Kabir: Nur Schwingen!


Zwischen den Polen
von Bewusstheit und Unbewusstheit
machte der Kopf eine Schaukel:
Daran hängen alle Wesen und Welten,
und das Schwingen, nie endet’s den Schwung.
Millionen von Wesen sind dort.
Sonne und Mond
in ihrem Lauf
sind dort.
Millionen Zeitalter vergehen –
und das Schwingen geht weiter.
Nur Schwingen!
Himmel, Erde, Luft und Wasser
und der Herr selbst,
wenn er Form wird:
Und dieses Schauen
machte Kabir
zum Knecht Gottes.

aus: Kabir, “im Garten der Gottesliebe”

Gestern hat Rodi uns dankenswerterweise dieses Kabir-Gedicht reingestellt.

Eno hatte geschrieben:

ich träume
gut und böse
dualität
glück – freude
angst – depression

„und das Schwingen geht weiter“

glück – freude
angst – depression

Ich erinnere mich dumpf an eine Geschichte, die Osho mal erzählt hat von den Polen Lukasz und Janek (Namen von der Redaktion geändert), die einen uralten klapprigen LKW fuhren. Sagt der Lukasz, der Fahrer zu seinem Beifahrer Janek: „Janek, guck doch mal zum Fenster raus, ob der Blinker noch funktioniert!“ Janek kurbelt die Scheibe runter und hängt seinen Kopf zum Fenster raus. „Mal geht er und mal ist er kaputt!“, ruft er Lukasz zu.

Osho sagte dazu, dass es mit unserer Bewusstheit genau so ist: Mal „geht sie“, mal ist sie „kaputt“. Aber irgendein Nicht-Etwas ist da, das genau das mitbekommt: Bewusstheit an, Bewusstheit aus. Kabir sagt: „Zwischen den Polen von Bewusstheit und Unbewusstheit machte der Kopf eine Schaukel.“ Eno sagt: „ich träume … Dualität.“ An – aus … und dazwischen macht der Kopf eine Schaukel. „ Und das Schwingen, nie endet’s den Schwung.“

Und was ist mit Permanenz? Na ja, da ist dieses ominöse Nicht-Etwas …

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17 Antworten zu Kabir: Nur Schwingen!

  1. Tom Horn schreibt:

    Was ist mit „Unbewusstheit“ gemeint? Sich im Tiefschlaf befinden oder ein in-Gedanken-verloren-sein?

    Grüße,
    Tom

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    • Nitya schreibt:

      Na stell dir vor,
      du sitzt auf der Bühne und bohrst in deiner Nase rum
      und kriegst es nicht mit
      und deine Zuhörer feixen
      und du fragst dich:
      Warum feixen die so blöd?

      Das würde ich Unbewusstsheit nennen.

      Dann stößt dich dein Kollege an
      und zischelt zu dir rüber:
      Hör doch mal mit deiner Popelei auf!

      Und mit einem Schlag kapierst du.

      Das würde ich Bewusstheit nennen.

      Wenn du im Tiefschlaf bist und deine Blase gleich platzt, bist du unbewusst. Dann träumst du, dass du auf der Suche nach einem Klo bist. Plötzlich wachst du auf und merkst, das du aufs Klo musst. Das sind Grade zunehmender Bewusstheit.

      Das Gewahrsein war immer wach.

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      • Selma schreibt:

        „Dann stößt dich dein Kollege an
        und zischelt zu dir rüber:
        Hör doch mal mit deiner Popelei auf!“

        Das is ja auch ne Schweinerei 😉

        Doch Janek sagt zu Tusnelda: Wenn die Sauerei nicht größer wird, zieh ich die Hose wieder hoch und gehe…:)

        Irgendwer popelt doch immer an den Worten hier rum,
        didumdidumm 😉

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      • Nitya schreibt:

        Nanu, wieso hat dieser Janek denn seine Hose runtergelassen?

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      • Selma schreibt:

        Nanu, wieso hat dieser Janek denn seine Hose runtergelassen?

        Hach Nitya, du bringst mich immer zum Lachen, ich lach mich kringelig. Als Antwort

        „Alles Scheiße, deine Elli

        Kommen wir nun zu einem weiteren unangenehmen Thema. Eigentlich sollte ein normal entwickeltes Kind spätestens mit drei Jahren wissen, wo der Weg zum Töpfchen ist und seinen Schließmuskel einigermaßen beherrschen. Das konnte ich eigentlich auch, aber der Aufenthalt in Dausenau und unsere ziemlich fragile familäre Situation hatten bei mir doch einiges durcheinandergebracht: Bis 10 oder vielleicht auch 12 (oder 14?) habe ich tatsächlich gelegentlich eine braune Ladung in die Unterhose versenkt.

        Nicht aus Absicht, Nicht aus Protest, nicht im Schlaf und mein Schließmuskel versah seinen Dienst auch völlig korrekt.

