Pädagogik ist Krieg


zuchtKürzlich war im sog. öffentlich-rechtlichen Fernsehen Norbert Röttgen zu hören, wie er zu harten Sanktionen gegenüber Russland aufrief. Russland also schon wieder das Land des Bösen und Putin der reinste Satan. Ähnliches prasselt seit einiger Zeit von allen Seiten auf uns ein. Gleichzeitig mehren sich im Internet Gegenstimmen, die die USA und hier insbesondere die Fed zu einer Ausgeburt der Hölle erklären. Als Beispiel hierfür ein Video, über das ich gestern gestolpert bin.


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Wem soll ich jetzt glauben? Gelogen wird vermutlich auf allen Seiten, dass sich die Balken biegen. Und all mein „Wissen“ stammt aus zweiter, dritter oder was weiß ich aus wievielter Hand. Bleibt mir letztlich nur mein „Bauchgefühl“? Gerade muss ich an die polnischen Gläubigen denken, die auf dem Petersplatz in tiefster Rührung in Tränen der Freude und Dankbarkeit ausbrachen, als „ihr“ Papst endlich heilig gesprochen wurde. Kann ich mich denn auf mein Bauchgefühl verlassen? Kann ich mich auf irgendetwas verlassen?

Wenn ich noch einmal das Beispiel mit dem Grundton und der Melodie bemühe, ist klar, dass ich gerade von der Melodie spreche. Um den Grundton muss ich mich nicht kümmern. Da gibt es nicht einmal die Frage, ob ich ihm vertrauen kann oder nicht. Aber wie ist es mit der Melodie? Ich habe keine Ahnung, was richtig und was falsch ist. Ich habe tatsächlich nur mein Gefühl zur Verfügung. Wenn die polnischen Gläubigen in dankbarer Anbetung versinken, dann ist das ihr Gefühl und meine Meinung dazu ist völlig irrelevant. Genauso ist es mit meinem Gefühl. Auch hierzu ist meine Meinung völlig irrelevant.

Ich mag es nicht, wenn mir jemand mit Sanktionen droht. Ich hab es noch nie gemocht. Als ich meinen Beamtenjob nicht so erledigte, wie meine Vorgesetzte es für richtig hielt, drohte sie mir mit Sanktionen. Na ja, da hab ich den Bettel hingeschmissen. Mir wird speiübel, wenn ich Röttgen und Konsorten zuhöre. So geht man nicht miteinander um. Das ist schwarze Pädagogik. Alexander Sutherland Neill ist immer noch mein Lieblings-Nicht-Pädagoge. Pädagogik ist reinste Menschenverachtung: Erst entmündige ich den anderen und dann „behandle“ ich ihn zu seinem angeblich Besten! Das ist Folter. Das ist für mich absolut kriminell und liegt für mich auf der gleichen Ebene wie Schutzgelderpressung der Mafia. 2003 erfanden die USA den Begriff der „Koalition der Willigen“ und meinten dabei diejenigen Staaten, die den Überfall auf den Irak unterstützten. Man höre und staune: Deutschland gehörte nicht dazu. Na ja, lang ist’s her. Bei dem Stichwort „willig“ fällt mir sofort die Drohung des Elfenkönigs ein: „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“ Heute sind wir längst Willige geworden und tun alles, um unsere treuen transatlantischen Freunde nicht zu verstimmen.

Aber zurück zur Ukraine und den Drahtziehern im Hintergrund. Ich weiß nicht, wer angefangen hat. Es interessiert mich auch nicht die Bohne!Ich weiß nur: Ich will, dass alles getan wird, dass es nicht zum Krieg kommt. Und Sanktionen sind bereits Krieg. Da meiert dieser Steinmeier herum, dass man unter keinen Umständen militärisch eingreifen wolle und deshalb die Sanktionen verschärfen müsse. Was für eine Volksverblödung! Oder glaubt der sich seinen Käse am Ende selbst? Pädagogik ist Krieg! Gerade gelesen: „Eskalation in der Ukraine: Steinmeier kann Kriegsangst der Bürger verstehen: Außenminister Steinmeier zeigt in der Ukraine-Krise Verständnis für die Kriegsangst vieler Deutscher. ‚Wir alle spüren, dass die Ereignisse zu einem Bruch für Europa werden können‘, sagt er im SPIEGEL. EU und USA setzen auf neue Sanktionen gegen Russland.“ Kann die Kriegsangst der Bürger verstehen – wie nett von ihm! Sind die denn alle völlig verrückt geworden? – Ja, sind sie.

