STOP !!!


aahhhSobald du den Impuls hast, etwas zu tun – STOP !
(Shiva zu Devi im Vigyan Bhairav Tantra)

Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!
(Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie, Inferno III, 9)

Gestern schloss ich mit den Sätzen: „Also verstehe: Es gibt nichts zu verstehen. Das ist es schon: Freude. Punkt. ‚Sobald du den Impuls hast, etwas zu tun – STOP !'“(Shiva)

Immer diese Anweisungen – tz tz tz … Worum könnte es gehen? Ich nenne diese beiden Anweisungen, die ja nun wirklich gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, Methoden. Was könnte der Sinn dieser Methoden sein? Ich würde sagen: Erfahrungen zu machen. Was für Erfahrungen? Ganz bestimmte Erfahrungen? Tue A, um B zu erfahren? An diesem Punkt wird es kritisch, weil jetzt die Erwartung ins Spiel kommt, dass ich etwas Bestimmtes erfahren müsste, wenn ich eine bestimmte Methode benütze. Und was, wenn ich das Bestimmte dann nicht erfahre?

Nimm einen Hammer und schlag dir damit kräftig auf den Daumen! – Auch eine Methode, um eine Erfahrung zu machen. Vermutlich wirst du diese Methode nicht ausprobieren wollen. Schade – was für eine köstliche Schmerzerfahrung entgeht dir da! Also ich kenne niemand, der da nicht diese Schmerzerfahrung gemacht hätte. Oder das Kind mit der heißen Herdplatte. Niemand sagt ihm, dass es die heiße Herdplatte anfassen soll, und trotzdem machen vermutlich alle dieselbe Schmerzerfahrung. Ob die STOP !-Erfahrung bei allen dieselbe ist?

Aber jetzt mal ganz im Ernscht: „Also verstehe: Es gibt nichts zu verstehen. Das ist es schon: Freude. Punkt.“ Und nun: „Sobald du den Impuls hast, etwas zu tun – STOP !“ Also da sagt dieser Shiva zu seiner Devi: „Wenn du voller Freude einen lang abwesenden Freund wiedersiehst, sei durchdrungen von dieser Freude.“ Das ist so ein STOP !. Anstatt also in den Kopf zu gehen und zum Beispiel Pläne zu schmieden, wie man das Wiedersehen ausbauen könne, oder darüber nachzudenken, warum der Schlawiner sich so lange nicht hat blicken lassen oder wie man verhindern könne, dass der so lang verschwundene Freund diesmal an einem erneuten Verschwinden gehindert werden könne – STOP ! Da ist Freude. Wenn hier ein STOP ! kommt, kann einen die Freude ganz durchdringen. Dieser eine kostbare Moment voller Freude. Das ist es. Nur ein Phänomen? Was für ein wundervolles Phänomen! Was für ein kostbarer Augenblick! Und ein Augenblick, der sich vollkommen selbst genügt.

„Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“ Was braucht es da noch Hoffnung? Dante schrieb diese Aufforderung über den Eingang zur Hölle. Stell dir vor, du wärst ein Kumpel, der unter Tage durch eine Explosion von der Außenwelt abgeschnitten ist. Er ruft, er klopft, er lauscht. Nichts zu hören. Er wartet. Er hofft. Seine Lampe verlischt. Er ruft, er klopft, er lauscht. Nichts zu hören. Er wartet. Er hofft. Die Zeit verrinnt zwischen Schlafen und Wachen. Nichts zu essen, nichts zu trinken. Absolut still. „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren! “ Ja, für den Kumpel ist das vermutlich wirklich der Eingang zur Hölle. Aber es ist genauso der Eingang zum Paradies. Dieser eine kostbare Moment voller Freude kommt ohne jede Hoffnung aus. Hoffnung muss nicht einmal fahren gelassen werden. Wäre da Hoffnung, wäre dieser wundervolle Moment auf der Stelle zerstört.

