Göttliche Offenbarungen


G
100%iger Beweis, dass der Koran das Wort Gottes ist! Ca. zweistündiger Vortrag von Pierre Vogel. Achtung, das arabische Gemurmel am Anfang dauert etwa zwei Minuten. Danach geht’s zur Sache. Mehr als weitere fünf Minuten habe ich mir nicht angetan.

Adolf Hitler glaubte an die Vorsehung und dass er ihr Werkzeug sei. Nun, um es gleich zu sagen, auch ich glaube an die Vorsehung und daran, dass ich ihr Werkzeug bin. Dasselbe glaube ich allerdings auch von Pierre Vogel, Muhammad ibn ʿAbd Allāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī, Jesus, Klofrau Friedelinde und sogar von Frau Merkel.

Pierre Vogel beantwortet seine Frage, was der Koran sei, selbst so (Achtung, auch das ist eine göttliche Offenbarung): „Wir glauben, dass der Allmächtige Gott dem Erzengel Gabriel diese Worte übergeben hat, mit dem Erzengel Gabriel gesprochen hat und dass der Erzengel Gabriel diese Worte dem Propheten wortwörtlich eingegeben hat.“ Als Kind glaubte ich an Grimms Märchen. Na ja, die waren zum Teil auch nicht so ohne. Aber wenigstens haben sie mir nicht gesagt, wie ich gefälligst sein sollte. Gott sein Dank hat der da oben meinen Haarschnitt nicht zu beanstanden, wie ich diesem vierminütigen Video entnehmen konnte:

Meine Güte, wenn ich etwa an die jüdischen Speiseregeln denke oder an die Fastenvorschriften der Muslims und beschnitten bin ich auch nicht und dann die vielen Gebote der Christen … Ja Heiligs Blechle! Da sollscht net verruckt wern! Und das sind alles Offenbarungen von ein und demselben Gott? Mein „gesunder Menschenverstand“ kann da nur sagen: „Der spinnt, der da oben.“ Also ich brauche nicht einmal den Erzengel Gabriel; bei mir funktioniert die Übermittlung von Gottes Worten ganz ohne Boten. Es ist offensichtlich, dass Gott jedem etwas ganz anderes sagt. Und dass es nichts gibt, was nicht göttliche Offenbarung wäre – also … äähhh … offensichtlich für mich. Andere würden mir vielleicht für diese Aussage am liebsten ein Messer zwischen die Rippen jagen.

Das ist ja das Kreuz mit den Religionsanhängern, dass sie glauben, von Gott in irgendeiner Weise bevorzugt worden zu sein: „Die göttliche Offenbarung haben nur wir bekommen.“ – Ich sitze an einem kleinen Bach und höre das leise Plätschern und Murmeln des Wassers. Ich schaue den Fliegen zu, höre das Summen einer Hummel, ein kleiner Käfer krabbelt an meinem Fuß vorbei, ein kühler Luftzug berührt mein Gesicht, … sag mir mal einer, was daran nicht göttliche Offenbarung ist! – Wenn aber all das göttliche Offenbarung ist, dann ist auch der Vortrag von Pierre Vogel göttliche Offenbarung und die Massaker der IS in Syrien und dem Irak. Dann gibt es einfach nichts, was nicht göttliche Offenbarung wäre. Wenn aber alles göttliche Offenbarung ist, dann können wir Gott gut und gerne auch einfach vergessen. Ist aber nicht alles göttliche Offenbarung, gibt es irgendetwas auf der Welt, das nicht göttliche Offenbarung ist, dann haben wir aus Gott einen Teufel gemacht, der für alles von Menschenhand erzeugte Elend verantwortlich ist. Brauchen wir die Religionen mit ihren jeweils unterschiedlichen Offenbarungen? Brauchen wir sie, um ein einigermaßen anständiges Leben führen zu können? Achtung, jetzt kommt eine göttliche Offenbarung: Nein, nein und dreimal nein, wir brauchen sie nicht. Sie sind so überflüssig wie ein Kropf. Aber es gibt sie. Und weil es sie gibt, sind sie alle und wenn sie noch so beknackt sind, Teil der göttlichen Offenbarung.

