Was ist eigentlich authentisch?

cbKürzlich bin ich wieder einmal über den Begriff „authentisch“ gestolpert. Ich glaube, es war im Zusammenhang mit dem Namen Patrick Aigner. Irgendjemand nannte ihn den Charles Bukowski der Advaita-Szene und pries seine Authentizität. Auf Facebook fand ich dieses Video von ihm, das Edgar mit den Worten lobte: „Echt ne mega Lesung… du kommst total gut rüber… einfach Hammer….“ Bei mir löst so etwas fast reflexhaft ein Hinterfragen aus: Was ist das, was eigentlich unter dem Authentischen verstanden wird?


.
Manchmal hatte ich schon den Eindruck, wenn in irgendeinem Text oft genug Begriffe aus dem Fäkal-, Genital- oder Gewaltbereich auftauchen, dass das dann als ganz besonders authentisch empfunden wird.

Es gab ja diese viktorianische Zeit, in der man Tischbeinen Röckchen angezogen hat, oder ich erinnere mich, wie in den sechziger Jahren Moralapostel auf Kunstausstellungen mit dem Zentimetermaß die Penislänge auf einigen Werken nachmaßen, um festzustellen, was Kunst und was Pornographie sei. Und es ist mehr als verständlich, wenn ein Aufbegehren gegen die bigotte Heuchelei der Gesellschaft als besonders authentisch erlebt wurde. Aber trifft der Begriff „authentisch“ wirklich das, worum es hier geht? Sind die „Feuchtgebiete“ wirklich authentischer als Ludwig Ganghofers „Schweigen im Walde“?

kaWenn ich mir die Unterhaltungsfilme in den letzten Jahren vor Augen führe, stelle ich eine zunehmende Verrohung fest. Heute scheint es schon eher „in“ zu sein, sich möglichst ganz besonders scheiße auszudrücken. Irgendwie sehe ich da nichts anderes als die Kehrseite der Medaille: Von Etepetete rinn in die Gosse und raus aus der Gosse. Aber was ist da authentischer? Was ist überhaupt authentisch, was echt, was original? Und vor allem: Wer ist authentisch? Und ist damit nicht immer die Person gemeint?

Vorgestern hatte ich den Karl Renz drin mit dem Satz: „Der Lügner wird immer lügen.“ Nun ja, und wer beurteilt denn nun, ob etwas authentisch ist oder nicht? Wer, wenn nicht das angebliche Ich, dessen Existenz schon die totale Lüge ist und das nichts anderes als lügen kann, falls es überhaupt etwas kann. Kann dieses Ich jemals authentisch sein? Ein Gossen-Ich, ein Etepetete-Ich … macht das irgendeinen Unterschied? Ich könnte natürlich auch fragen, ob es irgendetwas gibt, was nicht authentisch ist. Gibt es denn etwas, das nicht eine ganz authentische Erscheinung ist? Und mehr als eine Erscheinung kann es doch gar nicht sein – und zwar der Beurteilende nicht weniger als der Beurteilte. Was soll also der ganze Quatsch mit dieser Beurteilerei? Ich denke gerade an so Feststellungen wie „echt Holz“. Ja ist Plastik denn nicht „echt Plastik“? Und ein Holzimitat nicht ein echtes Holzimitat? Und Heuchelei nicht echte Heuchelei? Gestern habe ich mal wieder in den Presseclub geguckt. Da wurde immer wieder auf die westlichen Werte verwiesen. Was sind denn diese Werte anderes als echt warme Luft in diesem Fall aus dem Mund des „Chefreporters “ der Zeitung „DIE WELT“? Der ganze Presseclub war sich darin einig, dass Krieg nur die Ultima Ratio sein dürfe. Ja um Gottes willen, was soll das denn für eine Ratio sein? Und doch – auch das nur eine Erscheinung und damit echt oder – keine Erscheinung ist echt und alles ist Lüge.

Ist das zu abgehoben? Klar ist das abgehoben. In einer Situation, die wir konkret nennen, bleibt gar nichts anderes übrig als zu urteilen. Ich werde eine glühende Herdplatte als „echt heiß“ beurteilen und nicht meine Hand drauf legen. Auch da gibt es keine Wahl: Wir müssen wählen. Und jedem Wählen geht ein Beurteilen voraus. Hier könnt ihr ein Video sehen, das zur Beurteilung und zur Wahl auffordert. Könnt ihr euch dieser Aufforderung entziehen? (Auch das wäre wieder eine Wahl – jedenfalls scheinbar, weil da ja eh niemand ist, der wählt.) Hier also das Video „Es wird eng“:

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36 Antworten zu Was ist eigentlich authentisch?

