mascha Kaléko

      Suche du nichts. Es gibt nichts zu finden,
      Nichts zu ergründen. Finde dich ab.
      Kommt ihre Zeit, dann blühen die Linden
      Über dem frischgeschaufelten Grab.

      Kommt seine Zeit, dann schwindet das Dunkel,
      Funkelt das wiedergeborene Licht.
      Nichts ist zu Ende. Alles geht weiter.
      Und du wirst heiter. Oder auch nicht.

      Zwischen Vergehen und Wiederbeginnen
      Liegt das Unmögliche. Und es geschieht.
      Wie und Warum waren nie zu ersinnen.
      Neu klingt dem Neuen das uralte Lied.

      Geh nicht zu Grunde, den Sinn zu ergründen.
      Suche du nicht. Dann magst du ihn finden.

      (in: Mascha Kaléko: Mein Lied geht weiter. Hundert Gedichte)

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    • Marianne schreibt:

      Allerdings Wissen anzusameln, um Befreiung zu erreichen, halte ich für einen Witz.

      Ich auch!!!🙂

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    • punitozen schreibt:

      …..Andere berühren mich gar nicht……
      Etwas zum berühren , liebe Brigitte🙂
      L.G.
      PUNITO

      Om Sarvesham Svastir BhavatuSarvesham

      Sarvesham Shantir Bhavatu
      Sarvesham Purnam Bhavatu
      Sarvesham Mangalam Bhavatu
      Om – Wohlergehen sei mit allen.
      Friede sei mit allen.
      Fülle sei mit allen.
      Reichtum sei mit allen.

      Sarve Bhavantu Sukhinah
      Sarve Santu Niramayaah
      Sarve Bhadrani Pasyantu
      Ma Kaschid-Dukha-Bhag-Bhavet
      Mögen alle glücklich sein.
      Mögen alle frei von Krankheiten sein.
      Mögen sich alle um das Wohlergehen anderer kümmern.
      Möge niemand an Sorgen leiden.

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  5. Eno Silla schreibt:

    die zen-wahrheit des tages meint heute dazu:

    Die Melodie des Zen kann nicht durch Noten einer Partitur begrenzt
    werden. Sie wurde in aller Freiheit erschaffen, im weiten, blauen
    Himmel.

    Taisen Deshimaru

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  6. Eno schreibt:

    I want you to get together
    I want you to get together
    I want you to get together
    Put your hands together one time
    I want you to get together
    I want you to get together…

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    • Ronny schreibt:

      so ich verschwind bis morgen

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      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Ronny,
        ich weiß schon seit Harry Manx (der Hinweis auf ihn hat mir viele Stunden wunderbaren Musikerlebens geschenkt, vielen Dank!), dass du gute Musik zu schätzen weißt, das freut mich!🙂
        Liebe Grüsse an dich von
        Eno

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      • Ronny schreibt:

        Grüße Dich Eno,

        schön das dir der Harry eine Freude ist – hier läuft er auch oft und immer wieder.
        Kenn ihn „eigentlich“ schon lange, mit dem Lied Death have mercy – dies Jahr hab ich ihn dann erst wirklich entdeckt – einfach große Klasse, …

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  7. Ikkyu schreibt:

    Der verehrte Nitya schrieb; Ich bin einfach total oberflächlich.

    Verehrter Nitya, das nehme ich dir nicht ab ! Die Frage ist doch, was du mit so einem „Statement“ erreichen, bezwecken (oder) darstellen möchtest …. Dies kannst du dir aber vermutlich nur selber beantworten …

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    • Nitya schreibt:

      Na ja, verehrter Ikkyu, wenn du deine Position als tief bezeichnest, muss meine Position zwangläufig eine oberflächliche sein, weil ich mich um den ganzen Kram, der dir so wichtig zu sein scheint, nicht die Bohne kümmere. Wenn du meine Position verstehen willst, morgen hab ich was Feines für dich.

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      • Ikkyu schreibt:

        Verehrter Nitya, ich danke dir für die Konversation hier in den letzten Tagen, aber nun ist es wieder Zeit, diesen deinen Blog zu verlassen … alles gute Wünsche ich dir
        _( )_ Ikkyu

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    • Nitya schreibt:

      Da kündige ich dir, verehrter Ikkyu, was Feines an, und du beendest in deiner höflichen Art das Gespräch. Ist das nicht spannend? Aber du hast natürlich völlig Recht: Wenn keinerlei Bewegung bei den Positionen feststellbar ist, wird’s langweilig. Trotzdem – mit meinem heutigen Beitrag ein letzter Versuch. Ansonsten …

      Ich wünsche dir viel Freude mit deinen Blogs und deinem Leben.

      Herzlichst
      Nitya

      http://pilatuszen.wordpress.com/

      http://www.zen-meditation.ch/

      http://www.zeremonie.ch/

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    • Nitya schreibt:

      Es sieht so aus, als ob Schullehrer, Satsanglehrer, Zenlehrer, Pfarrer, Therapeuten etc. etc. ganz besondere Schwierigkeiten hätten, „Vorübergehende“ im Sinne von Jesus zu sein.

      Thomasevangelium, Logion 42: Jesus sagte: Werdet Vorübergehende!

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  8. Brigitte schreibt:

    Ein wunderschöner Tag war das heute mit euch allen. Danke, lieber Nitya, für diesen Platz. Gute Nacht.

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Brigitte,

      du erinnerst dich noch an Tan Kalaycioglu? Ich bin sicher, er gefällt dir heute noch so gut wie vor drei Jahren.

      Einen herzlichen Gruß vom ollen Nitya

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    • IamAlways schreibt:

      Liebe Brigitte, vielen Dank für diese Berührung, für diese all-s-Eins umfassende Symphonie des Werden und Vergehens….was gäbe es da noch hinzuzufügen, was diesen Zauber nicht zerstören würde!

      Lieben Gruß….

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