KropfIch fürchte, dass mich diese Äußerung auch nicht vor dem Zorn der Gläubigen retten würde. Den Begriff „Gott“ durch „das Göttliche“ oder „die Existenz“ oder „DAS“ ersetzen zu wollen, lässt mich immer noch ungläubig sein. Davon können die „gottlosen“ Buddhisten ja schon ein Lied singen. Und ein Ungläubiger zu sein, ist natürlich todeswürdig. Vor ein paar Jahrzehnten hatte ich noch gehofft, die Säkularisierung würde weiter voranschreiten. Ich bin inzwischen eines Besseren belehrt worden. Nicht die strikte Trennung von Staat und Kirche klopft an unsere Tür, sondern – Gott steh uns bei! – der sog. Gottesstaat. Aufklärung ade! Dass der Bundestag am 12.12. 2013 wegen einer religiösen Tradition die medizinische nicht indizierte Beschneidung, auf gut Deutsch die Verstümmelung, von nicht einsichts- und urteilsfähigen Jungen erlaubt hat, war wie ein Fanal dafür, dass die ja noch nie wirklich vollzogene Trennung von Kirche und Staat endgültig zu den Akten gelegt worden war. Rumschnippeln am Pimmel von kleinen Jungs soll gottwohlgefällig sein? – Na, da wird der Herr Gott seine helle Freude dran gehabt gehabt haben. Anscheinend muss man sich jetzt mit einer Religion vor staatlicher Einmischung retten. Da würde ich dann allerdings eher die Keltisch-Druidische Glaubensgemeinschaft e.V. empfehlen, die fummelt wenigstens nicht an einem rum.

Scheibenkleister, irgendwann sollte man ja mal einen Punkt machen. Mach ich jetzt. Punkt. Hört euch lieber noch ein bisschen diese wortlos göttliche Offenbarung an:

 

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13 Antworten zu Göttliche Offenbarungen

  1. Tom schreibt:

    Hallo Nitya, danke für deinen guten Kommentar! Die Beschneidung von Jungen aus „religiösen“ Grünen finde ich ganz pervers und perfide. Auch wenn es größtenteils in der Gesellschaft verharmlost wird.

    Grüße,

    Tom

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  2. Savitri schreibt:

    Ein faszinierendes Spannungsfeld lösen diese Sachverhalte bei mir aus…
    Wenn es doch nicht so viel Leid und Unheil über die Menschen brächte…, irgendwie machen sich die „Regel- u. Dogmenmacher“ ja selber lächerlich und liefern eine tolle Comedyshow.
    Verrückt, wie man da zwischen die Polaritäten gerät…das „brennt“ sehr…

    Schön geschrieben, Nitya!

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  3. Ingeborg schreibt:

    Einen wunderschönen guten Morgen ,
    mit überspringungen habe ich mir Pierre Vogel angehört.
    Oweia

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  4. fredo0 schreibt:

    Ich habe in meiner Studienzeit (Sinologie) im E-Turm der Uni Marburg besonders gerne bei vergleichenden Religionswissenschaftler mitgehört, mich sehr für das Entstehen ( und nicht so sehr Bestehen ) der verschiedenen Religionen interessiert.

