Werner Ablass: Das ist der Irrtum!


wilde-Hunde
Solange wir Menschen sehen und nicht die Essenz in den Menschen oder anders gesagt: solange wir glauben, dass die Erscheinung, die wir Mensch nennen, ENTSCHEIDET und HANDELT – und das ist es ja, was wir meinen, wenn wir vom Menschen sprechen – solange sind Konflikte und Leiden unvermeidlich. Ich gebe dir Brief und Siegel: Du kannst jede Therapie machen, die angeboten wird, du kannst alle Methoden anwenden, die von Glückstrainern offeriert werden, es wird dir nur temporär etwas nützen.

Schau, wenn dich ein Hund ins Bein beißt, beschuldigst du ihn dann? Würdest du dann auf die absurde Idee kommen, auf ihn wütend zu sein? Vielleicht wärst du böse auf den Hundebesitzer, weil er nicht dafür sorgte, dass sein Hund an der Leine oder mit einem Maulkorb ausgeführt wurde. Weil er ja ein Mensch ist und nicht etwa ein Hund, der instinktiv handelt. Das ist der Irrtum! Denn auch der Hundebesitzer „reagiert“ nur aufgrund seiner Gene, seiner Konditionierung. Er ist also an dem Biss ebenso schuldlos wie der Hund!

Komm nun bitte nicht auf die alberne Idee, gegen den Hundebsitzer dürfe, wenn er denn nicht schuldig sei, nichts unternommen werden! Natürlich muss er angezeigt werden, natürlich muss er dir Schmerzensgeld zahlen, natürlich muss überprüft werden, ob der Hund umerzogen oder umgelegt werden muss! Aber nicht, WEIL der Hundebesitzer schuld ist, sondern weil niemand anderes für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann.

Ein Krimineller muss hinter Gitter, um die Gesellschaft zu schützen, weil er schuld ist und für seine Taten büßen muss. Er hat nichts getan, egal was er an Üblem tat. Das kann jedoch nicht bedeuten, dass er weiterhin frei herumlaufen darf. Stellt er eine Gefährdung dar, bin ich der erste, der ihn zum Polizeirevier bringt. Niemals jedoch könnte ich ihm einen Vorwurf machen. Es gibt keine Menschen! Es gibt nur Bioroboter, die genau das tun, wozu sie bestimmt sind.

aus: Werner Ablass, „Abschied vom Ich und wie leicht es sich ichlos lebt“, Omega-Verlag, Aachen 2009, 1. Auflage, S.242/3

„Schau, wenn dich ein Hund ins Bein beißt, beschuldigst du ihn dann?“ Aber klar tu ich das. Ich beschimpfe sogar den Stein, über den ich stolpere: „Scheiß-Stein!“ Ich leiste mir den Luxus, ein Idiot zu sein. Und diese dämliche Person Nitya kriegt auch ihr Fett ab, wenn sie mal wieder vergessen hat, die Herdplatte auszumachen. Wer hat denn dieses ganze witzige Spiel erfunden? Also dieser Nitya doch nicht, diese Knalltüte. Der ist doch, wie wir schon so oft festgestellt haben, nur eine Vorstellung. Und wie könnte eine Vorstellung irgendetwas erfinden.

Ehrlich gestanden nerven mich solche Darstellungen. Ja, da hat jemand seinen Ramesh richtig verstanden und kann ihn nun prima anderen, die das alles noch nicht verstanden haben, verklickern. Prima. Note 1 mit Stern. „Streber!“ projiziert der schulgeschädigte Nityasche Body-Mind-Organismus auf die Situation und versetzt diesem blöden Stolperstein noch einen Tritt. Ja, ich hab’s kapiert. Na und? Deswegen kriegt der Stein trotzdem seinen Tritt. Ich hatte schon immer wenig Neigung, päpstlicher als der Papst zu sein. Ich beschimpfe den Stein und lach mich schlapp darüber.

Ich hab’s ja mehr mit Katzen. Und Eichhörnchen natürlich. Und sogar mit Mäusen. Mit Hunden hatte ich einfach einen unglücklichen Start. Angefangen von des Nachbars Terrier, der einem immer begeistert in die Wade biss, über den Collie im Internat, der mir ans Knie onanierte, bis hin zu dem riesigen leinenlosen Schäferhund im Jenischpark, der mir schmerzhaft an die Eier ging, wobei seine Besitzerin schelmisch lächelnd nur ein „Er spielt halt gern.“ vorzubringen hatte.

