JFK: Eine monolithische, ruchlose weltweite Verschwörung

Na, da bin ich aber froh, dass ich nicht der einzige Verschwörungstheoretiker bin. Die Psychoanalytikerin Alice Miller hat in ihrem Buch „Du sollst nicht merken“ versucht, die Mechanismen dieses Merk-Verbots zu beschreiben. Es gibt kaum etwas Verhängnisvolleres als dieses Merk-Verbot. Merken ist mit einem Tabu belegt. Das hat etwas durchaus Magisches an sich und kreiert im Unbewussten eine tiefe Angst vor Strafe und Ausgrenzung, die leicht zur Todesangst werden kann. Das „Das bildest du dir doch nur ein!“ meiner Mutter führte dazu, dass ich anfing, meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr so recht zu trauen, was allerdings auch was Gutes hat. Mutti Merkel ist bei uns geradezu zu einem Symbol für dieses „Weiter so!“ und die Alternativlosigkeit geworden, deren Grundlage nur das Merk-Verbot sein kann und der fehlende Mut, trotz dieses Verbots einfach mal die Augen aufzumachen. Wer sich in der freien Natur den Luxus leistet, mit geschlossenen Augen durch die Welt zu marschieren, wird vermutlich nicht sehr alt werden. Beim zivilisierten Menschen dauert das mit dem Sterben in der Regel sehr viel länger, dafür gibt es dann von Zeit zu Zeit eine kollektive Katastrophe, wenn die alten alternativlosen Systeme zusammenkrachen (schon wieder eine Verschwörungstheorie).

eEine besondere Art des Merkverbots stellte beispielsweise eine Einrichtung wie esowatch bzw. psiram dar, das inzwischen per DNS vom Staatsanwalt gesperrt wurde. Die angebliche Verbraucherschutzinstitution erwies sich sehr bald als eine Art Internetpranger, an den angebliche oder tatsächliche Scharlatane, Betrüger, Pseudowissenschaftler, Verschwörungstheoretiker und dergleichen gestellt wurden. Inzwischen stehen also die Betreiber, die immer anonym geblieben sind und ein Heer von Geschädigten erzeugt haben, selbst vor dem Kadi. Dafür scheint jetzt der GWUP-Blog die Arbeit des verbotenen Prangers unter neuem Namen weiter zu betreiben. Eines ihrer Opfer, der Journalist Claus Fritzsche, soll sich wegen der dort stattgefundenen Mobberei im Januar dieses Jahres das Leben genommen haben. Natürlich drängt sich bei diesem Tun der sich selbst Skeptiker nennenden Leute die erhellende Frage nach dem „cui bono?“ auf. Aber alle ersten Mutmaßungen werden natürlich sofort wieder als Verschwörungstheorien gebrandmarkt und dem Verschwörungstheoretiker wird alsbald die Diagnose „Paranoia“ aufs Auge gedrückt und der Besuch eines Psychiaters empfohlen. Inzwischen wird ja schon fast alles misstrauisch beäugt und verfolgt, nicht nur die Esoteriker. Auch andere Leute beteiligen sich gerne an diesem edlen Tun, eine Sau zu finden und durchs Dorf zu treiben. Vielleicht findet sich ja noch ein unentdecktes Gebiet. Gibt’s eigentlich schon ein spiriwatch?

Ein beliebter Stoßseufzer ist: Es wird nicht mehr miteinander, sondern nur noch übereinander geredet. Auch dies ist eine prima Methode, das Merken zu erschweren. Wenn nur noch beim anderen das Haar in der Suppe gesucht wird, fällt alles, was nicht wie ein Haar aussieht unter den Tisch.

Gestern hat Fredo eines seiner Lieblingswörter in den Ring geschmissen: „curiosity“. Und Ronny fügte hinzu: „Es [‚curiosity‘] sucht nicht nach DEM Neuen, es lässt sich von der Einzigartigkeit berühren, …“ Ich finde diesen Begriff für mich sehr treffend. Wer seine „Neugier“ auf das Leben in all seinen Erscheinungsformen verloren hat, ist alt geworden. Vielleicht war er ja nie jung und hat das ganze Leben verpasst. Jesus soll gesagt haben: „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.“ Es geht mir dabei gar nicht darum, dass man dann in gleicher Weise gerichtet wird, sondern darum, dass mit jedem Richterspruch, curiosity (die Offenheit für, was auch immer erscheint) gestorben ist. Ein Richterspruch ist ein Endpunkt. Danach ist nur noch tote Hose. Ein In-Frage-Stellen bedeutet Offenheit aus einem grundlegenden Nicht-Wissen heraus. Ein Richten geschieht aus einem angeblichen Wissen heraus. Elwood schrieb dazu: „Ein immer weniger ‚Wissen‘ öffnet in sich….“ Ja, genau so ist es.
HolzaugeEs wird Zeit, dass aus diesem „Du sollst nicht merken“ ein „Du sollst merken“ wird. Holzauge, sei wachsam! Nicht um deinen Richterspruch zu fällen, sondern weil’s dir sonst an den Kragen geht. Die Beschäftigung mit angeblichen Verschwörungstheorien ist durchaus empfehlenswert. Wie wär’s z.B. mit dieser Nachricht aus der Berliner Zeitung vom 14.4.2014 zum Geheimabkommen von 1952 zwischen Harry S. Truman und Josef Stalin? Klingt mal wieder wie eine sehr üble Verschwörungstheorie.

