Ich sehe was, was du nicht siehst

AffeF: Woher weiß ich, dass Du recht hast?

A: Das kannst du nicht wissen.

F: Heißt das, ich soll dir glauben?

A: Nein, Du kannst es zwar versuchen, aber das würde dir nichts bringen. Das hier hat nichts mit Glauben oder mit Wissen zu tun.

F: Dann kann ich nie wissen, ob du recht hast?

A: Nein, dazu müsstest du sterben. (lacht) Wovon hier gesprochen wird, ist jenseits. Jenseits von Wissen und Jenseits von Wahrheit. Das scheinbare Ich kann nie wissen, ob das stimmt oder nicht. Was hier gesagt wird, sind keine Wahrheiten, die man sammeln kann.

Aus der Sicht des scheinbaren Ich beginnt hier das Unbekannte. Die Welt des scheinbaren Ich endet und etwas scheinbar Neues beginnt. Es wird immer das Unbekannte bleiben.

aus: Andreas Müller, „Weihnachten hat es nie gegeben“

Hockt da so’n Affe auf der Schaukel, glotzt in sich rein und sagt – so, dass es alle hören können:

„Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist – sag ich nicht.“

Gestern zitierte ich Sigrid Hunke u.a. mit dem Satz: „Blicken wir in die Blüte des Apfelbaums, in die Augen eines Hundes, eines Kindes, und das Göttliche blickt uns noch unverstellt an.“ Blickt uns das Göttliche wirklich an? Wie kommt die Hunke nur da drauf? Vielleicht leidet sie ja unter Halluzinationen? Vielleicht ist sie ja so eine durchgeknallte Romantikerin, die meint, die „unschuldige“ Natur verherrlichen und vom edlen Wilden träumen zu müssen? Geh mal in ’ne Kneipe zum nächstbesten Gast, halt ihm ein Blümelein unter die Nase und frag ihn, ob er sehen kann, dass ihn gerade das Göttliche anblickt. Er wird dir in seiner Unschuld vielleicht sein Glas hinhalten und dich dasselbe fragen. Und überhaupt, wie ist das denn, wenn wir uns einen seiner selbst bewussten Menschen anschauen, blickt uns dann das Göttliche nicht an oder blickt es uns vielleicht nur verstellt an, so verstellt, dass wir das Göttliche gar nicht mehr erkennen können?

Ich sehe was, was du nicht siehst …

Kann irgendjemand wissen, ob ich recht habe, wenn ich sage, dass mich aus der Blüte des Apfelbaums, aus den Augen eines Hundes oder eines Kindes das Göttliche anblickt? Dass es mich vielleicht sogar aus den Augen eines Trunkenboldes anblickt, ja, dass mich aus allem Sichtbaren das unsichtbare Göttliche anblickt?

Nee, natürlich kann das niemand wissen.

buddhablune
„Ich sehe was, was du nicht siehst …“

„Ja, was denn zum Kuckuck!?“

psst

„Ach, scher dich doch zum Teufel!“

„Hätt ich bloß die Klappe gehalten!“

 

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5 Antworten zu Ich sehe was, was du nicht siehst

  1. fredo schreibt:

    das sag ich auch immer wieder zu mir selbst …

    ja was denn nun von den letzten vier sätzen ?

    wahlweise …

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  2. Elwood schreibt:

    Ich vermute mal:
    Götzen können nicht sehen!

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  3. doro schreibt:

    Dass da das Göttliche ist, kann keiner beweisen, aber es ist zu spüren, zu fühlen. Es gibt eine Sicherheit. Diese Sicherheit, dass dies das ist, was wirklich ist, die bleibt und wächst mit jedem Bild, also jeder Situation, die mir begegnet, das EINE in unendlich vielen Verkleidungen. Und man schmunzelt und staunt und wundert sich, was alles noch kommt, welche Verkleidungen als nächstes auftauchen. Für mich ist Beweis genug, was ich fühle, was ich empfinde und spüre, wem wäre etwas zu beweisen und zu welchem Zweck?

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    • Nitya schreibt:

      „Für mich ist Beweis genug, was ich fühle, was ich empfinde und spüre“

      Liebe doro,

      alle „Beweise“, die darüber hinausgehen, können auch nur reine Spekulation sein.

      Ja, das ist hübsch anzusehen, „was alles noch kommt, welche Verkleidungen als nächstes auftauchen.“🙂

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