  1. Strandläufer schreibt:

    Ich denke, wer authentisch sein will, wird es genau deshalb nicht sein. Mag aber sein, dass er erfolgreich auf andere so wirkt. Jemandem zu sagen er wirke „sooo authentisch“ ist eigentlich das gemeinste was man tun kann, auch wenn man es völlig ehrlich meint.
    Ich finde übrigens deinen Schreibstil und diesen Blog total authentisch. Du bist für mich der Harald Martenstein der Spiriszene! (Ganz ernst gemeint und natürlich auch nicht! ;-))

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  2. fredo0 schreibt:

    Ich muss mich wohl outen …
    Ich habe Patrick Aigner auch irgendwo authentisch genannt .
    Ich kannte ihn noch nicht, hatte zwar eines seiner Bücher mal geschenkt bekommen, aber noch nicht gelesen, da es mich nicht so recht „ansaugen“ konnte.
    dann habe ich aber sein Interview mit Romen beim Forum Erleuchtung auf Video gesehen, und fand ihn in Wortwahl , Sprache, Dialekt, und Kernigkeit im Gegensatz zum doch sehr „heiligen“ Romen erfrischend … authentisch….🙂
    während mir Roman als „Heiler“ sehr in einem suchenden Machen verhaftet zu sein scheint, was auch in all seinen anderen Interviews ( für mich ) unübersehbar ist . er scheint da geradezu Komplizen zu suchen.

    also während Romen immer noch sucht, scheint Patrick „angekommen“ , und in diesem „angekommen“ nicht korumpierbar mit Ideen des Heil-Machens oder der Erleuchtungs-Erweiterung. Das benenne ich nun mal mit „authentisch“.
    Authentisch deshalb, weil ein „einfach SO-SEIN“ und sich im „Staunen angekommen fühlen“ mir aus seinen Worten entgegen kam. Und dies für mich sehr ähnlich „authentisch“ wie der hier ja auch gelegentlich schreibende Nur-Berichter Ronnie .

    Ich weiß, dass ich mich jetzt auf dünnen Eis bewege. aber auch wenn ich den von Nitya oft zitierten Satz des „nichtbeachten von Meinung“ für außergewöhnlich zutreffend halte, muss ich auch gestehen, dass da bei mir (noch) Meinung ist , und damit auch Bewertung.

    Gestern las ich die „Lehrer-Liste“ der Advaita-Lehrer in der neuen Connection , und habe mir die Mühe gemacht, die Legenden der dort vorgestellten „Lehrer“ zu lesen, die mir jedoch fast alle mehr (Be)Lehrer als (Ent)Leerer scheinen. Einige kenne ich ja auch von face to face.
    Es sind bis auf wenige Ausnahmen Epigonen des PapaJi . Und dessen Advaita ist wohl ein spezielles Advaita . Es scheint sich auf das Atma Vichara zu beschränken.
    Und fast alle der „Lehrer“ sind über die „ichBIN-Erforschung“ gegangen.
    Und sie schildern dann etwas im eigenen Erleben, was sie „Erwachen“ nennen.
    Hmmm .
    Patrick hat sich in einem Posting auf seiner FB-Seite recht kritisch mit der Situation des Forums geäußert. Er behauptete dort ( vorsicht noch dünneres Eis ! ) dass nach seinem Eindruck die meisten der dort auftretenden Lehrer in dem „erwacht“ sind, was er „Reines Bewusstsein / bzw. reiner Geist“ nennt . was er aber erst für die „erste Einsicht“ und nicht das EIGENTLICHE hält.
    Denn dieser „reine Geist“ ist die erste „Form-ation“ in Dualität und (noch) nicht das, was er „das TOTE REICH“ nennt . Übrigens hat Karl Renz genau auf diesen Unterschied des öfteren ( trotz des nach wie vor sehr sehr dünnen Eises ) expliziet hingewiesen. Und auch ( zugegeben sehr vorsichtig ) angedeutet, das er da bei vielen „Lehrern“ Nicht-Kenntnis des TOTEN REICHES vermutet. ( er benennt ES übrigens oft auch mit „tot“ klingenden Vokabeln )
    Genau dieser Referenzpunkt des „reinen Geistes“ scheint in der Tradition des PapaJi sehr oft zu dem zu führen, was ich persönlich ( ! ) dann als „korrumpiert“ bezeichne … das was ein Thorsten Brügge mit seiner „BoddisatvaSchule“ pflegt und ein Romen mit sein Heilungs-Arbeit . Es ist mir einfach auffälig ( noch immer sehr sehr dünnes Eis ! ) das die Epigonen dieser Richtung der Idee des Verbessern und Erweiterns auch im Spirituellen auffallend gewogen sind . Und für mich stimmt diese Ambition nur sehr schwer mit dem überein, was ich auch bei den hier so oft gar vortrefflich zitierten Chan-Meistern finde .
    Das so lassen können, ja müssen, was da halt IST . egal ob „geheilt“ oder „erweitert“ .

    Während die Nachkömmlinge eines Ramesh oder die „unbeeinflussten“ wie ein Patrick Aigner eher von einer schlichten SO-Heit sprechen, die sich selbst genug ist, und deren Auswirkungen in ein weiter folgendes AlltagsLeben zwar nicht geleugnet werden, aber auch nicht sonderlich beachtet .

