Jeff Foster: meine wahre Identität

hierjetztIch bin einfach das, was in diesem Moment geschieht. Darin liegt meine wahre Identität – im Hier und Jetzt, nicht in einer zeitgebundenen Geschichte von mir. Ich bin eins mit diesem Moment. Das ist die wahre Bedeutung des Wortes Identität: „Identisch/eins sein mit“. Und mit was ich identisch/eins bin, das ist das Leben, wie es jetzt erscheint, genau wie der Ozean, der immer eins ist mit seinen Wellen.

aus: Jeff Foster, „Radikales Erwachen“

Kürzlich schrieb Marianne: „Und … der alte Gurdjieff hat … die Dimension des ‚Absoluten‘ für nicht alltagstauglich erklärt.“ Nun entweder verstehe ich nicht, was der alte Gurdjieff damit gemeint haben könnte, oder ich widerspreche ihm entschieden. Das Absolute und das, was in diesem Moment geschieht, sind untrennbar eins und nur konzeptuell zu trennen als die beiden Aspekte desselben. Wenn ich Jeff Fosters Aussage nicht nur als Aussage, sondern auch als Methode verstehen will, die dazu führen kann, den Geist vom permanenten Fluss der Interpretationen und Wertungen zu befreien, dann kann eben diese Methode auch dazu führen, dass das sog. Absolute nicht mehr länger als irgendein Phantasiegebilde objektiviert wird, sondern unsichtbar und ungreifbar als Urgrund aller Erscheinungen miterlebt wird. Erst dann bin ich wirklich „genau wie der Ozean, der immer eins ist mit seinen Wellen.“ Na, wenn das nicht alltagstauglich ist!

„Und mit was ich identisch/eins bin, das ist das Leben, wie es jetzt erscheint, genau wie der Ozean, der immer eins ist mit seinen Wellen.“ Vielleicht mögt ihr euch die beiden Videos angucken und feststellen, wie das ist mit „identisch sein“. Könnt ihr zuschauen, ohne identifiziert zu sein? Stimmt es, was Jeff Foster schreibt: „Ich bin einfach das, was in diesem Moment geschieht.“ Selbst wenn in diesem Moment „nur“ ein Film erscheint?


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20 Antworten zu Jeff Foster: meine wahre Identität

  1. Marianne schreibt:

    Kürzlich schrieb Marianne: “Und … der alte Gurdjieff hat … die Dimension des ‘Absoluten’ für nicht alltagstauglich erklärt.” Nun entweder verstehe ich nicht, was der alte Gurdjieff damit gemeint haben könnte, oder ich widerspreche ihm entschieden.

    Hätte mich auch gewundert, wenn nicht …😉

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  2. fredo schreibt:

    Ich widerspreche da Herrn Gurdjieff auch …. und zwar bereits rein persönlich ….. es ist für mich gelebte Tatsache , dass nix mehr zu Stabilität und Belastbarkeit ( ! ) meines Lebens als Person beigetragen hat , wie Interesse und meine Ausrichtung ( anfangs noch völlig diffus ) an dem was mir von jungen Jahren an , als ABSOLUT einzige Wirklichkeit schien , und damit auch stets zum „Leuchtturm“ meiner persönliche Orientierung wurde .

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  3. Giri schreibt:

    Ich widersprech sogar noch Nityas: „Das Absolute und das, was in diesem Moment geschieht, sind untrennbar eins. “ Da ist nix Absolutes.

