Kodo Sawaki: Alles steckt in der Finsternis

 

KodoFamilie bedeutet den Ort, wo sich Eltern und Kinder, Mann und Frau gegenseitig auf den Geist gehen. Wenn ein Kind trotzig ist, schimpfen die Eltern: „Du verstehst aber auch überhaupt nichts“. Doch wie ist es eigentlich mit den Eltern? Verstehen sie denn nicht auch überhaupt nichts? Alles steckt in der Finsternis. Alles redet von Erziehung, doch wozu werden wir eigentlich erzogen? Zu Normalbürgern, das ist alles.

Die Kuh ist stolz auf ihren Nasenring. Den Packsattel der Wollust auf den Rücken geschnallt, lässt sie sich an der Nase herumführen und muht dazu. Seltsam nur, dass sich die Menschen mit Vergnügen das Gleiche gefallen lassen.

aus: Kodo Sawaki: An dich, der du vollkommen fertig bist vom Ehekrach

Meine Güte, was haben die Menschen nicht alles an Beziehungsmodellen ausprobiert! Keines dieser Modelle erwies sich als DIE richtige Form. Die Menschen gingen sich früher oder später immer wieder nur gegenseitig gründlich auf den Geist. Eigentlich hätte ja bei dieser ganzen Experimentiererei mal klar werden können, dass es das ideale Modell nicht gibt, dass die Suche nach dem richtigen Modell der falsche Ansatz ist.

GendlinIch muss gerade an Eugene T. Gendlin denken, der die glorreiche Idee hatte, einmal nachzuforschen, unter welchen Bedingungen Psychotherapie überhaupt erfolgreich sein kann: Liegt es an der Therapierichtung? Liegt es am Therapeuten? Oder liegt es am Klienten? Gendlin fand heraus, dass es in allererster Linie an der Einstellung des Klienten liegt. Wenn beispielsweise ein Klient nur daran interessiert ist, den Therapeuten als Verbündeten im Kampf gegen die angeblich an seinem Elend Schuldigen zu verstehen, ist von vornherein klar, dass dies scheitern muss. Gendlin stellte 6 Punkte zusammen, die aus seiner Sicht notwendigerweise erfüllt sein müssen, wenn Therapie Aussicht auf Erfolg haben kann: focusing.

„Alles steckt in der Finsternis.“ Focusing ist tatsächlich eine gute Möglichkeit, Licht in diese Finsternis zu bringen, da es dem Körper mehr vertraut als dem Verstand.

„Die Kuh ist stolz auf ihren Nasenring. Den Packsattel der Wollust auf den Rücken geschnallt, lässt sie sich an der Nase herumführen und muht dazu. Seltsam nur, dass sich die Menschen mit Vergnügen das Gleiche gefallen lassen.“ Auch die Menschen, sagt Kodo Sawaki, lassen sich seltsamerweise an der Nase herumführen, weil sie ihren „Packsattel der Wollust“ lieben. Was könnte er unter diesem „Packsattel der Wollust“ verstehen? Ich würde sagen: Nicht nur „Brot und Spiele“, sondern auch Sicherheit, Bequemlichkeit, sog. Liebe, Anerkennung und dergleichen. Solange diese Wünsche oben auf der Liste der Begehrlichkeiten stehen, ist der Mensch beliebig manipulierbar. Er ist ein Sklave seiner eigenen Begehrlichkeit. Oben ein Bild von Kodo Sawaki. Er steht da wie ein Sinnbild der Freiheit. Ein Einsamer, von dem dieser ganze Schnickschnack abgefallen ist. Man stelle sich eine Beziehung vor, in der keiner etwas vom anderen haben muss, in der keiner glaubt, einen Rechtsanspruch auf was auch immer zu haben, in der alles in völliger Freiwilligkeit geschieht und alles zum Geschenk geworden ist, … es wäre das Ende der Finsternis und die Basis dafür, dass menschliche Beziehung in welcher Form auch immer gelingen kann.

