Joshu: schmeiß es weg


Gollum
Mönch: Schau, Meister, ich habe alles losgelassen. Was sagst du dazu?
Joshu: Gut. Dann schmeiß es weg!
Mönch: Aber Meister. Ich habe dir doch eben gesagt, dass ich alles losgelassen habe. Was soll ich denn jetzt noch wegschmeißen?
Joshu: Ach so. Wenn das so ist, dann musst du es weiter tragen.

Sag das mal dem Gollum, dass er „Den Einen Ring“ vergessen soll! Er wird dir was husten. Und so würde Joshu wohl auch zu ihm ganz trocken sagen müssen: Dann musst du ihn halt weiter tragen. Das sagt er ja nicht, weil er so ein hundsgemeiner Kerl ist, sondern weil es schlicht und einfach so ist. Ich seh das auch nicht als Meister-Schüler-Gespräch. Ich seh das viel mehr so, dass da so’n Mönch zu dem armen Joshu kommt und ihm die Zeit zu stehlen versucht, indem er mächtig mit seinen neuesten spirituellen Errungenschaften angibt: „Guck ma, ich habe alles losgelassen. Wat sagste nu? Jetzt biste platt!“ Es ist wurscht, ob es sich um „Den Einen Ring“ handelt oder die erreichte Leere oder was auch immer. Selbst die erreichte Leere wird objektiviert und nun wie ein Objekt zur Schau gestellt. „Mein Schatz!“ flüstert oder kreischt Gollum. Was ist Gollum ohne seinen Schatz, was der Mönch ohne seine angeblichen spirituellen Fortschritte?

Ach ja, was das sog. Lehrer-Schüler-Gespräch betrifft, habe ich erhebliche Zweifel daran, dass die ollen sog. Meister notorische Weltenretter waren oder dass sie ständig irgendjemandem zur Erleuchtung verhelfen wollten. Ich vermute, dass der sog. Schüler dem Joshu mit seiner Angeberei einfach auf den Keks gegangen ist.

„Schmeiß es weg!“ sagt Joshu, wissend, dass das nicht möglich ist. Aber vielleicht wird dem stolzen Objekt-Besitzer in diesem Moment bewusst, dass er glaubt, von seinem Objekt abhängig zu sein, was bedeutet, dass ihn dieser Glaube tatsächlich abhängig macht. Bei den Anonymen Alkoholikern ist dies die Eintrittskarte in den Club. Der „Novize“ muss als erste Tat laut und für alle vernehmlich gestehen: „Ich heiße Max Mustermann und bin alkoholabhängig.“ Der Mönch hätte vielleicht gestehen müssen: „Ich heiße Max Mustermann und bin erleuchtungssüchtig.“ Dann wäre er erst mal eine ganze Weile im Bewusstsein seiner Abhängigkeit herumspaziert und hätte seine Abhängigkeit nicht mit einer spirituellen Errungenschaft verwechselt, die ihn dazu berechtigt hätte, ganz ernsthaft das Spiel zu spielen: „Meiner ist der größte.“ Vielleicht wäre er dann ja sogar eines Tages in der Lage gewesen, das Spiel so zu spielen, dass er sich dabei vor lauter Lachen in die Hose pinkelt.

Ob sich Obama bei den folgenden Worten vor lauter Lachen in die Hose pinkelt, darf ich mit Fug und Recht bezweifeln. Der allmächtige Souverän, Friedensnobelpreisträger und Vorzeigedemokrat glaubt offensichtlich ganz im Ernst, dass seiner der allerallergrößte ist. [Er wäre Joshu sicher auch auf den Keks gegangen.


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Joshu: Ach so. Wenn das so ist, dann musst du es weiter tragen.

Dank Elwoods Recherche kam das hier ans Licht:

http://www.washingtonpost.com/world/transcript-president-obama-gives-speech-addressing-europe-russia-on-march-26/2014/03/26/07ae80ae-b503-11e3-b899-20667de76985_story.html

Da kann ich mich ja nur bei Elwood bedanken und bei Herrn Obama entschuldigen.

So und jetzt noch was zur Entspannung:


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5 Antworten zu Joshu: schmeiß es weg

  1. Elwood schreibt:

    „Meine“ Erleuchtung is sowieso Quark.
    Was „Ich“ heute kann oder „scheinbar“ kapiert „habe“ ist morgen in Demenz aufgelöst.
    Da is eh nix und wieder nix,
    aber unsere konditionierten Rituale machen ihr Ding weiter…….

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  2. Elwood schreibt:

    Obama ist ein lupenreiner ???????
    Wad weiß ich……
    Aber die Sätze sind aus dem Gegenteil rausgeschnitten:

    But those ideals have also been tested, here in Europe and around the world. Those ideals have often been threatened by an older, more traditional view of power. This alternative vision argues that ordinary men and women are too small-minded to govern their own affairs, that order and progress can only come when individuals surrender their rights to an all-powerful sovereign. Often this alternative vision roots itself in the notion that by virtue of race or faith or ethnicity, some are inherently superior to others and that individual identity must be defined by us versus them, or that national greatness must flow not by what people stand for, but what they are against.

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Elwood, herzlichen Dank für den Hinweis! So geht’s, wenn man Infos ungeprüft weiter gibt. Aber weiß ich, ob die Washington Post korrekt berichtet hat? Oder weiß ich, ob der Herr Präsident lügt, dass sich die Balken biegen? Nichts weiß ich – wie so üblich.

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  3. Elwood schreibt:

    Zu Island mene Meinung:
    Dat sind noch nicht so viele, da wirkt vieleicht noch dat Mitgefühl für die eigene Sippe.
    Zum Glück ist ja deren Sprache wohl die schwerste der Welt, sonst würden wir Freaks die Insel wohl schon eingenommen haben.
    http://vimeo.com/93156027

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