Leo Hartong: jegliches Handeln entspringt dem SELBST


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Alle Werke werden von den Gunas (oder der Energie und Macht) der Natur getan, doch aufgrund der Verblendung des Ich halten die Menschen sich für den Täter.

Bhagavad Gita

Auch wenn es ein wundervolles Gefühl ist, sich im Fluss zu befinden, kann die Idee, dass unsere Tätigkeiten von selbst geschehen statt durch unseren freien Willen, doch recht verstörend sein. …

Vom Standpunkt des freien Willens gesehen, spricht einiges gegen die Idee, dass etwas durch uns lebt. Diese Idee scheint uns zu bloßen Marionetten zu machen und eine Hilflosigkeit zu implizieren, die schwer zu akzeptieren ist. Wenn nichts, was wir tun, tatsächlich unser eigenes Handeln ist, steht außerdem zu befürchten, dass die Leute das als Entschuldigung für unerwünschtes Verhalten anführen. Bei einer solchen Argumentation wird allerdings übersehen, dass jegliches Handeln dem einen SELBST entspringt, das als die Vielfalt der Charaktere erscheint, die scheinbar denken, handeln und Entscheidungen treffen. Unerwünschtes Handeln auf dieser Grundlage zu entschuldigen funktioniert einfach nicht, weil das Handeln dennoch Konsequenzen haben wird.

aus: Leo Hartung, „Zum Traum erwachen“

Buddha: „Handlungen geschehen, doch gibt es keinen Handelnden.“ Krishna: „Alle Werke werden von den Gunas (oder der Energie und Macht) der Natur getan.“ Meister Eckhart: „Alles, was vergangen ist, alles, was gegenwärtig ist, alles, was zukünftig ist, das erschafft Gott im Innersten der Seele.“

Das folgende Video hat mich richtig alle gemacht. Ich kenne solche grausamen Filme ja schon und bin immer wieder aufs Neue zutiefst erschrocken darüber, wie Menschen mit ihren Mitgeschöpfen umgehen können. Da wird ständig über „die da oben“ geschimpft, über die Politiker, über die Fed, über Monsanto & Co. … und einfach nicht gesehen, dass „die da unten“ keinen Deut weniger schrecklich sein können als „die da oben“. Zartbesaitete seien also gewarnt und gleichzeitig mit dem Satz von Meister Eckhart bedacht: „Solange einer der Wahrheit nicht gewachsen ist, wird er die Wahrheit nicht verstehen.“


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Noch ein Eckhart-Zitat hierzu: „Es ist der Natur schlechthin unmöglich, ein Wesen zu zerbrechen, zu schädigen oder irgend anzutasten, wofern sie nicht damit auf einen höheren Wert hinaus will.“

Au Backe! Alles sträubt sich gegen diese „der-Zweck-heiligt-die Mittel“-Aussage. Aber steht dahinter nicht doch wieder nur der Wunsch nach dem freundlichen Weihnachtsmann, nach einem lieben Papa im Himmel?

„Wenn nichts, was wir tun, tatsächlich unser eigenes Handeln ist, …“ dann, dann … wessen Handeln ist es denn dann? Wer ist das Schwein, das so ein sadistisches Verbrechen zustande bringt? Gott? Wer ist Gott? Die Natur? Und auf welchen höheren Wert soll das hinauslaufen? Liebe? Bewusstheit? Mit diesen Methoden?

Leo Hartong schreibt: „Jegliches Handeln entspringt dem einen SELBST, das als die Vielfalt der Charaktere erscheint, die scheinbar denken, handeln und Entscheidungen treffen. Unerwünschtes Handeln auf dieser Grundlage zu entschuldigen funktioniert einfach nicht, weil das Handeln dennoch Konsequenzen haben wird.“ Okay, also nicht der Weihnachtsmann, sondern das SELBST. Sagt einem so wenig wie „Gott“ oder was auch immer. Der zweite Satz ist wichtig: Handeln, wer auch immer der Verursacher ist, wird Konsequenzen haben. Und zwar nicht für den Verursacher, sondern für das arme Würstchen, durch das etwas verursacht wird. Wenn ich also zu schnell Auto fahre, muss nicht das SELBST Strafe zahlen oder den Führerschein abgeben, sondern die Person, die ich nicht bin. Es wäre also vielleicht ganz hilfreich, so zu tun, als wäre man die Person, die man nicht ist, und sich so zu verhalten, dass man unerwünschten Konsequenzen nach Möglichkeit entgeht. Der Satz „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!“ war für mich genau dieser hilfreiche Hinweis. „Und Gott, was Gottes ist.“ die notwendige Ergänzung. Womit wir wieder bei Vaihingers Satz wären: „Handle, als ob du der Handelnde wärest, mit dem Wissen, dass du nicht der Handelnde bist.“ Wenn du also dazu kommst, wenn irgendwelche Psychopathen einen Wasserbüffel massakrieren, dann tu alles, was dir möglich ist, um den Wasserbüffel zu retten. Und sei dir dabei bewusst, dass es das gleiche SELBST ist, dass den Wasserbüffel massakrieren und retten lässt. Und das lässt die gesamte Verantwortung für das Geschehen bei dir.

Oder seid ihr, du und dieses ominöse SELBST, etwa zwei?

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51 Antworten zu Leo Hartong: jegliches Handeln entspringt dem SELBST

  1. fredo schreibt:

    Genau mit dieser Frage konfrontiert , antwortete Ramesh Balsekar ( mit einer extrem empathischen und freundlichen eigenen Persönlichkeit „ausgestattet“ ) . “ warum sollte Gott nicht auch ( ! ) brutal und sadistisch sein ?“ ( ergänzend : mit seinen SchöpfungsImpulsen )
    Ich sehe es so , das was Schöpfung genannt werden kann , ist nix anderes wie die gelegentliche Verwirklichung der Potentialität aus der Unendlichen Potentalität . Dieses gelegentliche Verwirklichen ist unabdingbar , denn würde keine Verwirklichung stattfinden ( besser eigentlich Ab-Bildung genannt ) , wäre das Potentielle nicht potentiell sondern Starre , Unfruchtbar ….
    Gott , als das absolut Potentielle ist zwar ungegrenzt und allmächtig , aber nur in der unbegrenzten , allmächtigen Potentialität ! … wird ein einzelner Aspekt , ein Impuls in die Ab-Bildung , Verwirklichung „entlassen“ , betritt er unabdingbar den Kontext von Dynamik der Dualität in ein Yin-Yang-Spiel von sich gegenseitig und wechselseitig gegenseitig bedingendem Spiel des wandels … in dies Spiel kann Gott nicht eingreifen ( damit würde er selber zum Dualen werden ) … er verbleibt als quasi neutraler , unwissender ( der möglichen Folgen unwissend ) Befruchter durch Entlassung von Impulsen ( Ab-Bildungen ) aus Potentialität …

    Was dann im Kontext der jeweiligen Kräfte der Dynamik als konkretes Ereigniss den Ereignisshorizont durcheilt , ist … genaugenommen … völlig unkrontrollierbar …. aber auch völlig irrelevant … genaugenommen spielt bei Ereigniss das WAS nicht die geringste Rolle ( ob da ein Büffel gequält oder ein Baby gezeugt wird macht nicht den geringsten Unterschied ) es hat nur Bedeutung DAS es geschieht … und …. das muss erwähnt werden …. das jedes WAS wiederum zu entsprechenden Konsequenzen führt ….

