Heinrich von Nördlingen: Ich lasse deine Wohlmeinenheit wissen


Pythagoras

Dir, meinem herzlieben Trost und meiner getreuen Zuflucht in allen meinen Leiden, entbiete ich und wünsche ich als Gruß das Licht, um die Wahrheit zu erkennen, das Feuer, um die Wahrheit zu lieben, und die Kraft, um die Wahrheit zu leben: damit du in dem göttlichen Licht emporgehoben, in dem göttlichen Feuer vereint und in der göttlichen Kraft geborgen werdest in die allerinnigste Barmherzigkeit Gottes und in die Verborgenheit seines Antlitzes, und du da drinnen werdest, was dein Herz so liebesdurstig begehrt in der Kraft des Heiligen Geistes.

Geliebte in Gott unserem Herrn Jesus Christus! Ich lasse deine Wohlmeinenheit wissen, daß nun am Donnerstag mein Tag ist vor dem Bischof. Wie es da um mich steht, weiß ich nicht. Bitte mit einem göttlichen Eifer für mich, daß mein Herz jene liebevoll und friedfertig ertrage und liebreich betrachte, welche mich so sehr feindlich bedrängen und hinterhältig angeklagt haben. …..

aus: „Deutsche Mystik“ Herausgeber: Louise Gnädiger

Manchmal grapsch ich mir irgendein herumliegendes Buch oder eines aus dem Regal und schlag es irgendwo auf. Auf diese Weise bin ich auf den Anfang eines 1338 geschriebenen Briefes des Predigers Heinrich von Nördlingen an die Nonne Margaretha Ebner, Mystikerin und Dominikanerin im Kloster Maria Medingen gestoßen.

„Bitte mit einem göttlichen Eifer für mich, daß mein Herz jene liebevoll und friedfertig ertrage und liebreich betrachte, welche mich so sehr feindlich bedrängen und hinterhältig angeklagt haben. …..“ Nun, es kommt mir so vor, als habe sich dieser Heinrich ziemlich vergeblich darum bemüht, seine Widersacher liebreich zu betrachten. Man hatte ihn wohl „hinterhältig“ beim Bischof angeschwärzt, was in der damaligen Zeit sicher böse Folgen haben konnte. Wenn er könnte, wie er wollte, hätte der gute Heinrich seinen Gegnern sicher lieber die Pest und die Cholera gleichzeitig an den Hals gewünscht. Aber da gab es ja das Wort des Herrn Jesus Christus: „Liebe deine Feinde.“ Das ist eine schwierige Kiste, wenn man ein Prediger des Herrn ist und sehen muss, dass man gar nicht in der Lage ist, das zu leisten, was man anderen aufbürden will. Es ist halt das alte Dilemma zwischen einem eingebildetem Soll und dem, was ist. Offensichtlich ist der Prediger nicht in der Lage, einzugestehen, dass er unfähig ist, seine Feinde zu lieben. Das ist nun mal das Problem mit dieser Lieberei, dass sich das nicht machen lässt. Entweder sie geschieht oder sie geschieht nicht.

Wenn ich das so lese, bekomme ich den Eindruck, dass der Schreiber des so wohlklingenden Briefes ein ziemlich taktierender Mensch ist. Er scheint nicht nur sich selbst, sondern auch diejenigen, die ihm vielleicht nützlich sein könnten, manipulieren zu wollen. „Ich lasse deine Wohlmeinenheit wissen …“ das ist wohl der Versuch, das Gegenüber dazu zu bringen, eine gute Meinung über den Briefeschreiber zu haben. Margaretha Ebner, die später selig gesprochen wurde, genoss möglicherweise einiges Ansehen im Kloster und darüber hinaus und hätte vielleicht beim Bischof ein gutes Wort für ihn einlegen sollen. Das wagt Heinrich jedoch vielleicht nicht direkt auszusprechen. So ein egoistischer Wunsch könnte ja seinem Ruf als frommer Prediger schaden.

Aber was kümmert mich eigentlich dieser Heinrich und seine möglichen Motivationen? Was projiziere ich hier blödsinnigerweise herum? Stalker, ick hör dir trapsen? – Ich mach mir jetzt einen Kaffee und dann schau ich nach den Eichhörnchen.