Gestern schrieb Karl-Renz-meint: „Man muss nichts dafür tun.“ Und: „Es muss nichts dabei raus kommen.“ Dafür, dabei – wofür, wobei? Ich geh mal davon aus, dass auch Karl zum Zahnarzt geht, wenn’s aua macht. Dafür also. Und natürlich soll dabei was rauskommen: Aua weg. Also das kann er wohl nicht gemeint haben. Bleibt nur der Urgrund des Seins. Für den muss ich natürlich nichts tun und bei ihm muss auch nichts Bestimmtes rauskommen. Werde ich doch in gewisser Weise selbst von ihm getan und bin nicht ich es, der dabei rausgekommen ist? Also, wo er recht hat der Karl, hat er recht. So, jetzt muss ich wieder die Kurve zu meinem STOP ! hinkriegen.

„Wenn du voller Freude einen lang abwesenden Freund wiedersiehst, sei durchdrungen von dieser Freude.“ STOP ! Ein Augenblick jenseits von Zeit, jenseits von Raum, jenseits von ich und du – ein Augenblick reine Freude. „Dieses vollkommene Dasein ist der Urgrund für jede Erscheinung.“ In diesem Augenblick wirst du dir keine Gedanken darüber machen, da ist keine Trennung zwischen dir und dem Urgrund des Seins. „Es ist hier.“ Es ist immer hier.

STOP

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17 Antworten zu STOP !!!

  1. marianne schreibt:

    Im Buddhismus (z.b. bei Jack Kornfield) wird das auch „heiliges Innehalten“ genannt. Eine Methode, um Erfahrungen zu machen – ganz ohne Hintergedanken?
    Ich hege da schon einige Hypothesen, welche Wirkung diese Art des Handelns grundsätzlich entfalten kann – im Gegensatz zu anderen …🙂

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  2. Ingeborg schreibt:

    Die Stille im Sein.

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  3. fredo schreibt:

    hat nicht auch schon das alte schlitzohr gregori i.gurdieff das STOP benutzt ?

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    • Eno schreibt:

      Ja, hat er! Hab früher mal viel von ihm gelesen. Heute tauchen da nur noch nostalgische Gefühle für diese Bemühungen der Befreiung und liebevolle für diesen wunderbaren Menschen G. I. Gurdjieff auf:

      Die Stop-Übung

      Die Stop-Übung ist für alle Schüler des Instituts eine Pflichtübung. Bei dieser muss auf den Befehl „Stop“ oder auf ein zuvor vereinbartes Zeichen hin jeder Schüler augenblicklich jegliche Bewegung anhalten, gleichviel, wo er sich befindet und was er gerade macht…

      Seine gesamte Aufmerksamkeit hat er auf die Beobachtung der Muskelspannung in den verschiedenen Teilen des Körpers zu konzentrieren, wobei er die Aufmerksamkeit von einem Körperteil auf den anderen lenkt und dabei darauf achtet, dass die Muskelspannung sich nicht verändert, das heisst weder abnimmt noch zunimmt.
      Der so angehaltene und bewegungslos bleibende Mensch nimmt keine Haltung ein. Es handelt sich einfach um eine Bewegungsunterbrechung im Augenblick des Übergangs von einer Haltung zu einer anderen.
      Im Allgmeinen gehen wir so schnell von einer Haltung zur anderen über, dass wir die Stellungen nicht bemerken, die wir während des Übergangs einnehmen. Die „Stop“-Übung gibt uns die Möglicheit, unsern eigenen Körper in Stellungen und Haltungen zu sehen und zu fühlen, die ihm völlig ungewohnt und unnatürlich sind…

      Die Denk- und Gefühlsformen kann man als Denk- und Gefühlshaltungen bezeichnen. Jeder Mensch hat eine bestimmte Anzahl intelllektueller und gefühlsmässiger Haltungen, so wie er auch eine bestimmte Anszahl von Bewegungshaltungen besitzt. Und seine körperlichen, intellektuellen und gefühlsmässigen Haltungen stehen alle in wechselseitiger Abhängigkeit. Darum kann sich ein Mensch seinem eigenen Repertoire intellektueller und gefühlsmässiger Haltungen nie entziehen, sofern seine körperlichen Haltungen unverändert bleiben….

