Ronny: Kein Stille-Pflaster

Ronny… hab jetzt am Mittwoch jemanden wegeschickt. Er geht gerne zum Satsang – aber der will dort seine Geschichte heilen und in Ordnung bringen. Ein Stille-Pflaster nutzt nix.

Naja, ich hab ihn nicht direkt weggeschickt, ich sagte: Wenn dir deine „Probleme“ und die Themen von Bedeutung sind dann, nimm dich doch da auch ernst – denn das bringt einen Scheiß, immer wieder in Gedanken und Problem-Konzepten rumzuhängen und es für wahr nehmen und es dann wieder „advaitisch  glatt zu bügeln“ … geh doch dahin, wo das Thema auf den Punkt gebracht werden kann. Und dann wirst du sehen…

…..

Wenn man sieht, das bringt letztlich nichts als Ärger, an der „Person und ihrer Geschichte“ rumzubasteln, denn es wird nie die Sehnsucht erfüllen, und immer das nächste Objekt erzeugen, was falsch ist. …dann ist man frei und kann wirklich weiter gehen und steht mit beiden Füßen in DEM-was-man-ist.

Ich hab den Eindruck Satsang kann erst wirklich greifen – wenn „deine Geschichte“, „deine Suche“, „deine Erleuchtung“ an Bedeutung verloren hat. Das ist sehr simpel, du bist und es genügt sich selbst.

Ronnys ganzer Beitrag

Ich muss mal wieder ein bisschen rumstänkern. Wir sind dann ja doch wieder beim Thema „Schattenarbeit“ gelandet. Im Moment besteht meine Schattenarbeit ja vorwiegend in meinen schmerzhaften Entzündungen in meinem Goscherl. Da war ich wohl in letzter Zeit etwas zu vorlaut und hab mir das Maul verbrannt. Jetzt bastle ich also eifrig an der „Person und ihrer Geschichte“ rum bzw. lasse rumbasteln. Und natürlich hege ich die Hoffnung, dass die Bastelei irgendwann zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Bis jetzt hat es allerdings tatsächlich „nichts als Ärger“ gebracht. Ich vermute jedoch sehr stark, dass auch der Ronny ggf. nicht den Gang zum Zahnarzt scheut. Und ob die Hoffnung nun Wurzelbehandlung oder Schattenarbeit heißt, ist für mich nun wirklich Hose wie Jacke. Das alles hat für mich seine totale Daseinsberechtigung.

„Ein Stille-Pflaster nutzt nix.“ sagt der Ronny und da kann ich ihm nur zustimmen. Ich hab noch nie was mit einer sog. spirituellen Therapie anfangen können. Da geschieht es eben leicht, dass, sagen wir mal, eine tiefsitzende Angstneurose „wegadvaitert“ werden soll. Also ich krieg meine Zahnschmerzen jedenfalls so nicht weg. Das Eine ist das Eine und das Andere das Andere und sie sollten nicht in einen Topf geschmissen und kräftig verrührt werden.

In Poona wurden jede Menge Therapien angeboten. Und ich behaupte mal ganz provokativ und mir wieder das Maul verbrennend: Jeder, der sich nicht mit seinen psychischen Macken auseinandergesetzt hat, läuft Gefahr, etwas für Zen, Advaita oder dergleichen zu halten, was nichts als ein Weglaufen vor seinen ureigenen Ängsten und Schmerzen ist. In der sog. spirituellen Szene wimmelt es nur so vor Leuten, die eine dicke Klatsche haben und das dann sich und anderen als Erleuchtung oder was weiß ich verkaufen.

Ich bin sehr dafür, nichts auszuschließen. Ich habe keine Meinung dazu, ob die beiden Aspekte fein säuberlich hintereinander „abgearbeitet“ werden sollten oder sich fließend ergänzen dürfen. Es kommt sowieso, wie es kommt.

Ronny zitiert in seinem Beitrag diesen weisen Satz von Silke:

Also es verwandelt sich in alle möglichen Zustände und bleibt doch das, was es ist.

Und ich ergänze: Es verwandelt sich auch in Wurzelbehandlungen und Schattenarbeit, wenn es denn sein soll.

Gestern schrieb Fredo diese ganz vom daoistischen Geist erfüllten Zeilen:

Es gibt auch eine Art Genügsamkeit, die die erscheinenden Dingen in ihrer Erscheinung „genug“ sein lässt … nicht eingreift mit wollender Veränderung , sondern es in der beobachtenden Wahrnehmung (inklusive eventueller eigener Reaktion) einfach „genug“ sein lassen kann.

wie entspannt das ….

Inklusive eventueller eigener Reaktion: Zu diesen gehören eben möglicherweise auch Wurzelbehandlungen und Schattenarbeit.

Ich wünsche euch einen möglichst mackenarmes Wochenende!

bloed

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50 Antworten zu Ronny: Kein Stille-Pflaster

    • Nitya schreibt:

      Dieser Captain ist und ist nicht
      wenn er sinkt
      verschwindet beides

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    • Nitya schreibt:

      Wow, da haste dir ja richtig Mühe gegeben. Klasse!

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    • Eno schreibt:

      Super, sehr schön, lieber Elwood!
      Dann will ich mich mal wieder den Schatten zuwenden mit denen ich gerade mal wieder Schattenboxen machen muß!
      Bei Nitya sinds die Zähne, bei mir ist es die Behörde, die mich wieder und wieder sanktionieren will, weil ich nicht mache, was man von mir verlangt…
      Ich sag euch, oft auch nicht besonders spassig aber was solls, bin halt wie ich bin!