Ich muss gerade wieder an meine Kriegsdienstverweigerung denken. Bevor ich dran war, sagte mir der IDK-Anwalt meines Vorgängers: „Bei dieser Kommission haben Sie nicht die geringste Chance.“ Solche defätistischen Äußerungen steigern bei mir nur meine Kampfeslust und so lieferte ich den drei Herren der Kommission auch ohne Anwalt ein Gefecht, das sich gewaschen hatte. Sie wollten mir zwar nicht glauben, dass wir eines Tages wieder da sein werden, wo wir mittlerweile schon längst wieder sind, konnten aber nicht umhin, mich als Kriegsdienstverweigerer anzuerkennen. Nun, das war keine „Jugendsünde“ von mir, sondern mein „Bauchgefühl“, das mich mein Leben lang begleitet hat. Krieg und die Herrschaft des Menschen über die Menschen und alles andere, was da kreucht und fleucht, sind einfach keine Optionen für mich. Das mosaische „Macht euch die Erde untertan!“ ist die reinste Pest.

So, das ist meine Melodie. – War das jetzt wieder primitivster Antiamerikanismus und Antisemitismus? – Sei’s drum! Ich bin nun mal ein oller Kelte und liebe Asterix und Obelix. Punkt.

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17 Antworten zu Pädagogik ist Krieg

  1. fredo schreibt:

    klingt für mich überhaupt nicht „anti“ …. sondern klug …. klug heißt da nicht , etwas zu wissen , sondern das „verdaulich angebotene“ zu misstrauen … längst ist klar , dass die presse , rsp. die medien allgemein und da besonders die hirndroge tv , .zur willfährigen sechsten kollonne der mächtigen pervertiert wurde … und dass diese bereits heftig dabei sind , das „noch etwas unwillige internet“ in ihre klauen zu bekommen … in zeiten von nsa und konsorten werden da keine verschwörungstheorien gestrickt , sondern schlicht skeptische vernunft praktiziert … das erschreckende ist nicht diese tatsache , denn egostrukturen der macht und gier können gar nicht anders agieren , sondern die bereitschaft anderer ego-strukturen , sich der sedativen betäubung dieser strukturen nicht nur auszuliefern , sondern sich selbst noch a la steinmeier und konsorten zum dummen hilfsbüttel zu machen …

    wer glaubt da ernsthaft , bzw. kann das bei einer halbwegs funtionierenden logik überhaupt machen , dass es nicht auch diesmal um ressourcen für die usa geht ( die ukraine hat nach china die größten vorkommen an seltenen erden , das gold der jetzzeit , und erhebliche vorkommen von bush-oil und cheny-gas ) … die handschrift der hinterhaltmörderschützen auf den dächern des zentralplatzes von kiew kommt doch zu vertraut nach der „firma“ daher , als dass man einem regiem tatsächlich diese völlig eindeutige dummheit in die schuhe schieben könnte … die cia hat es schon immer verstanden eskalationen in ihrem sinne zu manipulieren …
    und war bei der ausführung in der auswahl ihrer „erfüller“ noch nie von demokratischen skrupeln geplagt ….
    das einzig „spassige“ dabei ist es , dass sie da geradezu chronisch ihre feinde der zukunft selber gefüttert haben … mehr oder weniger wird ihnen das auch in der ukraine gelingen …

    und unsere steinmeiers und merkels werden weiter dazu ihr devotes gejaule in den himmel schicken …

    post (politisches) mortem … alle achtung im nachhinein … herr schröder … dass sie damals immerhin die cochones hatten , sich diesem geheule zu entziehen …

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  2. Micky schreibt:

    „Ich will, dass alles getan wird, dass es nicht zum Krieg kommt.“

    von was für einem krieg sprichst du ?
    jeden tag ist an verschiedenen orten auf dieser welt ein krieg im gange

    einen Weltkrieg unter den industrie-Nationen halte ich für Unsinn
    unsere wirtschaften sind aufs engste verzahnt
    ALLE industrie-Nationen würden sich dabei wirtschaftlich ruinieren
    und die materiellen Zerstörungen wären unkalkulierbar
    die eliten/Machthaber wissen das
    wenn sie nicht schlau wären hätten sie nicht die macht

    wir sind technisch nicht mehr auf WKII-Niveau
    SOWAS ist nicht mehr „beherrschbar“

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    • Nitya schreibt:

      Micky, Micky, Micky,

      die Überschrift heißt „Pädagogik ist Krieg“.
      Byron Katie sagt: „Jeder Krieg gehört aufs Papier.“

      Jeder Krieg ist ein Kampf gegen das, was ist. Jeder Krieg ist der Versuch, den Satz „Nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ auf den Kopf zu stellen. Es geht nicht um das Waffen-Niveau, es geht um den Krieg im eigenen Kopf.

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      • Micky schreibt:

        hallo ?
        der krieg in meinem kopf ist sowieso da
        dafür brauche ich keine ukraine oder ähnliches
        meine kriege resultieren aus meinem täglichen dasein

        ist dein leben so langweilig
        dass du dir ukraine-kriege ausdenken musst ?

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      • Nitya schreibt:

        „ist dein leben so langweilig
        dass du dir ukraine-kriege ausdenken musst ?“

        Mein Leben nicht, aber deine Kommentare.

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    • fredo schreibt:

      das sehe ich ähnlich wie micky … während es in den 30er des vorigen jahrhunderts noch um die eroberung „von lebens-raum“ ( = potentieller wirtschaftsraum ) ging , ist der bereits verteilt , und zwar so , dass der kapitaleigner nahezu globalen , uneingeschränkten zugang hat … ob unter rot-weiß-gestreifter oder rot-besternter flagge …
      die konflikte der jetztzeit werden eher im „disziplinären“ gusto ausgetragen und sind eher ein ausdruck der gelegentlichen schwäche der herrschaft der mächtigen im sinne einer perfekten kontrolle , als ein verteilungs- oder neueroberungskampf von resourcen … diese sind weitestgehend auf- und zugeteilt …. konflikte sind dann eher regionale unsicherheiten in der überwachung dieser areale …

      es in einer „zu-geteilten“ welt zu einem terretorialkrieg kommen zu lassen , wäre mehr als töricht und der gier der gierigen nicht förderlich …

      somit ( und das finde ich durchaus zum schmunzeln ) hat diese so oft gescholtene gier auch ihre „bewahrenden“ konsequenzen …

      ( nix ist jemals … nur …. negativ )

      :-)))

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      • Nitya schreibt:

        Hallo Fredo,

        hab jetzt erst gesehen, dass dieser Kommentar von dir nicht erschienen ist. Keine Ahnung, warum die Software von wordpress manche Kommentare nicht erscheinen lässt.

        “es in einer “zu-geteilten” welt zu einem terretorialkrieg kommen zu lassen , wäre mehr als töricht und der gier der gierigen nicht förderlich …

        somit ( und das finde ich durchaus zum schmunzeln ) hat diese so oft gescholtene gier auch ihre “bewahrenden” konsequenzen …”

        Da habe ich allerdings eine andere Sicht: Wieso gibt es dann auf der ganzen Welt immer wieder Territorialkriege? Anscheinend sind sie doch förderlich für die Gier der Gierigen.