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31 Antworten zu Kodo Sawaki: Alles steckt in der Finsternis

  1. Nitya schreibt:

    Gerade entdeckt:

    und noch ganz viel zum Gucken:

    http://www.jetzt-tv.net/index.php?id=forumerleuchtunglink

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  2. Marianne schreibt:

    Man stelle sich eine Beziehung vor, in der keiner etwas vom anderen haben muss, in der keiner glaubt, einen Rechtsanspruch auf was auch immer zu haben, in der alles in völliger Freiwilligkeit geschieht und alles zum Geschenk geworden ist, …

    „Liebe und tue was du willst …“ war die Anweisung des Kirchenvater Augustinus zu diesem Thema.

    Und … Gendlin fand heraus, dass es die Fähigkeit ist, in den Kontakt zur eigenen Erlebens-Wirklichkeit einzutauchen, die den Unterschied macht. Er nannte sie „experiencing“. Das eigene Spürbewusstsein ist an seiner Quelle (wo Bedeutungen noch nicht erstarrt sind) immer lebendig. Das In-Kontakt-Sein mit diesem lebendigen Bewusstseins-Strom ermöglicht Wandel …

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  3. fredo0 schreibt:

    ich nenne es schlicht Neugier ( auch in Beziehung ) , oder besser noch englisch curiosity.

    solange es möglich ist, des Anderen Tun und Sein mit Neugier zu erleben und zu erwarten und dabei dessen Kuriosität zu würdigen ( und genießen ! ) , solange funktioniert Beziehung im guten.

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    • fredo0 schreibt:

      betrifft übrigens auch das eigene sein und tun … solange da einfach neugier darauf ist, was sich als „mein“ sein und tun zeigen mag … ist es erst in erfüllter neugier „mein“ jedoch dann bereits wieder abgelöst von neuer neugier auf das „noch nicht mein“ … damit bleibt „mein“ nur kurzes intermezzo .
      das erscheint mir eine feine beziehung zu dem was sich beliebt als fredoo zu zeigen …

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      • Nitya schreibt:

        das hat der Fredo aber fein gesagt!🙂

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      • Elwood schreibt:

        Ich vermute lieber fredo0, in dieser Neugier kann sich kein Konzept, keine Meinung dauerhaft festkrallen….
        Ein immer weniger „Wissen“ öffnet in sich….
        Neugierig auf den Partner, der immer unbekannter…..
        Neugierig auf „mein“ Selbst, das immer unbekannter….
        Neugierig auf die Welt, die immer unbekannter….
        Die Gier auf Wünsche, die vermeintlich gewußt, verlieren an Reiz….
        Eine Art Richtungswechsel ohne bekanntes Ziel….
        In den OFFENEN MOMENT gezogen……
        ohne das es getan werden muss – kann…..

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    • Nitya schreibt:

      das hat der Elwood aber fein gesagt!🙂

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      • fredo0 schreibt:

        Ich mag ja die deutsche Sprache sehr.
        da sie ja oft verblüffend „tiefdeutend“ ist.
        und Begriffs-Tänzer wie Karlchen Renz erfreuen immer wieder mein Gemüt.
        ( man muss sich ja nicht immer nur resignierend in Wortlosigkeit ergeben. So ein Wort-Tänzchen ab und an hat doch was, man muss es ja nicht zu ernst nehmen🙂 )

        Doch dieser (für mich wichtige) Begriff „Neugier“ , den ich tatsächlich wie es Elwood so fein schildert, für „offen“ weiterführend halte , also ein echter „Hilfs“-Begriff .
        Ausgerecht der ist im Deutschen mit „Gier auf Neu“ so -moralin-über-formuliert .
        Das englische „curiosity“ setzt da einen anderen, wie ich finde, zutreffenderen Schwerpunkt.
        Leider ist mir im Deutschen noch keine adäquate Vokabel über den Weg gelaufen.