Hmm, irgendwie hat mir die Ausdrucksweise dieses Heinrichs ja schon gefallen, muss ich gestehen. Sie muss ja nicht immer Kennzeichen subtiler Manipulation sein.

Ach ja, der Schreiberling oben auf dem Bild ist nicht Heinrich von Nördlingen; es handelt sich um die Skulptur des Pythagoras am Königsportal der Kathedrale von Chartres.

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18 Antworten zu Heinrich von Nördlingen: Ich lasse deine Wohlmeinenheit wissen

  1. IamAlways schreibt:

    Hallo Nitya, (Nomen ist Omen)> Hier gab es einen obdachlosen Heinrich, er hatte sein Domizil vor einem Rewe Supermarkt aufgebaut, wo er das ganze Jahr, Tag und Nacht, verbrachte.
    Er hatte nie die Leute angebettelt, sondern einen Becher hingestellt und sich ansonsten der Literatur hingegeben, immer fand man ihn lesend vor.
    Letztes Jahr ist er wohl nach einem Nierenversagen gestorben, las man in der Zeitung. Zuvor aber ist er erwischt worden, als er in der Kirche den Klingelbeutel entleert hatte-lach-….Also eigentlich doch ein ganz Rechtschaffener Mann :-))!!!
    Nach seinem Tod trauerte ein ganzes Stadtteil um ihn, er fehlte, sein Platz war leer!

    Die Kirche hatte als Zeichen der Aussöhnung mit ihm, man höre und staune, seine recht schöne Beerdigung bezahlt!
    Soviel zu Heinriche von mir-lach-!

    Eichhörnchen und Kaffee, wir scheinen das gleiche Hobby zu haben-lach….sie sind im Moment emsig am verbuddeln🙂

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    • Nitya schreibt:

      „Zuvor aber ist er erwischt worden, als er in der Kirche den Klingelbeutel entleert hatte-lach-….“

      Ja, wenn die Leute nicht genug spenden, hat er eben die Verantwortung für sein Überleben – wozu sicher auch hin und wieder ein neues Buch gehörte – selbst in die Hand genommen. Gewissermaßen auch eine Aktion Eichhörnchen.

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  2. Jens Gantzel schreibt:

    Tja, vielleicht mag da ein wesentlicher Unterschied zwischen Frömmelei (für mich klingt das so, was Heinrich von Nördlingen da so schreibt) und Mystik im Glauben (z.B. Johannes von Kreuz) deutlich werden…
    Und Selbstbilder… tja, Selbstbilder… das ist ja so eine Sache. Schwierig, denen auf die Spur zu kommen, aber spannend und aus meiner Sicht sinnvoll, leider auch mit Ent-täuschungen verbunden und auch manchmal kränkend… aber langfristig toll🙂

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  3. IamAlways schreibt:

    Was „Deinen“ Heinrich betrifft……. könnte sein Ansinnen, seine Feinde lieben zu wollen, nicht dem Wunsch nach >“in dem göttlichen Licht emporgehoben, in dem göttlichen Feuer vereint und in der göttlichen Kraft geborgen“ „Du musst die Welt erst lieben, um sie loslassen zu können“<

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  4. IamAlways schreibt:

    Sorry, da fehlt ein Teil..ich meinte:
    könnte sein Ansinnen, seine Feinde lieben zu wollen, nicht dem Wunsch nach >”in dem göttlichen Licht emporgehoben, in dem göttlichen Feuer vereint und in der göttlichen Kraft geborgen” entsprungen sein?
    Denn wir wissen ja inzwischen und er wusste es zur damaligen Zeit allemal, “Du musst die Welt erst lieben, um sie loslassen zu können”

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    • Nitya schreibt:

      “Du musst die Welt erst lieben, um sie loslassen zu können.”

      Ja, das könnte diesem Wunsch entsprungen sein.

      Und dann kommt das Denken ins Spiel: „Ich muss also erst die Welt lieben.“ Und schon geschieht die Täuschung. Solange es da ein „um zu“ gibt, wird das nichts mit der Liebe. Die Welt „will“ schon um ihrer selbst willen geliebt sein. Und das bedeutet, dass die Trennung zwischen Subjekt (ich) und Objekt (Welt) verschwunden ist. Dann ist jedes „um zu“ verschwunden und auch jede Zeit, die es braucht, um vom Welt-Lieben zum Loslassen zu kommen.