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      • Eno Silla schreibt:

        ganz unadvaitisch
        ohne stille-pflaster
        ich weine
        wenn ich in die welt blicke
        soviel traurigkeit
        tag für tag
        auch dieser schmerz
        realität

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      • Eno Silla schreibt:

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      • Brigitte schreibt:

        Bei mir ist es auch das Amt. Jetzt wollen die mich wieder mal in eine Zeitarbeitsfirma zwingen. Und bist du nicht willig, so gebrauch ich Gewalt … 30% Streichung für drei Monate. Erstmal. Hungern ist angesagt. Tja … alle Monster steigen auf … es tut weh und macht Angst …

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      • Eno Silla schreibt:

        Liebe Brigitte,
        sei herzlich umarmt in diesem schrecklichen Kampf mit diesem menschenverachtenden, entwürdigenden Angstsystem!
        Es ist sehr ratsam, wenn du die Kraft aufbringen kannst, bei einer Sanktionierung, zum Amtsgericht einen Beratungsschein besorgen und dann sofort zu einem Anwalt zu gehen, der sich mit Sozialrecht auskennt. Die meisten Sanktionierungen sind rechtswidrig und fehlerhaft. Bisher ist keine Sanktionierung gegen mich rechtskräftig geworden! Aber die Kräfte schwinden… Ich bin zu alt für Obdachlosigkeit, aber die Bedrohung scheint so real!
        Ganz herzlichen Gruss an Dich
        Eno

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      • punitozen schreibt:

        Lieber Eno

        Ich wünsche Dir , das Dich der ALG-Systemungheuer nicht in seinem
        Paragraphensumpf verschlingt .
        Kleiner Tipp : Schau mal in dieser Seite rein
        .http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/aktuelles/d/n/1419/

        Alles Liebe
        PUNITO

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      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Punito,
        vielen Dank für Mitgefühl in all der Herzenskälte! Ich bin nicht so leicht unterzukriegen, aber der Kraftaufwand ist manchmal schon sehr groß…
        Die von dir empfohlene Seite ist mir natürlich bekannt und sie ist wirklich sehr hilfreich für alle, die mit diesem Thema zu tun haben!!!
        Danke auch für Bob Marley, ich liebe diesen leider viel zu früh verstorbenen Mann. Daher hier noch einen meiner Lieblingssongs von ihm.
        Herzliche Grüsse
        Eno

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      • Brigitte schreibt:

        Lieber Eno,
        ich bin so wütend auf diesen Scheiß. Manchmal. Dann könnte ich alles in die Tonne treten und frage in den leeren Raum hinein, „Was soll das? Gehts noch?“ Und manchmal muss ich einfach lachen über diesen ganzen Mist. So absurd. Nichts bleibt wie es war. Und dann sind mir die „Ansichten eines Clowns“ ganz nah: „Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke“ (ca. 3.21min)

        Die letzten Monate, es ist seltsam, werde ich immer sprachloser.

        Ganz lieben Dank für deine Wärme und Zuspruch. Den Tipp werde ich beherzigen. Ich drück dich und freu mich, dass es dich gibt.

        Herzgruß
        Brigitte

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      • Eno Silla schreibt:

        Liebe Brigitte,
        ich kann so sehr nachvollziehen, wie es dir geht!
        Auch ich werde immer sprachloser in dieser kalten Zeit…
        Dennoch, nichts ist für mich wichtiger als Freundschaft, Liebe und Begegnung mit „warmen“ Menschen.
        Die gibt es zum Glück noch und ich hoffe auch für dich!
        Falls du irgendwie Unterstützung brauchst, lass es mich wissen!
        Ich kann dir auch über deine E-Mail-Adresse antworten, die mir über die Innereien des Blogs bekannt ist!
        Wehre dich!
        Mein Freund M. sagte zu mir gestern:
        „Es ist wichtig aus der Opferrolle heraus zu kommen!“
        Recht hat er!!!
        Liebe Grüsse
        Eno

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      • Nitya schreibt:

        „Bei Nitya sinds die Zähne, bei mir ist es die Behörde, die mich wieder und wieder sanktionieren will, weil ich nicht mache, was man von mir verlangt…“

        Ach, das sind mir aber die Zähne entschieden lieber.

        „Ich bin zu alt für Obdachlosigkeit, aber die Bedrohung scheint so real!“

        Mich schaudert’s bei dieser Vorstellung.

        Als ich vor 33 Jahren aus diesem System ausgestiegen bin und meinen Job hingeschmissen habe, dachte ich, nun hätte ich es hinter mir. Aber du hast nie etwas hinter dir. Das System (oder vielleicht das Leben?) sitzt dir ständig im Nacken. Die Alternative scheint wirklich nur zu sein: Armut, Hunger, Obdachlosigkeit, Kälte, …. Wenn dann noch Alter und Krankheit dazu kommen, fängst du vielleicht an, den Tod herbeizusehnen. Ist das Leben wirklich fürsorglich? Wenn es so fürsorglich wäre wie die staatliche Fürsorge, dann Gute Nacht!

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      • Brigitte schreibt:

        Lieber Eno,
        ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
        Danke.

        Liebe Grüße, Brigitte

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  1. fredo0 schreibt:

    Gestern las ich einen Text von Jaya Nagarkatti, der Tochter von Ramesh Balsekar, in dem ich einen, wie ich finde, recht feinen Bezug zu diesem Thema erwähnt fand.
    Sie schrieb über drei Fragen, die Ihren Vater zeitlebens interessierten.
    1. was ist Erleuchtung / Erwachen ?
    2. was wird E/E für mein restliches Leben bewirken ?
    3. wie kann E/E mein tägliches Leben erleichtern.

    Ich war anfangs etwas irritiert, da es so gar nicht „advaitisch“ klang, sondern 2 und 3 eher (selbst-)therapeutisch !
    und doch , es erinnert sehr an die Haltung des Shakjamuni , der ja auch das „Ende des Leidens“ als das Ziel seiner Lehren definierte.

    Es ist also keinesfalls Widerspruch, die „neutrale“ Schrumpfung auf das EIGENTLICHE zu sehen,
    ( by the way : ich bin bekennender Fan von Ronnies Vokabel „kondensierte“ Erkenntniss )
    aber auch deren Resumee/Auswirkung in ein (weiteres) persönliches Alltagsleben hinein zu erwähnen.

