Robert Adams: Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen.


KreiselRobert, wenn du siehst, wie jemand, den du sehr liebst, einen zerstörerischen Weg geht, wie distanzierst du dich davon?

Du erkennst, dass diese Person nicht zu dir gehört, sie gehört zu Gott. Wenn du die rechte Weisheit besitzt, wirst du etwas tun, um zu versuchen, dieser Person zu helfen. Karmisch gesehen, begegnest du dieser Person, damit du durch eine bestimmte Erfahrung gehen kannst. Es geht also hier darum, dich selbst zu erkennen. Wenn du dich selbst kennst, wird sich dieses Selbst um die Person kümmern. Denn dein Selbst ist diese Person. Je besser du dich selbst kennst, desto besser wird dieser Person geholfen werden. Denn es gibt nur das Eine, und du bist Das.

Aber wenn du dich von der Einheit trennst, indem du sagst, die Person tut dies oder das, und ich versuche, sie davon abzuhalten, wäre das Dualität. Und die Dinge werden fortlaufend schlechter.

Aber wenn du weißt, wer du bist, dann wird, was immer der Person geschieht, das sein, was zu geschehen hat. Ich weiß, das ist schwierig. Manchmal möchtest du die Person packen und schütteln, du möchtest eingreifen und etwas für sie tun. Doch wenn wir nur erinnern könnten, dass alles an seinem rechten Platz ist, und sehen, wer wir sind – das wäre genug.

Wir haben nie vorher solche Dinge getan. Wir haben immer gehandelt. Und manchmal scheint unser Handeln zu wirken. Denn wir haben eine bestimmte Situation, die schrecklich zu sein scheint, weil sie in falsche Richtungen zu gehen scheint, angehalten und gestoppt. Das ist nur temporär. Durch was auch immer diese Person zu gehen hat, sie wird auf die eine oder andere Weise da hindurchgehen. Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen. Folglich wirst du, wenn du aufwachst, Dinge anders sehen. Und so hilfst du der Person.

Robert Adams

Denn dein Selbst ist diese Person.“ Wer kennt das nicht, was hier angesprochen wird. Da ist jemand, der dir sehr am Herzen liegt und deiner Meinung nach in irgendeiner Weise einer Korrektur bedarf. In größeren Zusammenhängen werden Menschen, die einer Korrektur bedürfen, in ein Umerziehungslager gesteckt oder sie kommen ins Gefängnis oder in eine psychiatrische Einrichtung oder sie werden umgelegt wie der Hund gestern in der Geschichte von Werner Ablass. „Ein Krimineller muss hinter Gitter, um die Gesellschaft zu schützen, weil er schuld ist und für seine Taten büßen muss.“, schreibt er auch.

Ein Krimineller. Und dann kommt dieser Robert Adams und sagt: Denn dein Selbst ist diese Person.“ Dein Selbst ist dieser Kriminelle. „Solange wir Menschen sehen und nicht die Essenz in den Menschen … solange sind Konflikte und Leiden unvermeidlich.“, schreibt Werner Ablass. Hier werden zwei völlig unterschiedliche Grundhaltungen sichtbar. „Durch was auch immer diese Person zu gehen hat, sie wird auf die eine oder andere Weise da hindurchgehen. Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen. Folglich wirst du, wenn du aufwachst, Dinge anders sehen. Und so hilfst du der Person.“, schreibt Robert Adams. Er scheint überhaupt nicht an Konfliktvermeidung oder Leidminderung interessiert zu sein und schon gar nicht an irgendeinem Rumgemache. Sein ganzes Interesse gilt dem Aufwachen. Der Rest erledigt sich gewissermaßen ganz von selbst, so wie sich im Grunde natürlich alles ganz von selbst erledigt. „Der Andere“ muss sich nicht für „mich“ ändern, genauso wenig wie „ich“ „mich“ für „mich oder für „Andere“ ändern muss. Wenn „ich“ denke, „ich“ müsste „mich“ ändern, habe „ich“ sogar „mich“ zu einem „Anderen“ gemacht, an dem „ich“ herummanipulieren will. Aber auch dieser Gedanke ist das, was geschieht und braucht nicht nicht gedacht zu werden.

Da ist jemand, der dir sehr am Herzen liegt und deiner Meinung nach anders sein sollte, als er ist. Natürlich zu seinem Besten.

Pustekuchen.

Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen.
(Nu mach ma hinne! )
 

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21 Antworten zu Robert Adams: Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen.