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      • IamAlwys schreibt:

        Und dann kommt das Denken ins Spiel: “Ich muss also erst die Welt lieben.” Und schon geschieht die Täuschung. Solange es da ein “um zu” gibt, wird das nichts mit der Liebe. Die Welt “will” schon um ihrer selbst willen geliebt sein. Und das bedeutet, dass die Trennung zwischen Subjekt (ich) und Objekt (Welt) verschwunden ist. Dann ist jedes “um zu” verschwunden und auch jede Zeit, die es braucht, um vom Welt-Lieben zum Loslassen zu kommen.

        Ja, genau so ist es!!!
        Die Welt „will“ schon immer um ihrer selbst willen geliebt werden“…wie schön!!!

        Dieser Satz „Du kannst die Welt erst loslassen, wenn du sie liebst“ tauchte in mir vor ganz vielen Jahren auf.
        Mir scheint das der wichtigste Punkt überhaupt auf der „spirituellen Reise“ zu sein! Denn fast alle „Sucher“ wollen nur eines inbrünstig, diese Welt so schnell wie möglich weghaben…… zu viel Leid haftet an ihr und an uns „Suchern“.

        Aber ist das so einfach und leicht machbar?
        Wenn die Trennung zwischen Subjekt und Objekt aufgehoben ist, bleibt reines Schauen….hört sich doch ganz leicht an?!
        Das bedeutet ganz wach im Augenblick zu sein, ohne den Filter der Vergangenheit und der Zukunft….also auch den Wegfall des Zeugenbewusstseins, welcher das Gewahrsein ermöglicht….also wie ein Baby!
        Der Seher löst sich im Sehen auf, Sehen und Gesehenes werden EINs.
        Wenn das so einfach wäre, würde es dann die ganzen Probleme geben, die es ganz offensichtlich gibt!?
        Was ist es, was uns daran hindert, in jedem Moment gegenwärtig (Frei) zu sein?

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      • Nitya schreibt:

        Liebe IamAlwys,

        keine Ahnung, warum ich deinen Kommentar erst wieder freischalten musste. Das WordPress-System hat so seine Tücken.

        Ich hab unten einen Text von Osho reingestellt. Der fiel mir ein bei deiner Frage: „Was ist es, was uns daran hindert, in jedem Moment gegenwärtig (Frei) zu sein?“ Hindert uns denn irgendetwas? Oder ist „Hindern“ nur eine Vorstellung, die auftaucht, wenn wir unsere Wünsche nicht erfüllt sehen? Wenn ich den Meisen oder den Eichhörnchen zuschaue, kann ich nicht sehen, dass sie irgendetwas hindert. Lediglich der Mensch scheint fast ständig durch irgendetwas gehindert zu sein. Ist schon komisch, nicht wahr? Ich würde also sagen: Ohne Wunsch nach etwas, das nicht da ist, gibt es auch keine Behinderung.

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  5. Elwood schreibt:

    „So ein egoistischer Wunsch könnte ja seinem Ruf als frommer Prediger schaden.“

    Wenn ich meine Robe anlege sieht man meine Hufe nicht…..

    Viele können in Buddhas Welt eintreten,
    aber nur wenige in die des Teufels.
    (Ikkyû Sôjun)

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  6. Nitya schreibt:

    Es gibt zwei Ebenen des Denkens. Die höchste Ebene besagt, dass alles, was geschieht, so geschieht, wie es soll – nichts geht jemals schief, nichts war jemals falsch, nichts kann jemals schief gehen, und eine Anstrengung zu machen, bewirkt keinen Unterschied. Dies ist die höchste Wahrheit: Alles ist so, wie, wie es ist. Und das zu verstehen, bedeutet, still zu werden.

    In dem Augenblick, in dem du das verstehst, gibt es keine Unruhe mehr. Dann wird alles, was auch immer geschieht, akzeptiert; denn so ist der Lauf der Dinge. Es gibt kein Kämpfen, es geschieht eine große Hingabe. Alles ist Gottes Wille, und einen anderen Willen haben wir nicht: Sein Wille ist unser Wille.