      Die Arbeitsmethoden des Instituts für die harmonischen Entwicklung des Menschen bieten eine Möglichkeit, diesem Kreis fest verwurzelter Automatismen zu entkommen, und ein Mittel hierfür ist, besonders am Beginn der Arbeit an sich selbst, die „Stop“-Übung. Ein nicht mechanisches Studium seiner selbst ist nur bei richtiger Anwendung dieser Übung möglich…

      Auszug aus: Aus der wirklichen Welt – Gurdjieffs Gespräche mit seinen Schülern

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  4. fredo schreibt:

    ich weiß nicht so recht , ob es dabei um „besondere erfahrungen“ geht , wie marianne erwähnt , und ob dies mit STOP gemeint ist …

    ich könnte mir stattdessen ( oder womöglich – auch ) denken , daß es bei STOP um das geht , was ich bei mir das „innere rückbinden an klarheit / die nabelschnur zum eigentlichen“ nenne , und das dies gar nix anderes wie – STOP ist …

    der fokus verbleibt dabei zwar auch noch auf dem lauf der geschichte … er wird aber innerlich als „angebunden an“ / „begründet in“ das unvergängliche wahrgenommen … dazu reicht ein schlichtes erinnern an die „unzweifelbarkeit about klarheit , an den „offenen moment“ .
    damit „stoppt“ dann die ausschließlichkeit ( ! ) der wahrnehmung des dramas der gerade stattfindenden geschichte …

    beides hat nun seinen (wahrnehmungsplatz)-platz … die mehr oder weniger dramatische geschichte und der “ ruhende punkt “ … , um den herum das drama zirkuliert …

    feines stop …

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    • marianne schreibt:

      Dies nennen wir das „heilige Innehalten“: Wir legen einen Augenblick der inneren Stille ein, in dem wir uns von unserer Identifikation mit den Problemen lösen. Ohne diese Pause reagieren wir vermutliche eher automatisch. Doch wenn wir innehalten, können wir die automatische Kopplung von Ereignis und Reaktion lockern. wir schaffen Raum für die eigentliche Erfahrung, ob sie nun aus Schmerz oder Vergnügen, Angst oder Erregung besteht. In der Stille vor der Auslösung unserer gewohnheitsmäßigen Reaktionsmuster liegt die Möglichkeit der Freiheit.

      Jack Kornfield, „Das weise Herz“, S. 379f.

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      • Brigitte schreibt:

        Sehr schön. Nur der in diesem Zusammenhang benutzte Begriff „heilig“ könnte wieder Ideen und Vorstellungen wecken, die eine Besonderheit aus dem einfachen Anhalten machen wollen. Dem bei sich ankommen und wahrnehmen, was jetzt gerade hier ist, und sich die Dinge energetisch austoben lassen. Wenn schon dann ist alles heilig und nichts davon. Und es kann ebenso notwendig sein, sich aus einem überwältigenden Zu- und Umstand zu lösen, in dem ich solchen Vorgängen jegliche Aufmerksamkeit entziehe oder die Situation sofort verlasse. Meiner Erfahrung nach passiert “ wahres Innehalten“ eh von alleine, ein totales Stillstehen jeglicher Bewegung, und darin steht auch die Welt still. Und das kann in der Tat ein Tor in die Freiheit sein.

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  5. Eno schreibt:

    ja
    ich bin
    und nun
    ist das alles
    das kann doch nicht alles sein
    das ist ja langweilig
    ich will aber besonders sein
    ich leide
    ich will nicht leiden
    bestimmt wäre es besser
    wenn ich keine schmerzen hätte
    ich will das alles nicht
    einen partner
    ich brauche einen partner
    dann wird alles gut
    oder erleuchtung
    ja das ist es
    dann finden mich alle gut
    und vor allem ich mich selbst
    ne klappt auch nicht
    auch alles zweifelhaft
    auch nicht von dauer
    gibt immer noch andere
    die machen ihre spässchen mit mir
    nehmen mich nicht ernst
    aber was ist das
    stopp mal
    was nimmt wahr
    erkennt das
    auf und ab
    all die flüchtigen
    erscheinungen
    unfassbar
    wow
    ich bin
    ja

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  6. Michaela schreibt:

    “Es ist hier.” Es ist immer hier.

    Das ist zum Heulen schön. Es fühlt sich so wahr an.

