Ryokan: weder weise noch dumm


1
Was gestern richtig war,
ist heute falsch.
In dem, was heute richtig ist,
woher weißt du, dass es nicht gestern falsch war?
Es gibt kein letztes Richtig oder Falsch.
Unvorhersehbar sind Gewinn und Verlust.
Nur Dumme kleben die Stege einer Zither an,
doch ohne Bewegung – kein Ton.
Die Weisen hingegen dringen vor bis zur Quelle,
aber spazieren oft zu lange umher.
Nur wenn du weder weise bist noch dumm,
kannst du jemand genannt werden, der den Weg erlangt hat.

aus: Tanahashi/Boissevan, „Hoher Himmel, Großer Wind“

2„Nur Dumme kleben die Stege einer Zither an, doch ohne Bewegung – kein Ton.“

Vor kurzem hatte ich Besuch von einem Freund, dessen langjährige Beziehung eben auseinandergegangen war. Was er erzählte, war wirklich schauerlich. So ein Rosenkrieg ist echt kein Zuckerschlecken. Natürlich kannte ich nur seine Position und ich merkte, wie ich von seiner Position geradezu absorbiert wurde und anfing, Partei zu ergreifen. „Schrecklich! Wie kann sie nur …“ Ich war drauf und dran, „die Stege einer Zither anzukleben“. Ich war drauf und dran, ein Dummer zu sein. „Ohne Bewegung – kein Ton?“ Was könnte Ryokan alias Lin-chi damit gemeint haben? Da sind zwei Positionen, zwei Pole, und zwischen ihnen ist so etwas wie Spannung. Eine bestimmte Vibration. Ein bestimmter Ton. Wenn ich einen Pol entferne existiert diese Spannung nicht mehr, hört der Ton auf zu tönen. Jetzt kann ich die verbliebene Position nur noch auf einen Grabstein meißeln.

„Die Weisen hingegen dringen vor bis zur Quelle, aber spazieren oft zu lange umher.“

Was könnte damit gemeint sein, dass die Weisen oft zu lange umher spazieren? Ich habe nicht geringste Idee. Umher spazieren in Wald und Flur? Wohl kaum. Die Weise dringen vor bis zur Quelle und dann …müssen sie es allen erzählen? Spazieren sie umher, klettern auf den Dächern herum und verkünden den zunehmend verwirrten Mitmenschen ihre frohe Botschaft? Vielleicht meinte Ryokan etwas in der Art, aber das ist jetzt wirklich heiteres Rätselraten von mir.

„Nur wenn du weder weise bist noch dumm, kannst du jemand genannt werden, der den Weg erlangt hat.“ So, jetzt halte ich einfach mal die Klappe und überlasse das heitere Rätselraten meinen sehr verehrten Blog-Gästen.

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26 Antworten zu Ryokan: weder weise noch dumm

  1. doro schreibt:

    Wenn ich raten sollte, dann würde ich das „Spazieren-Gehen“ sinnbildlich verstehen.

    Sie dringen vor, bis zur Quelle – das könnte bedeuten, dass die Weisen sich z.B. meditativ mit dem „Großen-Ganzen“ verbinden,

    aber spazieren oft zu lange umher – verstehe ich so, dass sie zu lange in der Meditation verharren, sich dem Weltlichen zu lange entziehen, sich nicht mit der vermeintlichen Realität beschäftigen.

    „Zu lange“ beinhaltet hier wohl ein negatives Urteil, eine Kritik, dass die Weisen sich zu wenig damit beschäftigen, womit sie konfrontiert werden? Sich den anderen Menschen und ihrer Rolle in Gesellschaft und Beruf entziehen? Aber warum sollten sich Weise mit dem Irdischen beschäftigen sollen? Da habe ich wohl was falsch verstanden.

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    • Nitya schreibt:

      Gefällt mir, liebe Doro. Ja, so könnte es auch gemeint sein. „Sich zu lange dem Weltlichen entziehen“ würde ja bedeuten, dass „die Weisen“ eine Trennung vorgenommen hätten zwischen „der Quelle“ und den „Erscheinungen“ und dass sie sich für Ersteres entschieden hätten, anstatt zu sehen, dass sich „die Quelle“ in jeder „Erscheinung“ manifestiert, dass Quelle und Erscheinung nicht zwei sind.

