Fröschin: Rilke und die Enneagramm-Vier



Rilke. Der Poet, der Verfasser so vieler wunderbarer Gedichte. So habe ich es im Deutschunterricht erfahren – und natürlich auch empfunden, wenn ich etwa den “Panther” las. Oder eben jenes eben zitierte Gedicht. Ein Schöngeist. Ein Bruder im Geiste. Und, wenn ich das schreibe, so ist das ein Teil Wahrheit und ein Teil Ironie. Ihr erlebt mich hier ja weniger als die liebestrunkene Poetin, denn als schwertschwingende Berserkerin – so jedenfalls in den Augen mancher LeserInnen.

Und da erkenne ich mich ja durchaus auch wieder. Aber zurück zur “Geistesbruderschaft”. Rilke – eine Enneagramm Vier durch und durch, geliebt von eben vielen dieser Vierer – ja und auch ich – ein Vier.

So kann man lesen, dass die Vier romantisch, individualistisch, künstlerisch ist – lauter Goodies. Sie ist auch mitfühlend – und da mache ich schon einmal ein Fragezeichen hinter. Denn die Vier ist auch ein Lügner, ein Vorgeber, ein Anstatt. Sie fühlt sich klein, fühlt sich aber über die Masse erhaben – und schafft ein Selbstbild, das sie als Liebenden, Mitfühlenden usw. zeigt (nun ja, ich habe es hier ein wenig verborgen ;-)).

Und, wenn ich dann bei Rilke ein wenig recherchiere, dann stoße ich auch auf seine Haltung zu Mussolini, dem Krieg, der Gewalt. Er, der im WK1 1916 gerade einmal zur militärischen Grundausbildung herangezogen wurde, um danach – durch einflussreiche Gönner veranlasst – ins militärische Archiv zu kommen und im Juni 1916 bereits wieder aus dem Militärdienst entlassen zu werden, schreibt, in den “Fünf Gesängen” zu Beginn des Krieges:

Denn ein Herz der Zeit, einer immer noch
unaufgelebten Vorzeit älteres Herz
hat das nahe verdrängt, das langsam andere,
unser errungenes. Und nun
endiget, Freunde, das plötzlich
zugemutete Herz, braucht das gewaltsame auf!
Rühmend: denn immer wars rühmlich,
nicht in der Vorsicht einzelner Sorge zu sein, sondern in einem
wagenden Geiste, sondern in herrlich
gefühlter Gefahr, heilig gemeinsam. Gleich hoch
steht das Leben im Feld in den zahllosen Männern, und mitten in jedem
tritt ein gefürsteter Tod auf den erkühntesten Platz.
Aber im Rühmen, o Freunde, rühmet den Schmerz auch,
rühmt ohne Wehleid den Schmerz, dass wir die Künftigen nicht
waren, sondern verwandter
allem Vergangenen noch: rühmt es und klagt.
Sei euch die Klage nicht schmählich. Klaget. Wahr erst
wird das unkenntliche, das
keinem begreifliche Schicksal,
wenn ihr es maßlos beklagt und dennoch das maßlos,
dieses beklagteste, seht: wie ersehntes begeht.

So scheint er im Laufe des Krieges diese Gesänge doch relativiert zu haben – jedoch kommt eben dieser gewaltduselige Ton wieder durch, als er, der sich wie jeder kleine Spießbürger (auf den wir Vierer ja so gerne herabblicken) nach Ruhe und Ordnung sehnt, Loblieder auf den Duce in einem Briefwechsel anstimmt:

Was ich der Freiheit vorwerfe, ist, daß sie den Menschen höchstens zu dem hinführt, was er begreift, aber nie darüber hinaus, Die Freiheit ist zu wenig; selbst maßvoll und gerecht angewendet, läßt sie uns auf halbem Wege stehen, im engen Raum unserer Vernunft … Ist es nicht dies, worauf die Diktatoren, die wahren Diktatoren, sich mitunter verstanden haben, indem sie einen heilsamen und verläßlichen Gebrauch von der Gewalt machten?

