Ronny Hiess: die größte Hilfe

Ronny Hiess
In der puren Erfahrung der Hilflosigkeit liegt eine große Gnade. Es ist deine Natur – und darin ist der lebendige Impuls auf dem Weglosen Weg weiter zu gehen, einfach still in Bewegung zu bleiben, die Fülle der Grundlosigkeit zu schmecken und zu atmen, und es in allem zu sein …

Die größte Hilfe: DIR, dem MOMENT Aufmerksamkeit zu schenken, dem Energiefluss, dem Pulsieren; das Leben in dir wahrzunehmen wie es fließt – es fließen zu lassen, es sich ausdehnen zu lassen, so wie es geschieht, ohne eingreifen zu müssen …

Wenn du dem Anderen, der Welt, dir selbst, DIR SELBST etwas Gutes tun möchtest, sei einfach da mit absichtsloser, liebender Aufmerksamkeit – und lasse alles, wie es ist. Wenn jemand um Hilfe bittet, sei aufmerksam, schau in die Transparenz des Momentes und biete an, was du geben kannst.
Es ist ein sich einlassen auf DAS, was ist, still sein, geschehen lassen, ohne zu leugnen und dem Ausdruck geben, was zum Ausdruck kommen will.

aus: Ronny Hiess: „DAS HIER – Eine Liebesbeziehung mit Nichts

Gestern las ich bei Hermann R. Lehner folgenden Tipp als vermutlich größte Hilfe und er zitiert dabei Sri Siddharameshwar Maharaj – aus „Amrut Laya: „Sag ‚Na Aham‘ (‚Ich bin nicht‘) wenigstens einmal. Dann wirst du befreit.“ Also Ausprobieren kostet ja nix, kannste ja mal probieren: „Na Aham.“ Ganz einfach.

Ich halt’s da eher mit Ronnys Tipp: „DIR, dem MOMENT Aufmerksamkeit zu schenken …“ Eine absichtslose, liebende Aufmerksamkeit, die alles lässt, wie es ist.

Ronny sagt: „Wenn du dem Anderen, der Welt, dir selbst, DIR SELBST etwas Gutes tun möchtest …“ Wenn mir das jemand gesagt hätte, bevor ich in jungen Jahren meinem herzallerliebsten Kunstdozenten begegnet bin, hätte ich dafür nur ein zynisches Grinsen übrig gehabt. Ich war 19 und hatte eben beschlossen, fürderhin ein Oberschwein zu sein, nachdem ich erkannt zu haben glaubte, dass alle Menschen Schweine sind. Und dann treffe ich auf diesen Menschen, der genau das, was Ronny da so zart andeutet, in jedem Augenblick zu verkörpern schien: Eine absichtslose, liebende Achtsamkeit allem und jedem gegenüber, die alles lässt, wie es ist. Einmal half er mir beim Aktzeichnen mit einem Knie. Der Zeichenstift schien die Form des Knies auf dem Papier mit einer geradezu unendlichen Zärtlichkeit zu liebkosen. Ich war völlig hin und weg. Keine Predigt, kein Buch hätte mir das vermitteln können, was mir dieser Mensch einfach durch sein ganz alltägliches Sosein zu vermitteln imstande war. Ich glaubte zu verstehen, was das meinte, wenn gesagt wurde, dass die Dornenbüsche zu blühen begannen, wenn Buddha an ihnen vorbei schritt. All die vielen Worte, die ich vorher oder nachher gehört oder gelesen hatte, waren nichts im Vergleich zu diesem Duft absichtsloser, liebevoller Achtsamkeit.

Ich stimme Ronny uneingeschränkt zu: Es ist die größte Hilfe. Und jeder kann es sofort ausprobieren. Kostet auch nix und – wirkt Wunder. Alle Dornbüsche fangen sofort zu blühen an. Versprochen.

Na ja.

 

 

 

 

 

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2 Antworten zu Ronny Hiess: die größte Hilfe

  1. doro schreibt:

    … Und die Welt dreht sich weiter, egal, was passiert. Darin liegt Trost und Aufgabe zugleich. Trost: es ist alles nicht so schlimm, letztendlich ist gar nichts geschehen, es ist alles die Geschichte. Da ist Furcht, es gibt Angst, Hilflosigkeit und Schmerz, aber im Hintergrund pulsiert beständig und ununterbrochen das Leben und erinnert daran, es ist noch etwas da, was es zu erleben gilt, es gibt noch einen Aspekt des Lebens, der noch nicht wahrgenommen wurde, die „Aufgabe“ ist noch nicht vollendet.
    Hingegen ist der Schmerz und die Not „der anderen“, auch immer der eigene, und Empathie bedeutet: ich erkenne die Einheit, ich erkenne, dass es keine Trennung gibt, dass die Grenzen verschwunden sind. In dem winzigen Moment liegt die Wahrheit klar vor mir und offenbart sich direkt, auch wenn dieser Funke gleich wieder entschwindet und der Geschichtsfilm weiterläuft. Öffne ich mich, öffnet sich kurzzeitig alles.

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  2. Die größte Hilfe ist sicherlich, das Konzept der Alterität nicht so arg zu melken: Man wird abhängig davon – und selbst wenn man versucht, davon los zu kommen, muss alles ganz doll „anders“ sein😉

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