    Es ist nur schade, dass DAS einfach nicht gesehen wird. Auch wenn es nichts macht, ich bin traurig. Nach meiner Sat Nam Rasayan Sitzung haben sich meine Ängste verstärkt. Ob das damit zu tun hat, weiß ich natürlich nicht, aber es fällt mir auf. Es ist gut, wenn einfach überredet wird, was ohnehin eine Idee ist. Das ist meine Therapie. Zu tun, was zu tun ist, das hab ich heute den ganzen Tag gemacht. Das Haus geputzt, im Garten gearbeitet, dass ich jeden verdammten Knochen im Leib spüre. Beim Aufstehen muss ich mich langsam aufrichten, jaaa wenn man alt wird.

    Mit der STOP-Übung ist doch aber nicht gemeint, dass man das aufhält, was gerade kommt. Ich mein, wenn da unangenehme Gefühle auftauchen und mich sanft einwickeln. Zu welchem Zweck sollte ich da ein STOP setzen? Nicht, dass ich es nicht gern tun würde, aber die Übung war ja KEIN KAMPF, auch wenn er kommt.

    Lieber Fredo, du schreibst „damit “stoppt” dann die ausschließlichkeit ( ! ) der wahrnehmung des dramas der gerade stattfindenden geschichte …“. Ich glaub, dass ich heute intellektuell nicht mehr zu viel in der Lage bin, aber womit stoppt dieses Geschehen? Ich glaub, das hab ich nicht ganz verstanden.

    Vielleicht gibt es auch gar nichts zu verstehen. Ich möchte mich im Moment einfach an irgendetwas festhalten können. Ich, der ich wer bin?

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  7. fredo schreibt:

    mach es dir nicht zu schwer marianne … diese ganze „erwachensgeschichte“ ist eigentlich nur ein phantom , ein witz … es gibt da nix zu erreichen oder zu verpassen … bestenfalls finden einfach nur die sehnsüchte danach ein ende ( aber nicht durch erfüllung , sondern durch erkennen von unmöglichkeit der erfüllung ! ) …
    es geht letztlich nur um etwas mehr inneren frieden … keine großen neuen bewusstseinsorgien oder ein dauerkonzert der glückseeligen engelschöre …
    derartige ideen sind letztlich nur „spirituelle marketingformen“ …
    nur etwas mehr frieden … und das ist der witz … was diesen frieden bisher ( noch) stört , ist genau diese sehnsucht danach ! … ist das nicht verrückt ? … und glaube mir , auch ich hab vor dieser absurden wahrheit gestanden … und jeden den ich kenne , dem dies geschah … und ich bin mir sicher , auch jeder der „erleuchteten“ , die in unseren ach so heiligen schriften erwähnt werden … ob da ein jesus am kreuz … oder ein herr gautama unter dem bodhibaum … immer nur “ a little bit more peace of mind “ , entstanden aus dem verschwinden von sehnsucht nach einem „mehr“ …
    ein wollendes „ich“ kollabiert ( keine angst … mit seinem wollen , aber nicht mit seiner körperlichkeit ! ) und auf einmal ist nur noch die ( eigene) „wahre natur“ übrig … und die ist …. frieden ! ( manche sagen auch liebe dazu , da es ohnehin kein richtiges wort dafür gibt , hat da jeder die freie „sprach“auswahl )

    es ist sogar ein gutes zeichen wenn du jetzt schon so langsam nix mehr kapierst … ich klopfe dir hiermit virtuell auf die schulter „nur voran ins völlige nix mehr kapieren“ …
    aber trotzdem auch kein grund daraus wieder unnötig viele ängste zu füttern …

    ein sucher betreibt mit seiner suche auch keine therapie , mit der er erreichen könnte , immer „besser“ zu verstehen ( und damit zumindest schon mal ein wenig finden ).
    das unterscheidet psychologische arbeit auch gravierend von „der suche“ .
    ein sucher erlebt es im gegenteil zwangsläufig immer „schlechter“ , den je mehr er reinschnüffelt , desdo unleugbarer wird die vergeblichkeit seiner bemühungen … damit wird natürlich seine emotionale lage fast unvermeidbar immer prekärer … es erscheint ihm/ihr zumeist , dass er/sie sich einer katastrophe nähert … da können worte von anderen , die genau das nur zu gut erinnern , nur ein wenig mildern … wenn überhaupt ….