    Da scheint mir einfach ein Unterschied zu sein.
    Da scheint mir, ( jetzt superdünnes Eis !) halt unterschiedliches mit „Erwachen“ tituliert zu werden. Zumindest wäre mir das recht schlüssig .

    In einem Interview ( ich glaube mit Olena, die ich übrigens sehr schätze, und die für mich deutlich auch von einem „anderen“ Erwachen berichtet, es auch nie so nennt, sondern die Vokabel „Er-INNE-rung“ benutzt ) deutet Romen selbst einen Unterschied an .
    Einige berichten von einem Abstieg oder Fallen in Bodenlosigkeit, einem Aufgesaugtwerden ( originalton Fredo ), oder einem schlichten Verschwinden von Anwesenheit …..
    Während andere von einem Aufstieg ( gar ins Göttliche ) einer Umfassenden Einheit , oder einem Durchdrungenwerden von höchster Energie berichten …
    Diesen Unterschied der Berichte erwähnt Romen selbst, ohne jedoch diesen Unterschied zwischen „reines Bewusstsein/reiner Geist“ und DAS ( = TOTES REICH – originalton Aigner) oder ABSOLUT ( meine FavoritVokabel ) überhaupt zu bemerken.

    Ich weiß ich weiß … diesen Text wird mir sicher der Herr Nitya mehr als gründlich zerrupfen … wohlan … mach mal … ich werds überstehen …🙂

    denn irgendwie wollten diese Gedanken einfach mal aufs virtuelle Papier gedruckt werden.

    Ich muss ja auch niemanden „heilen“ , am wenigsten den Schwatzkopp fredoo …😀

    PS. es bedarf wohl einer Klarstellung . Ich kritisiere in keiner Weise, Heilungsprozesse bei „unharmonischen“ Persönlichkeiten . dies ist für mich jedoch schlichte Reparaturarbeit an der Maschine, wichtig und wertvoll, jedoch ohne Relevanz für das Auftauchen des EIGENTLICHEN.
    Und nach dem Auftauchen womöglich nette Beschäftigung und ehrenhafter Beruf, jedoch, wie gesagt, ohne Relevanz für DAS.

    So jetzt muss ich selber mal verschnaufen, bei soviel dünnem Eis.

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    • Nitya schreibt:

      Zerrupfen, Zerrupfen, du mein Vergnügen,
      Zerrupfen, Zerrupfen, du meine Lust.
      Gäb’s kein Zerrupfen, gäb’s kein Vergnügen,
      gäb’s kein Zerrupfen, gäb’s keine Lust.

      Liebwerter Fredo, das waren ja nun tatsächlich erklecklich viele Meinungen, die du da hervorgezaubert hast. Aber ich will mich mal auf einen Punkt beschränken: Der Punkt heißt „SO-SEIN“ oder „SO-HEIT“, wie du so vortrefflich angemerkt hast. Meine Frage an dich wäre jetzt: Ist überhaupt irgendetwas vorstellbar außerhalb von SO-Sein? Ist “Reines Bewusstsein / bzw. reiner Geist” bzw. „TOTES REICH“ oder „ABSOLUT“ oder was auch immer außerhalb von SO-SEIN zu entdecken? Ist Heil-Machen-Wollen oder Korrumpierbarkeit außerhalb von SO-SEIN vorstellbar? Und gehst du nicht bei all deinen Betrachtungen von Personen aus, die sich auf einem WEG von da nach da befinden – weiter oder weniger weit bis zum Ziel?

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      • fredo0 schreibt:

        jaein … werter Ninya … dein Zerrupfen ist fein gelungen und fordert mein Bedenken gut heraus … entgegen meiner sonstigen Gewohnheit stets spontan zu reagieren, werde ich mir dazu mal ein wenig Zeit lassen … denn irgendertwas rumort da bei mir speziell bei dieser Thematik schon immer … das will betrachtet sein …😀

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      • inrayma schreibt:

        „Ist “Reines Bewusstsein / bzw. reiner Geist” bzw. “TOTES REICH” oder “ABSOLUT” oder was auch immer außerhalb von SO-SEIN zu entdecken?“

        Ich antworte mal auf diese Frage im Kontext von Fredos Text, der mir au0ergewöhnlich gut gefallen hat, weil ich Romen persönlich kenne und weiß, dass er das „tote Land“ nicht kennt, so wie es Niemand kennt,denn das, was übrigbleibt IST das tote Land, wenn alles andere weg-oder abfällt. Insofern ist reines Bewusstsein bereits Erscheinung und im sogenannten toten Land nicht anwesend. Alles So-Sein alle So-heit etc. alles was erscheint, erscheint im toten Land nicht (!)
        Insofern ist alles was ist bereits Erscheinung. In die Welt der Erscheinungen gehört Heilmachen, authentisch sein oder Korrumpierbarkeit, ins tote Land gehört nichts, nichts von alledem, einfach gar nichts.
        Das macht den einzigen Unterscheid.
        Ansonsten ist das Feiern von Authentizität genauso eine schöne Feier wie das genüssliche Lügen, alles innerhalb der Welt (!) der Erscheinungen.