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    • fredo schreibt:

      ( sprachlich strenggenommen ) kann da auch nix „Absolutes“ sein … dann währe es ja ein mit dem Attribut „absolut“ versehenes Objekt .
      Da IST aber stets nur ABSOLUT ! ( und nix anderes ! )
      ( und zusätzlich erscheint alles , was im Moment erscheint , als „Dekoration“ in ABSOLUT .
      ( ich schrebe übrigens sehr bewusst immer nur ABSOLUT und vermeide Artikel und das übliche „e“ am Schluss )

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  4. Caro schreibt:

    Mein Verstehen von all diesen Texten ist wenn sowieso nur theoretisch, aber wahrscheinlich meint er damit eine der Seiten vom Tetralemma und die Aussage ist deshalb,wenn man einen Schritt zurückgeht, so „falsch“ bzw. weder richtig noch falsch.
    Allerdings wäre die Feststellung, dass diese Aussage richtig oder falsch ist auch wieder eine Aussage die von irgendjemandem gemacht wird.
    Für Leute die keinen „offenen Moment“ hatten ist die Formulierung der nicht-alltagstauglichkeit eigentlich ganz hilfreich und soll wahrscheinlich Vorstellungen von der Karotte zerstören. Natürlich ist das aber nicht perfekt.
    Wenn man über Nondualitätskram und Formulierungen nachdenkt kommt man immer an einen Punkt wo man einfach nicht weiterdenken kann bzw. man merkt bis zu einem gewissen Grad wie sinnlos alles Nachgedenke ist
    Das ist meine Erfahrung auf der „Dualitätsebene“, und sieht mich und meine Gedanken und diese „nicht alltagstaugliche Ebene“ noch als 2 obwohl ich es „in Gedanken“ auch als eins sehe. Das ist ja streng genommen auch wieder nur eine Seite.

    Eigentlich wollte ich jetzt etwas zu diesem „offenen Moment“ fragen und ob er dieser „Vergeblichkeit“ nahe kommt, aber allein bei der Formulierung streiken die Gedanken wieder weil ich mir das einfach nicht vorstellen kann.
    Früher war Erleuchtung blabla eine Art Karotte und vielleicht bleibt es das in Ansätzen als „Trost‘ für immer, aber wenn ich mich jetzt entscheiden könnte, ob ich im nächsten Augenblich einen „offenen Moment“ haben könnte (was auch schon wieder total falsch und unmöglich ist) würde ich glaube ich auch Angst davor haben.
    Wahscheinlich würde ich trotzdem neugierig sein, aber ich bin beim nur darüber Nachdenken schon verrückt genug geworden.

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Caro,

      ich vermute, du beziehst dich auf Fredos Begriff „OFFENER MOMENT“? Das ist natürlich ein Begriff, der erst einmal nur für Fredo eine bestimmte Bedeutung hat, weil er ihn im Nachhinein für eine bestimmte Erfahrung für sich am passendsten fand. Für die Leser dieses Begriffs entsteht jetzt oft irgendeine Vorstellung, die sie diesem Begriff zuordnen, und diese Vorstellung kann nun leicht wieder zu einer neuen Karotte werden. Du fragst, ob dieser Begriff dieser „Vergeblichkeit“ nahe kommt und das kann dir letztlich nur Fredo beantworten, weil er diesen Begriff verwendet hat. Ich möchte es dennoch versuchen, vielleicht komme ich ja damit dem nahe, was Fredo mit diesem Begriff meint.

      Als Kind habe ich oft in den nächtlichen Himmel geguckt und meinen Vater gefragt, was hinter den Sternen ist. Mein Vater versuchte irgendeine Antwort. Und ich war natürlich hartnäckig und fragte weiter: „Und dahinter – und dahinter?“ In seiner Verzweiflung murmelte mein Vater dann so etwas wie „Nichts“ oder „Grenzenlosigkeit“. Und ich versuchte dann mir das vorzustellen. Und genau an dem Punkt begegnete ich dieser „Vergeblichkeit“ und diesem Gefühl von „Verrückt-Werden“, von dem du auch sprichst. Dieses Gefühl taucht ja oft auf, wenn wir dem zu begegnen versuchen, was nicht fassbar, nicht begreifbar, nicht denkbar, nicht vorstellbar ist. Eigentlich ist es ein Moment, in dem unser Verstandes-Computer wegen Überlastung abstürzt (Verrückt-Werden) und wir für Momente Gedankenleere erfahren. Ja, man könnte dies einen „OfFFENEN MOMENT“ nenne. Offen, weil wir für einen Moment vorstellungslos sind – ganz im Sinne von Sosans Satz: „Suche nicht nach dem Wahren, hör’ nur auf, Meinungen zu hegen.“