        Nein, es war eine irre Mischung aus LUST und WETTRENNEN, an der meine vermurkste Kinderseele ihren Spaß fand.

        Da ist diese unerklärliche, aber interessante Empfindung, wenn der Druck im Hintern zu steigen beginnt, … der Atem wird schwerer, die Augen beginnen zu tränen, wohlige Schauer rasen durch meinen Körper. Ich versuche so lange wie möglich, dieses einmalige Gefühl zu halten, was aber nur geht, wenn ich den Druck aufrechterhalte. Öhm, es ist nicht ganz stubenrein 😉

        http://www.karlnagel.de/website/action/sub/ik/main_text.php?skin=website_std&id=20060218_122700_ik17

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  2. Sandra schreibt:

    …jaaaa, das so´n Ding mit dem schwingen – Hautsache immer in Bewegung bleiben…

    Du warst samstag feiern auf unserer geilen show,
    Sonntag warst du leider taub und low,
    Am montag um 7 kriechst du ins büro,
    Montag mittag boxt du deinen boss k.o.

    Dann testest du sein bestes cabrio,
    Nimmst dir die schlüssel für sein haus und boot,
    Bringst ihn vor frauchen in erklärungsnot:
    Bei chefchen gibt’s jetzt nur noch trockenbrot

    Bis jetzt war dein leben mausetod,
    Aber jetzt siehst du rot, alter, jetzt gehts los,
    Fliegst um die welt dank chef sein moos,
    Und beglückst seine frau und spendest trost

    Du befreist alle tiere aus allen zoos,
    Bringst den frieden direkt nach nahost,
    Jeder fragt sich „woher hat der die power bloß?“
    Seeed-sound macht kleine typen groß

    Chorus
    Uhh babe, schwing dein teil
    Teile schwingen, typen finden’s geil
    Nananana nanana
    Seeed geht ab und ihr geht steil

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  3. MaRia schreibt:

    an-aus.
    on-off-timer!
    timer position: 5 hours on-19hours off. cycle repeats daily!
    meine kerze (batteriebetrieben) schwingt auf 3 einstellungen.
    permanenz?

    wie wäre es, wenn wir das bewusstsein nicht in das tätige und das schlafende einteilen würden, nicht in eine obere und untere ebene? wenn wir nicht beurteilen und vergleichen, sondern achtsam lauschen und beobachten…
    MaRia

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  4. Eno Silla schreibt:

    Und was ist mit Permanenz? Na ja, da ist dieses ominöse Nicht-Etwas …

    lassen wir karl renz mal wieder dazu etwas brabbeln:

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  5. Selma schreibt:

    Der Kopf macht eine Schaukel, und Selma setzt sich drauf und genießt. 🙂

    Alles taucht in diesem Körper-Kreislauf weiterhin auf, was vorher auch auftauchte, Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Geschichten, Träume, Wünsche, Ideen. Doch ist kein Zentrum mehr da, das alles an sich reißt mit diesem Schlachtruf

    „alles meins“.
    Meine Träume, meine Wünsche, meine Ideen, meine Erinnerungen, meine Geschichte, meine Gedanken, meine Kinder, mein Geld, mein Job, mein Zuhause, mein Leben, mein Tod.

    Einfach zu sein ist hmmmmmmm. Heute war ich auch wieder lange spazieren, fand die ersten süß duftenden Veilchen, derer ich einige pflückte. Plötzlich trieb Es mich, meine bestellte Brille abzuholen und der Optikerin die gepflückten Veilchen zu schenken. Bevor wir nachprüften, ob die gefertigte Brille okay ist, mussten diese unbedingt erst in eine Vase. Da gabs kein Hack 🙂 Die Brille war nicht in Ordnung, tja die ganze Arbeit fürn Papierkorb. Nur weil Selmas Augen nicht kugelrund sondern eiig sind, wegen dem Zylinder und so passte eben die Brille leider nicht. Die andere Optikerin, die diese berechnet hatte, war traurig. Zum Trost umarmte ich sie. Dazwischen genoss ich voll und ganz 2 Tassen Cappucino, den es immer umsonst gibt, bei Apollo 😉 Tja und ab gings in den Hofwiesenpark. mich sonnen und aufs Wasser gucken. Ein Entenpaar flog am blauen Himmel vorüber und eine davon schnatterte laut und nicht aufhörend. Wahrscheinlich ein Ehe-Enten-Streit.

    Während all der wundervollen Alltags-Begebenheiten machte Selmas Kopf eine Schaukel und schwang hin und her. Doch da niemand mehr da ist, dem das nicht passt oder der auf das ja oder nein hört, schaukelte die Schaukel einfach so vor sich hin, und niemand unterschied, ob er wach war oder träumte, ob es gut war oder schlecht, dass die Brille nicht passte, ob die Veilchen der Optikerin überhaupt gefallen oder sie es lächerlich fand. Alles geschah einfach, eines ergab sich nahtlos aus dem anderen, so wie ein Schritt aus dem anderen beim Spaziergang. Irgendwann wurder auch der Kopf müde,“eine Schaukel zu machen“ und danach –

    panta rhei, floss alles fließend.

