Markus Osterrieder: Imperium vs. keltischer Geist

Warum zeigten die Caesaren einen unversöhnlichen Hass gegen die keltische Religion, wenn sie sich sonst begnügten, die Statuen von Gottheiten unterworfener Völker im Pantheon aufzureihen, um dadurch die Macht fremder Götter nach Art eines Vertragsverhältnisses in den Dienst des Imperiums zu zwingen? Nur das Christentum stieß in seinen Anfängen auf die vergleichbar gewaltsame und grausame Unterdrückung. (Man denke an die Christenverfolgungen unter den Caesaren Nero, Valerianus und Diocletianus.) Der Grund ist in der Tatsache zu suchen, dass sich dieser Hass in Wirklichkeit gegen jede unmittelbare, lebendige Beziehung zur geistigen Welt richtete, die sich dem universalen Machtwillen der Caesaren hätte in den Weg stellen können. Es war unausweichlich, dass die Geistesfeindschaft der römischen Kaiser in dem Maß Einfluss auf die christliche Religion nahm, wie sich die Kirche als organisierte Einrichtung vom römischen Wesen durchdringen ließ.

Seit Kaiser Augustus übten die Caesaren das priesterlich-sakrale Amt des Pontifex maximus aus, des Hohepriesters, das einst von den altrömischen Königen auf den Vorsitzenden eines collium pontificum übertragen worden war. Als dann unter der Herrschaft von Kaiser Constantin (312-337) dem Kirchenchristentum 313 erst die Gleichberechtigung und bald die absolute Vorrangstellung eingeräumt wurde, zeigte sich, dass insbesondere der römische Zweig der Kirche gewillt war, als äußere Institution das Erbe des zerfallenden Imperiums anzutreten.

aus: Markus Osterrieder, „Sonnenkreuz und Lebensbaum“

Ich erinnere mich noch, wie wir in der Schule lesen und übersetzen mussten: „Caesar: De Bello Gallico. Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur. …“ Über den Text zu reflektieren war nicht vorgesehen. Das wäre vielleicht vergleichbar damit, wenn etwa ein Bericht über die Zerschlagung des libyschen Staates und die Ermordung von Staatschef Muammar al-Gaddafi einfach zur Kenntnis genommen und zur Tagesordnung übergegangen werden würde. Aber auch das geschieht ununterbrochen, damals wie heute. Heute haben wir es wieder mit einem zerfallenden Imperium nebst seinen Vasallenstaaten zu tun. Da kann man wirklich nur raten: Passt gut auf euch auf!

Der keltische Geist spielt dieses ganze mafiöse Spiel einfach nicht mit – und natürlich nicht nur der keltische Geist. Eigentlich könnte ich auch einfach Geist sagen, denn um den geht es hier doch. Besitz, Gier, Macht, Gewalt auf der einen Seite und Geist auf der anderen. Geist, nicht Intellekt. Den besaßen die Römer zur Genüge und alle Nachfolger von ihnen ebenso.
Gestern fragte Fredoo: „Warum schreibt jemand (wie ich und ja auch viele andere) in einem rein virtuellen Medium, an Menschen gewandt, die er nicht kennt, und wohl wahrscheinlich auch niemals persönlich kennenlernen wird, ‚klugscheißende‘ Texte??? Und das mit einer Reichweite von wenigen dutzenden Lesern? Und das mit einer ‚Halbwertzeit‘ dieser Texte von wenigen Stunden?“ Ich musste an Heinz Butz denken, der mir gezeigt hat, dass es eine andere Möglichkeit zu sein gibt, als die mir bisher bekannte – einfach dadurch, dass er sein Lied sang. Nein, ‚klugscheißend‘ war er nicht. Damit hätte er bestimmt keinen Eindruck bei mir hinterlassen. Die irischen Kelten hätten ihn wohl einen anmchara genannt, einen Seelenfreund. Und das war er für jeden, der in Resonanz zu seinem ureigenen Lied gehen konnte. Und genau das machte auch den keltischen Geist aus, den die römischen Imperatoren einschließlich der römisch-katholischen Kirche mit allen Mitteln zu vernichten versuchten. Heinz Butz war in keiner Weise korrumpierbar. Wäre ich ihm nicht begegnet, ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre. Ich stand damals ganz schön auf der Kippe.

Die irischen, druidisch-christlichen Mönche haben in den ersten Jahrhunderten n. Chr. ihr Lied in ganz Europa gesungen, bis es dem römisch-katholischen Imperium zu bunt wurde und es die widerspenstigen Iren mit Waffengewalt, Lug und Trug zur Aufgabe zwang. Danach gab es nur noch Rom und seine Gesetze und jeder, der sich ihnen nicht beugte, wurde auf die grausamste Art gefoltert und umgebracht. Und wir, nachdem wir fast alle vom christlichen Geist Beseelten gemeuchelt haben, nennen uns heute „christliches Abendland“ und müssen uns von unserer Pfarrerstochter im Kanzleramt erzählen lassen, wir sollten doch mal wieder in die Kirche gehen!