    Für das moralische Wesen Mensch entsteht daraus …. natürlich … ein Dilemma …..
    und das ist gut so ! … denn wissen um das was Leben ausmacht , bedeutet keinesfalls es auch zu verstehen oder gar zu akzeptieren … ( der völlige Gleichmut des Erwachten ist ohnehin nur Mythos der klebrigen Verklärung ) …. akzeptieren heißt keinesfalls dulden ! …. akzeptieren heißt nur , das DAS des Ereignisses „willkommen“ zu heißen … das WAS unterliegt dann wieder ( als eine seiner zwangsläufigen Konsequenzen ! ) der Reaktion des moralischen Wesens ….
    So wie die Qual des Büffels Teil der „Dekoration des Lebens“ ist , so ist es auch meine ( und deine ! ) Empörung darüber … ( und gegebenenfalls dessen zukünftige Verhinderung ) …
    Gott äußert sich als Dynamik ….
    Der Mensch hat mit dessen Ausformung zutun …
    gerade dann , wenn er Gott versteht ( und dessen Ohnmacht erkennt ) , kann er seinen Teil des ganzen , um so verantwortungsvoller ausführen …

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    • fredo schreibt:

      ergänzend ::
      aber dann auch in seiner „moralischen“ Reaktion nicht verkennen , dass deren wahre Quelle die gleiche Dynamik Gottes ist , die ( auch ) die Qual des Büffels „erschaffen“ hat ….
      wir sind Spieler in einem Spiel , dass uns als Spieler braucht , die ihr bestes tun , so als ob sie das Spiel selbst erschaffen hätten ….

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  2. Guido schreibt:

    »Und sei dir dabei bewusst, dass es das gleiche SELBST ist, dass den Wasserbüffel massakrieren und retten lässt.«

    Ich bin mir aber auch dessen bewusst, dass es mein SELBST ist, das hier massakriert oder gerettet wird.

    Das ist so grausam @Nitya.😦

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    • fredo schreibt:

      ein „mein“ Selbst kann nicht massakriert oder gerettet werden … das ist die gute nachricht …
      ein „mein“ Selbst gibt es gar nicht … das ist die noch bessere nachricht …

      .. oder so ähnlich … oder ganz anders … je nachdem …

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    • Nitya schreibt:

      Das ist so grausam @Nitya.😦

      Die Hindus scheinen dazu ein ziemlich unverkrampftes Verhältnis zu haben. Brahma, Vishnu und Shiva als Repräsentanten der Aspekte des Werdens, des Verweilens und des Verschwindens beinhalten keinerlei Wertung – auch nicht die Wertung der Grausamkeit für den dritten Aspekt.

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      • Guido schreibt:

        Das Verschwinden an sich ist keine Grausamkeit, dafür aber das empathielose Abschlachten und das bewusste(?) Zufügen von Leid, das so kein anderes Lebewesen zustande brächte. Sagen die Hindus dazu auch etwas?

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      • Nitya schreibt:

        Lies mal das Buch Hiob und was bei dem alles verschwunden ist. Man könnte das auch als Grausamkeit Gottes sehen, der Satan die Erlaubnis gab, Hiob alles zu nehmen. Oder nimm den Guido und von mir aus das Verschwinden geliebter Personen durch Tod oder Verlassenwerden oder was weiß ich. Vielleicht wird er auch das als Grausamkeit empfinden. Kündigung des Jobs oder der Wohnung und vieles andere.

        Ich hab mal zugesehen, wie ein Schäferhund eine Katze massakrierte und sie dann liegen ließ. Jane Goodall berichtet von Schimpansen, die ein Schimpansenweibchen “steinigten”, weil sie durch einen Tumor entstellt war. Ich halte die Aussage, dass Tiere nicht auch Leid zufügen, ohne dass es dafür eine für uns nachvollziehbare Notwendigkeit gibt, für eine Idealisierung.

        Und die Hindus? Ich muss gerade an die blutrünstige Kali denken. Brahma, Vishnu und Shiva stehen ja nicht für eine bestimmte Qualität, sondern nur für einen bestimmten Abschnitt “im Rad der Wiedergeburten”.

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  3. fredo schreibt:

    ein Ausdruck des SELBST ist einfach nur ein ( letztlich beliebiger ) Ausdruck von Miliarden anderen … wenn das , was sich ausdrückt „Selbst“ genannt wird … ( nix dagegen zu sagen ) ist letztlich alles und jedes Ausdruck dessen , was „Selbst“ genannt wird … damit ist jede Betonung eines einzelnen Audrucks ( um ein „besondere“ Verbindung auszudrücken ) obsolet …

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  4. zaungast schreibt:

    Der Vergleich mit gewaltausübenden Tieren ist übertragen auf menschliche Taten (wie Stierfolter oder Massenhinrichtung) das „Tier im Menschen“, das unbewusste Ego… als einiziges „Tier“ hat der Mensch jedoch die Möglichkeit, sich gegen den Vernichtungsimpuls zu entscheiden, also „bewusst“ dem Impuls zu widerstehen… er hat – zumindest potentiell – die Fähigkeit, den „anderen“ als sich selbst zu erkennen… oder?

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    • Nitya schreibt:

      Jedenfalls hoffen wir das immer wieder. Potenziell – ist nichts unmöglich. Und das gilt nicht nur für den Menschen.

