Zhaozhou Congshen: Geh und trink einen Tee!


bu
Zhaozhou Congshen: Was ist der Weg?
Nanquan: Das gewöhnliche Bewusstsein ist der Weg.
Zhaozhou Congshen: Soll ich mich zu ihm hinwenden oder nicht?
Nanquan: Wenn du dich zu ihm hinwendest, wird es sich von dir abwenden.
Zhaozhou Congshen: Wenn ich ihn nicht suche, wie kann ich dann um den Weg wissen?
Nanquan: Der Weg hat nichts mit Wissen und Nichtwissen zu tun. Wissen ist Verblendung, Nichtwissen ist ein Mangel an Unterscheidung. Wenn du wirklich den wahren Weg erreicht hast, (wird dir klar sein), er ist wie die große Leere, weit und offen. Wie könnte es da recht oder unrecht geben?
Zhaozhou Congshen: Haaahhhhh…

Tee trinken
Zhaozhou Congshen: Warst du schon einmal hier?
Erster Mönch: Nein.
Zhaozhou Congshen: Geh und trink einen Tee!
Zhaozhou Congshen: Warst du schon einmal hier?
Zweiter Mönch: Ja.
Zhaozhou Congshen: Geh und trink einen Tee!
Tempelbesitzer: Beide gaben verschiedene Antworten. Warum sollen beide dasselbe tun?
Zhaozhou Congshen: Geh und trink einen Tee!

bu
Was gibt es denn mehr zu sagen, als „Geh und trink einen Tee!“ Nein, damit ist jetzt nicht der Tee-Weg oder sonst irgendein bestimmter anderer Weg gemeint. Zhaozhou Congshen hätte auch einfach „Aha“ sagen können oder gar nichts. Die beiden Mönche haben Zhaozhou Congshen aufgesucht, um zu … und der Tempelbesitzer versuchte vielleicht, hinter Zhaozhou Congshens rätselhafte Methode zu kommen. Nachdem er sie vermutlich nicht herausbekommen hat, wird er jetzt vielleicht zu allen Besuchern seines Tempels nur noch sagen: „Geh und trink einen Tee!“ und vielleicht eine Teestube einrichten, die ihm und seinem Tempel etwas Geld in die Kasse spülen wird.

„Geh und trink einen Tee!“ heißt für mich einfach: Es gibt kein „um zu“, nur ein „aaahhhhh…“

In der ersten kleinen Geschichte ist es Zhaozhou Congshen, der seinen Meister nach dem Weg fragt. Nanquan antwortet ihm, dass das gewöhnliche Bewusstsein der Weg sei. Das gewöhnliche Bewusstsein, wie immer es gerade erscheint. „Heute wird es viehisch heiß und am Nachmittag oder Abend soll es ein Gewitter geben.“ Dieser Gedanke wurde mir gerade bewusst. Eigentlich hätte hier Zhaozhou Congshen schon „aha“ sagen und es damit gut sein lassen können. Aber er konnte wohl nicht glauben, dass das schon alles sein sollte, also fragte er noch ganz der Sucher und Macher weiter: „Soll ich mich zu ihm hinwenden oder nicht?“ Er will unbedingt eine Aufgabe haben. Aber Nanquan denkt nicht daran, ihm diesen Gefallen zu tun. Er sagt: „Wenn du dich zu ihm hinwendest, wird es sich von dir abwenden.“ Er hätte auch sagen können: Was immer du erreichen willst, du wirst damit das Gegenteil erreichen. Zhaozhou Congshen will auf Nummer sicher gehen: „Wenn ich ihn nicht suche, wie kann ich dann um den Weg wissen?“ Klingt logisch, zeigt aber, dass der Groschen noch nicht gefallen ist.