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      • Nitya schreibt:

        „ich … weiß, dass er [Romen] das ‚tote Land‘ nicht kennt, so wie es Niemand kennt,denn das, was übrigbleibt IST das tote Land, wenn alles andere weg-oder abfällt. Insofern ist reines Bewusstsein bereits Erscheinung und im sogenannten toten Land nicht anwesend.“

        Ich weiß nicht, was Romen kennt oder nicht kennt und das nicht nur deshalb, weil ich ihn nicht kenne. Die Aussage, dass Niemand das „tote Land“ kennt, ist natürlich nur eine Schlussfolgerung, die zwar ausgesprochen logisch, nichtsdestoweniger aber doch nur eine Schlussfolgerung ist. So ist es also an denen, die „ABSOLUT“ kennen oder das „tote Land“ oder die „tote Hose“, von ihren Erfahrungen zu berichten, wobei natürlich klar wäre, dass sie von etwas berichten, dessen sie sich bewusst geworden sind.

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      • Ronny schreibt:

        „So ist es also an denen, die “ABSOLUT” kennen oder das “tote Land” oder die “tote Hose”, von ihren Erfahrungen zu berichten, wobei natürlich klar wäre, dass sie von etwas berichten, dessen sie sich bewusst geworden sind.“ Schön;-) Nisargadatta hat hat es mal gesagt und die Aussage fand ich sehr wertvoll, ich kann es nicht wortgetreu wiedergeben, sinngemäß: Es ist wichtig das sie Erfahrungen machen – ansonsten sind ihre Worte nur phillosophischer Dünnschiss.

        Also wenn man sich den Romen anhört hat man den Eindruck, ja ER war auf jeden Fal dabei, als nichts mehr war. Und ich find schon das der Romen die Abwesenheit aller Objekte ganz gut objektiveren kann und es so wieder zum Objekt erhebt *???*

        Mein Eindruck, das was man hier gerade als das „tote Reich“ beschreibt, „muß“ auch noch sterben. Das „Tode Reich“, die Inder sagen Turia , kann natürlich noch erfahren werden. Und dies kann auch noch wegfallen in „Turiatitja“

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      • Brigitte schreibt:

        mein lieber scholli. All diese Begriffe und Zustände und Bedeutungen und Erklärungen… und das muss noch wegfallen … ich krieg echt die Motten. Das simple Gefühl zu sein, wie wärs damit.

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      • Nitya schreibt:

        „Das simple Gefühl zu sein, wie wärs damit.“

        Nehm ich. Was soll’s denn kosten?

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    • Ronny schreibt:

      „Alles So-Sein alle So-heit etc. alles was erscheint, erscheint im toten Land nicht (!)“ Als temopäre Erscheinung ja – als das was es ist, ist es die TOTALITÄT ist in An- unsd Abwesenheit DAS was sie ist. DAS kann erfasst werden und, das nennt man das „vielleicht“ Erwachen. Abwesenheitszustände, kleine Todes-Erlebenisse und Erwachens-Dinger sind wunderbar und vergänglich. So wie alle anderen Erfahrungen, vorübergehend. Alles was (nicht-)erscheint, ist einfach Beweis DEINER EXISTENZ, dass du bist was du bist „da ist einfach SEIN und das was das SEIN IST, und das ist nicht verschieden voneinder, und das ist meine/deine natur die einfach IST“

      und DAS „tote Reich (das Wort was ich nicht so gerne – denn es ist DAS was Leben und Tod ist, doch nicht Leben und auch nicht Tod also WAS?) ist nie bedingt an eine AN- oder ABWESENEIT weder von irgendwelchen Zuständen, noch braucht es Das um DAS-zu-sein, was es ist.

      Und das ist mein Eindruck – wenn wir mitkriegen dass DAS absolut keinen Bedingungen unterliegt und das Erkennen einem nackt da-sein läßt, mit dem was ist – wird man einfach still und demütig – demütig damit das ich vielleicht garnicht demütig bin, …

      Mich interessiert die SO-heit letztlich keinen Deut, zu dem was ich erfahre kann ich letztlich nur sagen Ja so ist es…

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    • Ronny schreibt:

      „Das simple Gefühl zu sein, wie wärs damit.“ ahhhh…😉

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      • fredo0 schreibt:

        Ich merke schon, werter Ronni, ich muss mich demnächst mal die paar kilometer südlich ins Marburger Land bewegen … und deine gasttliche coach im garten inspizieren … ich bring auch gerne veganischen kuchen mit ( macht seit neuestem ein kasseler konditor, und so was von lecker )😀

        son meinungsloser meinungsaustausch hätte was …

        es gibt da ein weiteres interview Ramon und Olena …
        ich kenne Olena aus dem LotusCafe … dich ja auch , wenn du dich erinnerst …
        Ich habe diverse male mit Olena dieses einfach runterfallen / bzw aufgesaugt werden bequatscht, so wie sich kinder um das erleben in einer geisterbahn unterhalten .