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    • Elwood schreibt:

      Die Gewalttätigkeit im Ressourcenkampf ist, ob Tier-ob Mensch……. gewalttätig.
      Ist der moralische Begriff Sadismus nicht eine Standortfrage?
      Ist der Sadismus des Menschen vieleicht so bestialisch menschlich, weil es in der Ideen-Welt keinen Sättigungsgrad gibt, geben kann?
      Wollen wir überhaupt die potenziellen Möglichkeiten ausloten?
      In unserer Vorstellungswelt? Wie soll das gehen?
      Als vor 25 Jahren meine Freundin brutal vergewaltigt wurde, hatte ich wohl glück, dass sie mir den Namen ihres Vergewaltigers nicht nannte: sie spürte, dass ich fähig gewesen wäre ein bestialisches Blutbad anzurichten.

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  5. fredo schreibt:

    die handlung selbst ist in ihrer jeweiligen ausformung ( egal ob liebevoll oder grausamst ) völlig ohne relevanz ….
    ist da das empfinden von eigener ( ! ) täterschaft , zeigt das , das die hypnose des „ich bin als ICH tatsächlich“ noch bestens funktioniert …
    nun kann man vermuten , dass ein von eigener täterschaft „entbundener“ auch zu grenzenloser grausamkeit in der lage sein wird , da ja alle sozial erworbenen rücksichtnahmen mit dem verlust der eigenen täterschaft wirkungslos werden müssten …
    das gegenteil ist jedoch der fall … da die „eigene“ täterschaft entfällt , entfällt ja automatisch auch die aller anderen , und das hauptmotiv von grausamkeit , egoismus oder rache , entfällt …
    natürlich kann dann trotzdem so etwas wie töten stattfinden …. die geschichte arjunas zeigt dies eindrucksvoll … doch trifft dann der satz des krishna „die da drüben sind schon tot“ zu , der das eingebundensein in einem geschehen bestens aufzeigt … so dass dies töten eines kriegers nicht „sein“ handeln ist , sondern die folgerichtigkeit aus konstellation …
    ( doch auch da gilt …. die konsequenz des handelns … gehört so oder so stets dazu )

    so oder ähnlich mag es wohl sein … und wenn nicht … auch fein …🙂

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  6. Nitya schreibt:

    Fredo: „ist da das empfinden von eigener ( ! ) täterschaft , zeigt das , das die hypnose des “ich bin als ICH tatsächlich” noch bestens funktioniert … nun kann man vermuten , dass ein von eigener täterschaft “entbundener” auch zu grenzenloser grausamkeit in der lage sein wird , da ja alle sozial erworbenen rücksichtnahmen mit dem verlust der eigenen täterschaft wirkungslos werden müssten … das gegenteil ist jedoch der fall … da die “eigene” täterschaft entfällt , entfällt ja automatisch auch die aller anderen , und das hauptmotiv von grausamkeit , egoismus oder rache , entfällt …“

    Keine Ahnung, ob das so war. Ich habe gehört, dass Ramesh Balsekar schwach geworden sein soll, als er von leicht bekleideten weiblichen Devotees massiert worden ist, und dass er einfach seine Hände nicht bei sich behalten konnte. Daraufhin habe er von den entrüsteten Damen eine furchtbare Gardinenpredigt zu hören bekommen, was dazu führte, dass der Meister beschloss, zukünftig auf solcherlei „Liebesdienste“ zu verzichten. Nehmen wir mal an, dass es so gewesen ist, so zeigt sich, dass hier durchaus noch ein nicht gänzlich von der Idee der eigenen Täterschaft Entbundener am Werke war. Und die Frage taucht auf, ob das nicht sowieso eine fromme Idee ist, dass es das gibt: „ein von der eigenen Täterschaft Entbundener“.

    Elwood: „Als vor 25 Jahren meine Freundin brutal vergewaltigt wurde, hatte ich wohl glück, dass sie mir den Namen ihres Vergewaltigers nicht nannte: sie spürte, dass ich fähig gewesen wäre ein bestialisches Blutbad anzurichten.“

    Rames Balsekar erzählte mal die Geschichte von zwei Erleuchteten, die beobachteten, wie ein Mann auf der anderen Straßenseite eine Frau belästigte. Der eine verkrümelte sich, weil er einem Kampf aus dem Weg gehen wollte. Der andere lief über die Straße, schlug den Typen krankenhausreif und kam ins Gefängnis. Das Besondere war nicht, wie sich die beiden verhalten haben. Das Besondere war, dass sich keiner der beiden hinterher für sein Verhalten Vorwürfe gemacht hat. Beide haben ihrem Charakter entsprechend reagiert, beide waren keine Übermenschen. Und genau das war für sie vollkommen in Ordnung.

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    • fredo schreibt:

      genau das ist ja gemeint , mit „entbundensein“ von der vorstellung „eigener“ täterschaft …🙂 … was „handelt“ ist das was dafür programmiert wurde … was in konstellation der dynamischen ereignissen „seinen teil erfüllt“ …
      eigene täterschaft jedoch bedeutet die vorstellung selber ( ! ) der ausführende auf grund eigener freier entscheidungen zu sein … und nicht nur „erfüllungsgehilfe“ der konstellation …

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      • chimalmom schreibt:

        Für mich wäre die Frage zu klären: Was verstehst du oder Balsekar denn eigentlich unter Programmierung? Determinierung oder Prägung und Konditionierungen durch Sozialisation?

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  7. Micky schreibt:

    ja, diese büffel-tötung sieht sadistisch und grausam aus

    wir, die wir hier fleisch essen und nicht mehr gewahr werden
    WIE diese tiere aufgezogen und getötet werden, die wir essen
    und das auch gar nicht bewusst sein wollen
    weil wir dann dieses fleisch nicht mehr essen könnten
    haben gar keinen bezug zu diesen lebewesen

    die art der tötung dieses büffels wird wohl tradition sein
    genau wie die beschneidung der frauen in afrika und ähnliche dinge
    traditionen werden meist nicht hinterfragt

    menschen in den entwicklungsländern und der 3. welt
    haben oft noch eine andere beziehung zum körperlichen schmerz
    weil der da noch alltäglicher ist
    und nicht wie bei uns mit tabletten u.ä. „weggemacht“ werden kann

    wenn in afrika stammes-fehden ausgetragen werden
    zerlegen die sich heute noch mit macheten in einzelteile
    und kommen sich dabei NICHT grausam vor
    in europa hat das mit dem aufkommen der schusswaffe damals stark nachgelassen
    weil
    es nicht effektiv genug war !!!!!