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  5. fredo schreibt:

    oh ja … Nitja hat es gut ( im fredo-sinne ) umschrieben … und doch unterscheidet sich ein „offener Moment“ in dem sich der Verstand quasi selbst ans Limit bringt und „an sich selbst und seine Vorstellungen kolabiert“ , was wohl auch der eigentliche Sinn eines Koans ist , von dem was ich ( bewusst in VERSALIEN geschrieben ) den OFFENEN MOMENT nenne , zumindest im Erleben.
    Während im „offenen Moment“ eine Reise des VerstehenWollens eine in die Leere „erweiterte“ Entwicklung findet ,
    ergreift der OFFENE MOMENT die Figur „ich“ im völlig unerwarteten und völlig unveranlassenden „StinkNormalAlltag“ quasi in einer Art Vergewaltigung aus dem BEWUSSTSEIN selbst heraus , oder in anderen Worten geschrieben , das BEWUSSTSEIN reduziert sich spontan auf seine eigene Schlichtheit , ( und lässt die „Figur“ und alle „etwas-Konsorten“ einfach abfallen ) .

    im „offenen Moment“ geschieht es quasi aus der Ereigniswelt der Figur heraus , und als echte Grenz – bzw. Transzendenzerfahrung , wird das Transpersonale deutlich ( was immer das auch sei )..
    im OFFENEN MOMENT findet gar nix ( objekthaftes ) statt , sondern Bewusstheit kollabiert / reduziert / kondensiert in BEWUSSTSEIN , oder in einem weiteren Formulierungsversuch , ABSOLUT IST ( nur noch ) ABSOLUT , und alles ( üblicherweise zusätzliche ) etwas-objektige findet schlicht nicht statt . ( und dies einfach so … warum auch immer )

    Die nackte LEERE Leinwand im Kino wird deutlich …. im Übrigbleiben…. im schlichten Aussetzen der üblichen BilderProjektionen ..

    während ein offener Moment IM Film stattfindet , und sich quasi eine mit allen Farben zu einem Weiss kummulierende Projektion ergibt ,
    ist der LEERE MOMENT ein schlichtes Ausbleiben jeglicher Projektion.

    deshalb nenne ich dies gerne , als Erinnerungs-Formulierungs-Beihilfe fuer die ja stets um integrierende Erinnerung bemuehte Ich/denke , den OFFENE MOMENT , in Anlehnung an den von mir so geschätzten Begriff der Tibeter für ES , die ES / GOTT / ABSOLUT den „unbegrenzten offenen leeren Raum“ nennen..

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  6. Caro schreibt:

    Danke, Fredo und Nitya!:)

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  7. Michaela schreibt:

    Kann man in dem Sinne mehrere „offene Momente“ haben (innerhalb der Geschichte) bzw. gibt es schon irgend etwas, das dieser kleine offene Moment „verändert“? Jetzt muss ich wohl fragen, gibt es hierzu eine Erinnerung, lieber Fredo? Gerade weil du das so schön beschreibst. Oft hört man ja, dass es, um sich zu erinnern, wahrer Mühen bedarf, also in dem Kästchen richtig gekramt werden muss. Ich finde gerade diese Umschreibungen sehr hilfreich.

    Immer wieder sitzt man in dieser Buchstabensuppe I-C-H. Das bezeugt eigentlich die Annahme, die auch oft postuliert wird. Diese Ich-Illusion ist weit mehr als etwas, das als Irrtum enttarnt werden kann. Da scheint ja energetisch etwas zu passieren, wenn dieses „Aaaaah“ stattfindet.