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      • Ronny schreibt:

        Ohne all zu moralisch zu sein;-)

        “Gier auf Neu” vielleicht ist es auch wirklich die Gier nach Erfahrung, die Gier nach Neuem, die den Wahn, den Mangel am Laufen hält. Und so das Wort, an mancher Stelle auch nicht unpassend sein kann

        Gerad gestern lag ein Interview mit Raphael vor mir, in das ich bis jetzt nur kurz reingeschaut habe, mit dem Titel „Ich habe für mich selbst alle Bücher der Erfahrungen geschlossen“

        Ich finde es interessant und nachvollziehbar, von mir selbst liegt ein Text vor der den Titel trägt: Reise ohne Wiederkehr – Das Buch der Erfahrungen ist geschlossen.

        Dies erwähnte ich einmal in einem Gespräch und der Gesprächspartner sagte dann: „Ohhh, die Schwierigkeit ist das Buch geschlossen zu halten“ Nein, PUNKT UM…

        ja wertvoll, dies “ „curiosity” setzt da einen anderen, wie ich finde, zutreffenderen Schwerpunkt.“

        Denn es sucht nicht nach DEM Neuen, es läßt sich von der Einzigartigkeit berühren, …

        Es scheint mir auch das wir DArin keine neuen Erfahrungen finden, sondern sich DAS Alte endlos in seiner Frische zeigt…

        Wobei es dann schlicht egal ist ob wir Neugier sagen oder ein anderes Wort finden oder nicht, denn es ist eher die nicht-suchende Sicht auf DAS was geschieht

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  4. Nitya schreibt:

    Ich wurde gerade informiert, dass der Focusing-Link nicht funktioniert.
    Jetzt funktioniert er wieder.

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  5. froeschin schreibt:

    Also fange ich mal bei mir an. Hm. Hatte gerade ein Gespräch über die Weltwirtschaft etc. Man kann eh nix machen, und im kleinen Rahmen bewußtere Landwirtschaft betreiben geht sowieso weltwirtschaftlich überhaupt nich und soweiter. Linke, gesättigte Bürgertumsgedanken.
    Nun hielt ich dagegen – und schon gab es keinen Austausch mehr. Es entstanden Fronten.
    Also nix mit Gendlin. Ich war wahrscheinlich ebenso am Nasenring wie mein Gesprächspartner. Beide hatten wir aber wohl das Gefühl, der andere vertrete Ideologien (Nasenringe) nur man selber wäre frei davon.

    Ich hatte das Gefühl von „Du verstehst aber überhaupt nix“ – und der andere gab deutlich erkennen, dass er das Gleiche von mir dachte.

    Wie hätte ein Lösung aussehen können? Und wieso erwarte ich, dass Polititker/Großkopferte da anders sind als OttoNormalverbraucher – also ich? Ich höre dem anderen zu und bekomme ein Gänsehaut. Geht es dem anderen anders?

    Wahrscheinlich denkt jeder beim Lesen von Nityas Text „Ja, genau!“ nur müsste ich dafür gaaaanz neue Menschen schnitzen – einschließlich mir selbst…

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    • Prem Kasina schreibt:

      such dir doch einfach andere Gesprächspartner, mit denen du konstruktiv etwas erreichen kannst…
      Unsre Bienen retten die Welt auch nicht, aber wir haben einen Tropfen auf den heißen Stein gegossen…

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      • froeschin schreibt:

        Aaach Prem Kasina,
        bei diesen Ratschlägen möchte man sich doch glatt andere GEsprächspartner suchen…

        Nee, also wirklich – erzähl doch einfach mal was von Dir ZUM THEMA – und halte Dich mit Belehrungen zurück.

        Meinungen zu hegen ist auch eine Art Waffenschein.

        …belehrte die Fröschn ganz weinseeeeeelig!!!

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      • Prem Kasina schreibt:

        🙂
        aaachh Fröschin, tut mir leid, belehrt zu haben…
        das war mir eigentlich nur spontan so eingefallen…
        es muss wohl mein Schütze am Aszendent oder mein Mond im neunten Haus gewesen sein, der mich in diese ungewollte Rolle schlüpfen ließ…
        und wie kann ich wissen, dass du von meiner Irrfahrt durch die Männerwelt wissen willst…
        die ist völlig unbedeutend…