    Meine These ist da mitlerweile, das Religionen in erster Linie aus erstaunlich pragmatischen gesellschaftlichen Strukturierungs und Ordnungsbedarf entstehen. Und das ihre Formen und ihre Protagonisten einfach Mittel zum Zweck dieses „gesellschaftlichen Bedürfnisses“ sind, und letzlich ohne tatsächlich originäre Bedeutung, und ohne jeder „Verkündungsanspruch“ ( a la Erzengel Gabriel oder andere verkündende Jungfrauengeburtengel ) oder gar „Gottes Wort“-Anspruch. Derartiges ist reine Propaganda und dient einfach auch dem Konkurenzkampf der verschiedenen „Ordnungssysteme“ .
    Die These lautet also : nicht Jesus erschuf das Christentum ( zumal das Christentum ohnehin bei näherer Betrachtung ein Paulustum ist ) sondern die (gesellschafftlichen) Umstände einer Zeit nutzen einen ReligionsMythos zur Darstellung für ihren Ordnungsbedarf.
    So zeigen sich viele Regeln der Religionen in der jeweiligen Region ( ! ) als ausgesprochen pragmatisch sinnvoll und werden erst bei ihrer längeren rein formalen Tradierung und einer quasi als unantastbar deklarierten „Göttlichkeit“ dann von einem positivem Regularium zu einem einschränkenden Abstrusum.
    Typisches Beispiel ist da die Beschneidung der Mosaiker .. Eine mehr als sinnvolle Verhaltensweise der Beschneidung der Männer in einer extrem trockenen windigen sandigen Region , die geradezu chronisch jede Vorhaut mit übelsten Infektionen unterwandern lässt , wird zum reinen Symbol des „Bundes“ zwischen Gott und seinem Volk mutiert, und damit zum unerlässlichen Akt der symbolischen Religionszugehörigkeit , die in Nordeuropa zum Beispiel eigentlich nur noch reine Verstümmelung ist , weil ohne jede pragmatische Sinnhaftigkeit .
    Ähnliches gilt für die Vielweiberei des Islam ( der ja als Wüstenreligion auch beschneiden läst ) . Durch die jahrhundertelangen Blutfedenexzesse der Beduinen und anderen arabischen Völker waren massenhaft Frauen und ihre Kinder als Waisen unversorgt . Es ist dem Islam zu gute zu halten , dass er mit seinen strickten Regeln , quasi über deren Dominanz , diese unselige Blutfeden beseitigt hat.
    Und dass er den ursprünglichen BlutfedeFeind eines StammesNachbarn, quasi in Richtung „weit weg“, der des Ungläubigen, verschoben hat. Somit wurden die „Eigenen“ befriedet und das „kriegerisch befedende“ gewissermassen in eine missionarisch okupierende Form der Religion verschoben.
    Andere Regeln, zum Beispiel die der Übernahme der Witwe und ihrer Kinder durch den Bruder oder einfach der Möglichkeit bei wohlhabenden Männern mehrere Frauen zu haben , haben dann zusätzlich geholfen die Folgen der jahrhundertelangen Blutfeden zu mildern.
    Das das Schweinefleischverbot zur Gründungszeit ähnlich sinnvoll war , ist ja mitlerweile wohl Allgemeingut geworden.
    Ähnliches lässt sich auch beim Buddhismus feststellen , der ja aus einer geradezu revolutionären Abspaltung von Äbten der Brahmen in Nepal aus dem massivst festgefahrenen Brahmanentum des Hinduvolkes hervorgegangen ist .
    Auch ein Rama ( als quasi historische Person ) zeigt ähnliche ( besser ) regulierende Züge.

    Und auch in meiner persönlichen Lieblingsrichtung , dem Taoismus , der eigentlich am wenigsten „religös“ unter den großen Religionen wirkte, da ohne all zu große manipulierende gesellschaftliche Relevanz , lässt sich aber trotzdem auch dieses Prinzip feststellen .
    Das Prinzip ….. in der jeweiligen Zeit … in der jeweiligen Region … unter bestimmten Menschengruppen … ist genau diese Art des Denkens und der daraus resultierenden Regularien … erstaunlich pragmatisch sinnvoll.

    Erst das über die Zeit hinaus Bewahrende , quasi Konservierende dieser Regularien , lässt dann das lebensfeindliche vieler Religioen enstehen. es entsteht ein Vergärungsprozess zum Gift der Menschlichkeit aus einer einst diese Menschlichkeit befördernden Idee.