        ich war ja da im lotuscafe , und auch anderswo , irgendwie immer auf der suche nach mitbetroffenen oder besser noch komplizen … es wurde einige zeit sogar eine art hobby, die diversen „legenden“ des OFFENEN MOMENTES bei anderen zu erforschen …
        und … es zeigte sich für mich, dass zumindest bei den etwa 20 Leuten, die ich diesbezüglich „interviewte“ , die unterschiede nur die dekoration „vorher“ + „nachher“ betrafen, dass aber der konkrete MOMENT erstaunlich übereinstimmend geschildert wurde, soweit dies überhaupt sprachlich möglich ist … und das „übereinstimmende“ der schilderung war eingebettet in verblüffung über unmittelbarkeit , unbeschreibbare simplizität und das auftauchen von völliger unbezweifelbarkeit ( wohl weil ES sich halt so EINzig EINfach zeigte, dass da halt keiner nötig war, dem dies zu zeigen wäre, es aber dann halt auch nicht bezweifeln könnte ) .

        ich glaube nicht, dass es überhaupt möglich ist, jemand das OFFENE mit worten nahezubringen, dem das „bemerken“ noch nicht „zugemutet“ wurde. ich glaube aber schon, und fand dies in meinen „Gesprächen“ auch bestätigt, dass zwei OFFEN-Bemerker auch das „selbe“ in ihren Schilderungen bemerken können. denn ES ist ja nicht nur gleich, ES muss ja sogar DASSELBE sein.
        Wobei natürlich Worte stets nur „Verstehens-Objekte“ schaffen können . Was jedoch , nach meinem Erleben im Gespräch mit Mitbetroffenen durch ein simples Schmunzeln zum Gegenüber wieder „ent-objektiviert“ wird.
        Wir rasten dann wohl alle im Staunen.

        Ich kann eigentlich den Begriff „Erwachen“ überhaupt nicht leiden, und hab ihn auch die ersten Jahre des Schwatzens „about it“ nie benutzt. Erst in den letzten Monaten hat er sich irgendwie „eingeschlichen“ . ( muss wohl mal wieder verbalen Hausputz machen ;))
        Mir persönlich hat da die Schilderung von Elke von der Osten sehr gut gefallen, der Ehefrau von Henning, bei der ES einst im Wohnzimmer von Ramesh zu ihrer vollen Verblüffung geschah. Verblüffung deshalb , weil sie es nie „für sich“ ersehnte, sondern einfach nur ihren Mann bei dessen intensiver Suche begleiten wollte.
        Sie sagte uns dann einfach, „ich fiel von einer Art inneren Klippe, ohne jede Angst und ohne Widerstand, und ich wurde sanft aufgefangen, weil da keine Elke mehr war“.
        Dann fragte man Sie ( ich war damals dabei ) ob sie denn Erwachen bemerkt hätte. Sie antwortete völlig schlicht und bescheiden, wie es ihre Art ist : „eigentlich habe ich überhaupt nix besonderes bemerkt. Alles war so, wie es immer war. Erst nach einigen Tagen bemerkte ich, dass etwas verschwunden war – der Zweifel ! Es gab einfach nichts mehr zu bezweifeln “ .
        Für mich eine der feinsten Schilderungen, die ich je hörte .

        und genau diese Unbezweifelbarkeit bemerkte auch Herr fredo als diverse Jahre später auch bei ihm in seinem Wohnzimmer das OFFENE beliebte OFFENSICHTLICH zu werden.
        Und dann ? Nix anders , nix besser , nix schlechter , nix erweitert, nix „geheilt“ oder gar „geheiligt“ , einfach nur ein >Leben … eben ! , dass jedoch nicht mehr als dies Leben … eben ! bezweifelt werden kann !

        Tja … hört sich im Vergleich zu den Heiligkeitsetüden diverser Satsänger oder gar Bewusstseitserweiterungsspähren eines Wilber irgendwie wie ein Aldi-„Erwachen“ an.
        zu mehr hats halt beim ProletenSohn fredo nicht gereicht …:D

        Anfangs fand ich ja die Idee von Romen eines Austauschs der Betroffenen sehr spannend . Was mir aber sofort etwas seltsam war, war die nahezu ausschließliche Konzentration auf Satsang-Lehrer. Ich zum Beispiel kenne viel mehr „Betroffene“ , die nicht als Lehrer tätig sind, und dem eher sogar zu entgehen versuchen ( auch wenns nicht ihre Wahl ist 🙂 ), als dass da mit Freude Satsang „gegeben“ würde. Sicher wird fast jeder Betroffene, wenn er direkt und offen befragt wird, auch einer Antwort des „OFFENEN“ entsprechen (müssen), aber das Lehrertum scheint mir da bei einigen auch zum erneuten Aufblähungsfaktor zu werden.
        Und vieles was dann in den Videos zu sehen und hören (!) war, erinnerte mich auch mehr an Fortbildungs- und BrainStormingVeranstaltungen der LehrerFort-undWeiterbildung wie an ein schlichtes Gespräch über Unbezweifelbarkeit .