    Es gibt aber einen doch recht entscheidenden Unterschied zwischen den „unumgänglichen Schattenarbeitsdeklarationen“ einiger Erwachensträumer hier im Netz“ und diesen pragmatischen Hinweisen von Herrn Buddha und Herrn Balsekar.
    Der Unterschied besteht darin, dass die Aufforderung zur Schattenarbeit solange ein Absurdum sein muss, solange da ein „Arbeiter“ vorhanden ist, der dies zu erledigen hätte, > um zu …….

    Auch hier gilt zwar die Dosis der Problematik als ein Kriterium. Soll heißen, ein völlig verzwicktes, nahezu unlebensfähiges Persona-Konstrukt , bedarf nattürlich dringend professioneller Hilfe durch Therapeuten oder Heilern , dies schafft aber keine Leistung im Sinne von Annäherung an E/E , sondern vermindert lediglich die PersonaProblematiken …. inzwischen.
    Man könnte es formulieren als Reparatur am Auto . Die sollte aber nicht verwechselt werden mit dem Reiseziel des Fahrers dieses Autos. Sicher besteht auch hier ein indirekter Zusammenhang. Ohne Reparatur keine Reise . Diese Zusammenhänge liesen sich aber beliebig ausweiten . Ohne Kindergarten, ohne Schule, ohne ersten Sex , ohne was auch immer, wäre die Gegebenheit der Persona nicht die, die diese „Schrumpfung“ in Gnade ( möglicherweise ) erlebt … Jedes und zugleich nix hat da Bedeutung … aber halt keine besondernde Bedeutung ! …

    Natürlich …. hat dies E/E , oder wie ich es zur Zeit mal nenne , diese Schrumpfung ins EIGENTLICHE , auch Auswirkungen in ein folgendes alltägliches persönliches Leben hinein … diese Auswirkungen erfolgen meist „eintröpfelnd“ ( wie es Nathan Gill so wundervoll formulierte ). Dröpje for Dröpje wird da das Leben (noch) schlichter und simpler erlebt. gerade auch dann, wenn es mal wieder „hoch her geht“ .
    Wenn man so will, wird da dann der Schatten der Besonderheiten und Komplexitäten gnadenlos durch All-tag „bearbeitet“. Doch ist dies nicht gewollt gemachte Aktion, sondern zwangsläufiger Automatismus …. einfach aus dem >Leben … eben! resultierend .

    Und peu a peu wird deutlich(er) was Buddha mit seinem Satz meinte : „Samsara und Nirvana sind nicht zwei“ .
    Auch nix besonderes an diesem Erwachen / dieser Erleuchtung … einfach nur ein Spiel des Lebens …

    Und um den Text von Jaya, und damit den Herrn Balsekar ein weiteres mal zu zitieren … „jede Diskussion und jedes Streben nach Wahrheit und Wissen endet irgendwann in einem „was solls !“ ( und hier steht bewusst ein Ausrufezeichen und kein Fragezeichen )

    die kosmische Irrelevanz … nix hat besondere Bedeutung … doch alles IST bedeutend … ( aber halt nicht be-sondert von anderen/m … ) 😀

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    • Nitya schreibt:

      Verehrter Herr Fredo,

      ich spiele ja nun schon seit 33 Jahren Primärtherapeut. Und da galt für mich immer der Satz: Ich muss meinen Klienten da abholen, wo er ist. Eine scheinbare Person holt eine scheinbare Person ab. So läuft das Spiel. Einen Nisargadatta ficht das möglicherweise nicht an. Er erzählt einfach „ohne Rücksicht auf Verluste“ was seine Wahrheit ist. Buddha hat das auch getan: „Form ist Leere, Leere ist Form.“ Oder: „Anatta“. Friss Vogel oder stirb! Im Bodhisattva-Gelübde heißt es allerdings als Erstes: „Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle zu erlösen.“ Für manche mögen die nackten Wahrheiten genügen. Für viele nicht. Die plappern dann diese Wahrheiten ohne das geringste Verständnis nach und glauben, jetzt hätten sie’s. „Ich gelobe sie alle zu erlösen.“ darf nichts auschließen. Wenn jemand glaubt, Christus zu sein, werde ich ihn als verehrter Herr Christus ansprechen. ich muss erst einmal Zugang zu seinem Wahngebilde finden. Schließlich spreche ich dich ja auch mit „verehrter Herr Fredo“ an, als ob du eine Person wärest.

      Ich weiß nicht, ob du schon mal in die weitaufgerissenen, entsetzten Augen eines Menschen mit einer Angst-Psychose geguckt hast. Da ist niemand und nichts mehr, der oder das erreichbar wäre. Was machst du nun, wenn du ihn erlösen willst? Nun könntest du natürlich sagen: „Was für eine Verrücktheit, jemanden erlösen zu wollen, den es gar nicht gibt!“ Ja, das ist auch eine Wahrheit. Interessanterweise waren Phänomene wie Jesus, Buddha usw. erfüllt von einem abgrundtiefen Mitgefühl. Sie waren immer auch Heiler. Ich erinnere an Meher Baba, der durch die Lande gezogen ist, um in ihrer Psychose steckengebliebene Sucher wieder aus ihrer Psychose herauszuholen. Was nützt die wahrhaftigste Wahrheit, wenn sie erstens gar nicht vermittelbar ist und zweitens niemanden erreichen kann. Wozu dann überhaupt den Mund aufmachen?

      Ist einfach Kiefer zu sein, nicht vollends genug?

      Du hattest vielleicht das Glück, nicht mit allzu vielen Macken gesegnet worden zu sein. Insofern waren dir deine Macken vielleicht nicht das große Problem. Aber vielleicht hast du deine Macken ja auch nicht richtig wahrgenommen? Du müsstest mal bei mir auf der Matte liegen.😉 Ich bin ziemlich sicher, dass wir da einiges entdecken würden. Also ich hatte jedenfalls nicht das Glück, relativ mackenlos du die Lande zu wandeln. Die ersten sechs Jahre sind wohl ziemlich entscheidend für die Entwicklung eines Menschen. Bei mir bestanden die ersten sechs Jahre aus drei Jahren Krieg und aus drei Jahren Nachkriegszeit. Ich lass Papa und Mama mal aus dem Spiel. Ich habe Macken ohne Ende. Heute sage ich: Gott sei Dank! „Alles Schrot für die Mühle“, hat Ram Dass dazu gesagt und ich kann das nur bestätigen. Es gab aber eine Zeit, in der ich das nicht gesagt habe, sondern darunter gelitten habe wie Hund.