    Dies ist die höchste Wahrheit. Aber für die Menschen, die dies nicht verstehen, gibt es eine niedrigere Wahrheit, die nur dem Namen nach eine Wahrheit ist. Sie ist nicht wahr, sie ist eine Fiktion – eine Fiktion, um den Menschen zu helfen.

    Denjenigen, die diesen höheren Standpunkt nicht verstehen können, denjenigen, die noch in ihren Egos leben, wird gesagt: „Ja, du musst handeln, und durch dein Handeln werden Dinge möglich gemacht. Wenn du hart arbeitest, wirst du belohnt werden, wirst du ausgezeichnet werden; falls du nicht hart arbeitest, wirst du alles versäumen. Es ist dein Wille, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Dies sind minderwertige Wahrheiten. Eine minderwertige Wahrheit ist eine Lüge. Es gibt jedoch Menschen, die diese Lüge brauchen; sie können die höchste Wahrheit nicht verstehen.

    Wenn du also die höchste Wahrheit verstehst, dann besteht für eine zweite Wahrheit keine Notwendigkeit. Die zweite ist nur eine Lüge, eine Tröstung für Menschen, die sich nicht entspannen können. Sie müssen immer irgendwas tun. Sie würden platzen, wenn sie nichts zu tun hätten. Sie brauchen die minderwertige Wahrheit.

    Eines Tages wird auch ihnen bewusst werden, dass das alles Unsinn ist. Die Dinge geschehen von selbst. Niemand tut etwas, und niemand kann etwas tun. Aber an dem Tag, an dem sie das verstehen, wird die höhere Wahrheit in ihr Bewusstsein eindringen.

    Wenn du also die höchste Wahrheit verstehen kannst, gibt es für dich keine Probleme mehr: Entspanne dich einfach. Das bedeutet nicht, dass man aufhört, zu handeln. Man wird weiterhin handeln, jedoch weiß man, dass es Gott ist, der handelt, Wenn du dann erfolgreich bist, ist es Gott, der erfolgreich ist; und wenn du versagst, ist es Gott, der versagt. Und wie könnte Gott versagen? Da muss es sich wohl um ein Missverständnis handeln. Dann gibt es keine Probleme, keine Besorgnis. (….) In dem Augenblick, in dem du begreifst, dass es Gott ist, der arbeitet, fällt alle Besorgnis von dir ab. Dann gibt es keine Qual mehr.

    Lebe also nach dieser höchsten Wahrheit! Wenn man wählen muss, warum dann nicht die höchste Wahrheit wählen?

    (Osho)

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    • Prem Kasina schreibt:

      die Flöte, auf der Gott sein Lied spielt…
      fällt mir dazu ein…
      (wo habe ich das gelesen? auf welcher Wiese es gepflückt? Ich war auf so vielen Wiesen unterwegs und habe dann aus all diesen Blumen meine Kränze geflochten… Es gibt kein einziges Wort, das mein eigenes Wort ist. Alle meine Worte sind gefunden, entdeckt, geschenkt erhalten und neu kombiniert…
      die Flöte, auf der Gott sein Lied spielt, ist nicht von mir kombiniert. Vielleicht von Osho.
      die Flöte, auf der Gott sein Lied spielt hat sich als Sehnsucht tief in mein Herz geprägt…)

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    • IamAlways schreibt:

      Alles ist Gottes Wille, und einen anderen Willen haben wir nicht: Sein Wille ist unser Wille.

      Gott weiß nichts von dieser Schöpfung, das war es, was mir gezeigt wurde und was man in vielen
      Schriften bestätigt findet.
      In „Ein Kurs in Wundern“ heißt es, Gott ist unveränderbar, ewig….ER weiß nichts von dieser Schöpfung. Christus, sein Sohn, ruhe zu einem Teil nach wie vor in Gott und zum anderen sei er tieff in in diesen LebensTraum versunken.
      Wenn Gott nun tatsächlich nichts von diesem LebensTraum weiß, wie könnte dann sein Wille geschehen, bzw.. nach wessen Willen geschieht dann?

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      • Nitya schreibt:

        „Wenn Gott nun tatsächlich nichts von diesem LebensTraum weiß, wie könnte dann sein Wille geschehen, bzw.. nach wessen Willen geschieht dann?“

        Osho drückt sich oft sehr dualistisch aus. Ich versuche es mal so auszudrücken: Gott ist eine Metapher für alles, was ist, „Sein Wille“ das, was geschieht. Ist es so für dich annehmbarer?

