Müllers Esel der bist du

Daniel OdierIm Chan verfolgen wir nicht den Traum, das Gemüt zu unterdrücken oder es zu vernichten. Viel einfacher: Wir lassen ihm einfach seinen Lauf, ohne ihm Aufmerksamkeit zu schenken, bis es zum Augenblick der großen Entspannung kommt. (Daniel Odier)

BuddhaDie Entwicklung des Krokodilgehirns ist ein entscheidender Fortschritt in der Evolution der Lebewesen. Sogar wir Menschen profitieren bis heute davon. Wir haben nämlich wichtige graue Zellen von den Urreptilien geerbt, die bis heute einen Teil unseres Hirnstamms bilden. Der Hirnstamm ist der evolutionsgeschichtlich älteste Teil des menschlichen Gehirns und wird auch Reptilienhirn genannt. Er verarbeitet entscheidende Umweltreize, leitet unbewusste Reaktionen wie Blutdruck und Atmung und ist für instinkthafte Reaktionen verantwortlich. Der Hirnstamm macht also fit fürs Überleben. Erst später kam das an den Stamm anschließende Limbische System dazu, das vor allem für Emotionen, Erinnerungen und Lernen zuständig ist. In einem weiteren Schritt entwickelte sich das Großhirn, das unter anderem zur Intelligenz befähigt. (Quelle)

„Im Chan verfolgen wir nicht den Traum, das Gemüt zu unterdrücken oder es zu vernichten.“ Hmm… Joe von den Daltons scheint dieser Auffassung völlig zu entsprechen. Oder die Isis-Kämpfer, die gerade auf Bagdad zu marschieren. Oder die kriegslüsterne Nato. Oder oder …

Na, wenn das so weiter geht, werden wir möglicherweise demnächst einen Punkt erreicht haben, an dem dieses globale Irrenhaus der Reptiloiden kollabieren wird. Na ja, man könnte natürlich einwenden, dass mit Gemüt nicht die instinktiven, unbewussten Reaktionen des Reptilienhirns gemeint sind. Aber spielt das für die Aussage Odiers eine Rolle? Sind die Wirkungen des Reptilienhirns, des limbischen Systems und des Großhirns nicht allesamt nur Erscheinungen im Bewusstsein? „Wir lassen ihm einfach seinen Lauf, ohne ihm Aufmerksamkeit zu schenken, bis es zum Augenblick der großen Entspannung kommt.“, sagt Daniel Odier.

Und was sagen die geschätzten Leser dieses Blogs dazu?

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8 Antworten zu Müllers Esel der bist du

  1. MaulBaer schreibt:

    „Im Chan verfolgen wir nicht den Traum, das Gemüt zu unterdrücken oder es zu vernichten. Viel einfacher: Wir lassen ihm einfach seinen Lauf, ohne ihm Aufmerksamkeit zu schenken, bis es zum Augenblick der großen Entspannung kommt.“
    Das ist eine weitere von vielen Möglichkeiten/Konzepten, und es scheint wohl auch zu funktionieren, wenn z.Bsp. jemand voll erregtem und überschäumenden Gemüts z:Bsp. dem Daniel Odier so wie es Nityas WackelBildchen zeigen, Kugeln verpasst: Daniel Odier geht in die große Entspannung ein und der andere kann vielleicht ein wenig entspannter weiterleben…..
    Doch wo liegt Chan, bzw. was ist Chan?
    Ich kenne kein Chan und weiß auch nicht, wo es liegt.
    Und was sagt der Verstand, der Intellekt dazu, der meines Erachtens der Gegenpol des Gemüts
    (Mit Gemüt wird die durch die Gesamtheit der Gefühls- und Willenserregungen erworbene Einheit und Bestimmtheit des Seelenlebens bezeichnet. Das Gemüt wird dabei, vergleichbar den Emotionen oder der Sinnlichkeit, als Gegenpol zur Intelligenz bzw. zum Verstand gesehen. Mit Gemütszustand wird die akute seelische und emotionale Situation eines Menschen bezeichnet.) ist,
    und welcher hier scheinbar außer acht gelassen ist?
    Oder vielleicht gerade durch diese Konzept unterdrückt ist???
    Man weiß mal wieder nichts genaues, wie es Elwood immer wieder mal verlauten lässt….
    Ich halt mich eher an das Konzept vom TaiJi, halb denken, halb fühlen, halb hingeben, halb kontrollieren, halb yin, halb yang, was mit sowohl als auch bezeichnet werden kann und was weder das eine noch das andere favoritisiert und doch zum einen wie anderen je nach Umständen auch mal eindeutig „Ja!“ wie „Nein!“ sagt, was immer wieder zur Spannung wie Entspannung führen kann….

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  2. Eno Silla schreibt:

    „…bis es zum Augenblick der großen Entspannung kommt.”

    Ach ja, wieder eine schöne große Möhre, allein mir fehlt der Glaube.
    Da halt ich mich doch lieber an:
    „Kein Entkommen!“
    Vielleicht ist das ja die große Entspannung, in der sich nichts entspannen oder verspannen muss, aber kann, eben so wie es ist oder auch immer erscheinen mag und wenns auch eine fette Möhre der großen Entspannung ist – ach wäre das schön!