      Wenn ich das recht erinnere, war Tony Parsons von Osho ziemlich enttäuscht. Er suchte nach der absoluten Wahrheit und hat sie offensichtlich auch für sich gefunden. Osho war ihm einfach zu widersprüchlich, Der Kerl konnte ja jeden nur völlig verrückt machen. Für mich war Oshos totale Widersprüchlichkeit nie ein Problem. „Sein und Nichtsein entspringen einander“, sagt Lao Tse. Mein Gott, jedes Wort, was ich gerade schreibe, ist eine Lüge und gleichzeitig absolut wahr. Ich habe mich immer von absoluten Wahrheiten völlig erschlagen gefühlt. Ich brauchte die „Offene Weite“ mehr als die Luft zum Atmen – solange ich genug Luft zum Atmen hatte.🙂

      So, jetzt reicht’s. irgendwann sollte ich einfach mal einen Punkt in den leeren Himmel setzen.

      .

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      • fredo0 schreibt:

        fein was du schreibst nitya …
        und wahrlich eine antwort des herrn fredo wert …
        es ist wohl tatsächlich so, dass dieser fredo eine bemerkenswert „warme“ kindheit erlebt hat … und mit einem starken selbstwertgefühl aber doch nicht allzuviel hybris ( will ich doch hoffen ) dann auf seinen weg geschickt wurde.
        jedoch … das leben findet trotzdem seine wege die notwendige dosis drama in ein noch so harmonisches geschick einzubauen … und in der subjektiven bewertung ist da, wie ich vermute, letztlich wenig unterschiedliches …
        ich habe in meiner drogenzeit alle härten und allen wahnsinn des menschlichen erlebt … in meinen armen sind zwei meiner kindheitsfreunde an einer Überdosis verreckt ( und man muss es verrecken nennen ) , ohne dass es mir trotz geradezu panischer hektik möglich gewesen wäre, ihnen zu helfen … die zeit war schon zu weit voran … wahrlich ein traumatisierendes erleben … und derartiges lässt sich wie eine perlenschnur durchaus auch in meinem „warmen“ leben zur genüge finden …
        und doch war mir stets gerade die innere orientierung an der „reinen wahrheit“ , die mich seit anbeginn meiner tage als „ahnendes vertrauen bzw. vertrauende ahnung begleitete , das was ich meinen „leuchtturm“ nannte .
        damit wurde all diese dramatiken nicht weniger dramatisch, aber ihnen wurde damit eine gewisse persönliche „nach-schärfe“ genommen.
        womöglich kann man dies aber auch einem einem hang zur stoik und ignoranz zuschreiben 😉

        ich war merkwürdigerweise immer begleitet von freunden oder liebsten, die im heiler- oder therapeuten-business agierten. auch heute ist erneut die dame, der ich zur zeit den hof mache, ein erfolgreicher coach und therapeut .
        zwangsläufig habe ich da auch mal „hineingefühlt“ , so als feine tätigkeit des alters🙂 .
        ebenso spräche ja nix dagegen, sich auch „davorne hinzusetzen“ oder meinen djungelgarten den mutigen suchern anzubieten.
        warum nun nicht ? ( jedenfalls noch nicht🙂 )
        dies zu tun , oder halt nicht zu tun, ist ja keine persönliche entscheidung, sondern entstammt der klugheit des lebens … und dessen „entscheidung“ kann ich nur begrüßen, in dem ich anerkenne, daß in meinem charakter wohl diese fähigkeit fehlt, die ich in ronnies text so bewundert habe … dieses klar abgrenzen in direkter gesprächssituation … kein pflaster ( ! ) … hier pflegt jemand sein drama … und hier ist etwas, was dies drama nicht ignoriert, aber doch nicht im hauptfokus seines interesses sieht.
        Ich hätte diese reaktion sicher nicht so in meinem repertoire.
        Das merkwürdige ist nämlich, dass dieser so cool am „reinen abstraktum“ hängende schreiber ( ! ) fredoo in der eye-to-eye-situation ganz schnell ins dramatische mit (!) abgleiten kann , und damit alles andere als hilfreich ist ( wie ich meine ).
        Es ist wohl eine durchaus notwendige fähigkeit, oder gar talent, dieses abgrenzen ohne auszugrenzen , um hilfreich für andere im drama zu sein.
        ich hingegen gehe da viel zu schnell mit in die scheiße, und verliere da oft ( auch verbal ) diesen „überblick“ , der letztlich als einziges, wie ich meine, wirklich unterstützend nährend sein kann.
        Dies gelingt mir, wenn überhaupt, nur in einer distanzierten schwatz- und schreibsituation.
        Jedem das seine. So knete ich halt lieber klunker aus silber und gold.
        die überfordern nicht so leicht meine wohl ( insgeheim ) viel zu sentimente eigenart.

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      • Marianne schreibt:

        ebenso spräche ja nix dagegen, sich auch “davorne hinzusetzen” oder meinen djungelgarten den mutigen suchern anzubieten.
        warum nun nicht ? ( jedenfalls noch nicht🙂 )

        Du sagst uns dann aber schon Bescheid, wenn du losgelegt hast – das dao fa zi ran klingt viel versprechend …
        http://fredo0.wordpress.com/

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    • Der Verehrte Fredo schrieb : Wenn man so will, wird da dann der Schatten der Besonderheiten und Komplexitäten gnadenlos durch All-tag “bearbeitet”. Doch ist dies nicht gewollt gemachte Aktion, sondern zwangsläufiger Automatismus …. einfach aus dem >Leben … eben! resultierend .