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    • chimalmom schreibt:

      Du sagst: Wir, die wir Fleisch essen und nicht mehr gewahr werden, WIE diese Tiere aufgezogen und getötet werden…
      Wir haben noch nie mitgekriegt, wie unsere Haustiere getötet wurden. Auf dem Land war es in manchen Haushalten üblich, dass das Hausschwein öffentlich geschlachtet wurde, dann gab es ein Schlachtfest. In den Städten war dies nicht üblich.
      Aber jetzt zum eigentlichen Punkt: denn genau darum geht es: um das Wahrnehmen, das „Gewahrsein“: Es ist nämlich auch nicht wahr, dass du dir dieser Schlachtungen g e w a h r bist, sondern du w e i s s t über diese Dinge nur vom Höhren-Sagen aus den Medien. Wissen ist also nicht Wahrnehmen. Aufgrund dieses Wissens/Infos machst du dir eigene Vorstellungen von schrecklichen Ereignissen und diese Vorstellungen sind es, die dir den Appetiit verderben und dich evtl. zum Vegetarier werden lassen.
      Solange du mit dieser Art von Wissen identifiziert bist, wirst du das für Realität halten, alle diese Berichte und schrecklichen Bilder die die Welt dir liefert. Ja, du wehrst dich vehememt gegen die Möglichkeit und Einsicht, dass es eine Perspektive gibt, aus der heraus dies alles nicht geschieht und niemals geschehen ist.
      Wenn man aufhört, sich mit den eigenen Gedanken und seinem Wissen zu identifizieren, ist die Wurscht auf dem Brot, das was sie ist: lecker. Und auch wenn sie vielleicht nicht lecker sein sollte, fehlt hierbei doch jeder Bezug und jede gläubige Assoziation zu irgendwelchen „brutalen und sadistischen“ Schlachtvorgängen. Und auch dann, wenn ich informiert bin über die Zustände in der Welt, so hat dies „Wissen“, die Berichte, die ich lese und höre, eher den Charakter einer Geschichte, denn einer faktischen Gegebenheit. Um zum „Rechten Glauben“ zu finden muss der Glaube an solches Wissen aufgegeben werden.

      Werdet wie die Kinder…. wir Menschen hören dann auf, Kinder zu sein, sobald man uns die böse Welt erklärt.

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      • Micky schreibt:

        ach, scheiss auf die Realität
        kommerzielle Tiermast mit entsprechendem wettbewerbs- und Preisdruck
        hat entsprechende umstände/zustände zur folge

        einfaches Ursache-wirkungsprinzip

        wenn ich daraus resultierend, d.h. mittels meines verstandes
        die Entscheidung treffe
        etwas nicht mehr zu konsumieren
        dann hat das überhaupt gar nichts damit zu tun
        dass die grill-puten-Steaks vom LIDL mir bislang immer gut geschmeckt haben
        und auch weiterhin gut schmecken würden

        man muss nicht alles erleben um zu wissen was Sache ist

        dass unsere gedanken und Vorstellungen überhaupt nichts mit dem zu tun haben
        was tatsächlich geschieht
        ist ne rein spirituelle geschichte

        und wenn du mal ehrlich bist
        die Geschichten die du so erzählst
        sind doch auch nur Geschichten

        du kannst das was wirklich geschieht
        verbal/schriftlich auch nicht besser abbilden
        wie jeder andere

        KEINER kann das
        weil es gar nicht möglich ist

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      • Nitya schreibt:

        „Um zum ‚Rechten Glauben‘ zu finden muss der Glaube an solches Wissen aufgegeben werden.

        „Werdet wie die Kinder…. wir Menschen hören dann auf, Kinder zu sein, sobald man uns die böse Welt erklärt.“

        Ich bezweifle sehr, dass der Satz „Werdet wie die Kinder!“ in diesem Sinn zu verstehen ist. Ich weiß noch, wie mein Vater nach dem Krieg auf dem Schwarzmarkt eine Gans erstanden und sie anschließend mit dem Hackebeil geköpft hat. Glaubst du, ich hätte einen Bissen von dem „köstlichen“ Gänsebraten runter gekriegt? Wäre ich nicht Zeuge gewesen, hätte ich vielleicht etwas von der Gans gegessen. Also, werdet wie die Kinder – und SCHAUT HIN ! Informationen aus zweiter und dritter Hand sind – wenn möglich – zu überprüfen. Das Zeitalter der Aufklärung widerspricht nicht dem Forschungsdrang der Kinder, ganz im Gegenteil.

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  8. chimalmom schreibt:

    Nitya sagt: Ich habe gehört, dass Ramesh Balsekar schwach geworden sein soll, als er von leicht bekleideten weiblichen Devotees massiert worden ist, und dass er einfach seine Hände nicht bei sich behalten konnte. Daraufhin habe er von den entrüsteten Damen eine furchtbare Gardinenpredigt zu hören bekommen, was dazu führte, dass der Meister beschloss, zukünftig auf solcherlei “Liebesdienste” zu verzichten. Nehmen wir mal an, dass es so gewesen ist, so zeigt sich, dass hier durchaus noch ein nicht gänzlich von der Idee der eigenen Täterschaft Entbundener am Werke war. Und die Frage taucht auf, ob das nicht sowieso eine fromme Idee ist, dass es das gibt: “ein von der eigenen Täterschaft Entbundener”.

    Lassen wir doch Ramesh B. selbst die Frage bewantworten:

    Wenn „dein Wille geschehe“ bedingungslos und ohne die geringsten Vorbehalte akzeptiert wird und man ohne das geringste Gefühl persönlicher Täterschaft das tut, wofür man programmiert worden ist, dann kann es kein Gefühl von Schuld und Sünde geben.
    LOL!

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    • Nitya schreibt:

      Richtet sich dein BUH ! gegen diesen Balskar-Satz, liebe ChimalMom?

      „Sei der du bist und werde der du SEIN kannst.
      Mit herzwarmen Grüssen
      ChimalMom“

      Was mach ich nun damit? Kann ich denn ein anderer sein und ein anderer werden als der, der ich bin und der, der ich sein werde?

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      • chimalmom schreibt:

        Klar kannst du ein anderer sein… Wenn du unbewusst bist, kannst du bewusst werden. Werde, der du bist. Zu werden, der man ist, bedeutet einfach, aus der Unbewusstheit zu erwachen. Aber nicht nur einmal für ein paar Sekunden, um dann hinterher ein Konzept draus zu basteln und
        lebenslang labernd auf Missionsreise zu gehen.. Transformation erfordert auch Zeit. Erwachen ist erst ein Augenaufschlag…Das spirituelle Ziel ist param advaita die geistige Wiedergeburt.
        Erst aus dieser Perspektive der Wiedergeburt lassen sich nonduale Aussagen treffen, wie z.B. Nichts ist jemals geboren, nichts stirbt. Es gibt keinen freien Willen. Alles ist schon da, alles ist determiniert. Es gibt keine Entwicklung/Erlösung/Erleuchtung/Heilung.