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  2. Ingeborg schreibt:

    Peter sagt: „Es ist wohl nützlich und erstrebenswert nach der Quelle zu forschen – nur sollte der Fluß, den die Quelle speist, nicht aus den Augen verloren werden.“

    Dieser Peter, der nach 10jähriger Beziehung, am 29.04.2013, einen Tag nach seinem Geburtstag, spurlos verschwandt und sich in der Boberger Niederung – mit einem Messer – wiederfand, seinem Leben ein Ende zu setzen. Nachdem er dort über imaginäre Leichenteile gestiegen war fand er den Mut, Kontakt aufzunehmen, zog es aber vor, in der Obdachlosigkeit zu verharren.
    Lieben Gruß von Peter

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    • Nitya schreibt:

      “Es ist wohl nützlich und erstrebenswert nach der Quelle zu forschen – nur sollte der Fluß, den die Quelle speist, nicht aus den Augen verloren werden.”

      Lieber Peter,
      danke für deine Empfehlung, der ich nur voll zustimmen kann.
      Einen herzlichen Gruß
      Nitya

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  3. Marianne schreibt:

    quelle und erscheinung sind nicht zwei …
    quelle und erscheinung sind zwei …

    nur ein wechsel zwischen finger und daumen …😉

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    • Nitya schreibt:

      „Wenn meine Aufmerksamkeit auf dem Daumen ist, ist der Daumen der Fühlende und der Zeigefinger das Selbst. Richten Sie die Aufmerksamkeit auf den Zeigefinger, und die Verhältnisse stellen sich auf den Kopf.“

      Das Beispiel mit Daumen und Zeigefinger zeigt nur den Wechsel von Subjekt zu Objekt und umgekehrt. Subjekt und Objekt sind in diesem Beispiel zunächst immer getrennt, als zwei.

      Wenn ich sage, dass Quelle und Erscheinung nicht zwei sind, dann sage ich das unbeschadet der Feststellung, dass Quelle und Erscheinung als zwei erscheinen.

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  4. fredo0 schreibt:

    hach … über texte zu spekulieren ist auch eines meiner hobbys … ( das denken braucht halt futter )

    „“Die Weisen hingegen dringen vor bis zur Quelle,
    aber spazieren oft zu lange umher.
    Nur wenn du weder weise bist noch dumm,
    kannst du jemand genannt werden, der den Weg erlangt hat „“

    der erste Satz erinnert mich an das Phänomen Ken Wilber , und in Anklängen auch an Torsten Brügge .
    Manche Weisen werden (zwar) bis zur Quelle gespült ( so würde ich es formulieren ) ,
    doch sind sie ob deren Schlichtheit im Denken und darüber reden schnell gelangweilt.
    ( so würde ich weiterfahren ) , und neigen dann gerne zum „weiterspinnen“ , was ein „darüberhinaus“ vortäuscht . Ihnen selber und ihren Zuhörern.
    jedoch wenn auch das Denken ( und drüber reden ) der Schlichtheit der Quelle entsprechen mag , ist der MOMENT fein im Leben „angekommen“ .

    so oder ähnlich …. und natürlich auch ganz anders … von zeit zu zeit … mag es formuliert werden.

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    • Nitya schreibt:

      „doch sind sie ob deren Schlichtheit im Denken und darüber reden schnell gelangweilt.
      ( so würde ich weiterfahren ) , und neigen dann gerne zum “weiterspinnen” , was ein “darüberhinaus” vortäuscht . Ihnen selber und ihren Zuhörern.“

      Hihi, nicht übel!

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  5. Elwood schreibt:

    Freiheit innerhalb der alltäglichen Begrenzungen. Da ist nichts Besonderes, da alles ent-halten.

    Formuliert Elwood spontan sein Gefüül vom Weg

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    • Nitya schreibt:

      Jetzt müsstest du vielleicht noch den Begriff „Freiheit“in diesem Zusammenhang definieren.