      Und peu a peu wird deutlich(er) was Buddha mit seinem Satz meinte : “Samsara und Nirvana sind nicht zwei” . Auch nix besonderes an diesem Erwachen / dieser Erleuchtung … einfach nur ein Spiel des Lebens … die kosmische Irrelevanz … nix hat besondere Bedeutung … doch alles IST bedeutend … ( aber halt nicht be-sondert von anderen/m … )😀

      Werter Fredo, immer wieder interessant, wie du dich in all den Jahren in denen ich dich nun „kenne“ peu a peu den Positionen des Verehrten Buddha annäherst …..
      Hm … trotzdem …. einerseits beschreibst du sehr gut deine Beobachtung und Wahrnehmung von dir und den anderen auf …. analysierst sehr gut …. Wenn du dann aber an den Punkt kommst, wo eben die „Lücken“ in deinem System sind, dann spekulierst du oder bringst „Überraschungen“ ins Spiel … dann muss plötzlich das „Leben (und damit die unendliche legionhafte Vieldeutigkeit des Lebens) für die Lücken herhalten … wArten mir aber mal ab, wo du in 5 Jahren stehst …. :-))))) Ich glaube, da wird sich noch so manches in deiner Sichtweise ändern ….

      Du schriebst ; wird da dann der Schatten der Besonderheiten und Komplexitäten gnadenlos durch All-tag “bearbeitet”. Doch ist dies nicht gewollt gemachte Aktion, sondern zwangsläufiger Automatismus.

      Das tönt natürlich fordergründig sehr gut, und jemand, der nicht ein wenig differenzierter Denken kann wird das vielleicht 1 zu 1 (als Konzept) übernehmen. Du sprichst von „All-tagsbearbeitung“ und von „zwangsläufiger Automatik“ …🙂 Hm …. da ist eben nicht zwangsläufig klar, was du unter „Leben“ verstehst ….. Ist es eine Entität, ist es ein „Geist“ oder ist es „Gott“ … oder ist es ein Kosmischer Computer usw ….. Wir kommen da nicht über Spekulation hinaus. Auch ich kann darüber, was „Leben“ nun wirklich ist, keine klare Antwort geben. Es gibt von Zenmeister Dogen einen interessanten Text; „Zenki – Die Dynamik des ganzen Universum“ ….. Dieser Text ist nur 3 Seiten lang und ich denke, das ich ihn dir mal per Mail sende …. er könnte dir gefallen.
      Es gibt da einen Satz in diesem Text, der mir sehr trefflich im Kontextes deines mich hier ansprechenden Beitrag berührt. Dogen Schreibt:

      Deshalb ist das Leben das, was ich mit dem Leben mache, und ich bin das, was das Leben mir mir macht.

      Hm …. diese Zeilen erscheinen mir auch wie diese typische „Mittel-Wegigkeit“ des Buddha🙂 In diesem Sinne auf deinen Satz zurückzukommen:
      …. All-tag ist nicht getrennt von dir, und DU BIST „All-tag“ …. diese „Bearbeitung“ … das „Leben“ bearbeitet dich oder mich nicht …. was wir als „Bearbeitung“ verstehen ist in erster Linie mal unser Widerstand gegen die Tücken des Lebens, unser Widerstand gegen das, was wir als „Leben“ erleben und unsere Abneigung (sie unserer unwissenden Interpretation des „Lebens“ entspringt).
      Und genau hier, also in diesem Gefühl zwischen Hammer und Amboss zu liegen kommt der Herr Shakiamuni daher oder die Taoisten und empfehlen diese „Beobachtung“ … wie nanntest du dies? „zi-ran“ ? ….. Im Zen würde man sagen „Shikantaza“, beim Buddha wirds „Uneingepflantzt“ genannt. Es ist nicht eine abstrakte Grösse „Leben“ gennant“ die uns „bearbeitet,“ sondern es ist mehr wie „Widerstand aufgeben“ (gegen das was uns als „Leben“ erscheint) und dieser reine
      „Beobachtungsprozess“ als solches. Wenn man nämlich wirklich „beobachtet, dann kommt alles ganz nahe, weil kein Widerstand mehr da ist. Und diese „Nähe“ ist am Anfang sehr schwierig auszuhalten …. (weil sie oft schmerzt).

      So, das Mail ist draussen

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  2. Marianne schreibt:

    Berührbarkeit (spüren sie’s?) und Verletzlichkeit liegen nah beieinander…
    Verletzlichkeit muss sich schützen, weil der Schmerz sonst zu groß wird. Die meisten „Schatten-Phänomene“ werden so geboren.
    Wenn Berührbarkeit Raum greifen darf, kehren die „Geister“ und „Dämonen“ wieder zurück in die „Flasche“ aus der sie entfleucht sind …😉
    Oft führt dieser Weg durch den (alten) Schmerz hindurch. 😦

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  3. Eno Silla schreibt:

    all die dunkelheit
    durchstrahlt lebendiges blaues
    LICHT

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  4. Eno Silla schreibt:

    ich liebe diese person
    sie ist alles
    was ich fühle
    was ich denke
    was ich bin
    mit ihr bin ich
    ich fühle
    gut und schlecht
    ich sehe gut und schlecht
    gutes ist schlecht
    und schlechtes gut
    wie verrückt
    nicht einzustehen
    angst zu haben
    nicht nein zu sagen
    dieses gefordert werden
    von allem
    was so gnadenvoll
    uns zur
    liebe
    treibt

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    • fredo0 schreibt:

      es gibt eine art glaubenssatz, der mich durch alle stürme des lebens geleitet oder zumindest begleitet hat .
      „das leben ist fürsorglich.“ …
      letztendlich immer fürsorglich, auch wenn mir das in der konkreten situation ganz anders erscheinen mag, oft sogar völlig konträr, so findet sich immer wieder dann doch ein punkt, wo ich im nachhinein diese fürsorglichkeit doch zu erkennen vermag.
      dies sehe ich als eine art geschenk des lebens an seine „figuren“ und keinesfalls als „eigene“ leistung.
      es ist dann fast so, als ob sich in diesen situationen ( des im nachhinein erkennens ) das leben selbst zuzwinkert.
      😉

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      • Eno Silla schreibt:

        und dieses wissen
        ich kanns nicht anders benennen
        lieber fredo
        nenne ich
        hingabe
        die fähigkeit
        einzusehen
        das wir alles sind
        hochintelligent
        und
        vollkommen
        verblödet