        Das Problem: Ein Mensch, der in einem Erwachensmoment all dies erkannt haben mag, aber (noch) keinen Individuations-/Transformationsprozess durchlaufen hat, dessen Verstand vereinnahmt diese Erkenntnis und bastelt einen neuen Glaubenssatz daraus, den er in seinen gesammelten Wissensschatz einordnet. Der Verstand ist davon ü b e r z e u g t, dass die Erinnerung an die geistige Erkenntnis (Erwachen) der Finger ist, der auf den Mond zeigt und hält die Erinnerung für den Mond, die Wirklichkeit.
        Der Transformationsprozess ist es übrigens, bei dem Konditionierungen und personale Prägungen aufgelöst werden und das Unbewusste bewusst gemacht wird. Anders gelangt man nicht „Jenseits von Erleuchtung“. Param advaita ist perma-Gewahrsein/-Bewußtheit. Point of no return. Kannst niemals mehr aus der Gnade fallen.
        „Buh“ ist ein Scherz. Nein, gegen Ramesh B. richtet sich das nicht.
        Aber wie es für mich aussieht, pflegen er und seine Anhänger die alte Fehde Kreationismus vs. Evolution. Nun, gegen diese Einseitigkeit protestiere ich.

        Param advaita: Die Versprosa von pam yüng schreibt offenbar aus der param-advaita-Bewusstheit heraus. Nichtwissen.

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    • fredo schreibt:

      zu missis „buh“ ….
      Ich verstehe unter „programmierung“ eine halbwegs passenden vokabel für das was ich ( eigentlich viel lieber ) „eigen“-art ( eines body-mind-organismus ) nenne .

      die erschaffung eines ( letztlich virtuellen ) organismus „erschafft“ automatisch gemäß der entstandenen selektion durch größe , gewicht , temperament u.s.w. eine adäquate = zur selektion passende „eigen“-art … ( ein schwergewicht , wie der hier schreibende , wird schwerlich in hysterischer hibeligkeit strukturiert / programmiert ) sein ….

      das dieses kompendium von organismus ( jeder organismus besteht eigentlich aus milliarden kleinstrukturierter organismen , der mensch ist ein zellkomplex , eine siedlungseinheit ) eigen-art in raum und zeit entwickelt , ist zwangsläufiges resultat des > kompendiums und seines sich ergebenden aus-wirkens in raum und zeit ….

      letztlich kann man sagen , das jeweilige kompendium ( bei anderer formulierung aus in-form-ationen / er-innerungen bestehend ) erzeugt durch sein kom-pendium ( zusammen-stellung ) eine passende „geschichte“ ( = karma ) .

      „programmierung“ ist da ein moderne begriff für , da er in computer(aus)wirkung vertraut ist , verleitet aber zur vorstellung eines programmierers und einer damit verbundenen zweckgerichtetheit / intension ….
      es gibt jedoch keine intention im leben eines homosapiens … die vorstellung von intension ist ein nebeneffekt der biologischen funktion „verstand“ , der zur errichtung einer in selbst betreffenden existenzvorstellung eine „intension“ braucht …

      es gibt jedoch nur eine intension ….. die gesamtschöpfung …. die aus-gott-ab-bildung …. da besteht die intension der gelegentlichen „entlassung“ aus absoluter potentialität ( sonst wäre diese potentialität steril und nicht potentiell ) … weiterer „intensionen“ bedarf es gar nicht … da gesamtschöpfung ein dynamisches geflecht / gefüge von ab-bildungen in all-um-fassender beziehung zu einander ist , und dies bereits jede sich ergebende „intension im einzelnen“ umfasst …

      eine hypothetische „einzel“-intension wäre also nix anderes wie eine von der „gesamt“-intention abweichende intension ……. = ein absurdum …

      deswegen kann es auch nur EIN karma geben ( als synonym für „Intension“ ) und niemals „mein“ karma ….
      die definition von „mein“ ist lediglich selektierender wahrnehmung geschuldet und bereits durch einfachste betrachtung ( im sinne von D.harding ) obsolet …
      wo fängt denn „mein“ körper an , und damit „sein“ karma ?
      die grenzen dieses organismus sind bereits nur „ungefähr“ , haut ? , aura ? …
      da kann auch jede aussage nur ungefähr sein ….

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      • fredo schreibt:

        ergänzend :
        wenn ramesh balsekar anfangs häufig sagte „da ist kein freier wille“ hat er eigentlich gesagt „niemand hat die möglichkeit gegen seinen eigenen willen zu handeln!“

        denn das , was viele unter „frei“ verstehen ist ja nur das hypothetische , demonstrative „dagegen“ entscheiden … gegen das , was eigentlich anliegt , nur um sich unabhängigkeit zu beweisen wird ein unbedingt „anders“ angestrebt …
        eine wirkliche kluge handlung ( egal ob frei oder unfrei deklariert ) geht immer MIT den gegebenheiten und nützt damit die strömung der ereignisse … dabei liegt die „richtige“ handlung bereits in der luft … ist im ereignisshorizont quasi bereits angelegt … bedarf also weniger eies „eigenen“ sondern eher einer sensitivität für das kommende …

        das bild dafür ist die fahrt in einem kanu im colorada-river … sicher kann der „wille“ das kanu nach rechts oder links bewegen … doch … letztlich bestimmt doch die strömung schnelligkeit und richtung … das „wollende“ des ruders kann lediglich die fahrt etwas sanfter ( = klüger / konfliktfreier ) beeinflussen … in dem es felsen und gefährliche stromschnellen meidet … es findet also nix „eigenes“ statt sondern etwas kooperatives … die „individuellen“ talente arbeiten mit am ereigniss , wobei das „individuelle“ aber stets reaktion ( = pflichterfüllung ) bleibt …
        und … letztlich … wer unbedingt „frei willen will “ kann ja rudern soviel er will … niemand hindert ihn daran …
        der hinweis auf hingabe in kooperativ erleichtert einfach nur die reise …
        jedoch manchmal ist auch diese „klugheit“ nicht frei verfügbar … wer doof geboren wurde , wird sich womöglich einen abstrampeln , um den colorado bergauf zu durchqueren …
        klugheit ist verblüffend oft mit faulheit verbunden …🙂

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      • chimalmom schreibt:

        Danke für diese ausgefeilte und wohl punzierte Ausgestaltung deiner Antwort. Gar zierlich weißt du nicht nur Hand und Füße, sondern auch die Worte zu setzen. Mit Hämmerchen und Zänglein wurde kunstvoll ziseliert und guillochiert, eingegossen und -geschmolzen, geschweißt, geschmiedet und genietet – allein, den sprachlos-beeindruckten Betrachter treibt die Frage um:

        Was will uns dieses Kunstwerk sagen,
        Warum schlägt’s bös mir auf den Magen,
        bereitet Schmerzen mir und Qual?
        Wil’s den Verstand mir gar vernebeln
        und hochkant aus den Angeln heben,
        vielleicht gar sollt ich mich ergeben –
        hab ich eine andere Wahl?