… Italien ist das einzige Land, das gedeiht und im Aufstieg begriffen ist … In bewundernswerter Weise zeigt dies Italien von 1926 Lebensbejahung und guten Willen, während in den Ländern ringsum die bestehende Unordnung fortfährt, sie zu unterminieren und auf ihre Zerstörung hinzuarbeiten. Ein Sachverhalt, angesichts dessen ich nicht zögern würde, ein paar Ideen und ein paar Gefühle zu opfern – so mächtig und ungeduldig ist mein Verlangen nach Ordnung.

… (Mussolini der) Baumeister der italienischen Willenskraft, der Schmied eines neuen Gewissens, das an der Flamme des alten Feuers zu jungem Leben erwachte. Glückliches Italien!

(hierzu auch ein Artikel des Spiegel aus dem Jahre 1957, als die Briefe veröffentlicht wurden: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41757535.html)

Habe ich mich da verlesen? Sind dies zwei verschieden Personen? Rilke ein SchreibtischHeld? Ich wäre ja in den Krieg gezogen, wenn er denn auf Lateinisch stattgefunden hätte und ich nicht gerade mit dem Schreiben von Gedichten über das Sterben beschäftigt gewesen wäre.

Die Vier – hätte, könnte, würde – ein einziger Konjunktiv bestimmt unser Leben. Und man bitte mich nicht falsch zu verstehen. Ich bin froh über jeden, der sich vor dem Krieg “drückt” (sage ich das jetzt, um mein Bild nur nicht zu zerstören 😉 man muss auf der Hut sein).

Ja – Rilke kotzt mich an! Ich darf das sagen, denn er ist ein Bruder im Geiste. Ich gehe auf die Palme – möglicherweise gerade, weil ich mich in ihm wiedererkenne. Und ich versuche mich zu beschwichtigen. So schlimm wie der bist du nicht. Nun ja – er ist halt nur bekannter. Ein romantischer Schöngeist. Und wir haben ihm diese Maske nicht vom Gesicht gerissen. Zumindest kennen wir ihn weit mehr als “bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache” – weniger als Kriegspoeten und Mussoliniadepten. Ja, wir wollen das schöne Bild aufrechterhalten. Wir wollen alle fest daran glauben.
__________________________________________

Liebe Fröschin, herzlichen Dank für deinen Kommentar, den ich hier als eigenen Beitrag reingestellt habe. Fröschin, die schwertschwingende Berserkerin, die wie sich hier zeigt, durchaus in der Lage ist, ihr Schwert nicht nur gegen andere, sondern auch gegen sich selbst zu schwingen. Ich gebe zu, das hat mich mächtig amüsiert. Im übrigen finde ich, dass du das Bild der Enneagramm-Vier ziemlich gut dargestellt hast. (Beschenkt mit einer Vierer-Mutter und reichlich Vierer-Frauen in meinem Leben darf ich mich durchaus als Vierer-Experten bezeichnen.)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Fröschin: Rilke und die Enneagramm-Vier