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      • Nitya schreibt:

        “das leben ist fürsorglich.‘
        letztendlich immer fürsorglich, auch wenn mir das in der konkreten situation ganz anders erscheinen mag, oft sogar völlig konträr, so findet sich immer wieder dann doch ein punkt, wo ich im nachhinein diese fürsorglichkeit doch zu erkennen vermag.“

        Ein Lieblingsbeispiel von mir. Fredo macht Urlaub am Meer. Plötzlich kommt ein Riesentsunami angerast und verschluckt den armen Fredo. “das Leben ist fürsorglich.” Wirklich? Na ja, da können sich die Fische mal wieder satt fressen Gut für die Fische, schlecht für den Fredo. So findet sich immer wieder dann doch ein Punkt, wo ich im Nachhinein diese Fürsorglichkeit doch zu erkennen vermag.“ Da ist niemand mehr da, lieber Fredo, der im Nachhinein diese Fürsorglichkeit erkennen könnte. Im Moment scheints dir relativ gut zu gehen. Da kann man leicht auf so niedlche Gedanken kommen, dass das Leben fürsorglich ist. Ein schönes „Stille-Pflaster“, ein schönes Trösterchen. Ich behaupte: Das Leben ist weder fürsorglich noch nicht fürsorglich.

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      • Eno Silla schreibt:

        ich verneige mich, lieber nitya, aus freiem willen
        in deine richtung!
        also etwa nordwestlich von mir!

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      • Eno Silla schreibt:

        Das Leben ist weder fürsorglich noch nicht fürsorglich.

        die wahrheit dieser aussage erschreckt mich zutiefst, lieber nitya!

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      • Ronny schreibt:

        „die wahrheit dieser aussage erschreckt mich zutiefst,…“ …letztens war ein schauen was bedeutet freiheit überhaupt, ich war erschreckt – dir freiheit scheint so umfassend das sie sogar selbst mit sich schluß macht und kein ende, oder ein richtung, in sich hat

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      • Ronny schreibt:

        jesus sagte: nirgendwo kann ich mein haupt niederlegen – also kein sicherer hafen
        „… kein richtung, in sich hat“ denn noch einfach wertvoll für sich die richtung zu kennen zu erahnen, mitzufließen und da wo man steht anzukommen mit dem-was-ist.

        und weiter gehts: Gate gate paragate parasamgate bodhi svaha.

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  5. fredo0 schreibt:

    yep … und tröstlich ist … keiner ist davon ausgenommen …

    und … ich wage zu behaupten, dass dieses erkennen der völlige blödheit des persönlichen und der völligen irrelevanz irgendwelcher „höheren gesetze oder gegebenheiten“ dieses Leben erst, im guten Sinne, lebenswert und erträglich macht.
    was verbleib da schon ? … nur verblüffung und staunen ob der show …

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  6. fredo0 schreibt:

    yep … werter nitya … das leben ist weder noch … dem ist nicht zu widersprechen …

    und doch … wenn das was da „ich“ denkt und daran glaubt … diesen satz benutzt … und als solches wurde er erwähnt von mir als ein hilfreicher glaubenssatz, als „hilfsmittel“ ja , durchaus trösterchen ( feine vokabel, die war ritual in meiner kinderbetreuzeit ) …
    der satz mag sogar „falsch“ sein …
    egal … letztlich ist alles falsch … und doch auch „richtig“, wenn es halt funktioniert.
    denn um damit dein beispiel einzubeziehen , ich bin ja nicht vom tsunami verschluckt worden ! …
    und was nur in hypothese funktioniert, ist auch nur in hypothese „richtig“ .😀

    also „mein“ leben war/ist durchaus fürsorglich … was ja nicht kuschelig bedeuten soll, sondern lediglich , dass jedes ereigniss des lebens , egal wie zerstörend für „mich“ es sich auch anfühlen mag , letztlich ( ! ) dem leben für seinen ausdruck dient . und verblüffend oft , im nachhinein ( ! ) seine anfangs verborgene positive seite zeigte …
    und das erstaunliche ist ja gerade das diese „hingabe“ , die auch eno erwähnt, dieses opfer des „eigenen“ sich dann ja besonders richtig anfühlt . und zu diesem eindruck der fürsorglichkeit führt.
    „fürsorglich“ meint ja nicht „fürsorglich für mich“ sondern fürsorglich für das leben an sich.
    und wenn es belieben sollte „mich“ zu verschlucken im nächsten tsunami … guten appetit …
    die dicke dosis angst, die dann bei „mir“ ganz sicher erscheinen wird, hilft womöglich seiner verdauung … und wer weiß , vielleicht werde ich ja dann zum jonas , und mein wal wartet auf mich …😉 … und bis dahin begrüße ich dieses fürsorgliche …

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    • Nitya schreibt:

      Weißt du, Fredo, es ist nicht so, dass ich dieses Gefühl nicht kennen würde. Nur würde ich nicht sagen, dass das Leben fürsorglich ist. Es ist ein sehr subjektives Gefühl und keine letztgültige Wahrheit. Als ich meinen Schlaganfall hatte und mich ins Bett legte, um auf mein seliges Ende zu warten, hatte ich genau dieses Gefühl: Wie fürsorglich ist doch dieses Leben! Das war kein Gefühl im Nachhinein, sondern das Gefühl war völlig gegenwärtig ohne die geringste Ahnung bezüglich meines möglichen Ablebens. Sieht so aus, als ob da keine Angst vor dem Tod gewesen wäre. Ob ich das Gefühl „das Leben ist fürsorglich“ auch hätte, wenn ich in Guantanamo gefoltert werden würde? Ich vermute mal, eher nicht.

