Karl Renz: glaub’s oder nicht

Ka-rotteAlso mal ganz frank und frei vom Nitya ins Deutsche transpiriert:

Das ist alles ein Witz, diese ganzen Erleuchtungs-Vorstellungen, … und überhaupt alles, was auch immer ist.
Die Existenz macht einfach Witze, … ein paar Karotten vor den Esel hängen, und er rennt und rennt und rennt, … glaub’s oder glaub’s nicht.

Gestern erzählte mir eine Freundin von einem kleinen Jungen, mit dem sie am Planschbecken war und zuschauen konnte, wie der kleine Junge sein Plastikeimerchen mit Wasser füllte und es bedächtig wie ein alter Daoist wieder auslehrte, wieder und wieder füllte und auslehrte. Mir kam die Geschichte vor wie eine Metapher für das ganze Leben. Kurz darauf stieß ich auf dieses Karl-Zitat und dann kam mir noch das Video mit den Kätzchen in die Quere. Hier ist die Rutschbahn für die kleinen Kätzchen die Karotte. Die Katzenmutti rettet und rettet, aber die Verlockungen der Welt sind einfach zahlreich wie die Fliegen im Kuhstall. Wir lachen über das süße Filmchen und vergessen darüber vielleicht, dass unser ganzes Leben eigentlich nach diesem Schema verläuft. Und unsere Vorstellung von dieser geheimnisvollen sog. Erleuchtung ist auch nichts anderes als unsere Vorstellung davon, wie Klasse so eine Rutschpartie auf einer Rutschbahn ist – mal abgesehen davon, dass so eine Rutschpartie sehr viel handfester ist als dieser angeblich permanente Erleuchtungszustand.

Ich bin erleuchtet. Was für ein Witz!

 

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6 Antworten zu Karl Renz: glaub’s oder nicht

  1. Giri schreibt:

    Naja, nach Erleuchtung zu suche, ist auch nicht schlimmer, als zu glauben, da wär ein Wesen namens Existenz, das Witze macht. Naja, wenn man immer angestrengt versucht, witzig zu sein, überträgt man das irgendwann halt auf die Existenz (keine Ahnung, was das überhaupt sein soll).
    Die ganze Nondualität scheint eh nur aus seltsamen dualistischen Konzepten zu bestehn. (Ausnahmen bestätigen die Regel).

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    • Nitya schreibt:

      „Alan Watts schlägt im Folgenden vor, lieber Götzenbilder aus Bronze zu benützen, als an seine eigenen Abstraktionen zu glauben. Bei den Götzenbilder wissen wir (hoffentlich) wenigstens, dass sie nicht das sind, wofür sie stehen.“

      „Die ganze Nondualität scheint eh nur aus seltsamen dualistischen Konzepten zu bestehn. (Ausnahmen bestätigen die Regel).“

      Osho: „Sei dir selbst ein Witz, der dich erheitert.“

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    • Michaela schreibt:

      Wie kann das, was als Wort oder Begriff auf etwas Unvorstellbares hinweist, nicht nicht dualistisch sein?

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  2. MaulBaer schreibt:

    „Ich bin erleuchtet. Was für ein Witz!“
    Und ich fühl mich oft beleuchtet, was ich nicht nur witzig finde, doch beleuchtend zu sein, ist schon spannender, finde ich….. 😎

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