    Selma-Veilchen träumend schon, wollen balde kommen, ne die ist schon putzmunter am blühen…

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  6. Tom Horn schreibt:

    Hi Nitya,

    du sagst „Das Gewahrsein war immer wach“. Erinnert mich an Nisargadattas „Ich bin gewahr, unbewusst zu sein“. Mag ja sein – aber ist das nicht bloß eine Annahme? Eine Quelle des Bewusstseins kann ich zwar annehmen, aber doch nicht erfahren, sonst wäre es ja schon bewusst. Meine Erfahrung ist, dass ich noch nicht eine Sekunde unbewusst war. 🙂

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    • Nitya schreibt:

      Sind dir beispielsweise in diesem Augenblick alle Radiowellen bewusst, die die dich umschwirren?

      Und ist dir im Schlaf bewusst, dass du gerade eine Spinne verschluckt hast?

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      • Tom Horn schreibt:

        Hi Nitya,

        nein, ich bin mir keiner Radiowellen bewusst, entweder höre ich Radioprogramm oder nicht. Dass da nicht-wahrnehmbare Radiowellen sind, ist deine oder meine Vorstellung, und die ist uns bewusst, sonst nichts. Eine unbewusste Ursache für das, was uns bewusst ist, bleibt auf ewig Annahme. Bewusste Annahme.
        Tom

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      • Nitya schreibt:

        „Dass da nicht-wahrnehmbare Radiowellen sind, ist deine oder meine Vorstellung, und die ist uns bewusst, sonst nichts.“

        Hi Tom,
        ein Radiogerät kann etwas, was wir nicht können, nämlich für uns nicht hörbare Radiowellen hörbar machen. Wir haben einfach mit Hilfe der Technik unser Sensorium erweitert. Wenn ich schwerhörig werde und ein Hörgerät benütze, tu ich nichts anderes. Gäbe es keine Radiowellen, würde dein Radiogerät keinen Pieps machen. Also zeigt dir dein Radiogerät, dass diese Radiowellen tatsächlich existieren und nicht nur deiner Vorstellung entsprungen sind. Insofern handelt es sich auch hier nicht um eine unbewusste Ursache, sondern um eine bewusst gewordene.
        Nitya

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    • robo schreibt:

      —–„Meine Erfahrung ist, dass ich noch nicht eine Sekunde unbewusst war. :-)“—–

      Hallo, lieber Tom, lieber Nitya- ich erfahre dies genauso! An Tiefschlaf, den Zeitraum 10 Jahre vor meiner Geburt oder Radiowellen gibt es nur Gedanken, wenn es denn solche Gedanken oder Konzepte, auch z. B. hinsichtlich (gedachter) Ursache und Wirkung gibt

      N. Gill sagt: „Denn diese gegenwärtige Erscheinung ist schon der vollkommene Ausdruck des Seins und kann nicht umgangen werden.
      Das Wesen des Denkens ist es, andere Dimensionen zu suggerieren, andere Wirklichkeiten abseits von dieser hier.“

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  7. Selma schreibt:

    „Das Leben, so wie es ist

    Wenn die ganze konzeptuelle Geschichte eines Lebens, das sich in Gedanken über den gegenwärtigen Inhalt des Gewahrseins hinaus erstreckt, nicht mehr ernsthaft verfolgt wird, dann geschieht eine natürliche Entspannung in die Leichtigkeit. Die Identifikation als „Ich“ oder das psychologische Selbst-Empfinden ist einfach nur eine Erscheinung im Gewahrsein, die zu der Erscheinung des Körperbilds hinzugefügt ist.

    Das Leben zuzulassen, so wie es ist – statt irgendwelcher Bemühungen, das Denken oder das „Ich“ loszuwerden oder „erleuchtet“ zu werden – erlaubt dem Suchen, ganz natürlich abzuklingen. Im Spiel verstärken alle Bemühungen, das „Ich“ los zu sein, nur die Identifikation mit ihm. Im Leben zu ruhen, so wie es ist. beendet nicht das gewöhnliche körperliche Leben in einem magischen Feuerwerk der Erleuchtung. Gedanken tauchen weiterhin auf, das Leben geht weiter, aber es ist nicht mehr belastet mit der Komplikation einer Suche nach Einheit. Statt als Suche wird das Leben als Ausdruck der Einheit gesehen.

    Du bist Bewusstsein. Wie auch immer deine momentane Erscheinung sein mag – sie ist bereits vollkommen. Das umfasst auch jedes Spiel der Identifikation als Ich und alles Streben danach, das Ich loszuwerden. Das Leben als der Charakter ist einfach das Spiel der Erscheinungen im Gewahrsein und erfordert kein Erwachen. Schon jetzt gibt es nur Wachheit.

    Gewahrsein ist Wachheit. Gewahrsein kann nicht erfahren werden.

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