    Die Protagonisten der Videos , sind da starkes Beispiel dieses „Vergährungsprozesses“ der Menschlichkeit . Der dann einfach aus einer „NichtankommenSituation in einer neuen Gesellschafft“ oder einer traumatischen Ausgrenzungserfahrung eine Art Hassorgie entstehen lässt , die sich dann nur noch der mitlerweile völlig unsinnigen Regularien einer ( letztlich beliebigen ) Religion bedienen muss , um diesen „Hass“ zu alibisieren.
    Dies ist aber kein typisch „islamisches“ Problem, sondern lässt sich in fast allen Religionsgeschichten finden .
    Das eigentliche (gesellschaftliche) Problem ist eher ein Mentalitätsproblem von völlig gegensätzlichen Ethnien und ihren jeweiligen nicht wirklich ablegbaren Herkunfstmentalitäten , die teilweise seit Jahrzehntausenden in jedem dieser Menschen ( wohl sogar genetisch in der Epigenetik ) tradiert werden.
    Bereits der in der Bibel erzählte Urkonflikt des Kain und Abel , also des Bauern und des Hirten , zeigt diese nahezu global gültige Unvereinbarkeit der Vermischung dieser beiden gegensätzlichen Grundmentalitäten.
    Während zum Beispiel mehr als 5 Millionen in den zwanziger Jahren ins Ruhrgebiet eingewanderte (Bauern)Polen mit ihren Schimanskis und Schipuras bereits nach wenigen Jahren deutscher als die deutschen (Bauern) wurden , werden die eingewanderten türkischen (Hirten) sich letztlich nie integrieren , sondern immer eigenständig bleiben müssender ( ! ) Fremdkörper in einer Bauernkultur bleiben. Mit den zwangläufigen Konflikten die sich in den Videos abzeichnen .
    Auch unser durchaus recht kluger mentholkettenrauchender AltKanzler Schmidt, bezeichnet die entsprechenden Anwerbeentscheidungen der frühen 70erJahre in die Richtung Anatolien mitlerweile als den größten gesellschaftspolitischen Fehler der Nachkriegszeit ( Originalton ! ) .

    (übrigens dies schreibt ne eher linke „Socke“ , die unter anderem nicht zu den Grünen gegangen ist (obwohl immer gewählt), weil sie diesen bereits in den 80 und 90 Jahren zu deren großen Ärgerniss deren MultiKultiVision argumentativ mit obigen Fakten entgegengetreten ist …. hat mir ne Menge Mitgliedsbeitrag erspart … und denen einen Rabauken des Wortes …😀 )

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Fredo,

      ich stimme dir mit Wonne ganz und gar nicht zu. Da kommen ein paar Hanseln zusammen und beschließen den Codex Alimentarius – zum Schutz der Verbraucher, wie sie sagen. In Wahrheit, um die Chemo- und Pharmaindustrie reicher zu machen. Oder sie beschließen, dass wir keine Glühbirnen mehr verwenden dürfen, sondern nur noch diesen giftigen Müll – angeblich, um Energie zu sparen.Usw. usw. …

      Interessen

      Das ist der Ausgangspunkt all dieser angeblich praktischen Regelungen. Für wie blöd halten die Mächtigen die Menschen eigentlich, dass sie davon ausgehen, dass sie sich nicht selbst in der jeweiligen Situation zu helfen wüssten? Aber sie halten sie gar nicht für zu blöd. Sie wollen nur, dass sich die Menschen so verhalten, wie die Mächtigen es wollen. Und damit das klappt, erfinden sie so einen Schwachsinn wie den, dass sie uns sagen, dass wir die Haare gefälligst überall gleichmäßig stehen lassen müssen. Alles andere ist Sünde und muss bestraft werden. Die Untertanen sollen von Anfang an dumm gehalten werden, dumm und abhängig. So abhängig, dass sie auch bei der nächsten Wahl wieder diejenigen, die sie dumm und abhängig halten wollen, freiwillig wählen.

      Welchen praktischen Nutzen soll denn je die totale Verstümmelung der weiblichen Genitalien gehabt haben? Wurscht in welcher Region, wurscht zu welcher Zeit! Das ist einfach ein Märchen, dieser angebliche praktische Nutzen, nicht um den Männern Sand unter die Vorhaut, sondern um den Menschen Sand ins Gehirn zu blasen!

      Ge- und Verbote und das ganze System der Sanktionen und Bestrafungen ist nackte Gewalt der Mächtigen über die angeblich Ohnmächtigen. Die weltlichen Mächte fangen damit an und die Religionen ziehen dann nach. Demnächst wird irgendeine Kirche das Ausbringen von Brennnesseljauche oder den Besitz von Glühbirnen zur Todsünde erklären.

      Vive l’anarchie!