„Schau, wenn dich ein Hund ins Bein beißt, beschuldigst du ihn dann? Würdest du dann auf die absurde Idee kommen, auf ihn wütend zu sein?“ Ja, man stelle sich vor: Ich komme auf die absurde Idee, wütend auf ihn zu sein. „… auch der Hundebesitzer ‚reagiert‘ nur aufgrund seiner Gene, seiner Konditionierung.“ Ja, ja, alles klar. Aber nicht nur der Hund, nicht nur der Hundebesitzer, auch der doofe Nitya reagiert nur aufgrund seiner Gene, seiner Konditionierung. Warum sollte ausgerechnet der Nitya über seinen Genen und seiner Konditionierung stehen? Da fängt für mich die Karotte an, aber hallo. Und was für eine. Die dickste spirituelle Karotte, die man sich vorstellen kann.

„Du kannst jede Therapie machen, die angeboten wird, du kannst alle Methoden anwenden, die von Glückstrainern offeriert werden, es wird dir nur temporär etwas nützen.“ So spricht der Coach. – Als ob das alles irgendjemandem nützen sollte. Oh Mann, das kommt dabei heraus, wenn man aus Balsekars Erkenntnis ein Konzept zu basteln versucht.

Howgh
der Bioroboter

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12 Antworten zu Werner Ablass: Das ist der Irrtum!

  1. Tom schreibt:

    Volle Zustimmung, Nitya!😉

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  2. Michaela schreibt:

    Herrlich!! Ich gackere mal wieder vor mich hin. :-))

    „Es gibt keine Menschen! Es gibt nur Bioroboter, die genau das tun, wozu sie bestimmt sind.“

    Ich schon immer geahnt, dass irgenwas mit mir nicht stimmt, aber Bioroboter? Jetzt bin ich fast ein bisschen beleidigt. Oder nee nee, ich hab doch eher Angst. Was, wenn das stimmt? Ich fühl mich gar nicht so technisch, aber Leute, ich werde die Angelegenheit beobachten!

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  3. fredo schreibt:

    ich bin ja auch aus der „Ramesh“-Tradition ….. und deshalb wohl auf Grund einer gewissen Guru-Loyalität anfangs dem Herrn Ablass recht zugeneigt …. vor einigen Monaten nun hatte ich mich dann auch FB-befreundet mit ihm …. darauf hin las ich seine Texte dort immer mal mit ….. hmmmmm …
    er zeigte sich auffallend ausdauernd genervt von „Ignoranten“ dort auf FB …. ( seltsam , als hätte man anderes erwarten können ) … hmmm … sowas kann ja auch mal sein , aber er zelebrierte das geradezu … und über Wochen hinweg …. und rezitierte immer wieder wie in einem Sermon und das ausschließlich ( ! ) seinen : „es gibt keinen Handelnden“ ….
    da ritt mich der Teufel , und ich habe ihm ein wenig argumentativen „Gegenwind“ geliefert … daraufhin hat er ( deutlichst zähneknirschend ) dem Argument zwar zugestimmt (zustimmen müssen) , aber sich auch deutlichst in seinem Stolz gekränkt gezeigt ( er ist Sternzeichen Löwe ! ) … da ich es dann nicht unterlassen konnte ( ich bin Sternzeichen Stier und war grad so schön dabei😀 ) seine Erklärung zu kritisieren , die das , was ich den OFFENEN MOMENT nenne , auf ein reines „Erkennen des Niemand“ reduziert , und ich darauf hinwies , dass dieser „niemand“ auch nur ein Hilfskonstrukt des danach ja weiter „agierenden“ Ichs sei , ( mit dem sich das „Ich“ das unerklärbare und unwörterbare OFFENE dennoch (hilfsweise) erklärt ) zeigte er sich verblüffend unwillig ob meiner „Impertinenz“ …. ein wenig , wie ein Kind , dem man das Spielzeug gemopst hatte …
    er schloss kurz danach seine Textseite bei FB … hmmm …. ich habe mir danach mehrere seiner Videos angeschaut … denn … ich will es nicht leugnen , sein Verhalten hat schon etwas irritiert … denn ich hatte ihn zuvor diversen Freunden sogar als womöglich „hilfreich“ empfohlen …
    er scheint mir … mitlerweile …. doch sehr in diesem „Niemand“-Konzept festzuhängen … und dies fast zu einem „nützlichen Idioten“ seiner Coaching-Arbeit … sorry … pervertiert zu haben …
    und er hat wohl den „Irrelevanz“-Schritt ( auch und gerade auf den „Niemand“ bezogen ) noch nicht vollzogen , zumindest nicht in der Kommunikation mit Anderen ….
    Wobei es aber dringend gesagt werden muss , dass derartige Überlegungen des Fredo auch nur völlige Bullshit-Konzepte sind … aber es „lästert“ sich halt manchmal so fein😉 .. und von dem „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“-Habitus vieler Satsänger und Berichter untereinander halte ich persönlich gar nix … „Wahrheit-Konzept“ hat nix gegen ein feines Wortflorett-Gefecht mit anderem „Wahrheit-Konzept“ ist da eher meine Devise … und diese offene Streitbarkeit der Konzepte ; die ja letztlich sogar nur die „Aushebelung des Glaubens an nur ein (!) richtiges Konzept“ beim Besucher / Zuhörer / Mitdisputierer fördern kann , scheint mir oft in der SatsängerSchar des Jetzt-TV einem romantisch-verklebten „Wir sind ja alle das EINE“ gewichen zu sein …
    ein Eindruck den mir persönlich die Videos der „Erleuchtungs-Kongresse“ recht auffallend vermittelt haben . Manchmal hat mich da die Gegenseittig-Händchen-Halten-Attitüde derer „davorne“ an die beseelten Momente gemeinschaftlicher Kiffereien in der WG der Studentenzeit erinnert .