        Männer zählen zu meinen größten Stolpersteinen. Nicht allzu attraktiv und dazu ziemlich auf den Mund gefallen, waren meine Auswahlchancen nicht die besten, meine Beziehungssehnsucht aber riesig. Und schon begann die Achterbahnfahrt…
        Gezählt habe ich sie nicht, dafür Loslassen gelernt…
        und weil mir eigentlich eine dauerhafte Beziehung wichtig war, lebte ich als Sannyasin streckenweise wie eine Nonne. Bei Sannyasins kam mir das Ende am Anfang schon vorprogrammiert vor und das gefiel mir nicht… ich fand es eher männerfreundlich und hielt mich an jene, die mir meine Illusionen erlaubten… es gefiel mir, dass Sannyasins das tolerierten. Sie betrachteten mich zwar wahrscheinlich als seltsam und verklemmt, mischten sich aber, obwohl ich im Ashram lebte, nie in meine Belange ein… Mein Ding war mein Ding und das fand ich toll…

        Eine längere und eine ziemlich lange Beziehung habe ich hinter mir. Die beiden Väter meiner Kinder. Es war wie kämpfen oder untergehen. Auf beides hatte ich dann keine Lust mehr und beschloss, fortan alleine zu leben. Zuerst genoss ich es, so frei zu sein, aber dann, ich dachte mir, das darf nicht wahr sein, verliebte ich mich platonisch. Dass mir so etwas passieren könnte, hatte ich mir nicht vorstellen können. Es war eine sehr intensive und komplett verrückte Erfahrung, die mir aber irgendwann auch nicht mehr gefiel.

        Vor zehn Jahren lernte ich dann einen wundervollen Menschen kennen, mit dem es weder kämpfen noch untergehen gibt. Manchmal frage ich mich, womit ich das wohl verdiente…

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      • Prem Kasina schreibt:

        solch persönlicher Kram gehört, finde ich, eigentlich nicht ins Netz…

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      • froeschin schreibt:

        „solch persönlicher Kram gehört, finde ich, eigentlich nicht ins Netz…“

        Liebe Prem Kasina,

        ich muss zugeben, dass ich auch ein wenig verblüfft war, dass deine Reaktion auf meine Antwort nun eine Geschichte über Deinen beziehungstechnischen Werdegang war. Du hättest genauso auch mit den Werten Deines letzten Blutbildes oder den Problemen mit Deinem roten Fahrradkorb – all dies könnte man gemeinhin als „erzähl doch einfach etwas von Dir“ ansehen.

        Da Du aber irgendwie ja das Thema von Nityas Text aufgegriffen hattest (Beziehung), wollte ich lieber gar nix dazu schreiben.

        Da Du jetzt selber schreibst, dass persönlicher Kram nicht ins Netz gehört, antworte ich Dir jetzt also doch noch.

        DIESEN persönlichen Kram meinte ich nicht. Ich wollte keine Geschichten hören. Ich hatte beschrieben, wie es mir beim Thema „Beziehung“ geht. Etwa, wie ich meinen missglückten Versuch von Kommunikation erlebt habe usw.

        Es geht doch nicht darum etwa Osho wie manche Christen ihren Jesus zum herzliebsten Kindlein zu verpuscheln, sondern die Worte verstehen zu wollen. Du magst antworten:“Aber das geht doch auch intuitiv – ich schaut‘ ihm in die Augen uswusw!“ – aber manchmal bauen wir uns damit vielleicht unseren klkeinen Puschel-Osho, Puschel-Jesus, Puschel-??? – und sehen dabei nicht, dass es denen vielleicht darüber hinaus um etwas ganz anderes ging.

        Eben um eine höchst persönliche Antwort – und die hat im Netz genauso ihre Berechtigung, wie im „wirklichen“ Leben.

        Wie gehe ich mit Advaita-Dvaita um? Wie umgehe ich Kommunikatio? Was ist der ANDERE für mich, wenn es ihn doch vielleicht gar nicht gibt. Gehe ich auf die Strasse, fabuliere ich herum. Nutze ich Advaita als feine Ausrede für’s Nichtstun?

        Um persönlich zu werden bedarf es GERADE keiner Geschichten.

