Jeff Foster: Sucht


kotzDer Suchende ist süchtig nach Erlösung. Er ist die Welle, die nach dem Ozean sucht. Was für eine Erlösung ist es doch, jedenfalls einen Augenblick lang, zu denken, dass du das gefunden hast, nach dem du dich so gesehnt hast! Was für eine Erlösung, der Ozean zu sein, auch wenn es nur für einige wenige, vollkommene Minuten ist! Und was für eine Hölle ist es doch, diese Erlösung wieder zu verlieren und so schnell zurück in die Welt der menschlichen Probleme gezogen zu werden!

fffff...Alkoholsucht, Drogensucht, Spielsucht, Sexsucht, Sucht nach Menschen, nach Gurus, nach Geld, nach Ruhm – es scheint, als ob es viele verschiedene Arten von Sucht geben würde. Aber in Wirklichkeit gibt es nur eine einzige Sucht, die Sucht des Suchers nach Erlösung. Wenn du das verstehst, dann wird das, was das Zielobjekt der Sucht ist, weniger wichtig.

aus: Jeff Foster, „Radikales Erwachen“

liebeDie Pharisäer und Schriftgelehrten: „Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du?“ Jesus: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem andern, von den Ältesten bis zu den Geringsten. (aus: Joh. Kap. 8 – gekürzt)

Ich setze mal für das Wort „Sünde“ das Wort „Sucht“ ein, weil ich denke, dass man das beliebig austauschen könnte. Jeff Foster führt ja schon einige dieser Süchte auf: „Alkoholsucht, Drogensucht, Spielsucht, Sexsucht, Sucht nach Menschen, nach Gurus, nach Geld, nach Ruhm, …“ Die wichtigste Sucht fehlt aus meiner Sicht noch in der Aufzählung: Die Sucht nach Macht und Kontrolle, die Selbst-Sucht, die Ego-Manie. Wer unter euch ohne Sucht ist, der werfe den ersten Stein – auch nicht auf den, für den ihr euch immer wieder gehalten habt. Es gibt nichts zu tun, vielleicht aber etwas zu sehen.

Jeff Foster bietet da eine Sichtweise an, die das Werfen von Steinen vielleicht überflüssig werden lässt. Er sagt: „Der Suchende ist süchtig nach Erlösung. Er ist die Welle, die nach dem Ozean sucht.“ Man könnte es vielleicht auch so sagen: Sucht ist der Versuch einer Abkürzung des Weges zum Ozean. Eigentlich wollen alle nur sterben, sterben, indem sie sich im Ozean auflösen. Ein klein bisschen geschieht diese Auflösung – scheinbar oder nicht-scheinbar, wenn man sich ganz einer Sucht hingibt. Leider ist dieser geile Zustand jedoch nur von kurzer Dauer, und danach scheint das Elend größer als vorher zu sein.

Alle Süchte sind leidvolle Umwege. Und sie täuschen eine Lösung vor, die die wirkliche Lösung zu verunmöglichen scheinen. Süchte sind nur eine Fata Morgana und sie verewigen nur eines: Das Suchen. Dabei ist das Gesuchte doch immer schon da. Wenn sich jetzt jemand fragen sollte, wie er das so verzweifelt Gesuchte erkennen kann, kann ich immer wieder nur auf Buddhas Blümchen verweisen. Mahakashyapa sah es und lachte. Das ist alles. Jedes Wort mehr dazu wäre ein Wort zu viel.

Buddha-Blume

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3 Antworten zu Jeff Foster: Sucht

  1. Henny Jormann schreibt:

    „Alle Süchte sind leidvolle Umwege.“

    … die vielleicht (auch) gegangen werden „müssen“, weil sie Teil des einen Weges sind?

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  2. zaungast schreibt:

    Und wonach ist (personifiziert gesehen) Gott süchtig?
    Nach Welt, Leben, Selbsterfahrung…?
    Dann wäre hier alles eine Sucht🙂

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