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      • fredo0 schreibt:

        😀

        oh wie Recht Du doch hast …
        und wie sehr doch das „meine“ auch stimmt !

        hach … leben … wirbel … chaos …immer nur ein so oder so möglich … doch nix bleibt .. immer nur an-sichten … mir gefällt das …

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  5. fredo0 schreibt:

    ergänzend ….

    das Konzept „der Mächtigen, die uns allen so übel wollen“, hat nur einen Fehler ,
    dieser Mächtige lässt sich bei näherer Betrachtung , dummerweise , nicht finden …

    ( selbst ein Rothschild ist im persönlichen manchmal erstaunlich einsichtig und oft sogar „ganzheitlich“ interessiert … kein Witz … es ergab sich mal , zugegeben vor vielen, vielen Jahren , dass das Proletenkind Fredo ein kurzfristiges Techtelmechtel mit etwas weiblich , sehr hübschen Rothschildigen hatte )

    es ist nicht DER Mächtige, der da manipuliert . Sondern das „Mächtige“ erzeugende System , dass da manipulierend sich auswirkt , und zwar völlig automatisch .
    So wie Geschichte nicht von Personen gemacht wird , sondern sich die passenden Personen zum „Machen“ aussucht.

    Es ist die Crux des Bakunin gewesen , das er es nur zum Teil vermochte , die Welt Un-Personenhaft zu betrachten. ( hier ist nicht unpersönlich gemeint ) .

    Hach … ich finde ein feines Thema … leider hab ich ne spinnende Telefonanlage in meiner Fima am Hals … ( ob da der Herr Telekom seine Finger im Spiel hat ? 🙂 )
    vielleicht noch heute Abend.
    sich

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    • Nitya schreibt:

      Was gibt es Feineres als den Widerspruch!🙂

      „es ist nicht DER Mächtige, der da manipuliert . Sondern das “Mächtige” erzeugende System , dass da manipulierend sich auswirkt , und zwar völlig automatisch .
      So wie Geschichte nicht von Personen gemacht wird , sondern sich die passenden Personen zum “Machen” aussucht.“

      Erinnere ich mich richtig: War das nicht genau die faule Ausrede, die etwa die Kriegsverbrecher bei den Nürnberger Prozessen vorgebracht haben: Das Leugnen der persönlichen Verantwortung?

      Ich widerspreche dir ganz entschieden: Geschichte wird von Personen gemacht. Ich habe das nur zu oft als Beamter erlebt, dass in ein und demselben System, sich einzelne Personen intelligent und empathisch verhalten haben und andere sich als willige Handlanger angeboten haben. Und beide Verhaltensweisen hatten unmittelbar Auswirkungen auf das, was geschah (die Geschichte).

      Wir sind nicht Opfer eines Systems, wir sind das System. Mit jedem Gedanken, jeder Tat erzeugen wir das System. Und damit erzeugen wir natürlich auch „die Mächtigen“. In dem Maße, wie ich meine Macht abgebe, überlasse ich sie anderen und beklage mich dann, dass diese sie nicht edel, hilfreich und gut und sehr, sehr weise ausüben. Das halte ich für ziemlich beknackt.

      Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass alles geschieht, wie es geschieht. Auf der einen Seite Dualität, auf der anderen keine Dualität. Und wieder: Tetralemma, ick hör dir trapsen!

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  6. Elwood schreibt:

    Dem komplizierten Rekrutierungsvortrag für Märtyrer von Pierre möchte ich die viel kürzeren Worte der leider verstorbenen Vera entgegen halten, die in meinen Augen es mit Humor auf den Punkt bringt, was der Zweck „jeglicher“ Götzen-Anbetung zur folge hat(gewollt oder nicht).

    Vieleicht ist diese Rumschlippellei an jungen Körpern mal aus Initiierungsritualen gekommen, die Naturvölker benutzt haben um sich der Eltern-Götzen zu entledigen. Doch wir dummen Leichtgläubigen lassen uns auch gerne von son Obergötzendiener zum Gegenteil überreden.