    Wenn ich jetzt frage, was es bedeutet, dass alles „etwas-objektige schlicht nicht mehr stattfindet“, würde ich es ohnehin nicht verstehen, weil ich vermute, dass es einfach nicht verstehbar ist. Ich würde es sofort zu „Etwas-Objektigem“ machen…

    Ist es denn so, dass Wahrnehmung als hilfsweise Beschreibung schon Objekthaftes impliziert? Oder anders: Gibt es Wahrnehmung überhaupt als Realität?

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  8. Marianne schreibt:

    Diese Ich-Illusion ist weit mehr als etwas, das als Irrtum enttarnt werden kann.

    Super formuliert!🙂

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  9. fredo schreibt:

    zu Michaela … hui … viele … gute Fragen …
    und vom Fredo ( leider ) nur der Versuch von Antworten ….
    also
    die „offenen Momente“ ( kleingeschrieben , weil trotzdem noch Erfahrung , wenn auch die „reinste / erweitertste“ Form von Erfahrung ) begleiten eigentlich bereits unser aller Leben . Jeder Orgasmus hat in seiner „Erhöhung“ keine andere Qualität , jede Trance , jede mystische Erhöhung , auch jeder extreme Schock , jeder extreme Schmerz , all dies mündet dann im Climax letztlich in eine Art Explosion oder Schrumpfung ( was auf das gleiche herauskommt ) des Erlebens per se .
    Und dann , in dieser „Erhöhung / Ergreifung“ verliert der ansonsten permanent „filternde“ Ich-beobachter seiner Haftung , … und nur noch das Erleben selbst findet statt … man kann sagen , dass in diesen Augenblicken , und es sind meist Sekundenereignisse , das „Kommentar-Ich“ nicht mehr hinterher kommt …
    Auch jeder Sportler kennt dies ( mehr oder weniger ) , wenn er nicht mehr läuft , sondern „es“ ihn läuft . Oder ein Künstler ( oder Designer wie ich es bin ) , wenn „es“ durch ihn hindurch „erschafft“ .
    Und auch die Situation , die Nitya so beschrieben hat , diese „Erhöhung“ in der Natur , oder die „Erhebung“ in einem Sakralen Raumkontext ( für die ich z.B. sehr empfänglich bin ) können diese Qualität des „offenen Momentes“ haben .
    Er begleitet also bereits unser aller Leben .
    Ich behaupte sogar , dass diese „offenen Momente“ wie eine Art Konfiguration für unsere „normale“ Wahrnehmung wirken , dass sie gewissermassen eine Art Nahrung sind , eine notwendige uns stabilisierende Rückerinnerung an das EIGENTLICHE . Und dies gilt wohl für jeden HomoSapiens auf diesem Planeten und dies zu allen Zeiten .
    Es bleibt jedoch stets eine Erinnerung . Soll heißen all diese verschiedenen „offenen Momente“ sind immer nur Ab-Bildung / Erinnerung des OFFENEN . Der Mensch bleibt Erfahrender .
    Auch im Satori oder Samadi , dem „Gipfelpunkt“ der Meditation , dem Erleben des EINEN , als Qualität des Alles , verbleibt immer noch diese …. Erfahrung von ….
    ( Zumindest in meinem Verständnis , was zu diversen Diskussionen mit Andersmeinenden führt , und wohl , letztlich , auch immer nur Konzept , also Meinung , bleiben wird )
    Ich erlebte diese ( etwas ausgedehnteren) „offenen Momente“ des „alles ist eins“ diverse male in meiner Geschichte , und sehe sie einfach als ein „immer noch erleben“ …