        Nope, sagt Fritzchen Balsekar,
        als ich führe laut Beschwerde:
        Freier Wille ist Schimäre
        im Himmel sowie auf der Erde
        gibt es weder Wahl noch Qual.

        Nein, lieber Vater Nondual,
        hob da die Mutter Erde an.
        Ohne mich gibts weder WERDEN
        noch SEIN im Himmel wie auf Erden.
        Thats because time does exist:
        auf Erden WERDEN der du bist:
        ICH BIN.

        Hier liegt Bedeutung und der Sinn
        von Moksha: To live the Holy Paradoxa.
        Wo immer tut der Mensch im rechten Sinne streben,
        da kommt ihm Gott auf halbem Weg entgegen!

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  9. Ingeborg schreibt:

    rebeiL odreF,
    reseid reih edneztis nefuah (xelpmokllez…,eniem enielk tiehniesgnuldeiS)
    nnak rid thcin rhem neglof.
    saW tsethcöm ud hciltnegei negas?? eib lla red (gnurremmalkver)
    „dnu“ ned neleiv …………….
    (neim mrihcsdliB tsi nohcs — znag rednaniehcrud
    NebeiL ßruG dnu leiv ßaps mieb neztesrebü
    grobegnI (chua run nie eknadeg)

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    • fredo schreibt:

      > ingrid

      gar vortrefflich
      es zeigt sich
      ein ahnen
      im ungefähren.
      wenn es gelänge
      ja
      wenn es gelänge
      dies nicht als
      eine verwirrung
      zu sehen .
      sondern als rückkehr
      zum „natürlichen“ ,
      ( werdet wie die kindlein )
      was auch nicht exaktheit
      sondern annäherung sucht,
      kann dies als gewinn
      der befindlichkeit
      gesehen werden …

      so oder ähnlich …

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      • fredo schreibt:

        zum zellkomplex …

        WAS IST EIN MENSCH ? NACKTE 70 KILO ..

        BESTEHEND AUS :

        44 kg Sauerstof
        14 kg Kohlenstoff
        7 kg Wasserstof
        2,1 kg Stickstoff
        1 kg Kalzium
        0,7 kg Phospor
        170 gramm Kalium
        140 gramm Schwefel
        70 gramm Chlor
        70 gramm Natrium
        30 gramm Magnesium
        3 gramm Eisen
        300 milligramm Kupfer
        10 milligramm Mangan
        30 milligram Jod

        hmmm … wo findet sich da „Eigenes“ ?

        hast du ( oder ich ) etwa 2,2 kg Stickstoff zu bieten ?

        🙂

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      • Ingeborg schreibt:

        Lieber Fredo,
        der Stickstoffgehalt von 2,1 kilo in unserem Zellkomplex, ist ein ca.wert
        und bezieht sich auf Nackte 70 kilo.Es ist also durchaus möglich das
        dieser hier angegebene Wert nach oben oder unten variiert.
        LG.Ingeborg und nicht Ingrid

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  10. zaungast schreibt:

    in fredos liste fehlen ca. 700 milligramm…
    vielleicht gibts doch eine „eigene“ Seele😉

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    • fredo schreibt:

      stimmt ….da hab ich mal von gelesen … da hat jemand sterbende genau „verwogen“ , und tatsächlich eine gewichtsdifferenz festgestellt , die genau im moment des todes entsteht … und er schlussfolgerte dies als „gewicht der seele“ …
      nun ja … may be … why not …

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  11. Egoiste schreibt:

    Sicher ist es so, dass jeder Mensch sein eigenes charakteristisches Konstruktsystem besitzt, worunter zum einen die einzigartige Verarbeitung seines neuronalen Apparates – keine zwei Nervensysteme von Lebewesen der gleichen Art sind indentisch – und seine individuellen Konstruktion der Realität, die vor allem auf Konditionierungen und vorgefassten Annahmen beruht.
    Dennoch denke ich, dass neben den Handlungsbeschränkungen daraus auch Entscheidungsfreiheit besteht. Selbst wenn man den Freien Willen gänzlich als Illsusion bezeichnet, wie einige Meinungen dazu lauten, ist es aber nicht so, dass dem Willen eine Handlung folgt und zwischen Willen und Handlung die Freiheit besteht, den Willen zu verändern?

    Mir ist es möglich die Bedeutung von Ereignissen zu bestimmen, daraus zu lernen, um ihnen im Wiederholungsfalle (Willensimpuls) nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Will sagen, ich fasse kein zweites Mal auf die heiße Herdplatte.

    Meine Erkenntnis: Die Handlungsbeschränkungen sind ein Fächer an – zumeist wenigen – Alternativen, die sich aus der individuellen Bewusstheit und karmischen Neigungen ergeben.
    Aber zu sagen, alles ist determiniert – das stimmt so nicht. Was geschieht, ist bedingt determiniert, viele Reiz-Reaktions-Mechanismen laufen unbewusst ab – aber nicht alle.

    Würde sich unser Rechtssystem darauf einlassen, herrschte in Kürze nur noch Chaos…vorsätzliche Verfehlungen würden auf das deterministische „Robotertum“ geschoben…und jeder könnte mit Hinweis auf seine Programmierung straffrei ausgehen – egal was er veranstaltet.

    Der stark konditionierte Mensch gleicht einem Kettenraucher, der sich möglicher negativer Suchtfolgen für seine Gesundheit im Klaren ist, und bei jeder weiteren Zigarette, die er aus der Schachtel nimmt, frei ist zu entscheiden, ob er sie anzündet oder wegwirft.

    Natürlich ist es leichter, zu sagen, „ich werde gelebt und das Rauchen (…oder meine Wutausbrüche, die Angewohnheit zu lügen…) gehört zu mir, daran kann ich nichts ändern“.