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      • Prem Kasina schreibt:

        liebe Fröschin, da habe ich dich wohl schon wieder missverstanden…
        tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie man ohne Geschichten persönlich werden kann und mit Advaita-Dvaita kenne ich mich sowieso nicht aus…
        keine Ahnung, ob ich Osho verpuschele… Für ein Kuscheltier halte ich ihn jedenfalls nicht…
        offensichtlich ist aber, dass Kommunikation nicht ganz einfach ist und gleiche Worte unterschiedliche Bedeutung haben können, je nach dem, wer sie benutzt…
        ich weiß jetzt aber, diese Art von Geschichten nicht magst und da sind wir doch in unserer Kommunikation schon einen kleinen Schritt weiter gekommen…
        ob sich Kommunikation zwischen uns überhaupt lohnt, sei dahingestellt. Wir könnten uns auf völlig verschiedenen Ebenen bewegen, was möglicherweise nicht allzu fruchtbar ist…

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      • froeschin schreibt:

        “until you confront yourself in the eyes and hearts of your fellows, you are running…”

        Liebe Prem Kasina,

        … nun geht es in diesem Blog ja eigentlich um Advaita-Dvaita, vielleicht eine wirklich gute Gelegenheit sich hier damit auseinanderzusetzen.

        Und es geht eben nicht um Geschichten oder hilfreiche Tipps, wie etwa sich andere Gesprächspartner zu suchen, wenn es mir um das Thema Kommunikation geht.

        Und es geht auch nicht darum Deine Geschichten zu bewerten, doof zu finden oder dass sie mir gefallen oder nicht – es geht schlicht eben nicht um Geschichten.

        Ich muss nichts von Dir haben und Du brauchst keine Bestätigung für Deine Geschichten.

        Um einemal gaaanz persönlich zu werden: wo bspw. suche ich Bestätigung und hänge damit bereits am Nasenring. Kann ich dem zusehen – ohne Bewertung – verändert sich gar etwas? Sehe ich, in was für einer schrägen Situation ich mich befinde, wenn ich diese Bestätigung brauche – sehe ich also, dass so keine Kommunikation stattfinden kann?

        Das ist doch spannend! Und diese Erfahrungen mit anderen zu teilen – so wie es Nitya hier jeden Tag zelebriert – und ihm geht es sicherlich – jedenfalls könnte ich mir das vorstellen – um eben dieses Thema ADVAITA-DVAITA.

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      • Prem Kasina schreibt:

        ich weiß nicht, worum es Nitya geht, ich kenne ihn nicht. Er sagt, es gehe ihm um authentische Erfahrung, so etwas wie Finger an der Herdplatte verbrennen, und er meint Worte wären blabla und könnten genausogut in der Linde rauschen… Ich musste lachen, als ich das las und hörte fast das Rauschen. Sein Blog inspiriert mich und hilft mir auf amüsante Art und Weise ein paar meiner Wissens- und Bildungslücken zu schließen. Ob mir das gut tut, steht auf einem anderen Blatt…
        Ach ja, Eno und Elwood bringen mich auch oft zum Lachen. Ich würde sie vermissen…

        Ob ich Bestätigung suche? Schwierige Frage. Dazu müsste Bestätigung erst einmal definiert werden, sonst ist da wieder ein aneinander vorbei Gerede. Es ist für mich angenehmer, angenommen als abgelehnt zu werden. Aber ist das Bestätigung? Bestätigung wäre für mich ein: ja, was du machst und sagst ist richtig. So etwas brauche ich eigentlich nicht. Ich mache die Dinge, die ich mache, weil ich sie machen will. Was andere denken, ist für mich eher zweitrangig. Außerdem denkt immer auch irgend jemand ähnlich wie ich.