  1. Eno Silla schreibt:

    Liebe Fröschin,
    mir hat die schwertschwingende Berserkerin immer gut gefallen, lieber so, als ein sich verbergendes intellektuelles Geplapper. Nicht immer konnte ich nachvollziehen die Schärfe der Reaktion…
    Interessant, was du da über Herrn Rilke ausgegraben hast. Tatsächlich geht es mir so, dass ich wohl einige seiner kurzen Gedichte sehr schätze, vieles aber auch nicht lesen mag, wenn es in geschwurbelten Worten und Satzgebilden daherkommt. Bei dem obigen Text aus „Fünf Gesängen“ schaltet es bei mir schon ab, ist mir viel zu kompliziert!
    Mit dem Eneagramm kenne ich mich überhaupt nicht aus. Habe aber eben mal einen Test im Net gemacht und bekam die Antwort: wahrscheinlich bist du eine 4, das kann aber nicht genau aus den Antworten ermittelt werden… Tja, so ist es doch irgendwie immer: nichts genaues weiß man nicht.
    Ich schätze den Rilke bzw. einige Gedichte von ihm, anderes geht mir am Arsch vorbei. Ein guter Freund von mir liebt die gesammelten Werke von Josef Stalin und liest tatsächlich liebend gern darin, wenns aber um den Dalai Lama geht, dann versucht er mich stets davon zu überzeugen, dass der ein übler Heuchler ist… Ich mag diesen verrückten Freund trotzdem und ich gehe ihm bestimmt auch immer wieder auf die Nerven mit meinem „alles ist Bewußtsein“, wenn er mal wieder geäußert hatte „das Sein bestimmt das Bewußtsein“. Tja, so sind wir wohl alle irgendwie geprägt von Konzepten und Vorstellungen unserer Zeit und so wohl auch der Herr Rilke, der so meisterlich mit Worten umgehen konnte.
    Etwas, was mir auch noch ganz deutlich wird ist, dass alles was ich schreibe, schon kurz darauf überhaupt nichts mehr mit mir zu tun hat. Wenn ich dann nochmal lese, lese ich es als hätte es ein anderer geschrieben. Und manchmal ist da ein „oh klasse“ und manchmal „was für ein scheiß“!
    Wer hats geschrieben? Keine Ahnung!
    Liebe Grüsse vom
    Eno

    • Nitya schreibt:

      „Tja, so sind wir wohl alle irgendwie geprägt von Konzepten und Vorstellungen unserer Zeit und so wohl auch der Herr Rilke, der so meisterlich mit Worten umgehen konnte.“

      Lieber Eno, das ist eine Aussage, über die man richtig schön ins Grübeln kommen kann. Ich habe den Kriegsdienst verweigert, einer meiner Brüder war ein ausgesprochener Militarist. Ich stand politisch eher links, er eher rechts. Ich war eher ein Hallodri, er ein guter Bürger. Ich hatte mit Kirche nix am Hut, er war im Kirchenvorstand seiner Gemeinde. Usw. usw. … Wir hatten dieselben Eltern, der Altersunterschied war völlig unbedeutend und wir waren wie alle anderen auch geprägt von denselben Konzepten und Vorstellungen unserer Zeit und doch waren wir völlig verschieden.

      Es ist schon interessant: Wie passt das zusammen bei diesem Rilke? Einerseits diese zarte Wahrnehmung und andererseit seine Vorliebe für Gewalt und eine Führerfigur. War er eine klassische Vier mit ihrer unglaublichen Fähigkeit zur Selbsttäuschung und Lüge oder war er schlichtweg schizophren?

      Herzlichst
      Nitya

      • fröschin schreibt:

        Lieber Eno,

        vielen Dank für Deinen Zuspruch!!!! ich glaube, wie Nitya das ja auch schon beschrieben hat, nicht unbedingt an die „Umstände“ oder die „Zeit“. Es waren Kriegszeiten, als Rilke die „fünf Gesänge“ schrieb. Aber andere schrieben zur gleichen Zeit Texte gegen den Krieg und die Gewalt. Und, obwohl er die Briefe an eine italienische Verehrerin schrieb, antwortete diese nicht in seinem Sinne, sondern versuchte die Greul in Italien klar zu beschreiben.

        Ja – und auch, wenn es sich vielleicht wie ein Angriff anhört: auch Hitler hatte manche Kinder lieb und spielte mit ihnen und seinem Schäferhund. Auf andere Kinder, die er weniger lieb hatte, ließ er allerdings Schäferhunde jagen.

