Kodo Sawaki: ich würde einfach in Zazen sitzen

 

KodomausDie Kinder haben eine Maus gefangen: Jetzt zappelt sie in der Falle. Die Kinder haben ihren Spaß daran, zu beobachten, wie sie sich die Nase blutig reibt und den Schwanz zerreißt… Am Ende wird sie dann der Katze zum Fraß vorgeworfen.

Wenn ich an der Stelle der Maus in der Falle säße, würde ich mir sagen: „Ihr verdammten Menschen werdet keinen Spaß an mir haben” – Und würde einfach in Zazen sitzen.

Aus: Kodo Sawaki, „An dich, dem die Augen der anderen keine Ruhe lassen“

„Wenn ich an der Stelle der Maus in der Falle säße …“ – auch wenn die Kinder dich am Ende des Spiels der Katze zum Fraß vorwerfen würden?

Mir gefällt die Geschichte von Ramesh Balsekar mit den beiden Weisen, die Zeuge werden, wie auf der anderen Straßenseite eine Frau von einem Mann überfallen wird. Der eine Weise scheint von Natur aus angstfrei und angriffslustig zu sein, der andere ausgesprochen ängstlich. Der eine hilft der Frau, wobei er des Guten fast zu viel tut, der andere verdrückt sich heimlich, still und leise. Beide verhalten sich einfach entsprechend ihrer Konditionierung. Nichts Besonderes also. Das ist NICHT der Punkt. Der Punkt ist, dass sie nichts anderes sein wollen, als sie ihrer Konditionierung nach sind und dass sie nachträglich nicht bereuen, nicht anders gewesen zu sein. Der Punkt ist ihr völliges Einverstandensein mit dem Sosein ihres Body-Mind-Organismus im jeweiligen Augenblick.

„Wenn ich an der Stelle der Maus in der Falle säße …“ Ich habe keine Ahnung, wie ich mich verhalten würde, wenn ich an der Stelle der Maus in der Falle säße.

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3 Antworten zu Kodo Sawaki: ich würde einfach in Zazen sitzen

  1. fredo schreibt:

    es ist immer sehr schwierig dieses „Einverstandensein“ oder „Akzeptieren des Soseins“ im inneren Dialog zu „fixieren“ . Denn wer könnte da „einverstandensein „? oder „akzeptieren“ ?

    es war mir hilfreich , einen Begriff mit „persönlicher Relevanz“ zu füllen .
    Nämlich den Begriff der > allumfassenden Irrelevanz . 😀

    es ist für mich nämlich erst ein indirektes Phänomen ( und genau genommen bereits ein Konstruktum ) dieses EinverstandenSein oder Akzeptieren zu postulieren .

    wenn da überhauptt etwas ( ziemlich unmittelbar ) bemerkt wird ( wobei sich immer noch die Frage stellt , „wer bemerkt da “ ? ) , dann das Faktum , das nix mehr im Handeln oder NichtHandeln , im Wollen oder NichtWollen irgendeine Relevanz hätte .
    Es ist alles (beide ) irgendwie irgendwie seltsam „hohl“ geworden , seitdem sich das EIGENTLICHE als einzig wirkliches zeigte .
    ( nur stellt sich noch immer die Frage „wem eigentlich ? etwa sich selbst ?“ …
    und auch hier „hilft“ ( mir zumindest ) die Erkenntnis der allumfassenden Irrelevanz … denn schitegal wem oder was sich da was zeigt … dies ändert ja nix am Gezeigten ) .
    Denn alles findet im Fluss des Lebens nach wie vor so statt , wie es stattfindet ….
    Ob da EinverstandenSein oder NichtEinverstandenSein stattfindet , geht dem LebensFluss schlicht am Arsch vorbei … der Einzige dem da etwas dran gelegen sein könnte , ist ja genau der ( oder besser das ) , was da als „Interferenz“ der Wahrnehmung deutlich wurde …

    Damit findet weder Einverstandensein noch Akzeptieren ( als aktive Handlung ) statt , sondern einfach ein (Mit-)Gleiten im Strom der LebensEreignisse . Und ist da (zusätzlich) als Phänomen NichtEinverstandensein so findet das den gleichen erstaunt amüsierten Kommentar ( = aha , du mal wieder ! ) im Phänomen des inneren Dialoges wie ein ebenso mögliches Einverstandensein ( = aha , jetzt du mal wieder ) .

    Nur eine Geschichte in einer Geschichte … so oder so …

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  2. Elwood schreibt:

    Da Kodo Sawaki auch im 2.Weltkrieg mit Ratschlägen für die jungen Soldaten sich nicht zurückhielt möchte ich hier wo es um „mein“ Leben geht doch etwas vorsichtig formulieren:
    keine Notwendigkeit
    nix muß
    alles kann
    oder wars umgekehrt?
    Vieleicht scheiß piss ich mir in die Hose…

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