        Nun ja … so isses halt …

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      • Ronny schreibt:

        „ich glaube nicht, dass es möglich ist, jemand das OFFENE in worten nahezubringen, der es noch nicht selber “bemerken” konnte“

        nein es kann nicht vermittelt werden, wenn dann ist es das selbst das sich berührt, schaut und erfasst

        „ich glaube aber schon, und fand dies in meinen “interviews” auch bestätigt, dass zwei OFFEN-Bemerker auch das “selbe”
        in ihren Schilderungen bemerken können. denn ES ist nicht nur gleich, es >muss ja sogar DASSELBE sein.
        Wobei natürlich Worte stets “Verstehens-Objekte” schaffen.“ natürlich weil das grundprinzip offensichtlich ist, immer schon verrückter weise
        ja worte schaffen verstehens objekte, ist nur die frage ob an ihnen gehalten wird und ein objekt gepflegt wird
        oder ob das wort gesprochen geschrieben und im nächsten moment einfach wieder zerfällt,…

        ja zum Beispiel „durch ein simples Schmunzeln zum Gegenüber wieder “ent-objektiviert” wird.“

        „Ich kann eigentlich den Begriff “Erwachen” überhaubt nicht leiden,…“ kann ich gut nachvollziehen, geht mir ähnlich
        und es wird einfach benutzt wenn es gebraucht wird. In Ireland ein gutes Gespräch gehabt, und hab den begriff erwachen verwendet.
        der sagte mir ganz unmittelbar: „erwachen, interessiert mich überhaubt garnicht.“ …😉 da war ich froh, kann man sich viel Mist sparen…

        „weil sie es nie “für sich” ersehnte, sondern einfach nur ihren Mann bei dessen Suche begleiten wollte.“ … schön🙂 „erwachen“ kann auch nie für mich sein, ….

        “ Es gab einfach nichts mehr zu bezweifeln “ schön, simpel…

        „Aldi-“Erwachen” geil, ich war gerade fürs Retreat beim Aldi einkaufen*hehehe… ALL-DIE is klasse. es ist einfach die Suche nach dem BEsonderen, die die Suche am Laufen hält und die Ich-Instanz nährt und füttert.
        anstatt sie an der wurzel zu erkennen und zer-gehen zu lassen

        naja wär als lehrer nicht tätig sein will oder soll, wird sich nicht da forne in eine theater hocken – und ich halte nix von theater;-)

        „aber das Lehrertum scheint mir da bei einigen auch zum erneuten Aufblähungsfaktor zu werden.“ ja, zum kotzen…

        „mich mehr an Fortbildungs- und BrainStormingVeranstaltungen der LehrerFort-und Weiterbildung “ jo,-) da will einer weiter durch DAS
        anstatt dies wirklich zuwertschätzen indem man es ist – so wie man ist

        mich ödet diese werdens-und-seins-nummer an, ein aufgesetzter trip durch gedanken-gefühle aufgeblasene ideen

        „wie an ein schlichtes Gespräch über Unbezweifelbarkeit.“ hab mich vor ein paar wochen, mit einer „satsanglehrerin“ für 8 tage in ihrem haus getroffen. wow, es ging um nix, nix mußte rausgehalten werden, keine storys oder irgendwas was sich da groß festmachen konnte, nix was aufgeblasen oder fossiert werden mußte. einfach dieses sein, was sich immer selbst genügt und so die eingene natur durch alles gewertschätzt ist. so ziehmlich zu ende sagte sie: wow, ich hatte nie gedacht das ich mal eine woche mit einem satsanglehrer verbringe“ meine reaktion darauf: willst du mich beleidigen😉

        „son meinungsloser meinungsaustausch hätte was …“ ja gerne…
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    • Ronny schreibt:

      Hi fredo
      „deutet Romen selbst einen Unterschied an .
      Einige berichten von einem Abstieg oder Fallen in Bodenlosigkeit, einem Aufgesaugtwerden ( originalton Fredo ), oder einem schlichten Verschwinden von Anwesenheit …..
      Während andere von einem Aufstieg ( gar ins Göttliche ) einer Umfassenden Einheit , oder einem Durchdrungenwerden von höchster Energie berichten …
      Diesen Unterschied der Berichte erwähnt Romen selbst, ohne jedoch diesen Unterschied zwischen “reines Bewusstsein/reiner Geist” und DAS ( = TOTES REICH – originalton Aigner) oder ABSOLUT ( meine FavoritVokabel ) überhaupt zu bemerken.“

      der romen hat mich mal angerufen, nachdem mir dies Spirtualisierung von WAS? und dem DEM was-Leben-ist ein bisschen komisch vorkam hab ich ihm nüchtern gesagt: ich bin immer noch der selbe trottel.

      dann war denn mal ruhe im kartong

      diese scheiß erleuchtung – fuck. eigentlich will es diese koruppte ICH-instanz doch auch nur mit der „Erleuchtung“ hinkriegen “ Ich hab ES, …“

      ja das wird nicht bemerkt: denn „er“ will ja „weiter“, anstatt zu sein-was er ist und nicht nicht sein kann ( der Preis ist hoch;-) alles WILDE BEHAUPTUNG sonst nichts*hehehe..