        Eine „Entschuldigung“ verwischt genau das, was ich da heraus zu arbeiten versucht habe. Denn Hitler steckt ja auch in mir und Dir. Und wie gerne hätte sich vielleicht auch mancher der in Nürnberg vor Gericht gestandenen einfach auf Advaita berufen mögen – und schon wäre jede „Täterschaft“ dahin gewesen (Etwa so: Wenn ich dann nochmal schaue, sehe ich es als hätte es ein anderer getan. Und manchmal ist da ein “oh klasse” und manchmal “was für ein scheiß”! Wer hats getan? Keine Ahnung!)

        Aber das ist ja gerade die Paradoxie – es stimmt … und wieder nicht.

      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Nitya,
        in unserer Familie waren wir Brüder, ich habe einen älteren und einen jüngeren, näher zusammen. Mein älterer Bruder ließ mich mit 12 Jahren Hendrix und Cream schätzen lernen, machte sich aber noch für 4 Jahre zur Bundeswehr auf, während mein jüngerer Bruder und ich nicht im Traum daran gedacht hätten. Mich hat das ganze in grosse Verwirrung gestürzt, denn ich verweigerte Zeitweilig auch den Zivildienst… Ich konnte nicht begreifen, wie mich jemand (der Staat) zu etwas zwingen kann, was ich nicht will. Ich war ein halbes Jahr auf der Flucht. Allerdings war ich nicht in der Lage dafür in den Knast zu wandern und machte dann schön brav, was man mir „befahl“!
        Ich weiß nicht, was Herrn Rilke bewegte, wie er in die Welt blickte und ob und warum er bestimmten Konzepten vertraute und anderen nicht.
        Ich weiß das ja noch nicht einmal für mich selbst. Warum fühlte ich mich zu einer Figur wie Jesus hingezogen, aber die Kirche erschien mir mit ihren Vertretern wie eine Schlangengrube. Warum sprach mich eine bestimmte Musik eher an, als die Schlager, die meine Schwester liebte, oder Schnulzen meiner Eltern und ihrer Vorliebe für Radio Niedersachsen…
        Warum fühlte ich mich vom Anarchismus angezogen, nicht aber vom Schützenverein und der freiwilligen Feuerwehr, obwohl es bedeutete ein Aussenseiter zu sein und das wollte ich eigentlich nicht, ließ sich aber nicht vermeiden…
        Soviele Fragen und keine Antworten. Heute kann ich nur noch sagen, dass ich es nicht weiß und auch heute noch bevorzuge ich dies und das und anderes erzeugt echte Übelkeit: Gewalt zum Beispiel, Ungerechtigkeit und die Gier der Leistungsträger und dennoch, was solls, mag es sein wie es ist! Kümmert mich der absurde Traum der Nacht noch, wenn ich erwacht bin? Nein. Wird irgendeine Traumfigur sich so verhalten, wie ich es gern hätte? Nein. Werde ich jemals irgendetwas von all dem wirklich verstehen?
        „Wie passt das zusammen bei diesem Rilke? Einerseits diese zarte Wahrnehmung und andererseit seine Vorliebe für Gewalt und eine Führerfigur.“
        Ja, wie passt das Zusammen, kann ich dir nicht sagen, aber offensichtlich passte es zusammen, so wie die Vorliebe meines Freundes für Stalin mit seinem Vegetarismus zusammen passt… Seltsame, verrückte Welt!!!
        Herzlich grüsst dich
        Eno

      • Eno Silla schreibt:

        „Aber das ist ja gerade die Paradoxie – es stimmt … und wieder nicht.“
        …genau liebe fröschin, es stimmt und wieder nicht.
        so verrückt und ich kann diese verdammte widersprüchlichkeit nicht auflösen und ich weiß nicht, was mich morgen reitet und vielleicht wäre ich damals ein glühender verehrer von adolf gewesen und „ich“ bin es gewesen, denn selbst adolf war „ich“, aber auch alles, was sich ihm entgegenstellte…

      • Eno Silla schreibt:

        dies noch liebe fröschin,
        „ich glaube, wie Nitya das ja auch schon beschrieben hat, nicht unbedingt an die “Umstände” oder die “Zeit”.“
        ich auch nicht, aber ich glaube auch nicht an personen, die aus sich selbst heraus als unabhängige eigenständige wesen existieren und wenn ich noch weiter gehe, dann glaube ich an garnichts, nochnichtmal daran, dass ich glaube nichts zu glauben…
        ich wünsche dir einen schönen sonntag
        ganz liebe grüsse von
        eno

  2. Selma schreibt:

    „Im Ashram wird man zur Asche… – In Indien sagen sie: „Hitler war ein Avatar“.