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    • Savitri schreibt:

      „einen Weltkrieg unter den industrie-Nationen halte ich für Unsinn
      unsere wirtschaften sind aufs engste verzahnt
      ALLE industrie-Nationen würden sich dabei wirtschaftlich ruinieren
      und die materiellen Zerstörungen wären unkalkulierbar
      die eliten/Machthaber wissen das
      wenn sie nicht schlau wären hätten sie nicht die macht“

      So ein Unsinn ist das vielleicht gar nicht…
      Es gibt Leute, die einem logisch erklären, dass das Finanzsystem so absurd aufgebaut ist, dass es in bestimmten Intervallen Zusammenbrüche und Kriege geben muss, um wieder auf „Neustart“ gehen zu können…

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      • Micky schreibt:

        sowas geht „sanfter“ durch Eliminierung der schulden und guthaben
        DAS ist für die eliten kein Problem, weil diese die ECHTEN, harten Vermögenswerte besitzen, wie land, Maschinen, Rohstoffe und Produktionsmittel allgemein
        damit hat man ratzfatz wieder riesige guthaben erschaffen

        die guthaben sind für die eliten eh nur zahlen auf dem papier
        ihr leben in saus und braus gestalten die eh wie sie wollen
        wenn denen ihre guthaben genullt werden
        leben die anschliessend keinen furz anders oder schlechter

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    • Elwood schreibt:

      „Machthaber wissen das, wenn sie nicht schlau wären hätten sie nicht die macht“

      Häh????
      Der erste Funken von „Schlau“
      wäre ein Riesenproblem für die Macht!

      Alle Welt sucht nach Befriedigung, nach der Erfüllung ihrer Wünsche. Und die Antwort findet man in Zeitschriften! Kein Wunder, dass die Leute heute noch viel tiefer in das Dickicht ihrer Ignoranz verirren als früher. Informationen aus aller Welt erreichen uns noch am selben Tag am Bildschirm. Und so beschleunigt sich auch der Kreislauf unserer Illusionen. Wir nennen diese Beschleunigung “Fortschritt” oder “Zivilisationen”, die Frage ist nur, in welche Richtung wir eigentlich fortschreiten. Vom Standpunkt des Buddhismus aus betrachtet, bedeutet dieser “Fortschritt” in Wirklichkeit einen Verfall. Wir beschleunigen unseren Verfall, und die ganze Welt windet sich dabei im Leiden.
      Die Menschheit schritt fort von Pfeil und Bogen zur Armbrust, von der Armbrust zur Schrotbüchse, dann weiter zum Maschinengewehr bis sie schließlich bei der Wasserstoffbombe angelangte. Doch wie weit haben sich die Menschen dabei charakterlich entwickelt? Nicht besonders: Es sind immer noch die gleichen grünen Bengels, die da aufeinander ballern. Nur haben sie heute gefährlichere Waffen in der Hand.

      Kodo Sawaki (Von Pfeil und Bogen zur Atombombe: Was man so “Fortschritt” nennt)

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      • Micky schreibt:

        Schlauheit und Intelligenz ist nicht dasselbe
        kennst du den begriff „bauernschläue“ ?

        Schlauheit bedeutet die eigenen Vorteile erkennen und umzusetzen

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      • Elwood schreibt:

        Tja, so ist das mit den Worten.

        Karl Marx sachte: Das Kapital denkt nicht, es rechnet.
        Gestern gabs ne kurze Doku über den Beginn des ersten Wk.
        Keiner wollte ihn, doch er war nicht zu stoppen.
        Hinter dem Kapital stehen wir selbst mit unseren Renten und Anlagen, auch wenn andere damit den Reibach machen.
        Welcher Aktionär wird sich für das zerstörte Europa verantwortlich fühlen?
        Hoch lebe die Kleinkrämer- Seele.
        Ob Schlauheit und Intelligenz ist mir wurscht,
        ik seh niks davon, bin ich wohl zu blöd.

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  3. Micky schreibt:

    scheisse, ich brauch auch so miese smilys „grrrr“

    sowas ist für mich Realität
    daran nehme ich täglich teil und mache fleissig mit

    http://www.sein.de/gesellschaft/nachhaltigkeit/2014/nasa-kollaps-unserer-zivilisation-unausweichlich.html

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  4. Micky schreibt:

    markus gärtner schreibt sehr schwarz und überzogen
    aber er trifft es meist
    http://blog.markusgaertner.com/

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  5. Dieter schreibt:

    Gruselige Geschichten!
    http://de.gloria.tv/?media=603596

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