    Vieleicht einach der Natur vertrauen und wachsen lassen, woher soll ich denn wissen welcher Götze gerade in mir sabbelt. Dem glaube ich kein Wort……

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  7. fredo0 schreibt:

    „““Wir sind nicht Opfer eines Systems, wir sind das System. Mit jedem Gedanken, jeder Tat erzeugen wir das System. Und damit erzeugen wir natürlich auch “die Mächtigen”. In dem Maße, wie ich meine Macht abgebe, überlasse ich sie anderen und beklage mich dann, dass diese sie nicht edel, hilfreich und gut und sehr, sehr weise ausüben. Das halte ich für ziemlich beknackt.“““

    völlig auf den Punkt formuliert …
    und doch … auch hier wieder der Schwachpunkt / das Lindenblatt dieser Argumentation.
    Wer ist denn das „wir“ ?
    Ich erlebe mich nach wir vor sehr „mitagierend“ . kritik und skeptische beobachtung laufen auf hochturen … gestern im TV zufällig kerner gesehen ( besser beim rumzappen hängengeblieben ) lässt mich schaudern vor der kraft der hypnose und der gelungenen indoktrination , gerade bei den „kritischen intellektuellen“ … gerade da … waren dies früher noch durchaus wache köpfe , scheinen gerade diese dem verkärungsmythos der demokratie und der menschenrechte zu erliegen … und gerade damit zum willfährigen büttel zu werden …

    diese betroffene teilnahme ist eindeutig vermehrter als noch vor jahren bei mir zu bemerken …
    je oller je doller …

    und doch , lässt sich der zweifel am zweifel auch nicht verleugnen …
    ein zweifel der aus einer anderen betrachtung des ich/wir kommt .

    letztlich ist auch dies … nur ein spiel das BEWUSSTSEIN mit sich selbst spielt … warum und wozu auch immer … muss ich mir selber einfach ab und an eingestehen , um die latente aufgeblasenheit des kritikers mit den „passenden“ nadelstichen zu versehen …

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    • Nitya schreibt:

      Hab nix dagegen:

      Ich ersetze mit Freuden das „wir“ durch ein „ich“.
      Das „wir“ sollte in diesem Fall keine Vereinnahmung sein,
      etwa in dem Sinn:
      So, jetzt wollen wir alle gern „Ein Jäger aus Kurpfalz“ singen.
      Sondern im Sinn der Feststellung:
      Du bist ein Mensch, ich bin ein Mensch, wie sind Menschen.

      Klar ist das letztlich nur ein Spiel des BEWUSSTSEINs,
      das mit sich selbst spielt.
      UND: Du hast die volle Verantwortung.

      tetra-klein

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      • fredo0 schreibt:

        mist …immer diese verbeantwortung ….😀

        ( ich liebe ja etymologische bezüge … und im althochdeutschen steht ver-… für weg von oder entgegen … auch zu finden in ver-loren … und noch feiner in ver-lust … demzufolge ist ver-antwortung also ein weg von antwort , oder ein verlust von antwort …
        diese art von ver-antwortung mag ich von herzen …)

        ich erfreuen mich ja meine kritischen gedanken … sie sind mir feiner ausdruck von lebendigkeit …
        jedoch …
        ist es nicht (ver-be-)antwort(ung) sondern ein mitschwingen in vibration …
        der antwort ver-lustig , ist ver-anwortung einfach ohne eigene antwort sich mitschwingend zu erleben ( was nicht zu verwechseln ist mit un-ter-tänig )

        .das musste ich doch mal erwähnen ..
        allein um das tänzerische des mitschwingens mal hervorzuheben …
        (muss mich wohl einschwingen für heute abend … rock gegen rheuma in göttingen ! )

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  8. Elwood schreibt:

    In mir schwingt auch oft das Wort „Wir“.
    Es steht bei mir für „Gattung Mensch“
    Der Mensch, der eine Sprache mit „Worten“ entwickelt hat.
    Der so sehr an diesen Worten hängt, dass er sie für die Wirklichkeit hält.
    Wodurch er überzeugbar, manipulierbar und leichtgläubig geworden ist.
    Der für seine Überzeugungen (Vorstellungen) töten kann und
    dessen Vorstellungswelten sein Potenzial vernebeln.
    Aber auch sich als Schöpfer seiner eigenen Welt fühlt.
    Ein Spiel des Bewusstsein, durch das die Selbstreflektion vieleicht erst möglich ist?
    (Am Anfang war das Wort)
    Ein zweischneidiges Schwert……

    so ähnlich oder auch gans anners…

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