Nanquan holt zum entscheidenden Schlag aus: „Der Weg hat nichts mit Wissen und Nichtwissen zu tun. Wissen ist Verblendung, Nichtwissen ist ein Mangel an Unterscheidung. Wenn du wirklich den wahren Weg erreicht hast, (wird dir klar sein), er ist wie die große Leere, weit und offen. Wie könnte es da recht oder unrecht geben?“ Keine Ahnung, warum jetzt bei Zhaozhou Congshen der Groschen fiel. Die Suche nach dem Weg war mitsamt dem Weg mit einem Mal verschwunden.

aaahhhhh…

 

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7 Antworten zu Zhaozhou Congshen: Geh und trink einen Tee!

  1. MaulBaer schreibt:

    „Die Suche nach dem Weg war mitsamt dem Weg mit einem Mal verschwunden.“, denn Wege entstehen, während sie gegangen werden, oder?

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    • fredo schreibt:

      zu MaulBaer
      „Weg“ ist als Vorstellung / Idee gebunden an jemanden , der ihn gehen / erreichen könnte . Der Weg „verschwindet“ , weil da nur >Weite ist . ( und niemand der „etwas begehen“ könnte ) .
      Da ensteht auch kein Weg , durch „Gegangenwerden“ , weil kein (einziger) Weg je gegangen wurde …

      Als Bild dazu :
      Wenn sich Wellen kreuzen , ensteht in ihrem „Kontaktbereich“ ein „Interferenzmuster“ Dieses Muster hat keine „eigene“ Existenz , sondern erscheint nur durch zufälliges Zusammenwirken von Wellen …
      Der Mensch mit seinen ersehnten „Wegen“ ist nix anderes wie ein solches Interferenzmuster … Nichts wirkliches , nur Muster von dynamischen Beziehungen im Spiel der Energien . Ein Tanz der „Interferenzen“ . Ein Tanz ohne Wege .

      so oder so ähnlich , oder auch ganz anders , könnte man es in Worte fassen .
      oder einfach schweigend staunen .

      ( man isses schon heiß hier …:-( )

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      • MaulBaer schreibt:

        Hallo Fredo,
        ich meine,
        „Kein Weg“, bzw. „Weite“ ist als Vorstellung / Idee gebunden an niemanden, keinen und/oder jemanden, der ihn nicht wie auch gehen / erreichen könnte.
        Als Idee dazu:
        Wellen legen einen Weg zurück, und wenn sie sich kreuzen können sie sich verstärken oder bis zur Auslöschung vermindern.
        Und ein Tanz ohne Wege nenne ich Stillstand, die absolute totale Perfektion gleich dem absoluten totalen „Gar Nichts“, und das gibts ja wohl nicht. „Sachen/Dinge gibt´s, die gibt´s nicht.“ pflegte meine Oma immer wieder mal zu sagen….,
        während ich einfach schweigend staunen schon gut finde, doch es gelingt – zum Glück??? – uns allen, zumindest hier auf Nityas Seite, nicht auf Dauer.
        Und jetzt mag ich dich einladen, mal als Mensch mit mir und anderen zusammen im Kaffee Kunterbunt in Lohfelderner Vollmarshausen mal eine sich ergebende mehr oder weniger freye Rolle zu spielen!
        Hast Du mal Zeit, Lust und Muse dazu?

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  2. Elwood schreibt:

    Guter Sex ist wie ein Glas Wasser trinken…..

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    • MaulBaer schreibt:

      Nachdem ich das Bild gesehen habe, meine ich, dass ein Glas Wasser trinken wohl an-scheinend wie guter Sex ist….

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      • fredo schreibt:

        oha … ne maulbeere aus der region … is ja verblüffend … klar komm ich nach vollmarshausen auf einen schwatz …sind ja nur ein paar kilometer … ich weiß nicht ob du hier kontakt aufnehmen kannst … fürs telefon … sag bescheid ….

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      • MaulBaer schreibt:

        Deine Zustimmung freut mich, Fredo. Dann lass uns einen Mittelpunkt im RaumZeitKontinuum kreieren, um den wie uns herum wir uns bewegen wie begegnen können, in dem Du mein Bildchen neben meinem Namen anklickst, um Zugang zu meinem „Reich“ zu finden…..

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