      Ich sitze in einer Gefängniszelle. Ich kann nicht die Tür aufmachen und hinausgehen. Ich habe jedoch die Freiheit, von meiner Pritsche aufzustehen und mich auf den Stuhl am Tisch zu setzen. ich vermute, dass du diese Art von Freiheit nicht meinst.

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      • Elwood schreibt:

        Der Spruch Freiheit innerhalb der alltäglichen Begrenzungen ist ursprünglich eine Formulierung meiner Frau( hatte ich auch mal vermerkt). Für mich ist dieser Spruch ein Paradox und kommt mir immer wieder mal spontan in die Gefühlsdenke, die ich gerade nicht beschreiben kann.
        Momentan würde ich vielleicht den fallenden Sack und wiederaufnehmenden Sack so beschreiben:

        Freiheit vom Drang nach Vervollkommnung, da alles Vollkommen, da alles Gleichwertig, also ohne Bewertungs-muss, ohne Bewertungs-Möglichkeit des Inhalts des Augenblicks, in der vollkommenen Anerkennung meiner Begrenzungen der Erscheinungsform in der alles Auftauchen kann, auch der Drang nach Vervollkommnung.
        Dies ist eine Definierung von einer mir spontan gefühlte Freiheit, die ich in meiner begrenzten intellektuellen Formulierungsmöglichkeit hier zu Ausdruck zu bringen versuche.

        Als ich vor drei Tagen bei Max Stirner über Freiheit und der Einzige las, blieb für mich nur noch sowas wie „ich BIN“ übrig. Hatte aber auch ein Gefühl von Bewertungs-unmöglichkeit, da alle „der Einzige“ sind und somit gleichwertig.

        Beim Weg würde ich die Freiheit vielleicht beschreiben: Freiheit von der Angst der Entscheidungskonsequenz, da kein richtig oder falsch und jede Entscheidung bei einer Weggabelung die richtige ist.

        Der olle Dogen drückt das für mich viel schöner aus:

        Ein Fisch, der im Wasser schwimmt, stößt an kein Ende des Wassers, soweit er auch schwimmt. Ein Vogel, der am Himmel fliegt, stößt an keine Grenze des Himmels, soweit er auch fliegt. Fisch und Vogel waren von Beginn an nie vom Wasser und Himmel getrennt. Brauchen sie viel davon, so benützen sie einfach viel. Benötigen sie wenig, dann verwenden sie nur wenig. So kommt es niemals vor, dass sie ihren Bereich nicht ganz ausfüllten, und es gibt keinen Ort, an dem sie nicht ihre volle Aktivität entfalteten. Wenn ein Vogel den Himmel verließe, dann stürbe er auf der Stelle. Verließe ein Fisch das Wasser, so stürbe er auf der Stelle. Wisse, dass Leben durch das Wasser gelebt wird. Wisse, dass der Himmel Leben vollbringt. Der Vogel verkörpert Leben, der Fisch verkörpert Leben. Und durch das Leben soll der Vogel verkörpert sein, durch das Leben soll der Fisch verkörpert sein. Und darüber hinaus soll es immer weitergehen. Mit dem übenden Bezeugen und allem Lebenden verhält es sich ebenso.

        Gäbe es aber einen Vogel oder Fisch, der zuerst versuchte, das Wasser oder den Himmel gründlich zu vermessen, bevor er darin schwimmt oder fliegt, dann fände er weder Weg noch Ort im Wasser und am Himmel. An diesen Ort gelangt, diesem Geschäft nachgehen, das ist die Vergegenwärtigung offenbarer Tiefe. An jenen Weg gelangt, jenem Geschäft nachgehen, das ist die Vergegenwärtigung offenbarer Tiefe. Dies ist so wie es ist, denn jener Weg und dieser Ort sind weder groß noch klein, weder man selbst noch etwas außerhalb, es gab sie nicht schon früher und sie entstehen auch nicht in diesem Augenblick.