  1. Savitri schreibt:

    Dieser Text, „ins Herz genommen“, ist schon eine Erleichterung.
    Dankeschön ._9

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  2. Eno Silla schreibt:

    Also ich bin gerade aufgewacht.
    Es stimmt nicht was R. Adams sagt.
    Aufwachen ist keine Erleichterung.
    Erleichterung ist nur im Tiefschlaf,
    wenn ich und Welt verschwunden sind.
    Aufwachen ist Trennung und Leiden,
    denn wenn es aufwachen gibt, ist da auch
    nicht aufgewacht sein und das ist schmerzhaft.
    Jeder, der die Sätze da oben liest, fragt sich doch sofort:
    Und wie wache ich nun auf? Und das ist Scheiße, elender Mist!
    Schlafen ist Erlösung, pure Erholung!
    Nein Leute, fallt nicht drauf rein:
    Es gibt keine (beständige) Erleichterung im Wachsein,
    das ist nur eine weitere fette Möhre,
    vielleicht die fetteste, die vor einem baumeln kann.
    Wenn R. Adams wirklich glauben würde,
    was er da schreibt, dann hätte er konsequent das Maul gehalten.
    Auch er konnte nicht anders. Auch ich kann nicht anders.
    Keine Kontrolle über das was erscheint.
    Kein Entkommen aus dem:
    Was ist.
    Was dies jetzt soll, bitte fragt mich nicht!
    Weiterer Blödsinn in einer blödsinnigen Welt der
    Aufgewachten ;-)!

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  3. Marianne schreibt:

    Frage: Woran erkennen wir die „Aufgewachten“?
    Antwort: Daran, dass sie immer noch plappern, wenn schon alle anderen die Klappe halten ….🙂

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  4. Michaela schreibt:

    „Karmisch gesehen, begegnest du dieser Person, damit du durch eine bestimmte Erfahrung gehen kannst.“

    Häää? Wie meinen?

    „Es geht also hier darum, dich selbst zu erkennen.“

    Es geht also um was? Wie soll „ich“ „mich“ selbst erkennen? Vormachen!

    „Durch was auch immer diese Person zu gehen hat, sie wird auf die eine oder andere Weise da hindurchgehen. “

    Gibt es ein Schicksal, eine Bestimmung?

    Sorry, ich konnte mit dem, was Robert Adams geschrieben hat, nie viel anfangen.

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    • fredo schreibt:

      dito …
      ich finde dieses Einmischen des KarmaKonzeptes auch eher zusätzlich verwirrend …..

      Karma ist nur von Bedeutung für ein Denken/Fühlen/Meinen im Kontext einer Person .
      Kann man zwar machen , und erklärt dann vieles , ist aber relevant ( = sich auf etwas beziehend )

      Ich denke das mit dem Hinweis auf das Dynamische im Fluss der Schöpfungsbilder und ihrer gegenseitigen omnipräsenten Beziehungen ein ebenso omnipräsentes Karmaprinzip definiert ist , und das jeder Hinweis auf den damit zur Bedeutung erhobenen Aspekt dieses Prinzips im Persönlichen schlicht überflüssig ist .

      Nicht Relevanz sondern Irrelevanz im Fokus der Betrachtung wäre meine Empfehlung .

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  5. fredo schreibt:

    zu eno :
    fein … mir gefällt deine Haltung sehr … Du lässt dich nicht so leicht einfangen von den Mythen der „Spirituellen“ und behältst eine gewisse humorvolle Souveränität , die trotzdem nicht cool distanziert ist ….. fein …

    Es gibt nämlich ( auch für mich ) kein Entfliehen aus der Geschichte Leben in ein mythisch „erhöhtes“ Erwachen .
    Erwachen ist nix anderes , wie ein schlichtes Auftauchen des EIGENTLICHEN , indem in einem LEEREN MOMENT alles Objekthafte vergeht und nur das EIGENTLICHE übrigbleibt .
    übrigbleibt ! ( und nicht neu erscheint , oder irgendwie erreicht wird )

    Erst das Resumee daraus , im sich danach weiterhin wieder objektfüllenden LebensBilderReigen erschafft eine Unvergesslichkeit des LEEREN MOMENTES , was man „Erwachen“ nennen könnte .

    Also , und da gebe ich Dir völlig recht , kann „Erwachen“ nur im Fluss der LebensBilder indirekt „verortet“ werden . Und ( ! ) , wie ich finde recht erheblich , bedarf es sogar dieses Flusses , um halt dessen > nicht vergessen geschehen zu lassen .
    Erwachen ist deshalb für mich keine Befreiung sondern , fast im Gegenteil , eine tiefere Verortung im Fluss der LebensBilder .
    Mann/Frau will nicht mehr weg aus diesem Fluss , weil erkannt wurde , dass dies gar nicht möglich wäre .
    Was nützte auch eine Befreiung , die „dauerhaft in die Leere hinein“ befreit ?
    Da wäre ne Kugel in den Kopp die weitaus effektivere Methode.