    Jedoch der ( diesmal in Versalien geschrieben ) OFFENE MOMENT , ist das komplette Ausschalten des „Mensch-Seins“ aus ABSOLUT heraus … eine Art Total-Black-Out … ein komplettes Verschwinden von Erleben …
    Ich mag den Begriff SWITCH dafür sehr gerne , denn es ist gut vergleichbar mit dem Wechsel einer Wahrnehmungsperspektive ( so in der Art willentliches Umschalten von Fern- auf Nahsicht mit unseren Augen ) , nur das dieser SWITCH aus der Ich-Sicht nicht in die ABSOLUT-„Sicht“ erfolgen kann ( man kann ihn also nicht „machen“ , sondern er wird einem „zugefügt“ ) .
    Was ich wichtig finde zu erwähnen , vor allem für die „Suchenden“ , ist , dass es sich dabei nicht um eine besondere Späre , oder eine noch nie erlebte Erfahrung , oder gar eine erreichte Bewusstheit handelt , sondern einfach um ein … ÜBRIGBLEIBEN …
    Die Musik mit ihren Klängen , Rhytmen und Harmonien verstummt , und der dies alles ermöglichende Kammerton ( a ) bleibt ÜBRIG . ( so als Sinnbild geschildert ) .
    doch … es verbleibt …. kein „etwas“ ( also noch nicht mal ein Kammerton ) … sondern das was ich ( auch in Versalien ) UNMITTELBARKEIT (selbst ) nenne . ( wegen der SIMPLIZITÄT versagen hier unsere Worte , jedoch nicht weil es so kompliziert wäre , sondern weil es halt so SIMPEL ist ).
    Diese UNMITTELBARKEIT kann halt nicht erfahren werden , da sie ohne jedes vertraute Attribute ist ( deshalb auch in Worten nicht erklärbar ) … es ist ein ( poetisch formuliert ) Hineinfallen in LEERE , aber eine „tragende“ LEERE , eine das Leben tragende Leere von Bedeutsamkeit ….
    Denn wie man sieht ( und liest ) ein Fredo und alle anderen , die davon berichten können , sind ja weiterhin am einatmen und ausatmen …
    Es steckt also nix vernichtendes im OFFENEN MOMENT , sondern nur ein bis zur NACKTEN UNMITTELBARKEIT entlarvendes .
    Und … dies als persönliches BonMot … es ist bereits dermassen vertraut und nah , was da jetzt hier von fredo mal UNMITTELBARKEIT genannt wird , das man nur nach dem Blick auf die „Brille auf der Nase“ lauthals schallend lachen kann ( was auch bei den meisten genau so passiert ) .
    Es konnte deshalb nie gefunden werden , weil nix ja näher war/ist . ( und immer sein wird ) .

    Dieses jetzt hier von mir mal wieder in Worten und Begriffen eintauchende Beschreiben des eigentlich Unwörterbaren , ist einfach Ausdruck von Persönlichkeit .
    Manche schwatzen halt gerne , so wie ich , viele schweigen einfach , da es eh unerklärbar ist , und ( ! ) da es auch keinerlei Nutzen oder Notwendigkeit für / von diesem OFFENEN MOMENT gibt , denn Leben findet eh statt , wie es halt stattfindet .
    Nur der Sucher nach Bedeutung erlebt eine Art „Nutzen“ , nämlich das diese Suche in ihrer dann unleugbaren Absurdität ihr zwangsläufiges Ende findet .

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    • Michaela schreibt:

      Fredo, so wie du es beschreibst, lasse ich mich sofort entführen. Du sagst, „es verbleibt kein „Etwas“. Ich kenne ähnliche Formulierungen. Das klingt mystisch und absolut unbegreiflich. Also muss dieser Switch, von dem du sprichst, dieses Heranzoomen an das, was ist, ebenfalls unbeschreiblich sein. Mit dem Verstand kann man sich dem nicht nähern.

      Da sind immer wieder Augenblicke, in denen die Gedanken sich überschlagen, zu „meinen“ Gedanken werden, zu „meiner“ Geschichte werden, zu „meinem“ Leiden werden, vollkommen dieser Person zu gehören scheinen.

