Heinz Butz: Spüren Sie’s?


heinz-butz
„Spüren Sie’s?“ Mehr ist aus meiner Sicht nicht zu sagen. Alles in meinem Blog dreht sich eigentlich nur darum.

Vorgestern schrieb Ingeborg:

– Mitteilen
– Gedanken mit anderen teilen
– In Verbindung stehen
– Ich habe Kopfschmerzen, Kopfzerbrechen.
– Ich fühle euch nicht?
– Die, die ihr Kommentare ablasst.
– Manchmal, ganz ganz manchmal konnte ich euch fühlen.
– Elwood kann ich fühlen.
– Eno, Punito, sogar Selma; Bilder entstanden und verschwammen wieder.
– Sogar Fredo konnte ich, ein einziges Mal fühlen!

Und nun – manchmal kommt es mir so unglaublich verkopft vor, was hier steht. Und dann sitze ich davor: was meint Die/Der? Da ist das Fühlen abhanden gekommen! Das Lauschen. Der Duft.

Heinz Butz konnte ich damals fühlen. Ich glaube, es war wirklich der erste Mensch, den ich fühlen konnte. Hätte ich ihn nicht fühlen können, hätte ich ihn nicht lieben können. Und wenn ich ihn nicht hätte lieben können, wäre sein „Spüren Sie’s?“ wahrscheinlich ungehört von mir geblieben. So konnte ich ihn fühlen, seinem Lauschen lauschen, mich von seinem Duft ganz durchdringen lassen. Ich könnte jetzt viele seiner Eigenschaften aufzählen, seine Bescheidenheit, seine Unkorrumpierbarkeit, seine Zärtlichkeit allem Seienden gegenüber, seinen Zorn, wenn ihm jemand auf die scheinheilige Tour kam, … letztlich kann ich alles auf diesen Duft eines Lauschenden reduzieren, so wie ich den ganzen Buddhismus auf die Blume in Buddhas Hand reduzieren kann: „Könnt ihr es nicht auch spüren?“ Meine Güte, was hat dieser Buddha sein ganze Leben lang zusammengesabbelt, wo er doch im Grunde nur das vermitteln wollte: „Könnt ihr den tonlosen Ton vernehmen? Haltet doch endlich mal die Klappe! Seid still und lauscht! Versucht nicht irgendetwas zu hören – es geht um das Lauschen an sich. Es geht nicht um irgendein Konzept, nicht um eine Übung. Was immer ihr tut, seid Lauschende dabei, rund um die Uhr Lauschende. Es ist alles so einfach, hört doch endlich auf, alles kompliziert zu machen.“ Schon wieder habe ich Buddha missbraucht, habe ihm meine Worte in den Mund gelegt.

Manchmal wird gefragt, ob ein Meister notwendig ist. Ich kann die Frage nicht beantworten. Ich kann nur für mich sagen: Wäre dieser Heinz Butz, der nie so etwas wie ein Meister sein wollte, nicht mein Meister geworden – dadurch mein Meister geworden, dass ich, der Zwanzigjährige, ihn geliebt habe – ich weiß nicht, was aus diesem Idioten geworden wäre, der ich damals war. Ein Idiot bin ich zwar immer noch, aber ein Idiot mit einem seligen Lächeln in der Seele. Und dabei habe ich immer noch schreckliche Zahnschmerzen und mein Blutdruck und Puls gehen mit mir gerade mal wieder durch die Decke.

Ich habe Ingeborg als Kommentar vorgestern das folgende Video reingestellt und stelle es hier noch einmal rein. Wie ist dieses Video zu ertragen, ohne das Lauschen auf den tonlosen Ton?


.
Vielleicht langweile ich euch inzwischen damit, aber für mich ist das alles, worum es geht: „Spüren Sie’s?“ Ihr könnt all die scheißklugen Sprüche und all die Typen vergessen, die sie mal vom Stapel gelassen haben, wenn ihr euch nur erinnert: Solange ihr spürt, lebt ihr. Wenn ihr aufgehört habt, zu spüren, seid ihr schon längst tot.

tot

 

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15 Antworten zu Heinz Butz: Spüren Sie’s?

  1. Ingeborg schreibt:

    https://satyamnitya.wordpress.com/2012/05/11/ikkyu-sojun-wie-lange-noch/
    Die schlafende Schöne,so hab ich sie für mich genannt.
    Ich weiß nicht warum sie mir ausgerechnet jetzt einfällt?
    Vielleicht weil ich hier mit meinem Fläschen Nelkenöl sitze(um meinen schmerzenden Zahn zu
    beruhigen)
    Keine Ahnung!
    Vielleicht weil ich später auf eine Trauerfeier gehe?
    Ich weiß es nicht.
    Alter Mann, du sollst mich nicht immer so Berühren.
    Ganz Liebe Grüße

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  2. Chantal schreibt:

    Hallo Nidya, ich spüre, da hilft nur ein Zahnarzt, der dem Schmerz auf der Spur ist. Dir mein ganzes Mitgefühl

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  3. Ikkyu schreibt:

    Der Verehrte Nitya schrieb : Meine Güte, was hat dieser Buddha sein ganze Leben lang zusammengesabbelt, wo er doch im Grunde nur das vermitteln wollte: “Könnt ihr den tonlosen Ton vernehmen?

    …. während der Buddha aber lehrte : „Nur eines lehre ich, jetzt wie früher: Das Leiden und das Ende des Leidens“

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  4. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    noch was zum lauschen .( inspiriert über Deine Graphik )
    Wann hört`s denn mal mit diesem Zahnschmerz auf , ich wünsch Dir schleunigst .
    Alles Liebe
    PUNITO

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    • Nitya schreibt:

      Mit den Zahnschmerzen wird es bald aufhören. Vermutlich nicht, weil ich abnippeln werde, ich bin wohl noch nicht dran, obwohl ich ziemlich ungeduldig bin. Nein, nachdem ich heute wieder völlig vereitert war, hat mir der Doc Antibiothika verschrieben. Genro Koudela hat ja leider nichts über sein Sterben erzählen können, weil er noch munter lebte. Gott sei Dank, würde ich sagen. Das wäre ja wie bei einem Krimi, bei dem jemand einem verrät, wer denn nun der Mörder ist. Die ganze Spannung ist im Arsch.🙂

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  5. Eno Silla schreibt:

    Nach ausgiebigem Wortbad
    schäumend von großartigen Erkenntnissen
    genüßliches Trockenrubbeln!

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