    Ergänzend möchte ich noch erwähnen , dass (m.M.n. ) der „Niemand“-Hinweis des Ramesh , mit dem er zu meinem anfänglichen Erstaunen fast jeden Talk begann , deshalb wohl doch „Sinn machte“ , da seine damaligen Besucher fast zur Gänze aus Westlern bestanden , die allesamt in der Tradition des „ich mach mir die Welt untertan“ sozialisiert wurden.
    Was nicht vergessen werden sollte , ist ja , das alles von wem auch immer gesagte , stets ( nur ) Konzept ist , und das die ( lediglich etwas raffinierteren ) Konzepte derer davorne , bestenfalls eine subtile „Aushebel“-Funktionen bei Mancheinem der Zuhörerschaft erfüllen können..
    Und das deshalb bei jedem Konzept immer der jeweilige Gegenüber mit seinen Überzeugungen bedacht werden sollte . Deshalb sind auch viele , viele Texte „weiser“ Konzepte der Vergangenheit , als ( nur ) Schriftdokument , so problematisch , da oft die Information fehlt „wer sagt es / wer hört es !“ .
    Die berühmte Szene des Buddha mit der erhobenen Blume zeigt ja ähnliches … Das Gegenüber waren Mönche ! … also Menschen die „wollend“ Weisheit anstrebten , und diesem „Wollen“ bereits ihr normales Leben geopfert hatten … und denen wurde die schlichte Blume gezeigt ! genau denen ! …. die aufgehaltene Blume ist jedoch auch nicht „wahr“ , sie hat aber in Konfrontation mit vielen „Wahrheit-erst-machen/erreichen-Woller“ eine enorme aushebelnde Wirkung durch ihre schlichte So-Heit ….
    das Konzept des „Niemand“ oder ähnliche Konzepte sollen/können also keine Wahrheiten verkünden ( denn der „Niemand“ ist keine Wahrheit ) sondern sie können bestenfalls manchmal bei Mancheinem unreflektiert manifestierte „eigene“ Überzeugungskonzepte ( subversiv ) unterminieren .
    Der „Niemand“ macht also nur Sinn in Konfrontation mit einem ( geglaubten) „Jemand“ …
    Letzlich macht auch ein Koan nix anderes . da ist nur eine „Wahrheit“ drin zu „finden“ , nämlich die , dass „ich“ nix kapieren kann ( damit darf aber nicht gesagt werden , der „niemand“ hätte es verstanden🙂 )
    Ob dies nun Herr Ablass so oder ähnlich „sieht“ …. ?
    Ich muss zugeben , dass ich da mitlerweile , eher einen Ersatz-Götzen „Niemand“ beim Coachi Werner als aktiv vermute …

    Ich … Fredo ….( keine Ahnung von gar nix )…. kann nur sagen , dass mir die reinen „Destruktoren“ davorne ( a la Renz ) , die , die halt alle Konzepte zerschießen , am besten noch die eigenen verkündeten von gerade vorhin , schon immer sehr sympatisch waren….