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    • Nitya schreibt:

      „Natürlich ist es leichter, zu sagen, ‚ich werde gelebt und das Rauchen (…oder meine Wutausbrüche, die Angewohnheit zu lügen…) gehört zu mir, daran kann ich nichts ändern‘.“

      Ich habe lange geraucht und versucht, damit aufzuhören. Plötzlich hab ich aufgehört. An beidem konnte ich nichts ändern. Beides geschah zu seiner Zeit.

      Man kann das als faule Ausrede benützen. Man kann auch einfach sehen, wie es wirklich geschieht.

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      • fredo schreibt:

        dito … hier …
        der freie wille ist lediglich ein „nachträgliches bestempeln“ von ereignissen mit einem „made by me“ …
        impuls > vorbereitung der handlung > der motor des körpers beginnt quasi warmzulaufen , was dann als nebeneffekt in erinnerung der handlung als entscheidung deklariert wird > ausführung der handlung , bzw. beteiligung an einem handlungskomplex ( ! ) > erinnerung der handlung – bzw . mehr oder weniger erfassung der einzelnen handlungskomponenten > „stempelung der erinnerung“ = made by me …

        je umfassende bereits die wahrnehmung für das komplexe beziehungsgeflecht ist , dass überhaupt erst handlung ermöglicht , …. wird bereits um so weniger eine selektierte „eigene handlung“ gesehen …. dazu bedarf es noch nicht einmal dessen was erwachen genannt wird … ein waches beobachten und eine skeptische grundhaltung gegenüber unhinterfragten automatismen der wahrnehmung führt da bereits zu ersten veränderungen …
        letztlich ist jede handlung immer >universell , findet unter beteiligung des gesamten universums statt , da ist das „eigene“ schon rein rechnerisch mehr als nur marginal … und jede handlung hat bereits lange vor dem zeitpunkt „begonnen“ , wo der organismus , den impuls „handlung“ bemerkt … jede (anscheinend) einzelne handlung ist immer eingebettet in einen gesamthandlungskontext des universums …. das label „mein freier wille“ ist nur die selbstbeweihräucherung , die eine unabhängigkeit vom universum sehen möchte … aus angst , in diesem ausgeliefert zu sein …

        diese angst löst sich erst dann , wenn die übereinstimmung zwischen „ich“+ Welt erfahren werden kann ( wobei dies genau genommen keine erfahrung ist , denn erfahrung lässt keine übereinstimmung zu , da verbleibt immer trennung ).

        ist diese übereinstimmung unleugbar … verliert sich nicht der „freie wille“ sondern genau das , was da als universum „will“ wird als „eigenes“ erkannt …

        freier könnte kein Wille je sein ….

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    • Elwood schreibt:

      „Sicher ist es so, dass jeder Mensch sein eigenes charakteristisches Konstruktsystem besitzt, worunter zum einen die einzigartige Verarbeitung seines neuronalen Apparates – keine zwei Nervensysteme von Lebewesen der gleichen Art sind indentisch – und seine individuellen Konstruktion der Realität, die vor allem auf Konditionierungen und vorgefassten Annahmen beruht.“

      Wann ist den bei Dir die erste „freihe Willensentscheidung“ in dieser individuellen Konstruktion der Realität aufgetaucht?
      Oder kann es sein, dass da plötzlich der Glaube dieser Konstrukteur jener/meiner Realität zu sein, auftauche und Du dich in dieses ICH-Macht-Gefühl des Machbaren verliebtest?
      Ein Gläubiger folgt seinem Glauben, ob bewust oder unbewust.
      Nicht anderes ist die Konstruktion der Realität.
      Der Glaube kann sich verändern, aber es bleibt ein Glaube.
      Kann ich im Glauben frei entscheiden was ich glaube?
      Als Mensch bin ich diesem Glauben an unserern Vorstellungswelten der Worte unterworfen um kommunizieren zu können.
      Die grenzenlose Vielfallt unser wortreichen Vorstellungen/Konstruktionen gaukelt uns freihe Entscheidungsmöglichkeiten vor.
      Wie entscheidet die Kugel, ob rechts oder links?
      Auf jeden Fall ist es immer der richtige Weg.
      Was kümmert sich das Universum darum, was wir glauben?

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      • chimalmom schreibt:

        Ein Gläubiger folgt seinem Glauben, ob bewusst oder unbewußt?
        Nope, unbewußt folgengeht nicht. Bewusstheit, Gewahrsein löst jede Art von Glauben auf bzw. die Identifikationen.Wessen man sich bewusst ist, ist die Konzepthaftigkeit aller Überzeugungen/Glaubenssätze – darauf basiert der Bewusstheitszustand des sog. Nichtwissens.D.h. Jegliche Vereinnahmung nondualer Weisheit durch den Verstand wird durch Bewusstheit verhindert.
        Ansonsten stimme ich deinen Ausführungen über Glauben, Vorstellung usw. in weitesten Teilen überein.
        Nur eine Frage: Woher weißt du dies alles???😀

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      • Egoiste schreibt:

        @Elwood
        Subjektive Gewissheit ist kein Glaube im Sinne von Denken und für Wahr halten.

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  12. Egoiste schreibt:

    „Ich habe lange geraucht und versucht, damit aufzuhören. Plötzlich hab ich aufgehört. An beidem konnte ich nichts ändern. Beides geschah zu seiner Zeit.“

    Beharrliche Bereitwilligkeit ist der Auslöser, der ein neues Energiefeld aktiviert und einem ermöglicht, das alte zu verlassen. Das gilt allgemein und nicht nur bei der Dekonstruktion von Süchten. Die Erfahrung lehrt leider, dass nur wenige den Energiefeldern entkommen, die allmählich Macht über ihr Verhalten erlangt haben. Insofern …Gratulation!

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    • Nitya schreibt:

      „Beharrliche Bereitwilligkeit ist der Auslöser, der ein neues Energiefeld aktiviert und einem ermöglicht, das alte zu verlassen.“

      Kannst du nachweisen, dass es so war? Kann ich nachweisen, dass es nicht so war? Meine Frau wurde krank und ich hörte auf. Ich kann nicht einmal sagen: deshalb. Ich hörte auf. Das ist alles, was ich weiß. Alles andere sind „Geschichten“.

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      • Egoiste schreibt:

        @Nitya
        Spirituelle Realität ist subjektiv feststellbar, aber nicht beweisbar. Beweise bzw. Nachweise gehören der Sphäre des Phänomenalen, des Wissens und der Wissen-schaft an – jeder Beweis ist auf Inhalt und Form begrenzt. Beim Ringen um Wahrheit Nachweise einzufordern oder sich auf Beweise zu fixieren, das ist nicht dem Noumenalen zugehörig, sondern „nur“ Bedürfnis oder Ergebnis eines Denkprozesses im Phänomenalen.