    denn eigentlich ist es ja ein wunderbarer zustand , dieses völlige nix-kapieren … genau das meinte übrigens der zimmermann aus nazareth als er sagte „ihr müsst werden wie die kinder“ …
    genau in diesem „zustand“ trainierst du nämlich bereits deinen mut , dich womöglich irgendwann dem völligen „nicht-wissen“ konfrontiert zu sehen … also eigentlich … alles bestens …
    hab ruhig das vertrauen in dich selbst … genauer in das , was du eigentlich bist … dass du nix falsch machen kannst , auch wenns mal wieder „ängstet“ oder zwickt … du gönnst dir halt nur ab und an etwas „dramatischen zuschlag“ auf deinem weg … nun ja , wenns sein muss … warum auch nicht … vielleicht bist du auch nur an diese form der „dekoration“ einer veränderung im leben gewöhnt , und hältst sie deshalb quasi für unverzichtbar … das geht übrigens vielen so … wenn sich was ändert , „muss“ es aber auch zwicken ….

    ich hab mir ähnliches „gegönnt“ … und noch heute grinse ich über „meine“ dramatiken … “ mensch fredo , ist das denn echt noch nötig ?“ lächelt es da süffisant in mir , wenn ich wieder mal entdecke , wie sich der vertraute hang zum drama wiedermal was neues ausbrütet …
    glaub mir , das hört nicht auf … warum auch … genau das macht uns ja im individuellen aus , das was da zwickt und dramatet ist genau das ganz einzigartigen an uns allen …
    und mit „erwachen“ verliert niemand seine einzigartigkeit , also seine macken und sein drama , er entdeckt nur zweifellos … das >binhabe< es nur als dekoration in meiner lebensgeschichte , damit diese bunt und vital sein kann …
    und mit diesem unbezweifelbaren erkennen , genährt aus dem , was ich den "klaren moment" nenne , beginnt dann zumeist ein "inneres schmunzeln" about it … ( aber ohne dass das drama enden würde … wär auch schade … ich schmunzele doch so gerne )

    es ist zwar so , jedenfalls bei den menschen , die den jnana-weg gehen , und wenn du ein faible für advaita oder ähnliches verspührst , scheint das auch deine version "weg" zu sein , dass da zu anfang ein "verstehen" , ein intellektuelles verständnis erstrebt wird … das ist auch dann richtig und wichtig …. aber …. wenns dann irgendwann ans eingemachte geht … eine gewisse tiefe erreicht wurde , kollabiert zwangsläufig das verstehen in eine art von hingabe ans nix-mehr-kapieren können … und jnana wird zu bhakti .
    übrigens , die , die anfangs den bhakti-weg der hingabe gehen , haben ähnliches vor sich , da kollabiert dann halt das (gemachte) bkakti in ein dann (entpersönlichtes) jhana …

    dieser "kollaps" unser bemühungen scheint das nadelöhr zu sein , durch das jedes homo-sapiens-kamel durch muss …

    ich will dir noch was von mir berichten … ich war ein recht fauler schüler und hab trotz abi nur verflixt wenig englisch gelernt … dann saß ich irgendwann als 40-jähriger zu füßen eines mannes der ein perfektes oxford-englisch sprach und dessen worten ein ungeheurer "duft von zu erlangender wahrheit" entsprang … und darauf war ich sowas von geil … jedoch …ich habe selten meine faulheit mehr bereut , musste ich mich doch ungeheuer anstrengen sein englisch zu verstehen und trotz sogar heimlich mithineingeschlepptem dictionary ( was mir schon recht peinlich vor den anderen war ) hab ich irgendwann nur noch "passen" können , da ich schlicht "nix mehr kapierte" ….
    und jetzt der witz …. ( und den werden dir andere in ähnlicher situation wohl auch bestätigen ) … niemals habe ich mehr "verstanden" ! ….
    als ich ihn dann später immer wieder traf , hab ich oft sogar lieber einfach nur noch dem klang der worte gelauscht wie bei einem feinen konzert , als mein jämmerliches englisch-verstehen zu bemühen ( ich war schon immer faul🙂 ) und nie wieder hatte ich das gefühl , etwas zu verpassen …