    Und wenn dereinst eines meiner Kinder oder Beutekinder doch auch auf diese Reise gehen möchte , und meinen klugscheißernden Rat erbeten sollte , werde ich bestimmt eher so einen „Destruktor“ empfehlen …
    denn wenn schon , denn schon ….😀
    Aber noch sind all meine Kinder so klug , sich das gar nicht erst anzutun , mit der …. Reise …

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  4. Eno Silla schreibt:

    Also ich find den Werner Ablass gut.
    Hat doch einen gewissen Unterhaltungswert, was er so aufführt.
    Er hat sich eine Einnahmequelle erschlossen, legt Wert auf ordentliche Bezahlung und kann hoffentlich ganz gut davon „leben“.
    Für seine zahlende Kundschaft hat sein Gesappel offensichtlich einen Wert.
    Ich bin ja zu blöd dazu, oder zu faul, oder von nichts überzeugt, oder von allem, oder einfach kein guter Verkäufer, mag Menschen nichts andrehen…
    Jedenfalls quäl ich mich immer noch mit dem Hartzer Käse ab, hab halt nichts anderes gelernt…
    So trickse ich mich auf die ein oder andere Art durch dieses verrückte Leben und frage mich gelegentlich, wie ich in die sich zeigenden Umstände hineingeraten bin? Oder wieder hinaus kommen kann, vor allem, wenn sie quälend erscheinen.
    Also ich erwarte darauf (jedenfalls von mir) keine Antwort mehr, aber das Wundern darüber hört nicht auf.
    Dem ein oder anderen Satsanggeber höre ich manchmal noch gerne zu. Hat manchmal eine gewissen Spassfaktor…
    Aber die Zeiten, in denen ich noch glaubte, dass ihr Gerede irgendeinen Vorteil, oder Nachteil, für das „Was ist“, also was sich als „mein“ Leben zeigt, hätte, sind vorüber gegangen, verschwunden wie Wolken am Himmel. Ob sie nicht wieder auftauchen: „Keine Ahnung!“ Und wenn schon, was solls, ändert es doch nichts an dem:
    Was ist!

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  5. Michaela schreibt:

    „… und ich darauf hinwies , dass dieser “niemand” auch nur ein Hilfskonstrukt des danach ja weiter “agierenden” Ichs sei , ( mit dem sich das “Ich” das unerklärbare und unwörterbare OFFENE dennoch (hilfsweise) erklärt ) “

    Fredo, du verwirrst mich. Definiere bitte „weiter agierendes Ich“. Ich habe so eine Ahnung.

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    • fredo schreibt:

      zu Michaela :
      einfach zu erklären … und sehr schwer zu verstehen … auch für „mich“ …🙂
      einatmen … der GedankenImpuls ( den wir ja sogar für Wirklichkeit halten ) taucht auf .
      ausatmen … der GedankenImpuls vergeht , um im nächsten Einatmen vom nächsten Impuls gefolgt zu werden .
      Dies ist ein automatischer ( ! ) , biologisch unabänderlicher Prozess .
      Damit ist die (Nebenwirkung) Ich-Projektion als Begleitung ( = Dekoration / Verbildlichung ) eines GedankenImpulses unabänderlicher biologischer Effekt eines jeden HomoSapiens .
      In dem Sinne ist „Ich“ unvermeidbar , da ein HomoSapiens stets in „Ich“-Sprache denkt/fühlt. Anderes ist ihm/ihr gar nicht möglich .
      Es gibt also nur ein mehr oder weniger intensiv begleitendes „Ich“ in jedem .
      Im Streit womöglich noch etwas „ichiger“ , in meditativer Stille etwas weniger = stiller .
      Doch bereits in dem quasi „allem zugrundeliegenden „ichBIN“ steckt dieses „Ich“ .
      Es ist , letztlich , die erste „Ausformung“ aus der Formlosigkeit ( und auch die letzte ) .