        Klar, im Nachhinein kann ich zu Allem was ich getan oder gelassen habe im Brustton der Überzeugung sagen, es geschah einfach …und zur rechten Zeit. Gilt das aus dieser Perspektive auch für das Kind, welches, sagen wir mal, Du im betrunkenen Zustand zum Krüppel gefahren hast, und Du Dir nach dem Ereignis das Trinken von Alkohol versagt hast, ohne (mangels Selbstreflexion?) angeblich zu wissen (Ursache-Wirkung-Geschichten), warum und wieso…? Ich sehe deutlich, hier findet eine fahrlässige Vermischung des Noumenalen mit dem Phänomenalen statt, um das Konzept „vom absolut Unbeteiligt sein im Fluss des Lebens“ zu bejahen. Im Phänomenalen lässt sich dieses Konzept tatsächlich unangreifbar vertreten, da ja niemand das Gegenteil beweisen kann, wie Du zu Recht anführst. Ramesh Balsekar soll viel Zeit und Mühe darauf verwendet haben, sein Konzept zu perfektionieren und rhetorisch „wasserdicht“ zu machen … um vor dem Ableben resümierend festzustellen: Es war nur (m)ein Konzept.

        Stephen Hawking, der Physiker und Nobelpreisträger, meint, der einzige Test zur Frage der Willensfreiheit wäre: Kann man das Verhalten eines Menschen voraussagen?
        Hawking sagt nein!

        Lieber Nitya, was hältst Du von folgender Aussage?
        „Ohne Willensfreiheit kann es kein individuelles Karma geben“.
        Falls Du die Aussage verneinen und individuelles Karma als Folgeerscheinung des eigenen Verhaltens und von Willensentscheidungen negieren solltest, bräuchten wir dann die Lehren von Jesus und Buddha noch?

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  13. chimalmom schreibt:

    Ich korrigiere mich: Der Verstand ist überzeugt, dass seine Erinnerung an den Erwachsensmoment und dessen EIN-SICHTEN der M o n d ist…(nicht der Finger, wie ich versehentlich schrieb).

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  14. chimalmom schreibt:

    @Ellwood
    Ich korrigiere mich: es soll heißen b e w u s s t seinen Glaubenssätzen folgen, geht nicht.

    Gefällt mir

  15. chimalmom schreibt:

    @Micky
    Jo, mit deiner Einstellung kannst du in die Politik gehen…
    Ansonsten kann man auch von der psychosomatischen Schiene aus den Heiligen Geist locken: Bei dir sehe ich einen massiven Energiestau im Brustbereich. Zur Brust- und Herzerweiterung und um die Atmung (und damit einhergehend die Gefühle) zu befreien, empfehle ich bioenergetische Übungen. Handstreichungen….Neben Trommeln hat auch Stricken und Häkeln eine reinigende Wirkung durch den dabei erzeugten meditativen Rhythmus, – der vertreibt nach und nach garantiert die übelsten gerasenischen Dämonen aus deiner Aura!
    Bibliotherapeutische Empfehlung:
    Bioenergetik für jeden – das vollständige Übungshandbuch
    Alexander Lowen u.a.

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    • fredo schreibt:

      buh ! misses buh …
      das ist hier ein blog und kein allmysteriöses möchtegern therapie und anklageforum …
      man schwatzt hier ein wenig … wohlwollend ..
      ganz im sinne des hausherren
      vielleicht ja noch nicht bemerkt

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  16. zaungast schreibt:

    @ Egoiste&chimalmom (Klaus&Monika):

    Das wäre jetzt mal eine Gelegenheit, eure im Forentreiben sich wiederholenden Muster zu erkennen und vllt. sogar zu durchbrechen:
    Egoiste: Stelle dir die Frage, was dich dazu bewegt, immer wieder das „Alphamännchen“ zu spielen und durchzusetzen versuchen.
    chimalmom: Stelle dir die Frage, was dich dazu bewegt, immer wieder das „Alphaweibchen“ zu spielen und die (Möchtegern-)Therapeutin raushängen zu lassen.

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  17. Nitya schreibt:

    „man schwatzt hier ein wenig … wohlwollend ..“

    Das hat die Sache schön auf den Punkt gebracht. Mehr soll das hier auch gar nicht sein und schon gar nicht so was wie eine Erleuchtungsschule, in der irgendwelche angeblichen Bescheidwisser irgendwelchen angeblichen Nichtbescheidwissern die Welt und die Erleuchtung verklickern. Ich werde schon ganz verspannt, wenn ich diese Rechthabereien lese. Da setz ich mich in Gedanken lieber in Fredos heißgeliebten Hängemattenstuhl, ohne dessen kuschelige Schwankmeditationen ihm der Sommer nur noch die Hälfte wert wäre, und nuckle ganz infantil ein bisschen an meinem Daumen rum … la, la, laaaaa……..

    Mannomann, das fühlt sich alles schon wieder an wie Westerwelles „Leistung muss sich wieder lohnen!“ Brrrr…..

    Lieber Fredo, lieber Zaungast, danke für euren dezenten Hinweis, dass das hier kein Forum ist, in dem sich irgendjemand profilieren müsste. Und nun, wie mein alter Sportlehrer zu sagen pflegte: „Mach’s Knöpfchen auf und sei fröhlich!“

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  18. Eno Silla schreibt:

    „Auch wenn es ein wundervolles Gefühl ist, sich im Fluss zu befinden, kann die Idee, dass unsere Tätigkeiten von selbst geschehen statt durch unseren freien Willen, doch recht verstörend sein. …
    Vom Standpunkt des freien Willens gesehen, spricht einiges gegen die Idee, dass etwas durch uns lebt. Diese Idee scheint uns zu bloßen Marionetten zu machen und eine Hilflosigkeit zu implizieren, die schwer zu akzeptieren ist. Wenn nichts, was wir tun, tatsächlich unser eigenes Handeln ist, steht außerdem zu befürchten, dass die Leute das als Entschuldigung für unerwünschtes Verhalten anführen. Bei einer solchen Argumentation wird allerdings übersehen, dass jegliches Handeln dem einen SELBST entspringt, das als die Vielfalt der Charaktere erscheint, die scheinbar denken, handeln und Entscheidungen treffen. Unerwünschtes Handeln auf dieser Grundlage zu entschuldigen funktioniert einfach nicht, weil das Handeln dennoch Konsequenzen haben wird.

    aus: Leo Hartung, “Zum Traum erwachen”“

    Ach ja!

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