        Aus Genjōkōan, das erste Kapitel des Shōbōgenzō (Dōgen Zenji 1200-1253)

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      • Elwood schreibt:

        Vieleicht trifft es ein Bild besser als meine verrückten Vorstellungsworte:
        Eine Freundin erzählte uns von ihrer kleinen Tochter, wie sie bei einer Autofahrt angeschnallt im Kindersitz auf dem Rücksitz saß, aus dem Fenster schaute und staunend ausrief:“Was ist die Welt groß!“

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  6. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    seit einigen Wochen aus der “ Inneren Emigration “ frisch und lebendig zurückgekehrt
    freut es mich das der Nitya-blog noch immer mit Esprit belebt wird .
    …“Die Weisen hingegen dringen vor bis zur Quelle, aber spazieren oft zu lange umher.”…
    Auch so ein denkwürdiger Satz .
    ….Alle Wesen sind leer und stehen miteinander in Verbindung…
    ……… Niemand kommt zum Vater – denn durch mich . …
    … Ein gewisser Nitya folgt der Obststiege in den Strudel nach …
    Himmel , Arsch und Zwirn – und sie , die Weisen spazieren und spazieren und spazieren ,
    stolpern in freier oder gebundener Rede über ihre erleuchteten Socken ,
    Such(t)-Geister ohne Selbsterkenntnis Mumm . Im Gemüt die irrige Vorstellung
    Erleuchtung erlangen zu können , für Nix , für lau , oder für “ Knete ihre “ Erleuchtungserfahrungen feilbieten . Da ließt Punito lieber das Märchen vom “ Tapferen Schneiderlein “ . Je oller Punito wird , je früher nimmt er Abstand von launigen “ Da- ist
    die- heile- Welt-zu-finden-Reden .
    Die Welt ist ein Tautropfen…
    Ja- Wohl
    Liebe Grüße
    PUNITO

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  7. Blümchen schreibt:

    “Was gestern richtig war,
    ist heute falsch.
    In dem, was heute richtig ist,
    woher weißt du, dass es nicht gestern falsch war?”
    Spätestens jetzt, da, wo “eine lebensbedrohende Krankheit” sich in meinem Leben offenbart hat, ist diese Frage nicht länger wichtig….. Es entsteht eine wohlige Wärme im Innern der sagt…”Alles ist gut”. Nicht immer natürlich, denn es gibt (eher selten) auch Momente mit Tränen, es gibt Momenten mit Wollen und Hoffnung und alles ändern wollen……..aber dann ist es urplötzlich wieder da, dieses strahlende “Etwas”, dieses Vertrauen, dieses Lächeln um alles und um nichts. Was ist “richtig”, was ist “falsch”…..es sind alles Gedanken, austauschbar. Aber dieses eine unverwechselbare “Etwas” ist ewig.

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    • inrayma schreibt:

      ✻ღϠ₡ღ✻
      (¯`✻´¯)..
      `*.¸.✿¸•♥

      ●/….
      /▌..
      / \ ¸.•°*♥☆҉‿…

      Heilender Segen

      ✻ღϠ₡ღ✻

      Heilende Klänge

      ❥•♪♫ ♪♫♪♫♪♫•●✿⊱Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ღღღƸ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ⊱✿●••♪♫♪♫♪♫♪♫

      ●/….
      /▌..
      / \ ¸.•°*♥☆҉‿…

      Gebete aus dem EINEN

      (¯`✻´¯)..
      `*.¸.✿¸•♥

      für Dich Blümchen

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      • Blümchen schreibt:

        Danke! Nie gewusst, dass ein Computer so viele Zeichen machen kann….Bestimmt ist das heilsam. Danke. Ich kenne nur eines: ♥

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  8. doro schreibt:

    Lieber Elwood,
    Ich bezweifle, dass es die Freiheit, wie Du sie beschreibst gibt. Selbst wenn man die Welt so nimmt, wie sie uns erscheint, sind meine Entscheidungen doch durch eine gigantische Anzahl von äußeren Faktoren beeinflusst. Ich entscheide mich für eine Möglichkeit und plötzlich taucht eine Krankheit, so wie bei Blümchen auf. Ich entscheide mich anders, und plötzlich tritt ein anderes Ereignis(eine Begegnung mit einem Menschen, eine Nachricht, eine überfahrene Katze, ein Fernsehbericht etc etc ) auf und schon ist meine schöne Entscheidung vergessen, verworfen und verändert. Und ich behaupte, dass nicht einmal ein Einsiedler oder Mönch in einem Kloster, diese Freiheit hat, denn plötzlich fliegt ein Vogel vorbei, er muss niesen oder eine Biene sticht zu… weg sind die Gedanken und Freiheiten. Das war nun alleine der Dualistische AnSatz, Non-Dual betrachtet macht das Geschriebene alles nicht den geringsten Sinn.