      Das „Problem Ich“ taucht ja nur auf , wo sich Risse zeigten in der Projektion „Ich-Wirklichkeit“ , und da ein Bemerken stattfindet ( aber letztlich auch wieder im „Ich“ ! ) , „da ist ja noch was „hinter“ der Ich-Realität“ .
      Im Bild gesagt , wo die Leinwand hinter dem Film bemerkt wird ….
      Der zuvor voll „im“ Film befindliche Zuschauer bemerkt die Filmhaftigkeit der Geschichte …. aber halt auch die des Zuschauers ! selbst …
      an sich ein Paradox … und doch …. kaum anders in Worte zu fassen ….

      Wenn nun diese DauerProjektion „ich bin als ICH wirklich“ ins Stocken gerät ( warum auch immer ) , verbleibt nur die LEERE LEINWAND … solange halt das „Stocken“ anhält … auf der „Ebene“ LEERE LEINWAND ist Zeit unerheblich , also egal ob da „Stocken“ wenige Sekunden oder gar Jahre dauert … es ist und bleibt die SELBE LEERE LEINWAND ….
      Das was ich OFFENEN MOMENT nenne ( bis mir was anderes einfällt ) oder was ich im Absatz zuvor LEERE LEINWAND nannte , ist jedoch (eigentlich ) außerhalb der Lebens/Erfahrungsspäre eines Menschen ( obwohl er nur DA wirklich ist ) , und doch hat es …. danach …. einer sehr merkwürdige Eigen-Art …( was mich in der ersten Zeit „danach“ sehr irritiert hatte ) … es kann weder vergessen noch bezweifelt werden !
      Vergessen werden kann es nicht , da es ja nie „erlebt“ wurde ( sondern Erleben einfach nur „stockte“ ) … und bezweifelt werden kann es nicht , da es kein „zweites“ dagegenzusetzen gibt … da ist (war) halt nur dieses EINE ohne ein zweites …
      man kann dann für sich selbst im inneren Dialog oder in Kommunikation mit Anderen nicht das geringste sagen über ES ( diesen OFFENEN MOMENT ) , außer diese Unbezweifelbarkeit in umschreibenden Worten mehr oder weniger inspirierend für andere zu formulieren ….
      und tausende Bücher wurde da bereits mit den Millionen von Variationen der Umschreibungen gefüllt … und es werden noch tausende dazukommen .

      Das gleiche nur ahnen können , was da im LEEREN MOMENT sein könnte , betrifft aber halt auch das „Ich“ des „Betroffenen“ selbst . das bemerkt , das es halt nichts bemerken konnte , und dieses Kuriosum bringt es in ein fast schon selbst gefärdendes Dilemma … und nicht wenige „Ichs“ sind an diesem Dilemma tatsächlich aus dem Tritt gekommen . Don Juan , der Lehrer des Castaneda , nannte es das „schrumpfende Tonal“ , das „erschrockene Ich . Da beginnt nur eigentlich der nützliche Beistand eines Gurus oder eines Mitmenschen , der bereits zuvor „betroffen“ war .
      Es bedarf tatsächlich der Worte , der „hilfreichen“ Konzepte , um das erschrockene „Ich“ wieder zu beruhigen … wenn es schon die Leere nicht begreifen oder erfahren konnte , und es damit zumindest für die „Dauer“ dieses LEEREN MOMENTES ( der eigentlich unendlich ist ) in den eigene Tod ( = NichtExistenz ) blicken musste , so hat es zumindest im „Danach“ die tröstende Formulierung von (Hilfs)ErklärungsKonzepten … für Andere … aber durchaus für sich selbst …

      Dieser von mir gern so genannte OFFENE MOMENT ( in dem alles Denkende , Fühlende , aber auch Bemerkende abfällt ) ist ja so EINzig , da er in ein ObjektLEEREs
      ABSOLUT hineinkolabiert …
      Einzig erkennbares (Hilfs)Attribut für das denkende und erinnernde Ich ist dabei diese „Leere“ ( = Attributlosigkeit ) .
      Also keine leere Leere , sondern eine REINE OFFENHEIT ohne jegliches begrenzendes „Etwas“ …
      Dies jedoch kann der „innere Schwatzkopp“ , das was sich selbst „ich“ nennt , weder erfassen , noch erahnen oder gar genau benennen .