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      • fredo0 schreibt:

        da gibt es erstaunliche berichte … von genau dieser „geborgenheit“ auch in extremster grausamkeit … ja es erscheint sogar so , dass sich diese wahrnehmung im extrem geradezu noch deutlicher zeigt … und du berichtest es ja selbst … dieses völlige ausgeliefertsein in extremster not, das dann aber durchaus als „richtig“ erlebt wird, davon berichten ja auch alle die, die diese lebens-rand-erfahrungen ( oder nah-tod) gemacht haben …
        irgendwie erweist sich wohl das leben letztendlich stets als „fürsorglich“ .
        auch und gerade wenn da ein lebens-figur in den tod geleitet wird .
        der tod scheint mir einfach nicht verlust von leben zu sein, sondern dessen vollendung.
        und in dem sinne voll-endet sich gerade im tod die fürsorglichkeit des lebens ( für seine figuren ) .

        ( dies fühlt sich für mich so einfach fein an … egal ob richtig oder falsch … mag sein es ist ein trösterchen … mag sein … solange es mich staunen lässt, auch angesicht des todes …. gut getröstet ! )

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      • Bea schreibt:

        schon gestern und auch jetzt wieder…
        wenn ich diese Zeilen von dir lese Nitya…
        bin ich sehr (ge-)berührt…
        habe dazu gestern meine Geschichte verfasst und wollte sie auch posten …
        aber… nein..
        deine Worte zu „trinken“ ist genug …
        ..und EINverSTANDenSEIN..
        HerzensMerci

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      • punitozen schreibt:

        Lieber Nitya ,
        Ist das Leben nicht so – ein natürliches IST- Erleben ?.
        Ein Sein- Geschehen , manchmal unerwartet , wie ein Schlaganfall .
        Der Schlaganfall , solch ein Erleben ,darüber wird jeder Apoplexbetroffene
        im Nachhinein sein persönliches Erleben schildern – wobei der Nichtbetroffene
        auch nichts anderes als sein subjektives Erleben aus dem Gehörten verlautbaren kann .
        Über Subjektivität braucht nicht gestritten werden – weil das Subjektive des Anderen
        das Objektive des Betroffenen nicht erfahren hat .
        Blöde Zwickmühle , oder wie ?
        …Das war kein Gefühl im Nachhinein, sondern das Gefühl war völlig gegenwärtig ohne die geringste Ahnung bezüglich meines möglichen Ablebens….
        Dieses VÖLLIG-GEGENWÄRTIGE in Abwesenheit von Ahnungen meines möglichen
        Ableben ist mir vertraut aus der Rückschau nach meiner überstandenen Organverpflanzung im Januar 2013 .
        VÖLLIG-GEGENWÄRTIG – war nur DIESES : DER- ICH-BIN -MICH- SEIN -DURST-
        MOMENT in völliger zeitlicher und örlicher Orientierungslosigkeit .
        Kein Gedanke an ein VORHER noch NACHHER .
        Weder ein ICH-Lebe noch Ich-sterbe .
        PUNITO-DURST🙂

        .

        ….

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  7. fredo0 schreibt:

    ergänzend …
    und das eigentliche thema all dieser erwachensuche und wahrheitserforschung erscheint mir doch stets der tod zu sein .
    der unser harrt .
    und der seine schatten wirft .
    und den wir niemals begreifen werden.
    wir können ihm nur das gleiche staunende vertrauen schenken,
    dass wir dem leben zu schenken vermögen.

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    • Ronny schreibt:

      …ganz ehrlich dem Tod würd ich mehr vertrauen schenken als dem was man so gemeinhin Leben nennt. …aber auf den is ja auch kein Verlass,-)

      Kein entkommen: „Ich erwachte aus einem Traum vom Tod
      zum wundersamen Tod des Wachseins,
      zum Tod von Gräsern, zum Tod des Reises,
      zum Tod im Schlafen wie im Wachen.“
      (Ikkyû Sôjun)

      …naja wie das hier gesehen und erlebt wird, scheint es im Menschen zwei grundlegende „Beweggründe“ der Suche zu geben, die eine, die Idee „Glück“ und eben entsprechende Umstände zu finden. Und die andere der „Tod“ der die Abwesenheit von Glück und Unglück darstellt – und so auch wieder ein glücklicher Umstand ist *hehehe…

      und ja, auf jeden fall – Tod und Veränglichkeit rütteln einem auf – zu sehen, zu suchen das da etwas Absolut-ES Beständiges sein muß.

      Wo ich hier so schreib, wer Leben und Tod oft genug erlebt hat – läßt vielleicht beides ziehen und lebt, ist DAS was das Leben ist, mit und ohne…

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  8. Ronny schreibt:

    „Ich vermute jedoch sehr stark, dass auch der Ronny ggf. nicht den Gang zum Zahnarzt scheut. Und ob die Hoffnung nun Wurzelbehandlung oder Schattenarbeit heißt, ist für mich nun wirklich Hose wie Jacke. Das alles hat für mich seine totale Daseinsberechtigung.“

    neee du den Gang zum Zahnarzt scheue ich nicht. …einmal war ich zwei Wochen mit Zahnschmerzen Daheim und bin erst nicht zum Zahnarzt, – ich weiß garnicht genau warum. In dieser Zeit hatte ich 2 mal am Tage heftige Schmerzen denen ich mich ergeben mußte – als ich dann zum Zahnarzt bin war der Wurzelkanal sauber;-))))
    Und es gab nicht mehr viel zu tun – das war fein.
    By it self;-)

    Als ich dann zum ersten Mal erlebt habe was es beutet wenn dir ein Zahnarzt den Wurzelkanal ausputzt – trotz Betäubung – da ist mir der „echte Schmerz“ lieber.