      Wenn ich dem lausche, dann setzt das einfach alles aus und dieses Erinnern passiert. Entspannung und Aufatmen für den Moment. Aus dieser Sicht müsste ein absolute Entspannung mit dem Ende der Geschichte, mit dem Ende des Leidens einhergehen. Andererseits ist da niemand mehr, der sich an diesem Zustand erfreut. Das bleibt ja diese kuriose Nummer. Wenn es erst mal erleuchtet ist, das Ich, dann erfreut sich dann daran, dass es sich losgeworden ist. Hihihihi… was für ein Gedanke! 🙂

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      • fredo schreibt:

        ach … Michaela … ES ist gar nicht so mystisch … ich denke es ist … eher … verblüffend einfach !
        gerade deshalb verblüffend , weil ES sich völlig unspektakulär und simpel zeigt.
        ES (als das gemeinte selbst , ist SCHLICHTHEIT selbst)
        Es (als den Event der Offenbarung des Offensichtlichen gemeint , mit einem Vorher und Nachher , und damit ins Persönliche hinein), kann dann von Mancheinem durchaus auch „mystisch“ oder sonst wie bezeichnet werden .
        Das ist aber bereits aus der Person heraus gefärbte , oder wie ich es gerne sage , dekorierte Interpretation.
        Mir , zum Beispiel , liegt eher das Nüchterne . Da ist meine Dekoration , ein schlichtes „aha“ … aber es kann nicht geleugnet werden , selbst dies ist bereits
        „Dekoration“ .
        ES ist aber vielleicht auch deshalb verblüffend , weil man aus den Schriften und Verkündungen der Vergangenheit gefüttert, und durch ähnliche Erwartungen im „spirituellen“ Gruppenumfeld bestätigt , ja etwas anderes , halt „mystischeres , erhebenderes , von EngelsChorJubilarien begleitetes“ bei diesem „Erwachen“ erwartet hatte ….

        und dann dieses …SIMPLE … zwar ungeheuer machtvolle , weil unbeZWEIfelbare … aber auch so seltsam vertraute , gewöhnliche , einfach so … unmittelbare … so verblüffend offensichtliche nahe …. …. …. ….. ja was nun ? …. tja …. Ende der Worte … da jedes Wort dafür einfach zu kompliziert wäre ….

        hier können halt Worte nur mehr oder weniger „poetische“ Ausschmückungen sein …

        ( als Tipp … im Lesen dieser Worte des fredo , oder eines anderen , …. mach es hier wie bei Kunst , man muss ( und kann ) sie gar nicht verstehen , es reicht , sie mit ihrer „Wahrheit“ im Spüren zu erahnen … ja … anders als mit diesem „ahnen“ ist es gar nicht möglich , ihr nahe zu kommen )

        noch was zu deiner Antwort …. so als kleine „Feinjustierung“ des intelektuellem Verstehens .
        der SWITCH ist kein „heranzoomen“ im Sinne , dass >mir etwas „näher“ käme , sondern es ist viel eher ein Absorbiertwerden , ein sich auflösen .
        Letztlich löst sich dabei das Konstrukt Wahrnehmer+Wahrnehmung+Wahrgenommenes auf . und es verbleibt … tja …. WAHRNEHMUNG als Synonym für ABSOLUT .

