das Monolemma


Ein Dilemma (griechisch δί-λημμα‚ zweigliedrige Annahme‘, Plural Dilemmata), auch Zwickmühle, bezeichnet eine Situation, die zwei Möglichkeiten der Entscheidung bietet, welche beide zu einem unerwünschten Resultat führen. Quelle

Dilemma, Trilemma, kürzlich hatten wir hier nicht nur unser allseits beliebtes Tetralemma im Visier, sondern auch noch andeutungsweise das Heptalemma der Jainas. Irgendwie ritt mich heute der Teufel und ich guckte nach, ob es vielleicht auch sowas wie ein Monolemma gäbe.

Gibt es. Da finde ich im Netz z.B.: „Monolemma, in der Syllogistik, ein halber Schluss, welchem ein Satz fehlt.“ Oder: „Schluss mit nur einem Vordersatz.“ Oder: „Ein einfacher (oder in der Kunstsprache nur halber) Schlusssatz, z.B. wenn man sagt: aus blauem Himmel regnet es nicht, wo das Wort ‚blauem‘ eigentl. dasj. Glied im Satze verkleidet, welches den Grund enthält.“

Spannend. Ich spinne ein bisschen weiter so vor mich hin. Schluss mit nur einem Vordersatz … z. B.: „Wenn meine Tante Räder hätte.“ Da fehlt was. Klar wie Koßbrühe. Und im Bewusstsein dieses schmerzlichen schwarzen Lochs befinde ich mich inmitten meines ganz persönlichen Monolemmas.

Hmm, hat Laotse nicht gesagt: „Wenn auf Erden alle das Schöne als schön erkennen, so ist dadurch schon das Hässliche gesetzt. Wenn auf Erden alle das Gute als gut erkennen, so ist dadurch schon das Nichtgute gesetzt.“? Müssen ja nicht gleich alle sein, vielleicht geht es ja auch schon mit mir alleine, also: „Wenn ich etwas als schön erkenne, …“ Ha, Monolemma.

Spannend, also wenn ich irgendetwas als gegeben setze, schon hab ich ein Monolemma: Da fehlt was. Da fehlt immer was. Nämlich der Rest der Welt. Oder wenigstens der Gegenpol des eben Gesetzten.

Da oben z.B. in dem Scherenschnitt das Dornröschen.
Und wenn dann das Fehlende, in diesem Fall also das Dornröschen, da  ist, dann haben wir es mit … na? … ja natürlich, dann haben wir es mit einem Dilemma zu tun.

Hmm, was Gescheiteres ist mir heut ums Verrecken nicht eingefallen. Irgendwie bin ich grad wohl ein bisschen gaga.
(Das, gaga, ist jetzt wieder ein Monolemma, gell!)

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18 Antworten zu das Monolemma

  1. IchIch schreibt:

    Moin Nytya,

    da ist aber schon ein Unterschied zwischen:
    Aus blauen Himmel regnet es nicht
    und
    Wenn meine Tante Räder hätte?!

    Ich finde den Satz 1 genial und da fehlt auch nix.

    Mit der Tante das ist schon ziemlich gaga, wie: „meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“.

    Einen beschwingten Gaga- Tag 😉 wünscht

    IchIch

    • Nitya schreibt:

      “Ein einfacher (oder in der Kunstsprache nur halber) Schlusssatz, z.B. wenn man sagt: aus blauem Himmel regnet es nicht, wo das Wort ‘blauem’ eigentl. dasj. Glied im Satze verkleidet, welches den Grund enthält.”

      Moin IchIch.

      Aus blauen Himmel regnet es nicht, aber aus Regenwolken.
      Wenn meine Tante Räder hätte, wär sie’n Omnibus.

      Bei deiner Oma ist da so: Deine Oma fährt also im Hühnerstall Motorrad. Und der Rest der Welt? Ist weder deine Oma noch fährt er im Hühnerstall Motorrad. Der Rest der Welt ist also der fehlende Teil bzw. das schwarze Loch.

      Viel Vergnügen noch inmitten all der schwarzen Löcher! 🙂

  2. IchIch schreibt:

    Hallo Nitya,

    inmitten schwarzer Löcher – HHmmm – kann ich nichts zu sagen- Kenn ich nicht! 😉
    „Davor“ – ok, in dem Sinne:
    Es ist außerhalb kein Licht, daher ist außerhalb nichts.
    Es ist innerhalb kein Licht, daher ist innerhalb nichts. Wenn alles aus Licht besteht, wo sollte die Grenze zwischen außen und innen sein?