    Und Schattenarbeit – was an sich schon irgendwie absurd ist – weil eine Erscheinung immer einen Schatten wirft, wenn sie erscheint – und mit ihrem Schattenarbeiten eh nur noch Schatten sieht und Sonne will und sie sich so ständig in der Sonne steht. Seis drum – kann wertvoll sein wenn das Bedürfnis da ist. Wunderbar

    und nicht ablenken mit den Floskeln da wäre ja kein ich oder ach is doch alles gut;-)

    Das wäre so ähnlich wie wenn du Nitya beim Zahnartzt hockst und wenn er dann mit seinem Job anfagen will – du entgegensetzt, ach wir könnens auch lassen das „ich“ das Zahnschmerzen, das gibt es ja nicht wirklich. Wobei, so menschlich – der Wunsch einen sichereren Hafen zu finden, kann man ja verstehen

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    • Nitya schreibt:

      „Als ich dann zum ersten Mal erlebt habe, was es beutet, wenn dir ein Zahnarzt den Wurzelkanal ausputzt – trotz Betäubung – da ist mir der “echte Schmerz” lieber.“

      Lieber Ronny, ich habe ja schon fast alle Grausamkeiten, die einem ein Zahnarzt antun kann, hinter mir. Wenn ich an die vier Wurzelspitzenresektionen in einer einzigen Sitzung denke … ich denke lieber nicht dran. Was dein Ausputzen deines Wurzelkanals betrifft, scheinst du ja bisher echt Glück gehabt zu haben. Das ist halt nicht nur ein Kanal, sondern viele Kanälchen. Denk mal an einen Baum und seine Wurzeln und nicht nur so’n Rohr, das der Klempner nur einmal so ausputzen muss, damit Ruhe herrscht. Wenn du dir die Morgenlaune versauen willst, guck dir mal den Typen an, zu dem ich gleich gehe: http://zahnaerzte-efk.de/zahnheilkunde/endodontie.htm

      Was die Ich-Losigkeit betrifft, hab ich noch nie den Versuch gemacht, mein Ich zu massakrieren. Wenn ich das versuchen würde, hätte ich ja schon seine Existenz bestätigt. Die Ich-Vorstellung taucht auf oder taucht nicht auf und alles ist bestens. Und der Tod – ist nun wirklich kein Problem. Aber die Umstände, die zu ihm führen, können durchaus ein Problem sein, mit oder ohne Ich-Vorstellung: http://michael-mannheimer.info/2014/10/17/die-apokalypse-des-irakischen-christentums/.

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      • Ronny schreibt:

        „Die Ich-Vorstellung taucht auf oder taucht nicht auf und alles ist bestens. Und der Tod – ist nun wirklich kein Problem. Aber die Umstände, die zu ihm führen, können durchaus“ …so is es – leider…

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      • punitozen schreibt:

        Lieber Nitya ,
        die Bilder auf der Michael – Mannheimer.info – Gedankenpause –
        schockierend ? Jedes Wort von mir trifft es nicht !
        Mein Gefühlserleben ? Ein Fröstelschauer durchläuft den Rücken , Arme und Beine .
        PUNITO

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  9. Elwood schreibt:

    Absolut nichts…
    Was kümmerts das Universum…
    Keine Gnade…
    Keine Führsorge…
    Nichts….
    Torloses Tor…

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  10. fredo0 schreibt:

    ich will mal etwas , ganz aktuell, erzählen, zu dem was ich unter „fürsorglich“ verstehe …
    ähnlich wie wohl einige andere hier, befinde auch ich mich zur zeit mal wieder an einer klippe meiner existenz … ich lebe zwar recht kommod im haus meiner eltern, muss aber einem durchaus möglichen exitus meines handwerksbetriebes ins auge fassen … da haben sich recht beeindruckende summen zugunsten des finanzamtes angehäuft , und dass die herren noch nicht ihren großen hammer ausgepackt haben, kann ich nur als wunder ( der fürsorglichkeit😀 ) bezeichnen .
    heute nun , ist mein sohn mit dem letzten bargeld in den norden gefahren, um dort kunden zu besuchen und zum kauf unserer klunker zu bewegen … ( was ihm auch gelungen ist, was aber das akute nicht sonderlich mindert, da es erst in ein bis zwei monaten bezahlt wird .)
    ich selber hatte buchstäblich zwei euro in der tasche und das konto meiner mutter war auch schon bis zum limit geplündert . ich hatte nun aber dringend zwei paar trauringe für fast zweitausend euro zu verschicken ( was uns leider auch in 2 monaten erst ein wenig erleichterung verspricht )…
    nur … wovon das porto bezahlen ? … immerhin über 20 euro ?
    meine angestellten anzupumpen, hab ich mich dann doch nicht getraut , und alle konten waren ja am limit … ich hab dann sämtliche hosen und jacken durchsucht , in der hoffnung auf einen vergessenen schein vom letzten tanzen … dann kam mir die idee einfach die briefmarken unserer versandkiste bei der post „einzulösen“ … mist nur 4x 1,45 … dann visitierte ich den bestand an pfandflaschen … auch nicht besonders ergiebig … tja … im privatarchiv zwar noch diverse dollars , aber die löst ja keine bank mehr rechtzeitig ein ..
    hmmm .??? .. ich stand aber doch im terminwort … und ein paar, das diese ringe superdringend erwartet, hat übermorgen hochzeit !
    ziemlich gefrustet fuhr ich zur post, um wenigstens die vorfrankierten (mahn)briefe an unsere säumigen kunden dort abzugeben …und hatte mich bereits zähneknirschend damit abgefunden, die sendung, in hoffnung auf mittlerweilen geldeingang durch unsere kunden, halt erst morgen per express rauszuschicken, und unseren wartenden goldschmiedekunden irgend eine wüste geschichte vorzuflunkern ..
    am schalter grüsste mich dann die sehr freundliche post-dame ( so was gibt es ) und sagte … „hier sind übrigens die 50 euro , die sie gestern hier liegen gelassen haben “ …

    das, genau das , nenne ich (auch) „fürsorglich“ , denn genau diese unerwarteten wendungen zum guten, wenn bereits das üble akzeptiert ist ( wenn auch zähneknirschend ) , finden sich gehäuft in meiner lebensgeschichte , und auch bei auffallend vielen, deren geschichte ich mitverfolge …

    dies ist bestimmt keine „hohe wahrheit“ aber doch ne nette niedrige … 😀

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    • Eno Silla schreibt:

      du glücklicher, vielleicht gutes karma?😉
      ja, ne nette niedrige wahrheit, ich kenne das auch, irgendwie klappt es immer, aber warum es so ist, das ist mir ein rätsel! keine regel draus zu machen und manchmal, viel zu oft, ist es eben auch so:

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