      … armes „Ich“ ….

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  6. Michaela schreibt:

    Danke, Fredo. Dass „Ich“ sprachlich unvermeidbar ist, ist klar. In der dritten Peson von sich zu reden, klingt irgendwie ziemlich albern, finde ich. Aber „da ist niemand“ scheint mir nicht zwingend ein weiteres Konzept zu sein. Es wird ja oft glaubhaft versichert. Möglicherweise könnte man von einem unpersönlichen Ich sprechen.

    In dem Zusammenhang wird das Postulieren des „das ist niemand“ auch hier nur dann für „wahr“ gehalten, wenn dies nicht als alleinige und einseitige Behauptung aufgestellt wird. Es muss insgesamt „rund“ sein. Hier hab ich noch nicht so viele erlebt, bei denen es wirklich resoniert.

    Wenn die Vorstellung des Ich, die Idee einer agierenden Person zerbricht, wie kann dann ein „erschrockenes Ich“ übrig bleiben? Was hab ich nicht kapiert? Möglicherweise ist es wirklich das Sprachliche, die Begrifflichkeiten, an denen ich hier scheitere.

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    • fredo schreibt:

      Scheitern is bei dem Thema das völlig normale …🙂
      das mit den Zerbrechen einer Vorstellung des Ichs stimmt so nicht ganz …
      Es ist ja nicht das Ich , das da eine Vorstellung >hat , sondern das Ich >ist die Vorstellung !
      Zu sagen , „da ist niemand“ bedeutet auch nicht , dass da ( sttattdessen) ein „Niemand“ wäre .
      Es ist deshalb so schwierig ( zu verstehen ) , da es so unvorstellbar einfach ist .
      Worte können da nur so etwas wie Ahnungsvolles Vertrauen stimulieren .

      Nur so als Bild … du fährst in einem Kanu auf dem ColoradoRiver … und hast zuvor eine Kanuausbildung gemacht , dir das beste Kanu der Welt besorgt , dir extra die perfektesten Ruder besorgt … beginnst deine Fahrt … und bemerkst , dass die Strömung so heftig ist , dass du trotz bester Ausbild und Ausrüstung nicht die geringste Chance hast , hier den Weg des Kanus zu bestimmen …
      was bleibt ? … totale Angst vor Vernichtung und Kampf bis zum Zusammenbruch ….oder Kapitulation in Wachheit ! … soll heißen , du überlässt dein Kanu vertrauensvoll der Strömung und benutzt die Ruder um den sich ergebenden Kurz lediglich mit deinem spontan agierenden Rudereinsatz zu optimieren …. … …

      Letztlich ist dies ein ganz gutes Bild für das Ich … und seinem Job …
      Während der „ich“-Gläubige , davon ausgeht , dass er die Fahrt auf dem Fluss zu meistern hat , weiß der ich-Ent-täuschte darum , dass der Fluss und seine Strömung die Reise bestimmt , und das das „Ich“-Ruder lediglich reagierend mitwirken kann .

      Oder nochmal in anderen Worten … das Ich ist ein sehr probates Hilfsmittel , damit Leben sich der Dekoration von Handlung bedienen kann … aber es ist nicht der „Bestimmer“ … und …. das ist das eigentlich verblüffende … Leben funktioniert bestens ohne einen „Bestimmer“ … und „ich“ kann daran vertrauensvoll teilnehmen …

      Da wird also kein „Ich“ gekillt … es fällt lediglich in seine ihm zugedachte Rolle zurück …
      und ! … das fühlt sich verdammt fein an …

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      • Michaela schreibt:

        Ich verstehe, was du sagst. Letztlich ist es ein bunter Eintopf an Begrifflichkeiten, die einfach nur definiert werden müssen, weil sie sehr oft anders verwendet werden.

        „Da wird also kein “Ich” gekillt … es fällt lediglich in seine ihm zugedachte Rolle zurück …“

        Hier komme ich ein bisschen ins Schleudern. Das ICH als autonome Instanz existiert ja nicht wirklich. Der schon immer scheinbare Agitator wird nun zum echten scheinbaren Agitator, in dem von dir beschriebenen „Offenen Moment“. Kann man das so sagen? Ein personifizierter Niemand kann natürlich auch ein Konzept sein, da stimme ich zu. Aber wenn klar ist, dass es nicht um „Niemand“ als Instanz geht, sondern darum, dass Leben einfach ohne Handelnden geschieht, dann ist „Niemand“ einfach nur eine unbeholfene Umschreibung – wie alles andere auch.