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  7. IamAlways schreibt:

    Danke Nitya, ich hatte mich schon gewundert, da es so aussah, als würde erneut eine Zensur stattfinden.
    Gerade las ich, das Du Oshos Text auf eine Frage von mir rein gestellt hast, danke dafür.

    Ich glaube, ich muss mich hier wieder raus nehmen, da ich alles ein bisschen durcheinander gewürfelt sehe….mit anderen Worten, ich habe den Überblick verloren :-)))

    Ich werde gerne wieder die Rolle des Zaungastes übernehmen und dabei ein Käffchen mit Euch trinken und den Eichhörnchen nebenbei auch noch meine Aufmerksamkeit zukommen lassen :-))

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  8. fredo0 schreibt:

    mein Versuch es in Worte zu fassen lautet so :

    Alles ist in einem Punkt geschehen .. der zeitlose unbegrenzte Raum macht plötzlich einfach BLUB … ( warum auch immer ) … in diesem einen MOMENT ( des BLUB ) ist alles bereits enthalten und in einen dynamischen Kontext von allem zu allem …
    Dies wird übrigens von manchen als feines Vibrieren des BEWUSSTSEINS berichtet … genauer gesagt , als ein feines Vibrieren dessen Inhaltes … soll heißen , Dualität ( = Schöpfung ) befindet sich in einem permanenten Beziehungszustan von alles zu allem …

    jedes Einzelvibrieren steht für Kontakt / Beziehung / Impuls und Reaktion … in Betrachtung der Einzelvibration entsteht die (zusätzliche ) Vorstellung von Raum und Zeitverlauf … ( und die Idee einer Beeinflussung dieser Vibration durch Wille oder Können des „Vibrierten“ ) …. wird jedoch die Gesamtschöpfung „betrachtet“ verschwindet diese Idee und die Vorstellung von Raum und Zeit , da alles dann nur noch VIBRATION ist …

    Als Sinnbild dafür :: betrachte aus großer Höhe die Wirbel eines Gewässers in die ein Wasserfall hineinfällt … du siehst nur ein chaotisches Gesamtgewirbel , ohne Anfang ohne Ende …. zeitlose Dynamik …. jetzt gehe mit deiner Betrachtung näher …. und näher …. und näher …. und plötzlich siehst du die einzelne wirbelnde Welle …. und die hat so etwas zielgerichtete (eigene) Bewegung , mit Anfang und Ende , mit rechts und links , oben und unten , und ist zwar bewegt , doch in keiner Weise chaotisch … jetzt hebe die Betrachtung wieder nach oben … höher … noch höher ….. und das „einzelne“ verschwindet und befindet sich eingeschlossen in einem chaotischen Gesamtgewusel des Dynamischem Kontext ..

    Dieses Bild hat mir vieles verdeutlicht …. es ist stets eine Frage der Perspektive …
    der , der sich vereinzelt sieht , sieht Richtung und Wille , und nix ist falsch daran !!!
    der , der sich in Allem zu sehen vermag , für den wird Richtung und Wille irrelevant / bedeutungslos , da er, obwohl er Richtung und Wille durchaus noch kennt , um deren völliges Verschwinden in der Dynamik des (chaotischen) Gesamtkontext weiß .

    und in diesem Gesamtkontext , dem besagten BLUBB aus ABSOLUT , ist bereits alles zu jedem in Beziehung , damit bereits „gewollt“ ( ! ) , allein durch die Komposition des Kontextes .
    Schöpfung ist in Schöpfung bereits vollendet , da alles auf Grund des geschöpften Kontextes völlig zwangsläufig ( sprachlich angenehmer formuliert : konsequent ) in > Beziehung ist … und Beziehung allein definiert unveränderbar und konsequent die daraus resultierende Bewegung ( Vibration )

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    • Nitya schreibt:

      Oh, das ist hübsch, dein Sinnbild von den Wirbeln eines Gewässers, in die ein Wasserfall hineinfällt, und für viele vermutlich anschaulicher und daher annehmbarer als das doch sehr abstrakte Tetralemma. Vielen Dank für dieses Bild!

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