    Da gibt es dieses Buch: Roman eines Schicksallosen (Imre Kertés über das Lagerleben in Buchenwald und Auschwitz), das direkt darauf hinweist: Angesichts dieser totalen Tyrannei, wo man in jedem Moment erschossen werden kann…da geschehen Glücksmomente und Glücksphasen, die durch keinen Umstand bedingt sind. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Glückseligkeit oder Frieden nicht bedingt sind. Durch nichts. Das Bewusstsein schafft sich immer wieder Umstände, die extrem genug sind, dass dieses „Ich“ zusammenbricht. Dieses „Ich“, das aus der Vergangenheit lebt, weil es denkt, eine Zukunft zu haben. Aber da, wo keine Zukunft möglich ist, hört auch Vergangenheit auf. Es braucht nämlich Vergangenheit, um Zukunft bewältigen zu können. Du möchtest aus der Vergangenheit lernen, kalkulieren, die Zukunft berechnen, dich rüsten. Aber wenn es keine Zukunft gibt, für die du dich rüsten könntest oder müsstest, hört auch Vergangenheit auf. Du brauchst sie nicht. Da schafft sich das Bewusstsein ein Konzentrationslager, das es auf sich selbst rüstet. Das ist ein absolutes „Wer bin ich?“.

    In Indien sagen sie: „Hitler war ein Avatar“. Das muss man sich mal vorstellen! Letztlich braucht es einen Avatar, der die Gnadenlosigkeit in sich trägt, so und so viele Leute in ein Konzentrationslager (in einen Ashram) zu schicken, wo sie dann zu Asche werden und in der Konfrontation mit dem Tode die Möglichkeit haben, ihre Unsterblichkeit zu erfahren.

    Der Ansatz ist nämlich der, dass jeder Ashram ein Konzentrationslager ist, wo du dich mit deiner Sterblichkeit auseinandersetzt und sie in Frage stellst angesichts von Tod und Unausweichlichkeit, von Zukunftslosigkeit. Stirbt da wirklich etwas, in diesem sogenannten Tod, wenn dieser Körper weg ist?

    Diese Fragen sind (im KZ) viel relevanter, direkter und brisanter, weil ja die ständige Bedrohung da ist. Die Sterblichkeit ist präsent. Aber was ist sterblich?

    Das nennt man Ashram. Weil man zu Asche wird. Man verbrennt im Gewahrsein der Sterblichkeit. Wo du diese Glückseligkeit des absoluten JETZT erfährst, das jetzt und immerdar nicht bedingt ist. Das nicht auf eine relative Hoffnung auf Zukunft ausgerichtet ist.“

    Karl Renz aus dem Buch Tao Te Karl

    Ja ALLES IST DAS EINE, auch Hitler, Stalin, Eno, Selma, die Katze, die Kälte…die Rotznase usw.

    • Eno Silla schreibt:

      danke liebe selma, der gute karl, ich liebe ihn!
      dir auch einen schönen sonntag
      und liebe grüsse von
      eno an dich

      • Eno Silla schreibt:

        …vielleicht noch eine kleine anekdote:
        mein erwähnter freund und stalin-verehrer,
        hatte sogar schon mal vor den guten karl anzuzeigen
        wegen holocaust leugnung.
        der grund war ein talk, den ich mit ihm anhörte,
        in dem karl renz sagte, dass in den konzentrationslagern
        nie jemand gestorben sei…
        dieser satz brannte sich meinem freund förmlich ein,
        alles andere darum herum hörte er überhaupt nicht mehr.
        wie verrückt das alles ist!