Hmm, spiriwatch wird jetzt bestimmt wieder was zu meckern haben. Das sei doch alles nur ein Traum oder so. Mir ist das sowas von wurscht.

tetra-klein

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14 Antworten zu JFK: Eine monolithische, ruchlose weltweite Verschwörung

  1. Prem Kasina schreibt:

    Cool, das Auge… Gefällt mir richtig gut…
    bin auch so ein Verschwörungstheoretikerdepp (Ausdruck bei Pelzig entliehen), halte mich da jetzt aber mal raus…

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  2. froeschin schreibt:

    „ich bin hier wohl zum Alleinunterhalter mutiert…“

    Liebe Prem Kasina,

    genau – das ist auch Alleinunterhaltung.

    Wenn Du bei Nityas rührendem Bemühen, Dir Advaita näher zu bringen, nur ein: „ist mir zu kompliziert“ entgegnest und alles lieber gerne rein intuitiv erfassen willst, dann ist vielleicht Dein Thema nicht das, worum es hier hauptsächlich geht.

    Natürlich kann man über vieles hier im Blog lachen. Ich kann mich z.B. darüber amüsieren, dass Du es schaffst, aus dem bloßen Hinweis auf Pelzig 6 (sechs) Kommentare zu fabrizieren, die bitte sehr doch auch noch von uns gewürdigt werden sollen (das vielleicht zum Thema „Bestätigung“, wo Du Dich doch gefragt hast, ob das bei Dir zutrifft…)

    Auch, wenn es manchmal den Anschein hat: Nein, das hier ist nicht der Klönbüddelclub, in dem jeder ALLES, was ihm so im Kopf herumschwebt, auch gleich verbreiten muss.

    Das passiert immer wueder – und ih bin jedesmal genervt, wie eigentlich mit Nitya und seiner Arbeit umgegangen wird.

    Ein Kommentar zu einem Beitrag solte sich auf das Thema beziehen. In diesem Blog geht es um Advaita. Dass Du Dir irgendwann mal vornehmen willst zu schauen, was das eigentlich ist, prima!

    Aber, was zum Teufel, treibt Dich dann hier zu schreiben. Ich trete doch keinem Angelclub bei, und erzähle dann auf jeder Sitzung, was ich gerade wieder feines gebacken habe und verteile dann, als Antwort auf Angelfragen Backrezepte.

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    • Prem Kasina schreibt:

      dieser Admiral Geheim führt das weiter aus, was Kennedy in dem von Nitya eingestellten Video andeutet. Das Blut kann einem in den Adern frieren, wenn man es hört…
      deshalb stellte ich es ein….

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      • Nitya schreibt:

        Ich bin jetzt ein bisschen verwirrt.

        Liebe Prem Kasina,

        dir ist schon klar, dass das eine blutiger Ernst ist und das andere Satire – auch wenn’s da um blutigen Ernst geht?

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      • Prem Kasina schreibt:

        Satire öffnet Fenster in das Verborgene und wenn die Satire gut ist, ist der Ausblick sehr real…
        Aber wie sagt doch der Admiral gleich zu Beginn so schön: Die Wahrheit, die wollt ihr doch gar nicht wissen…

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      • Prem Kasina schreibt:

        ich habe mir das Video noch einmal angesehen. Entweder ich bin bekloppt, oder es ist geschnitten…

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      • froeschin schreibt:

        … ist das jetzt Satire?

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      • Prem Kasina schreibt:

        nein Fröschin, ist es nicht. Ich zweifle grade wirklich an meinem Verstand. Ich habe, den Admiralpart völlig anders in Erinnerung. Aber zu unterstellen, dass er geschnitten ist (und es ist eine Unterstellung) ist nicht in Ordnung, außer man weiß es genau. Vielleicht war ich ganz einfach nur sehr, sehr müde und erinnere mich mehr an meine Assoziationen. Ich schlafe selten mehr als fünf Stunden…
        Mit Advaita hat das schon wieder nichts zu tun…
        Wieder so Geschichten…

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  3. Ingeborg schreibt:

    Sehenswert auch für Pelzige.
    [video src="http://www.wissensmanufaktur.net/media/video/3sat-Andreas-Popp.mp4" /]

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