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  7. Giri schreibt:

    Bei Herrn Ablass und seinem Ablasshandel bin ich recht gespalten. Einerseits ist sein „Leiden entsteht durch Desinformation. Die Hauptdesinformation lautet: So wie es jetzt ist, sollte es nicht sein, wäre es anders wäre es besser.“ mein wohl meistzitierter Satz. Anderseits ist er ansonsten voller komischer Konzepte. (Aber da gleicht er ja Herrn Renz (dieser verpackt sie nur lustiger) oder Herrn Hiess). Und seine Videos finde ich unerträglich. Aber sicher ist es immer die Frage wie die Arroganz verpackt wird, damit sie uns sympathisch wird. Osho war ja sicher nicht weniger arrogant als Ablass. Also jedem das Seine und … macht frei (Weiss nicht, was es sonst noch an KZ-Sprüchen gibt).
    Es ist immer wieder das selbe Märchen von einem Absoluten, von Bewusstsein, das uns aufgetischt wird. Vielleicht ist da mir Osho (oder Packer oder Tollifson) mit ihren stets nervenden „und was ist jetzt“ oder Harding mit seinem „Sieh, du hast keinen Kopf“ oder Parsons „Da ist nur Lebendigkeit“ fast näher. Obwohl ich immer mehr glaube, das Geld ist für ne gute Flasche Ardbeg besser investiert als für nonduale Treffen oder Bücher.

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    • zaungast schreibt:

      „Obwohl ich immer mehr glaube, das Geld ist für ne gute Flasche Ardbeg besser investiert als für nonduale Treffen oder Bücher.“

      den Verstand wegsaufen oder mit nondualem Zeugs beruhigen… wo ist der Unterschied?😉

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  8. fredo schreibt:

    zu michaela :
    ich würde jetzt im nachhinein auch nicht mehr formulieren , “ eine ihm zugedachte Rolle“ ( denn dass bedeutet ja ein „zu denken“ , also eine fixierte Objekthaftigkeit .
    etwas weniger verzerrend wäre womöglich die Formulierung
    „Es funktioniert dann im ihm gemäßen Kontext“ …

    Dies betont dann den Kontext , soll heißen , alle Phänomene / Erscheinungen stehen nie für sich allein ( auch kein „Ich“ ) sondern „entstehen“ immer nur im Kontext als kurzfristig „als ob einzeln bestehend“ – Erscheinung .
    Also … in der Welt der Erscheinung werden Erscheinungen nur anscheinend „einzeln“ abgebildet … und zwar durch den Kontext der Beziehungen von allem ( anscheinend einzelnen ) zu allem anderen ( anscheinend einzelnen ) .

    Das jeweilige „Ich“ ist also keine tatsächliche Vorhandenheit ( Anwesenheit ) sondern es ist eine (indirekte) Erscheinung von Kontext-Dynamik .
    Dies ist als Bild , sehr gut vergleichbar mit der optischen Täuschung einer Interferenz in bewegten Bildern .
    ( leider weiß ich nicht , wie man hier Bilder einfügt , sonst hätte ich in meiner Bildersammlung ein feines Bild dafür ) .

    Damit ist das „Ich“ nix anderes , wie ein Interferenz-Phänomen in der ErinnerungsFunktion eines humanoiden Organismus .
    Und dies , und nix anderes , ist auch sein „Job“ . Aber den darf und soll er auch „ausüben“ ( meiner Meinung und Erfahrung nach ) .
    Nix ist falsch an dem , was da gerade den „Ich“-Job im Organismus Fredo ( oder Michaela ) ausübt . Es hat nur keinerlei über den Augenblick des Erscheinens hinausgehende Bedeutung !

    Das „Ich“ ist durchaus „wirklich“ , im Sinne von >jetzt gerade auftauchend ( als Phänomen ).
    Nur … bereits einen Augenblick später ( genauer gesagt 0,6 Sekunden später , wie die Hirnforschung sagt ) … nur noch vergangenes Phänomen ohne jede Substanz ….

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