      • Selma schreibt:

        Es kann tatsächlich Spass machen, diese Leere, wenn ihr Inhalt sich ergießt als Fülle.

        Ganz liebe Grüße zurück lieber Eno. Heute fiel mir ein, dass

        Eno rückwärts gelesen „One“

        und Nebel rückwärts gelesen Leben heißt.

        Wenn der Nebel namens „getrennt sein“ sich lichtet, ein scheinbares Ich sich nicht mehr an der Klagemauer „Wer bin ich“ das Hirn anhaut, dann… ja dann.

        Selma hirnlos, kopflos, ichlos, wertlos, alles los, Ah wie befreiend es doch ist ohne all dieses Los, eine Person sein zu müssen oder etwa gar zu wollen? Na mi hast g’haut. neti, neti, neti, nienichtniemalsnichtmehr eine Person sein wollen tun. iiiiiiigitttt 😉

        „Frage: Jesus soll gesagt haben: Liebe den anderen wie dich selbst. Ist das möglich?

        Karl. Nur! Es geht gar nicht anders. Liebe ist, wenn du dich in allem erkennst. Dann gibt es keine Zweiheit mehr. Und dann brauchst du dir auch keine Mühe zu geben, jemanden zu lieben, den du eigentlich gar nicht so toll findest. Dann ist Liebe selbstverständliche Realität. Denn du erkennst dich selbst im anderen. Nicht, indem du denkst: Die Essenz von diesem Menschen da in der U-Bahn müsste ja dieselbe Essenz wie meine sein, also: Hallo du da drüben! Sondern du erkennst es unmittelbar: Es ist das, was du bist. Deshalb sind Liebe und Selbsterkenntnis dasselbe. Statt „Erkenne dich selbst“ könnte über dem Portal des Tempels in Delphi auch stehen: „Liebe dich selbst“. Aber das ging den Priestern vielleicht zu nahe.“

        Karl Renz

  3. Selma schreibt:

    ich glaube auch nicht an personen, die aus sich selbst heraus als unabhängige eigenständige wesen existieren und wenn ich noch weiter gehe, dann glaube ich an garnichts, nochnichtmal daran, dass ich glaube nichts zu glauben…

    Ich glaube noch nicht mal, dass ich weiß, wer das ist, der an nichts glaubt und trotzdem einen Schönen Sonntag wünscht und keine Ahnung was ein schöner Sonntag ist?

    non-Selma

  4. Barbara-Paraprem schreibt:

    Ich weiss nur: Rilke hat viele Gedichte geschrieben, die ich wunderschön finde! Und wen wunderts: hat nicht jeder Mensch Schatten??? Desswegen sind die besagten Gedichte für mich nicht weniger schön.

    Eine Vortragung eines solchen, unterlegt mit Musik, das ich einfach liebe ist in diesem Video:

    Gruss
    Barbara-Paraprem

    • fröschin schreibt:

      Die Schönheit der Gedichte sollte Dir auch nicht genommen werden. Nur erlebe ich die „schönen Worte“, die oftmals so gefühlsduselig daherkommen, als ziemlich hohl, wenn ich dann den sog. Schatten lese. Dass wir alle diese Schatten haben, habe ich ja gerade ausführlich geschildert und mich dabei ja nicht gerade ausgenommen.
      Wenn da einer heroisch hinter dem Schreibtisch sitzend den Krieg und das Sterben genauso schwulstig beschreiben kann wie ein Blume, so mag er einfach in allem das Eine sehen – oder er ist ganz einfach ein verdammter Heuchler. Und da nehme ich mich ja garnicht aus. Vielleicht geht mir deshalb dieser ganze Schmus so auf den Senkel, weil ich die Lüge dahinter er-kenne.

      „Schöne Worte sind nicht wahr – wahre Worte sind nicht schön.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s