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  3. fredo schreibt:

    der „Augenblick der Entspannung“ ist kein Augenblick der Entspannung ,
    sondern das unleugbare Auftauchen der Unmittelbarkeit von ABSOLUT .
    das ABSOLUT ist leer und ohne jegliches Attribut ( auch ohne Entspannung ) .
    jedoch läst die Unleugbarkeit dieser Unmittelbarkeit ( ohne Attribut , außer dass es halt so unmittelbaer ( leer ) ist , wie es unmittelbarer gar nicht geht ), etwas auftauchen im „Danach“ ,
    was ich die allumfassende Irrelevanz von allem „Etwas“ nenne ..
    Diese Irrelevanz ( allaugenblicklich im Danach „bewiesen“ durch das Unleugbare der Unmittelbarkeit des ABSOLUT ) führt zu einer Veränderung auch der „üblichen“ Ich-Welt ,
    deren Projektion ja weitergeht .
    Alles Erscheinede wird …. bedeutungslos …. soll heißen ist zwar „wirklich“ im Erscheinen , hat
    aber nicht mehr diese fixierende Bedeutung der Ich-Projektion .
    Das erscheinende Leben wird … spielerisch … jeder Augenblick darf vergehen … und dem nächsten Augenblick Platz machen …
    Es verbleibt das was im Englischen Curiosity genennt wird …. Neugier ( ohne Gier ) , sondern einfach staunendes Wahrnehmen der originellen „Kuriosität“ des … nächsten … Augenblicks …

    … was könnte entspannender sein ?

    demzufolge taucht nicht Entspannung als Attribut des MOMENTES auf ( der ist und bleibt stets leer ) , sondern Entspannung tritt (häufig ) als durchaus angenehme Folgen des Auftauches des LEEREN MOMENTES im Lebens-Geschichte-Danach auf .

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    • Nitya schreibt:

      „Wir lassen ihm einfach seinen Lauf, ohne ihm Aufmerksamkeit zu schenken, bis es zum Augenblick der großen Entspannung kommt.“

      Lieber Fredo, nimm mal als Beispiel einen Meister, der seinen Schüler mit einem Koan beglückt. Der Schüler ackert und ackert an der Lösung, er ist voll konzentriert und total verspannt. Da trifft ihn eine Maulschelle des Meisters und – aahhh… im Augenblick der Lösung von der Lösungssuche die große Entspannung. Warum nicht Gleichzeitigkeit, warum nur ein Hintereinander – so, als ob das eine die Folge des anderen wäre? Wie kann ein verspannter Geist offen sein für das Grenzenlose?

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  4. fredo schreibt:

    es geschieht ja gleichzeitig ….. da ja der LEERE MOMENT ohne Zeitverlauf ist ….
    und direkt „danach“ ja das „entpannende“ Resumee einsetzt …

    ich betone nur gerne das „Leere“ des MOMENTES …
    denn jede Vorstellung von „etwas“ , auch das einer Entspannung , verdeckt nur ( wie ich meine unnötig ) das ja bereits „ahnend / wissende“ um diese Leere in uns allen .

    auch wenn das „LEERE“ nicht gewusst werden kann , so ist es doch bereits ( bei jedem ) „erahnt“ … wie ich behaupte …..
    diese „Ahnung“ von UNMITTELBARKEIT wird nur durch Vorstellung ver-stellend bedeckt.
    Und auch die Erwartung / Vorstellung einer Entspannung verdeckt …

    desderwegen betone ich halt gern das Unvor(ver)stellbare Leere und meide jedes Attribut .

    geht aber … natürlich … auch anders …… .-)

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    • fredo schreibt:

      In diesem Kontext zitiert :
      „““ Zwischen dem Erwachen und der Befreiung oder Erlösung gibt es einen Unterschied. Das Erwachen geschieht augenblicklich, die Befreiung geschieht allmählich.“ Shen Hui „““ .
      Ich sehe den LEERE MOMENT halt auch als Erwachen ( ohne einen Erwachenden ) …
      und Befreiung / Entspannung auch erst ( als Resumee ) im „Danach“.

      Im MOMENT findet Dualität einfach nicht statt .
      Da IST nur das EIGENTLICHE ( leer und ohne Attribut ) .
      und erst das Resumme … „wenn nur DAS wirklich ist , muss ja alles „etwassige“ nur Erscheinung sein ….
      Erst das , dieses Resumee , erschafft das Befreiende aus der vorherigen Fixierung an eine imaginierte „Wirklichkeit“ .

      so oder ähnlich oder auch ganz anders ….. 😀

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  5. Elwood schreibt:

    Solange ICH MICH als Standort festnagel wollen der Gutmensch und der Triebtäter in mir wissen wer der Babo ist….http://wallpapers-3d.ru/sstorage/53/2011/03/10903112335286940.jpg
    Das ich glaube einer der Beiden könnte gewinnen ist doch;n Witz oder?
    Ich geh jetzt in den Garten der Bambus braucht Wasser…..

    “Tu Gutes, lass das Schlechte.” Darüber gibt es keinen Zweifel, aber: Steht denn fest, was gut und was schlecht ist? Gutes und Schlechtes gehen Hand in Hand.
    Kodo Sawaki (An dich, der du gerne Erbauliches über den Buddhismus hörst)

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