    Der 1. Satz weist doch wunderschön darauf hin: Eine blauer Himmel ist ein blauer Himmel.
    – Fast ein Mantra, finde ich. Deswegen ist das Lemma wahrscheinlich noch mono 🙂
    So sehen das kleine Kinder auch. Keine weiteren Interpretationen, wooow blauer Himmel –
    10 Minuten später …. woow Ameise
    🙂

    Schönen sonnigen Tag noch!

    • Nitya schreibt:

      Ach IchIch,

      sei doch nicht so schrecklich schbirituell!

      Das mit den Lemmas sind einfach nur Spiele, Bewusstseinsspiele, Ansichtsspiele, Wortspiele.

      • IchIch schreibt:

        Extra für dich rausgesucht:

        Nach dem Motto: Es gibt noch ein Leben zwischen Calpirinha ( wahlweise Dujardin) und Franzbranntwein, auch für dich und mich. 😉
        Da kannste mal von ausgehen. 🙂

  3. IchIch schreibt:

    Ach Nitya,

    lass mich doch sspbpyuürituell sein!! – Bütte

    Nichts was nicht DAS wäre, oder wie oder watt!

    Ich find den blauer- Himmel- Satz toll, keine Zwickmühle weit und breit .
    Das Lemma scheint mono auf deiner Seite zu sein. Wo ist das Problem?

    • Nitya schreibt:

      Hey, mein Thema hießt Monolemma. Und ich hab es aufgehängt an Laotse: “Wenn auf Erden alle das Schöne als schön erkennen, so ist dadurch schon das Hässliche gesetzt.“ Jedes Setzen eines positiven Aspektes, schließt unausgesprochen den negativen Aspekt mit ein.

      Das Blau des Himmels ist insofern ein Monolemma, weil es den Anschein erweckt, als sei der Himmel blau angemalt. Dabei erscheint er blau, weil er den blauen Anteil des gebrochenen weißen Lichts reflektiert. Ist das ein Problem? Wer hat gesagt, dass das ein Problem ist?

      Und du kannst soviel in den Himmel gucken wie du willst. Hat bloß nix mit dem Thema zu tun.

      Und ja, alles ist DAS. Ich werde jetzt nur noch schreiben:

      DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS DAS

      Es lebe die Schbiritualität!

  4. IchIch schreibt:

    Haaalooo?

    War der Dujardin zu viel?

    Du konstruierst mit „deinem Monolemma“ Probleme und setzt noch so n bisschen Laotse dazu (oh wie spirituell und weise) und wer eine andere Sicht der Dinge hat, der hat dann das Thema verfehlt ( ziemlich oberlehrerhaft).

    Na, denn viel Spaß mit deinen ersten Mitgliedern in der Nein- Sager- Partei. Da mag ja heiter werden. 🙂

  5. Selma schreibt:

    „Ein Loch ist da wo nichts ist.?“

    Schwarzes Loch (black hole)

    Ein Schwarzes Loch ist ein Objekt, an dessen Oberfläche die Schwerkraft so stark ist, dass nichts dieses Objekt verlassen kann –

    noch nicht einmal Licht.

    Daher kann man Schwarze Löcher auch nicht direkt beobachten, sondern kann nur durch ihre Auswirkungen auf ihre Umgebung auf ihre Existenz schließen, zum Beispiel durch intensive Röntgenstrahlung die von der extrem erhitzten Materie abgestrahlt wird, die gerade in ein Schwarzes Loch hineinspiralt.

    Man unterscheidet stellare Schwarze Löcher (stellar black hole) und supermassereiche Schwarze Löcher (supermassive black hole): Stellare Schwarze Löcher sind eine Folge der Sternentwicklung: Während massearme Sterne wie unsere Sonne ihr Leben recht unspektakulär als auskühlender Sternenrest beenden (als so genannter Weißer Zwerg), sieht das bei Sternen, die die vielfache Masse unserer Sonne haben anders aus: Sie explodieren am Ende ihres Lebens als Supernova und der übrig bleibende Sternenrest kann zu einem Schwarzen Loch kollabieren. Diese Schwarzen Löcher haben vielleicht acht bis 15 Mal die Masse unserer Sonne.

    Supermassereiche Schwarze Löcher können die Millionen bis Milliardenfache Masse unserer Sonne haben und finden sich vermutlich in den Zentren der meisten Galaxien. Wie sie entstanden sind und wie ihre Entstehung mit der Entwicklung der Galaxien zusammenhängt ist Gegenstand aktueller Forschung.“

    Wo Licht ist, da ist also auch das Loch, das pöse schwatte, der Tod eines Sterns. 😉

    Als Lebensform, wir (wer auch immer sich das ausdachte, von den homos, ob sapiens oder sapiens sapiens) 😉 einigten uns, diese Mensch zu nennen, gibt es Leben und Tod, Tag und Nacht, Licht und Finsternis. Und vom winzigsten Teilchen, quarks, die so winzig sind, dass sie mit unseren Wahrnehmungsmöglichkeiten nicht zu fassen sind bis zum größten, ist alles Materie und diese ist verdichteter Geist. Als sich Geist zu Materie zusammenballte, enstand die Möglichkeit der Dualität, ein Teilchen, zwei Teilchen usw.