        Advaita werde ich, wenn ich dazu komme, am Wochenende mal googeln. Aber vielleicht kannst ja auch du mir auch beschreiben, welches die Kernaussagen sind. Wobei das diesen Fleck hier im Blog wahrscheinlich sprengen würde…

        Vielleicht begegnen wir uns hier ja noch öfters und dann kannst du, wenn du Lust dazu hast, meine jeweilige Sichtweise um Advaita erweitern…

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      • Nitya schreibt:

        Du musst dich nur ein bisschen hier im Blog umsehen. Es wimmelt nur so von Advaita-Texten. Gibt’s übrigens auch von Osho, nicht dass du meinst, Osho hätte nichts mit Advaita am Hut. Und wenn du zum Beispiel kürzlich den Hui-neng gelesen hast, wirst du vielleicht über seinen Hinweis gestolpert sein, dass Buddhismus reines Advaita ist.

        Aber du kannst ja mal mit dem Schwierigsten anfangen:
        https://satyamnitya.wordpress.com/weiwuwei/

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      • Prem Kasina schreibt:

        danke Nitya. Ich weiß jetzt, dass WeiWuWei mit Advaita zu tun hat. Diese lustig klingende Schublade hatte ich schon früher geöffnet und war irgendwie enttäuscht. Mir ist das zu kompliziert. Nicht dass ich mich da nicht eindenken könnte, aber dann würde mein Kopf qualmen und der qualmt ohnehin schon viel zu viel. Jedes Mal, wenn ich im Blog über Advaita, WeiWuWei, DAS oder sonstiges Großgeschriebenes stolpere, denke ich, ach, du schon wieder… nicht für mich… keine Glocken klingen… deine eingestellten Hui-neng Texte (den ich auch nicht kannte) gefielen mir aber sehr. Ich versuche Kernaussagen zu finden und die sind eigentlich immer ähnlich.
        Das Googeln werde ich mir jetzt sparen. Mit der Zeit wird sich mir das schon alles offenbaren. Den Nasenring der Kuh fand ich unangenehm. Ich stelle mir das sehr plastisch vor und dann tut es schon fast weh. Nein, ich bestehe darauf, einen Nasenring lasse ich mir nicht verpassen…

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      • Nitya schreibt:

        Hier ganz kurz was von Osho zu Hui-neng:

        Hui-neng sagte, es gebe einen Weg, die Wahrheit zu erlangen: Bemühen durch Nicht-Bemühen. Nicht-Bemühen wird zur Bedingung, um Kraftaufwendungen beim Bemühen zu vermeiden. Das ist Nicht-Tun, das ist Nicht-Bemühen. Es ist keine Errungenschaft, sondern ein Sich-Leeren -aber das ist der Weg, wie man zur Wahrheit gelangt. In dem Maß, wie ihr euch leert, könnt ihr sie erlangen.

        Wohin läuft das Regenwasser? Es bleibt nicht auf den Hügeln, sondern läuft in die leeren Gräben. Die Natur der Wahrheit ist ähnlich wie die Natur des Wassers. Falls ihr zur Wahrheit gelangen wollt, müsst ihr euch ganz leeren. Sobald ihr leer seid, wird die Wahrheit diesen leeren Platz mit sich selbst füllen.

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      • Prem Kasina schreibt:

        ach, das liebe ich an Osho…
        er kleidet in Bilder, die sinken können…
        Bilder, die die Kraft haben, zu transformieren…

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  6. Prem Kasina schreibt:

    „until you confront yourself in the eyes and hearts of your fellows, you are running…“
    das finde ich wichtig, weil es Begegnung erst möglich macht und Frieden schenkt…

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  7. Strandläufer schreibt:

    Eine Freude hier zu lesen. :-))

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  8. doro schreibt:

    Kommunikation dient meineserachtens dem Sich-Selbst-Überdenken und dem Lernen, nur, wenn ich meine Empfindung verbalisiere, werde ich mir über sie vollkommen bewusst. Dazu ist es wohl unerheblich, ob ich mit meinem Gegenüber einer Meinung bin, oder unterschiedliche Meinungen vertreten sind, meistens ist letzteres ergiebiger, radikaler und intensiver. Ich habe festgestellt, dass ich mich, d.h. meiner eigentlich festen Meinung umso häufiger widerspreche, je häufiger ich mit anders denkenden Menschen diskutiere und schlussendlich nicht mehr viel übrig bleibt, von meinem Standpunkt. Am Ende denke ich immer, haben alle recht und es herrscht wieder Stille.

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