Tschuang-tse: Zerstöre nicht durch Menschliches das Himmlische!

BUKDer Flussgott fragte: „Was nennst du das Himmlische, was nennst du das Menschliche?“

Der Gott des Nordmeers sprach: „Rinder und Pferde haben vier Beine, das nenne ich Himmlisches. Den Pferden die Köpfe zäumen, den Rindern die Nasen durchbohren, das nenne ich Menschliches. Darum sage ich: Zerstöre nicht durch Menschliches das Himmlische! Vernichte nicht zu irgendwelchen Zwecken dein Leben! Strebe nicht nach Ruhm auf Kosten deines Inneren, bewahre es vielmehr und hüte dich, es zu verlieren! Das nenne ich: Auf das wahrhaft Wesentliche zurückkommen.“

aus: Tschuang-tse, „Was du Tao nennst, wo ist es zu finden?“

Und hier ein Beispiel für das Menschliche:

Es wird nicht gezeigt, wie eine Mutter mit abgetrenntem Unterleib und weit offenen Augen ihr Leben aushaucht. Es wird nicht gezeigt, wie das Dorf aussieht, über dem MH-17 abgeschossen wurde. Man sieht nicht die von den Passagieren des Fluges durchschlagenen Dächer, die Menschen, die sich aus 10 km Höhe in die Gemüsefelder gebohrt haben. Keine Bilder der verkohlten Überreste von an diesem Krieg der Interessen völlig unbeteiligter Menschen in ihren Sitzen, keine Leichenteile die von Hunden gefressen werden. Man zeigt im Westen nicht das wahre Gesicht des Krieges in der Ukraine!

Man will nicht dass der „Westen“ kriegsmüde wird. Die erste Lehre aus dem Vietnamkrieg ist: keine Toten zeigen! Und schon gar keine zerfetzten und zerfleischten Frauen und Kinder. Denn bei diesen Bildern will niemand mehr Krieg! Und genau diese Bilder werden uns aus der Ukraine und von MH-17 vorenthalten.

Quelle

„Darum sage ich: Zerstöre nicht durch Menschliches das Himmlische! Vernichte nicht zu irgendwelchen Zwecken dein Leben!“

Wenn wir da mitspielen, vernichten wir unser Leben – lange bevor uns eine BUK-Rakete auf den Kopf fällt. Worum es geht, scheint klar zu sein: Es geht um Krieg. Irgendjemand (na wer wohl?) will ganz offensichtlich einen Krieg gegen Russland anzetteln und hetzt und hetzt, dass einem ganz übel davon wird. Waren es etwa im Irak die angeblich vorhandenen Massenvernichtungsmittel, die einen völkerrechtswidrigen Überfall rechtfertigten, so gibt man sich heute nicht einmal mehr die Mühe, einen einigermaßen glaubhaften Kriegsgrund zu erfinden. Die Lügen sind so offensichtlich, dass sie eine Beleidigung für jedes bisschen Intelligenz darstellen. Offensichtlich glaubt man es nicht einmal nötig zu haben, uns intelligent zu belügen. Leute, die auf jede Waschmittelreklame und jeden Wahlslogan reinfallen, haben gefälligst auch diese Lügen zu schlucken. Unsere Politiker und die Medien gehen uns da ja allesamt mit gutem Beispiel voran.

Es ist Zeit, sich wieder an das zu erinnern, was uns Tschuang-tse vor ca. 2300 Jahren hinterlassen hat: „Zerstöre nicht durch Menschliches das Himmlische! Vernichte nicht zu irgendwelchen Zwecken dein Leben!“

Kein Krieg gegen Russland! Kein Krieg mehr gegen wen auch immer! Und auch nicht diese beschissenen, kriegsvorbereitenden Sanktionen!

niewiederkrieg

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3 Antworten zu Tschuang-tse: Zerstöre nicht durch Menschliches das Himmlische!

    • Eno Silla schreibt:

      Lieber Nitya,
      danke für dieses Video. Beeindruckend!
      So, scheint mir, kann es gehen:
      Es ist Krieg und niemand geht hin und wir brüllen laut:
      Ihr könnt uns alle mal am Arsch lecken!!!

      Herzliche Grüsse
      Eno

      Hier nochmal Günter Eich:

      Wacht auf!

      Wacht auf, – denn eure Träume sind schlecht!
      Bleibt wach, – weil das Entsetzliche näher kommt.

      Auch zu dir kommt es, der weitentfernt wohnt
      von den Stätten, wo Blut vergossen wird,
      auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
      worin du ungern gestört wirst.
      Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
      aber sei gewiß.

      „Oh, angenehmer Schlaf
      auf dem Kissen mit roten Blumen,
      einem Weihnachtsgeschenk von Anita, woran sie drei Wochen gestickt hat,

      oh, angenehmer Schlaf,
      wenn der Braten fett war und das Gemüse zart.
      Man denkt im Einschlummern an die Wochenschau von gestern abend:
      Osterlämmer, erwachende Natur, Eröffnung der Spielbank in Baden-Baden,
      Cambridge siegte gegen Oxford mit zweieinhalb Längen, –
      das genügt, das Gehirn zu beschäftigen.

      Oh, diese weichen Kissen, Daunen aus erster Wahl!
      Auf ihm vergißt man das Ärgerliche der Welt, jene Nachricht zum Beispiel:
      Die wegen Abtreibung Angeklagte sagte zu ihrer Verteidigung:
      Die Frau, Mutter von sieben Kindern, kam zu mir mit einem Säugling,
      für den sie keine Windeln hatte und der
      in Zeitungspapier gewickelt war.
      Nun, das sind Angelegenheiten des Gerichtes, nicht unsre.
      Man kann dagegen nichts tun, wenn einer etwas härter liegt als der andre.
      Und was kommen mag, unsere Enkel mögen es ausfechten.“

      Ach, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!
      Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.

      Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
      Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für
      euch erwerben zu müssen.
      Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit
      der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
      Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
      Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

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