    eigentlich "verstanden" habe ich den ganzen schmonzes um "erwachen" ohnehin erst , als dann viele jahre später , als ich schon längst damit einverstanden war , als kompletter idiot "about it" in die gruft zu steigen , sich doch völlig überraschend noch mal "der vorhang hob" … nur … und das ist der witz dem niemand entgeht , dem der " vorhang dies spielchen spielt " …. an dem idiot hat sich nix geändert ! ( jetzt hab ich nur meinen spass dran )

    so oder ähnlich könnte man es schildern … oder auch ganz anders … anscheinend …

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  8. fredo schreibt:

    den satz hats zerrissen …
    es sollte heißen “ das drama >bin ich nicht , ich >habe es nur als deko in meinem leben “

    ( anscheinend machen zwei > < irgendwas mit dem text )

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    • fredo schreibt:

      aber ich bin heut eh nicht fit ( alzheim lässt grüßen ) … der text war ja an michaela und nicht an marianne gerichtet … aber vielleicht gint es ja noch ne mitlesende marianne hier … grins

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      • Brigitte schreibt:

        … und ich wollt schon mit dir schimpfen;-) und dich fragen, woher du diese aus der Luft gegriffene Annahme nimmst, Marianne mache es sich schwer. Und dich bitten, den Leuten doch ihren eigenen Zugang und Blick auf die Dinge des Lebens zu lassen. Hoho *grins*. Hat sich ja jetzt geklärt. Ist das Leben nicht wundervoll?

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      • marianne schreibt:

        ich hatte ja auch nur jack kornfield und nicht „marianne“ zitiert …😉

        @Brigitte: Das mit dem „heilig“ sehe ich genau so …

        Für mich persönlich war allerdings die Entdeckung des Innehaltens schon ein wesentlicher „turning-point“ in meinem Leben. Und … jetzt zitiere ich doch noch „marianne“:

        Innehalten ist weder ein Tun, noch ein Lassen. Es ist ein gegenwärtiges Sein. Dieses achtsame Ruhigwerden im Jetzt, ist mir über die Jahre hinweg einer der wichtigsten Momente im Leben geworden. Denn es ist genau der Augenblick, in dem sich alles wandeln kann.

        @fredo: wenn „Innehalten“ geschieht, fühlt sich das in meinem Erleben leicht und unangestrengt an.

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  9. Michaela schreibt:

    Wow- Danke für deine Worte, lieber Fredo. Offenbar soll das in meinem Film genau so sein bis es irgendwann anders ist. Ich bin sehr müde. Eine gute Nacht! Die Worte hallen nach…und arbeiten… 🙂

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  10. Brigitte schreibt:

    “ Einfach nur zu sein – Punkt. Fertig“ Ich find’s schön🙂
    mp3-Mitschnitt *Unendliches Gottvertrauen* von Edgar (ganz ohne Knuddelmuddel).
    [audio src="http://owk.podcaster.de/satsang/media/OWK-Kongress-2013.mp3" /]

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  11. fredo schreibt:

    zu marianne …..
    dem kann ich zustimmen …. ich empfinde diese situationen des innehalten , des inneren zurücktretens sehr nährend ( deshalb nenne ich die möglichkeit dazu auch die „nabelschnur zum eigentlichen“ …. dieser pompöse begriff bezeichnet für mich einfach nur einen inneren switch , ausgelöst durch ein erinnern an das unvergessbare auftauchen der unmittelbarkeit …. ein mir mitlerweile sehr kostbares geschenk dieses ereignisses )
    je länger mein lebensgeschichte andauert , um so mehr finden diese „switches“ nahezu automatisch statt …. eine art „eintröpfeln“ dieser wahrnehmungsform … war da anfangs durchaus noch ein „eigenes“ bemühen um wieder-anlehnung an den „moment der unmittelbarkeit“ , so ist dieses innehalten mitlerweile oft geradezu automatisiert … ich wache sogar manchmal damit auf … und … ja nicht ganz unerheblich … das fühlt sich trotz ( oder gerade wegen ? ) einer gewissen distanz zum gerade geschehenden ereignis , leicht und fein an , ohne dass der genuss der lebendigkeit verloren ginge …

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