      in dem setting besteht interesse an esoterik, spiritualität, welt, erwachen, erleuchtung, heilung, wurschtsuppe – aber mindest vegetatisch lieber noch ganz aus licht und liebe

      und am ende löst sich das „ich“ auf *hahaha…

      da scheint einfach eine wilder vermischungs-brei stattzufinden.
      erinnert an eine esobuchandlung mit seminar und vortragsraum wo alles von guten gedanken, leichter ernährung, richtig unkonditioniert pupsen, und all den kleinen tricks die man erlernen kann, unter dem MOTTO der erleuchtung „verkauft“ wird, …
      sowas wird doch gerne genommen;-)))

      …und na es ist zumindest in aller munde;-)

      “ es bedarf wohl einer Klarstellung“ ja so ein bisschen taucht der eindruck auch hier auf, aber fragt sich letztlich auch wer das braucht. es scheint auch so, das sich bewusstsein gerne an der nase rumführt. wer klarheit oder direkte vermittlung sucht wird sie finden. bei mir ist mal einer im talk gelandet, der mitgeschleppt wurde, und dann irgendwann fragte ob man DAS braucht. meine antwort: das wird nicht gebraucht – und sollte es dich interessieren gehen zu ramana oder nisargadatta – fass den eso und psyscho-mist erst garnicht an. gehe einfach direkt zu quelle und erfasse das du frei bist, alles andere kann gehen

      JO, komm geh fott

      „Die Tatsache, dass Ihr über die Erkenntnisse eines anderen nachdenkt und
      Unklarheit und Unvollkommenheit darin seht, erweckt den Anschein einer
      Ahnung in Euch und nicht im anderen. Warum über die Sichtweise von
      anderen nachdenken? Eliminiert Eure eigene Sichtweise.“ Pai Chang

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  3. Elwood schreibt:

    Als mein Stiefvater mit 59 an Magenkrebs starb, hörte meine Mutter immer öfter Maria Calls – La Mamma Morta.
    Als sie ihm 1 1/2 Jahre, auch mit Krebs folgte, lies ich es auf ihrer Beerdigung spielen.
    Mich zerreist es immer wieder, wenn ich Maria Callas dieses Lied singen höhre.
    Mit meinen Stiefvater konnte ich keine Aussprache mehr führen, da sein näher rückender Tod konsequent ausgeklammert werden musste. Die Wunde schmerzt…….

    Die umgebrachte Mutter

    Sie haben meine Mutter umgebracht
    In der Tür zu meinem Zimmer
    Sie ist gestorben, als sie mich zu retten versuchte
    Später in der Nacht
    Lieg ich mit Bersi umher
    Als plözlich
    Etwas in der Dunkelheit glühte
    Und Lichter vor mir
    In der dunklen Straße erschienen
    Ich sah sie an
    Das Haus meiner Kindheit brannte
    Ich war allein
    Und vom Nichts umgeben
    Hunger und Armut
    Der Verlust und die Gefahr
    Ich wurde krank
    Und Bersi, die so gut und treu war
    Handelte ihre Schönheit
    Um meinetwillen
    Ich bringen alle, die ich liebe, Unglück
    Es war in diesem Elend
    Dass die Liebe zu mir kam
    Und mit süßer Stimme sprach:
    „Du musst leben! Ich bin das Leben selbst!
    Den Himmel findest du in meinen Augen
    Du bist nicht allein
    Lass deine Tränen auf meinen Körper fallen
    Ich werde bei dir sein und dich unterstützen
    Lächle und hoffe, ich bin die Liebe
    Versinkst du im Blut und Elend?
    Ich bin göttlich, ich kann dich vergessen lassen
    Ich bin der Gott, der auf die Erde hinabsteigt
    Vom Himmel und diese Welt
    Zu einem Paradies macht
    Ich bin die Liebe“
    Und der Engel kommt näher, küsst mich
    Und in diesem Kuss liegt der Tod
    Dieser sterbliche Körper ist der meine
    So nimm ihn
    Ich bin sowieso schon tot

    In dieses Tor werden wir alle früher oder später gezogen….
    Da bleibt nichts übrig……

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  4. punitozen schreibt:

    Meine Großmutter ( Zeugin Jehova ) hat mich solange mit dem “ Harmageddon “ genervt –
    bis ich mt ihr brach .
    War sie autenthisch ? Ich weiß es nicht .
    Mein Bemühen ist es , möglichst , Deutsch zu sprechen .
    Mit Authentizität lässt sich manches verschleiern .
    Weil ich auch nur ein ganz gewöhnliches Erdenwesen bin , ein All-Gefangener , wie alles Andere
    was auf Erden so kreucht und fleucht ,fürchte ich mich um den morgigen Tag – weil der heutige
    schon seine eigenen Herausforferungen mit sich bringt .
    Statt Authentizität wähle ich die Redlichkeit . Darüber lässt es sich im Grashocken vortrefflich
    in die Versenkung gehen . Falls redlich für den geneigten Leser zum Fremdwort geworden ist ,
    hier nun eine DUDEN- Erklärung eingestreut :
    redlich
    anständig, aufrecht, aufrichtig, ehrenhaft, ehrlich, fair, grundanständig, gut, hochanständig, integer, ordentlich, unbescholten, verlässlich; (schweizerisch) recht; (gehoben) achtbar, edel, ehrbar, ehrenwert, honett, lauter; (bildungssprachlich) loyal; (umgangssprachlich) fein; (schweizerisch, sonst umgangssprachlich) senkrecht; (veraltend) bieder, brav, honorig, rechtlich, rechtschaffen, wacker; (veraltet) ehrenfest, fromm .

    Solch einer ist mir heute nicht vorgekommen
    PUNITO

    Die Blumen im Frühling – der Mond im Herbst, Im Sommer die kühle Brise – im
    Winter der Schnee! Wenn unnütze Sachen den Geist nicht vernebeln,
    Ist dies des Menschen glücklichste Jahreszeit!

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  5. Prem Kasina schreibt:

    „echt“ fällt mir ein, wenn ich authentisch höre…
    Ein Neugeborenes dürfte authentisch sein…
    bei allen anderen ist es vermutlich eine Frage des Ermessensspielraums bei der Auslegung der Definition…

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  6. Eno schreibt:

    Leider weiß ich nicht, was authentisch ist und was nicht authentisch sein soll…
    Außer als Begriffe, die Vorstellungen erzeugen, sehe ich in diesen Worten keine Bedeutung…
    Aber hier ein kleines Gedicht von C. B.:
    (ich mag ja gedichte wegen dieses „spürt ihrs“, was der ehrwürdige N. hier wieder und wieder erwähnt, da wird nicht diskutiert. ist es nicht immer nur ein spüren, erahnen, das sich entzieht, sobald es durch worte gefasst werden soll?)

    Das Bringt Nichts

    Triviale, piefige Klagen
    immer wieder vorgebracht
    können einen Heiligen
    wahnsinnig machen, erst recht
    einen gewöhnlichen braven
    Sterblichen wie mich: und
    schlimmer noch: Die Plärrer
    merken es gar nicht, bis man
    es ihnen schließlich sagt
    und selbst dann noch
    wollen sie´s nicht
    wahrhaben.
    Es führt zu nichts.
    Nur wieder ein Tag
    vertan, in den
    Arsch getreten,
    verstümmelt.
    Während mein Buddha
    schmunzelnd in seiner
    Ecke sitzt.
    (Charles Bukowski – Letzte Meldungen)

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  7. Eno schreibt:

    hier noch etwas sehr schönes für dich prem kasina:

    „Blauer Vogel
    Da ist ein blauer Vogel
    in meinem Herzen
    der hinaus will
    aber ich bin zu abgebrüht für ihn
    ich sage, bleib da drin,
    ich werde nicht zulassen,
    dass dich
    irgendjemand zu Gesicht kriegt.

    Da ist ein blauer Vogel
    in meinem Herzen
    der hinaus will
    aber ich schütte ihn mit Whiskey zu und inhaliere
    Zigarettenrauch
    und die Huren und die Barkeeper
    und die Lebensmittelhändler
    erfahren nie, dass
    er
    da drin ist.

    Da ist ein blauer Vogel
    in meinem Herzen
    der hinaus will
    aber ich bin zu abgebrüht für ihn
    ich sage, bleib unten, willst du mir
    einen Strich durch die Rechnung machen?
    Du willst mir die Werke versauen?
    Du willst mir meine Buchverkäufe in
    Europa vermasseln?

    Da ist ein blauer Vogel
    in meinem Herzen
    der hinaus will
    aber ich bin zu clever für ihn
    ich lasse ihn
    nur nachts manchmal raus,
    wenn alles schläft.
    Ich sage, ich weiß, dass du da bist,
    also sei nicht
    traurig.
    Dann steck ich ihn wieder zurück,
    aber er singt ein wenig
    da drinnen, ich habe ihn nicht wirklich
    sterben lassen
    und wir schlafen zusammen,
    einfach so
    mit unserem
    Geheimabkommen
    und er ist nett genug, um
    einen Mann
    zum Weinen zu bringen, aber ich
    weine nicht, weinst
    du?“

    Charles Bukowski
    übersetzt von Heidi Ho

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  8. Elwood schreibt:

    „Was ist eigentlich authentisch?“

    Mein Reflex bei „authentisch“: Der Jugendschwarm meiner Frau!
    Wo sich andere Mädels David Cassidy an die Wand pinnten, klebte ein Poster von Klaus in ihrem Mädchenzimmer. Ob der nun authentischer als der schöne David war, weiß ich nicht. Aber unsere Ehe läuft hart herzlich, aber gerecht ungerecht, wirklich gut. Was das mit Klaus zu tun hat, weiß ich auch nicht.

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