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    • Marianne schreibt:

      Was nützte auch eine Befreiung , die “dauerhaft in die Leere hinein” befreit ?
      Da wäre ne Kugel in den Kopp die weitaus effektivere Methode.

      Lieber Fredo,

      da bin ich voll deiner Meinung!

      Und … der alte Gurdjieff hat das auch schon so gesehen und die Dimension des „Absoluten“ für nicht alltagstauglich erklärt. Dennoch entwickelte er seine Lehre vom „vierten Weg“. Sie basiert auf der „Karotte“, dass wir so etwas wie einen „Herrn“ entwickeln können, der in die Kutsche (Droschke) der Bio-Roboter einsteigen kann und dort die Zügel in die Hand nimmt …

      Ich finde diesen Gedanken zumindest interessant!

      Mit herzlichem Gruß
      Marianne

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      • fredo schreibt:

        > marianne
        ich haben den Gregori auch immer sehr gerne studiert …
        ich halte jedoch jede Methode für obsolet . ( auch den 4. Weg🙂 )
        außer …
        sie führt zum Kollaps der Erwartungen in diese Methode !
        wenn dies möglich wird , ist wiederum jede Methode sinnvoll ..
        jedoch
        am Scheitern , dem Kollaps , führt kein Weg vorbei .
        Dies ist das Nadelöhr durch das das Kamel „Sucher“ hindurchmuss.
        ob dieses Scheitern jedoch eruptiv oder schleichend stattfindet , gehört dann wieder zur jeweiligen Variante , wie sich Scheitern dargestellt in einer Geschichte Leben .

        und dies Scheitern ist immer „zugefügt“ , kann also nicht „gemacht / gewollt / veranlasst“ werden , sondern wird wie gesagt „zugefügt“ . Manche nenne es auch Gnade Gottes .

        ob das aber tatsächlich eine „gnädiges Ereigniss“ ist oder ein brutales Hineinstoßen unterliegt dann der Wertung der „betroffenen Person“ …😀

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      • Marianne schreibt:

        Ja, „Scheitern“ ist eine super-lehrreiche Lebenserfahrung …😉

        Zur „Methode“: Benutzt ein Kleinkind eine „Methode“, um laufen zu lernen? Nein, sicher nicht … Und dennoch übt es seine Muskeln den ganzen Tag… Wenn es das nicht täte, würde es nie auf die Beine kommen. So sehe ich den Stellenwert von Methoden im Kontext von Entwicklungsprozessen …

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    • Nitya schreibt:

      „Erwachen ist deshalb für mich keine Befreiung sondern , fast im Gegenteil , eine tiefere Verortung im Fluss der LebensBilder .
      Mann/Frau will nicht mehr weg aus diesem Fluss , weil erkannt wurde , dass dies gar nicht möglich wäre .“

      Na wenn das nicht nur zu erkennen, sondern auch als die größte Selbstverständlichkeit da sein zu lassen, nicht Befreiung oder Erleichterung ist, dann weiß ich nicht, was Befreiung, was Erleichterung ist.

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      • fredo schreibt:

        yep nitya …
        es kann insofern als Befreiung gesehen werden , als es von Illusion „befreit“ , es könne/müsste/sollte anders sein.

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    • Eno Silla schreibt:

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  6. Ingeborg schreibt:

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  7. Michaela schreibt:

    „Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen.
    (Nu mach ma hinne! )“

    Das ist von Vorteil, aber für wen? Obwohl das natürlich aus tiefstem Herzen geglaubt wird. Ich werde mich nur nicht mehr darüber freuen können. Das ist so komplett schräg. Ich lach mich scheckig. 🙂

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  8. Brigitte schreibt:

    hach, was wäre das Ganze ohne die Kraft der Poesie …

    Alle meine Schiffe
    haben die Häfen vergessen
    und meine Füße den Weg.
    Es wird nicht gesät und nicht geerntet
    denn es ist keine Vergangenheit
    und keine Zukunft,
    kaum eine Bühne im Tag.
    Nur der kleine
    zärtliche Abstand
    zwischen dir und mir,
    den du nicht verminderst.
    Ich hatte mir nichts vorgenommen,
    es passierte,
    wie wenn man überfahren wird.
    Oder wie Liebe.
    Man handelt nicht, es passiert.

    (Hilde Domin)

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  9. LOB schreibt:

    Hat dies auf LOB's Metier rebloggt und kommentierte:
    wie wahr, alles andere ist Einmischung, Anmaßung und Nötigung!

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