    In der Idee der Getrenntheit steckt schon der Irrglaube. Reines Bewusstsein nimmt unendliche Formen an und bleibt immer Bewusstsein. Aber die Form wird nie das werden, aus dem sie ist, sie ist eine Reflexion. Das will aber doch nicht heißen, dass die Form, die Spiegelung, die Materie nicht existiert oder anders, dass sich das Eine nicht in zwei teilt und das ewig und ganz wunderbar. Wenn ich wieder zuhause bin im Ganzen, sind Märchen nicht mehr gruselig, weil DAS URLIEBESPAAR PATER-MATER sich deshalb permanent trennen, weil sie sich lieben und umarmen möchten. Gott liebt sein Spiegelbild abgöttisch, ätschebätsch.

    Selma – Sonne-Mond-Wittchen o.s.ä.

    • Eno Silla schreibt:

      Manchmal

      Manchmal habe ich das Gefühl
      als sei in mir
      etwas
      ganz großes.

      So zum Beispiel ein
      ganz
      großes dunkles
      schwarzes

      Loch.

      Jürgen Schmidt ca. 1976

  6. Selma schreibt:

    DAS ist ein Neutrum, vielleicht Baby von Licht und schwarzen Löchern?

  7. Selma schreibt:

    Ein Nachbarskind ist gerade bei mir zu Besuch. Da es bereits lesen kann, las es hier gerade, was ich schrieb, u.a. dass Gott sein Ebenbild abgöttisch liebt. Die Kleine fragte mich, ob Gott sich im Spiegel als Frau sieht und vorher schminkt? ob er ein König sei und seine Frau im Spiegel eine Königin. Denn dann müsste sie eine goldene Krone tragen. Woher wir nur diese Fantasien haben? 🙂

    Kindermund, köstlich 😉

  8. froeschin schreibt:

    Lieber Nitya,
    zurück zum Thema: auf der Suche nach dem ultimativen -lemma habe ich das Kenolemma im Netz eingegeben – aber es existiert nicht – schade.

    Es muss also mindestens einen geben, um ein -lemma hervorzubringen. Etwa die Eltern in: Wenn Du nicht Dein Zimmer aufräumst!

    Aber ein -lemma mit dem Nichts beginnt mich doch zu interessieren – vielleicht sollte man es einfach erfinden – so, wie dieses Vieh, welches Loriot mal erfand und das inzwischen im Brockhaus zu finden ist…

  9. froeschin schreibt:

    Lieber Nitya,

    ich hoffe, es geht Dir gut – es ist schon komisch, wenn man jeden Morgen ein Ritual hat, und plötzlich fehlt da was.

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag!

  10. froeschin schreibt:

    A: „Ich backe einen Kuchen mit Mehl, Butter, Eiern, Zucker, Backpulver und einer Prise Salz.“

    B: „Ja Mehl, Butter, Eiern, Zucker, Backpulver – verstehe ich. Aber Salz. Jajaja, das Salz der Erde. Und Erde ist doch eigentlich auch ganz schön. Aber Salz und Meer – das ist es. Ozean.
    Aber was hat jetzt der Ozean in Deinem Kuchen zu suchen? Wieso tust Du da Ozean – den ich ja so liiiiebe – in Deinen Kuchen?“

    A: „Mache ich ja gar nicht. Ich tue eine Prise Salz rein!“ Kein Ozean weit und breit.“

    B: „Aber der Ozean ist doch alles – und Du kommst mir mit der Welle!“

    A: „…einer Prise Salz…“

    B: „Du machst hier immer die Themen. Und, wenn dann einer was zu Salz sagt, dann hat er das Thema verfehlt.Ganz schöner Oberlehrer. Und das Rumaroma trinkst Du wohl lieber vorher aus?
    Und, dass Du jetzt neben Deiner Bäckerei auch noch in Deinem neuen Café Leute oberlehrerhaft behandelst und Ihnen DEINEN KUCHEN UND DEINEN KAFFEE servierst – Nee – also wirklich:
    Du hast ein Problem!“

    A:“…“

  11. hridayam schreibt:

    Dazu passt doch spitzenmäßig mein neuestes spitzenmäßiges Haiku. Find ich. Grüß Gott alle miteinander.

    Die Blumen blühen
    und sie wissen nicht warum.
    Es ist scheißegal.

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