    Und liebe Blümchen: bewundernswert und schön, dass Deine lebensbedrohliche Krankheit Dich nicht in Depressionen zu stürzen scheint, sondern ganz im Gegenteil, Dir Deinen Blick auf das, was ist und bleibt lenkt. Wenn man es einmal gespürt hat, diese Einheit…

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    • Elwood schreibt:

      Liebe Doro,
      ich bezweifle nicht, dass mein Bockmist überhaupt keinen Sinn macht. Ich schrieb ja auch, dass meine Formulierungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind.
      Der Spruch lautet aber „Freiheit INNERHALB der alltäglichen Begrenzungen“ und nicht VON den alltäglichen Begrenzungen. Wovon Du schreibst sind die Begrenzungen.

      Taisen Deshimaru sagte mal zu einem seiner Schüler: „Verlasse diesen Raum ohne die Tür oder das Fenster zu benutzen….
      Liebe Grüße Elwood

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  9. Blümchen schreibt:

    Liebe(r) Doro, vielen Dank für deine herzerwärmende Worte ♥

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  10. fredo0 schreibt:

    solange Freiheit zu erlangen sein soll … durch was auch immer … ist es eigentlich Unfreiheit ….
    Freiheit ist keine freie Beschaffenheit von etwas , sondern frei von Beschaffenheit !
    Freiheit ist das , was als völlig gleich gültig erlebt wird .
    gleich-gültig erlebte Gefangenschaft ist > Freiheit .
    und als frei erlebte Nicht-Gefangenschaft ist nach wie vor Gefangenschaft .
    das wertende Attribut ( frei / gefangen ) erzeugt bereits Gefangenschaft, Verstrickung.
    so lässt sich sagen , im Erleben gibt es keine Freiheit .
    Freiheit kann nur die Freiheit vom Erleben sein, bzw. etwas genauer formuliert, der Freiheit von automatischer wertender Einordnung , Bevorzung , Ablehnung von Erlebensinhalten.

    (mal wieder etwas kluggeschissen von fredo)

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  11. doro schreibt:

    Hallo Elwood,
    Irgendwie habe ich damit, zu verstehen, was Du meinst. Bitte verzeih mir, dass ich etwas länger brauche. Also, wenn ich Dein letztes Zitat nehme, dann würde ich, falls ich der Schüler wäre und mich auf diese Aufgabe einlassen würde, versuchen, mich von meinem jetzigen Sein zu lösen z. B. durch Meditation. Und dann muss ich plötzlich pinkeln oder wie gerade eben bei mir geschehen: eine dicke Fliege, so ein richtig dicker Brummer setzt sich auf meinen Arm… Futsch wäre meine Meditation. Ich verstehe den Begriff Freiheit in dem Bezug auch nicht. Meinst Du die Befreiung von dieser Welt? Aber ist dann da nicht wieder eine Trennung? Auch eine Bewertung? Schlechte Welt und gutes Sein? Es wird für mich einfach nicht klar, tut mir leid. Gibst Du Dir noch einmal die Mühe, mir zu erklären?

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  12. doro schreibt:

    Hallo Fredoo,
    Ich hatte Deinen Kommentar gar nicht bemerkt. Ja, jetzt fällt der Groschen langsam… Also, die Freiheit, mich von den äußeren Umständen nicht mehr hin und her reißen zu lassen. Also vielleicht im Sinne von Befreiung, wobei das ja wieder eine negative Wertung mit sich trägt. Mmmh, so kann ich Freiheit verstehen, ja.

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