        noch was …
        ich neige dazu , diesen MOMENT zu betonen … letztlich ist das aber auch nur eine Version davon zu berichten …
        viele reden da gar nicht drüber … weil eigentlich auch nix dazu zu sagen ist …
        ich neige jedoch bei meiner Version „Bericht davon“ zur Betonung dieser NULL-Stellung , da ich die Meinung vertrete , dass diese NULL-Stellung ganz offensichtlich bereits als kontinuierlich auftauchendes Mini-Ereigniss unser aller Alltagsleben „nährt“ , und es lediglich nicht bemerkt wird ( ! ) , da unsere gewöhnliche Wahrnehmung nicht auf NULL aus ist , sondern auf VIEL VIEL . Unsere Wahrnehmung ist ja auch im hohen masse , nicht nur „nehmend“ sondern auch „erwartend“ ( was ja biologisch großen Sinn macht ) , was aber dazu führt , dass wir mit der „erwarteten“ Ausrichtung der Wahrnehmung damit zwangsläufig auch selektieren und manipulieren . Wir sehen also nicht das , was da geschieht oder gar „ist“ , sondern sehr viel mehr das , was wir erwartet haben … Jede Magier lebt mit seinen Tricks von dieser Eigenart der menschlichen Wahrnehmung …
        deshalb wird diese völlig natürliche NULL-Stellung schlicht übersehen , vergessen oder verdrängt und dann als kurze „Absens“ „Schwindel“ „Kreislaufsensation“ oder bestenfalls noch als Deja-Vu-Erlebnis abgetan .
        Es findet sich also im Auftauchen des OFFENEN MOMENTES etwas völlig vertrautes und völlig offensichtliches …
        Und genau deshalb ist der „Kollaps“ eines Tony Parsons , oder der Schlag des Zen-Meisters , oder „Schock-Methoden“ a la Don Juan , oder das Konzept-Aushebeln eines Nisar so wirksam , da im dann möglichen umfassenden Kollabieren die ubliche „WahrnemungsVORausrichtung“ zusammenbricht , und plötzlich die natürlichen LEEREN MOMENTE bemerkt werden können … ( so meine These )

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    • Wahrnehmer+Wahrnehmung+Wahrgenommenes auf . und es verbleibt … tja …. WAHRNEHMUNG als Synonym für ABSOLUT .

      Tja, werter Frede, da taucht doch in mir die Frage auf, wer nimmt da zum Schluß noch wahr und vor allem was?
      Klingt jedenfalls sehr wichtig und erhaben, dramaturgisch wirkungsvoll aufgebaut, obwohl ES doch so simpel sein soll….smilie
      Klingt alles sehr bedeutsam und durch die dramatisch aufgebauten

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  10. Verehrter Fredo …. ja, manche Schwatzen einfach , manche schweigen und manche „manifestieren“ das „Eigentliche“ im halben ocer vollen Lotus und „Es“ bestätigt unser „Leben“ als individuellen Ausdruck der Eigentlichen. Wenn ich jetzt deinen Text soaufmich wirken lasse, dann (glaube ich) sehe ich, das du all den unnötigen Ballast und ideologische Kleingeistigkeit hinter dir gelassen hast …. daher kann ich auch deinem Text zustimmen :-)))) OB allerdigs etwas ein „zwangsläufiges Ende“ gefunden hat, zeigt sich meines erachtens aber erst ( ich teile hier die Buddhistische Sichtweise ) , wenn der „Sucher“ ….. wenn des Suchenden Leiden versiegt ist, und wenn nur noch leiden da ist, das sich auf kein „Ich“ mehr bezieht, wie im Sinne des Buddha, der da sagte: „Nur eines lehre ich, das Leiden und das versiegen des Leiden“

    „Ikkyu“ :-))))

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    • fredo schreibt:

      du weißt ja , werter thomas , dass ich das mit dem „leiden“ bei den anhängern des shakjamuni nie so richtig kapiert habe .
      wo sind die anderen , die da ( auch ) leiden ?
      wo ist gar der , der (hier) zu leiden glaubt ?
      wo ist gar ( dauerhaftes ) leiden ?
      ich vermag halt nur leiden im kontext eines leid freude – konglomerats sehn , das sich permanent dynamisch zwischen den beiden polen leid + freude bewegt .
      die ( dauerhaft ) leidenden „anderen“ sind mir immer ein rätsel geblieben …

      wie du ja schon weißt …😀

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  11. Pardon, da war doch etwas Satz zu viel zur Neige, möge man es sich wegdenken!

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