Ramesh: von seinem Egoismus in die Irre geführt


AUM
Es ist die Energie im Körper-Verstand-Organismus, die entsprechend den natürlichen Charaktermerkmalen des betreffenden Organismus die Handlungen erzeugt. Der Mensch, der von seinem Egoismus in die Irre geführt wird, glaubt „Ich bin der Handelnde.“
(27)

Doch wer wahre Einsicht in den Ablauf der Energie im Organismus hat, verliert sich nicht in den Handlungen, welche die Auswirkungen der Sinne sind, die von ihren entsprechenden Objekten angezogen werden. (28)

aus Kap.III in der Bhagavad Gita

Was der gewöhnliche Mensch als „seine“ Handlungen bezeichnet, sind tatsächlich nichts anderes als Reaktionen im Gehirn, welches auf die Sinne reagiert, wenn sie mit den ihnen entsprechenden Objekten in Berührung kommen. Wenn also die Augen etwas sehen oder die Ohren etwas hören, dann reagiert das Gehirn auf dieses Ereignis entsprechend den natürlichen Charaktermerkmalen des Körper-Verstand-Organismus und produziert eine Reaktion. Es sind dies natürliche Reaktionen auf Ereignisse, die der durchschnittliche Mensch irrtümlicherweise für seine Handlungen hält.

Der Weise, Tattvavith – der die Realität kennt, weiß, was wirklich vor sich geht, und verliert sich nicht in dem, was immer auch geschehen mag. Mit anderen Worten erachtet der Weise alle Ereignisse als Gottes Taten und bezeichnet sie daher nicht als „gut“ oder „schlecht“.

Ramakrishna Paramahamsa gab seinen Schülern diese simple Anweisung: „Sei absolut davon überzeugt, dass du lediglich eine Maschine bist, die von Gott gesteuert wird, und dann magst du tun, was immer du willst.“

aus: Ramesh S. Balsekar zu den zitierten Versen in der Bhagavad Gita

Ramesh unterscheidet zwischen dem „gewöhnlichen Menschen“ und dem „Weisen“. Der gewöhnliche Mensch glaubt, dass seine Taten seine Taten sind, der Weise weiß, dass seine Taten Gottes Taten sind. Das ist der ganze Unterschied. Ansonsten reagiert das Gehirn sowohl des gewöhnlichen Menschen wie das des Weisen auf ein äußeres Ereignis entsprechend den natürlichen Charaktermerkmalen des jeweiligen Körper-Verstand-Organismus und produziert eine Reaktion. Das, was Ramakrishna sagt, zielt in die gleiche Richtung: Du bist eine Maschine, die von Gott gesteuert wird. Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Was die maschinenhaften Reaktionen des gewöhnlichen Menschen und des Weisen betrifft, gibt es keinen Unterschied. Ein sog. Erwachter, der sich durch ein besonderes Verhalten auszeichnen würde, fehlt in der Geschichte. Er kommt darin einfach nicht vor.

Das folgende Video ist für dich, liebe keryamastin. Hier ist die wahre Stille zu finden und nicht „in der Stille“.

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9 Antworten zu Ramesh: von seinem Egoismus in die Irre geführt

  1. Giri schreibt:

    Ich finde Ramesh immer lustig. Erst erkennt er, das da keine Handelnder ist. Und dann sagt er, das Gott der Handelnde ist.

    Während der Gita-Ausschnitt ja doch fast nach U.G. klingt. Da ist nur der Körper und seine funktionierende Energie. Purer Materialismus würdet ihr sagen. Oder Zhuangzis „Der Lebensatem (qi) aber wartet leer (xu) auf die Dinge.“ Da ist kein Handelnder. Keine Quelle. Nur dies hier. Lebendigkeit.

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  2. Marianne schreibt:

    Ein sog. Erwachter, der sich durch ein besonderes Verhalten auszeichnen würde, fehlt in der Geschichte. Er kommt darin einfach nicht vor.

    Und …. einen „Weisen“ gibt es doch noch … und der „Befreite“ wird auch immer wieder hier erwähnt.
    Was wäre, wenn es die alle auch nicht gäbe und wirklich alle Schritte umsonst waren, wie es im 9. Ochsenbild des ZEN-Buddhismus so schön heißt?

    Er ist zum Ursprung zurückgekehrt, doch waren seine Schritte umsonst. Besser ist es für ihn, wie blind und taub zu sein. In seiner Hütte sitzt er, sieht von all dem da draußen nichts. Die Ströme fließen, wie sie fließen, und rote Blumen blühen von selber rot..

    Quelle: https://sites.google.com/site/esabsnicht/kakuan-shien-die-zehn-ochsenbilder-mit-kommentaren-und-lobspruechen

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    • Nitya schreibt:

      Warum bist du beim 9. Bild stehen geblieben?
      Da fehlt noch eins.
      Da haste dann deinen Weisen oder den Befreiten.

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      • Marianne schreibt:

        Ich erkenne dort nur einen ganz normalen Menschen, der voll am Leben teilnimmt und es in vollen Zügen genießt …
        Im Text wird er als „Weiser“ bezeichnet – scheint mir aber nicht sein eigenes Rollenverständnis zu sein.😉

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      • Nitya schreibt:

        X. In der Welt

        Barfuß und mit bloßer Brust mische ich mich
        unter die Menschen der Welt.
        Meine Kleider sind zerlumpt und staubig,
        und ich bin immerzu selig.
        Ich brauche keinen Zauber,
        um mein Leben zu verlängern.
        Nun werden vor meinen Augen die Bäume lebendig.

        Komisch, warum treffe ich solche „ganz normalen Menschen“ eigentlich fast nie auf dem Marktplatz?

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      • Elwood schreibt:

        Vieleicht hat sich in seinem Rollenverständnis das Urheberrecht nicht bestätigt……

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    • Marianne schreibt:

      Klasse!🙂

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  3. Eno Silla schreibt:

    Alle Worte sind nutzlos, da sie nur Vorstellungen erzeugen.
    Alle Worte sind nutzlos, da (es) sie nicht benötigt (werden).

    Aber nichts gegen Worte, nichts gegen Vorstellungen.
    Sie sind einfach da, teil des Spiels oder Traums.
    Der Löwe benötigt sie nicht und auch nicht das Gnu.
    Denkt es so in Worten daher.
    Wir können damit spielen und uns daran erfreuen oder darüber ärgern.
    Wo Erwachte sind, da sind auch Nicht-Erwachte.
    Wo Weise sind, sind auch Nicht-Weise.
    Der Befreite schafft automatisch den Unbefreiten.
    Ist das nicht ein fantastisches Spiel der Möglichkeiten, wie Leben sich lebt?
    Und doch, wenn ich morgens erwache und neben mir
    wäre ein „Welt weg“ Knopf, ich würde ihn wieder und wieder drücken!
    Zu larifari dies ganze Erscheinen… Nichts im Vergleich mit der tiefen Stille (still von Dualität?) des Tiefschlafs.
    Der Trost oder der Schrecken (wieder und wieder):
    „Auch das geht vorüber!“

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