Huang-po: „Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstörbar.“ Die Druiden hätten bei Huang-pos Worten sicher freundlich genickt

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Tschuang-tse : eine Strafe des Himmels


Im Staate Lu lebte ein Mann mit abgeschnittenen Zehen namens Zehenlos Fürstenberg. Der kam auf den Fersen gehumpelt, um Konfuzius aufzusuchen. Konfuzius sprach: „Durch Eure Unvorsichtigkeit in vergangenen Tagen habt Ihr Euch so ins Unglück gebracht. Was hat es für einen Wert, jetzt zu mir zu kommen?“ Zehenlos sprach: „Ich verstand es nicht, achtzugeben, und war leichtsinnig in meinem Wandel, darum habe ich mich um meine Füße gebracht. Wenn ich nun komme, so geschieht das, weil ich noch etwas habe, das wertvoller ist als meine Füße und das ich vollkommen zu machen trachte. Es gibt niemand, den der Himmel nicht schirmt, den die Erde nicht trägt. Und ich dachte, Ihr seiet wie Himmel und Erde. Wie konnte ich wissen, dass Ihr so einer seid, Meister!“ Konfuzius sprach: „Ich bin unhöflich gewesen. Wollt Ihr nicht, bitte, eintreten, dass ich Euch lehre, was ich weiß.“ Aber Zehenlos ging weg. Konfuzius sprach: „Nehmt ihn zum Beispiel, meine Jünger! Dieser Zehenlos ist ein Verbrecher, dem man die Füße abgehauen, und dennoch trachtet er zu lernen, um seine früheren Missetaten wiedergutzumachen. Wieviel mehr müssen sich da erst die Mühe geben, deren Tugend noch unversehrt ist!“

Zehenlos redete (über die Sache) mit Laotse und sprach: „Dieser Konfuzius hat es doch noch nicht zur Vollkommenheit gebracht. Was braucht er dieses höfliche Getue mit seinen Schülern! Er ist eifrig bestrebt, sich den Namen eines ganz besonders klugen und spitzfindigen Menschen zu erwerben, ohne zu wissen, dass der Vollkommene darin nur Fesseln und Bande sieht.“ Laotse sprach: „Wäre es nicht möglich gewesen, ihn von diesen Fesseln frei zu machen, indem du ihm zeigtest, wie Leben und Tod auf einer Linie liegen, wie Mögliches und Unmögliches durch einen Faden verbunden sind?“

Zehenlos sprach: „(Die Fesseln, die er trägt,) sind eine Strafe des Himmels; es ist unmöglich, ihn davon frei zu machen.“

aus: Tschuang-tse: „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“

Eigentlich geht es mir in der ganzen Geschichte nur um die Antwort von Zehenlos auf Laotses für mich etwas vorwurfsvoll klingende Frage: „(Die Fesseln, die Konfuzius trägt,) sind eine Strafe des Himmels; es ist unmöglich, ihn davon frei zu machen.“

Als kleiner Junge habe ich immer gehofft, dass meine Eltern meine Infragestellerei gutheißen würden und sich auch die gleichen Fragen stellen würden wie ich. Aber meine Mutter winkte immer gleich ab mit Sätzen wie: „Ach mein Jungchen, womit du dich immer beschäftigst!“ und mein Vater hatte immer gleich für alles eine fertige Antwort parat. Als ich dann in die Schule kam, wurde mir von meinen Eltern mit auf den Weg gegeben, doch, bitteschön, meine Lehrer nicht mit meinen Fragen zu verärgern. Nachdem sich meine Lehrer tatsächlich über meine Fragen nur geärgert hatten, anstatt auf sie auch mal einzugehen, gab ich irgendwann auf und entschied mich für einen gesegneten Schulschlaf. Es war mir einfach zu langweilig damit, nur das von den Lehrern tausendmal vorgekaute Zeug zu fressen.

Als ich dann selbst unterrichtete und wenig später in der Lehrerfortbildung tätig war, versuchte ich es natürlich besser zu machen und freute mich schon auf die spannenden Fragen meiner Seminarteilnehmer. Aber da kamen in der Regel nur Fragen, die darauf abzielten, ein möglichst gutes Examen hinzukriegen. Als mich dann meine Vorgesetzte nach zehnjähriger eigener Erfahrung als Fortbildungsleiter auf Kindergartenniveau zurechtstutzen wollte, hab ich den Krempel hingeschmissen und mich fürderhin psychotherapeutisch engagiert.

Das war für mich eine richtige Wohltat. Da kamen Menschen zu mir, denen es beschissen genug ging, um herausfinden zu wollen, wie sie aus ihrer Misere herauskommen konnten. Sehr bald hatte ich jedoch den Eindruck, dass es vielen mehr darum ging, die anderen, die angeblich oder tatsächlich schuld an ihrem Elend waren, ändern zu wollen oder sich wenigstens bis ans Ende ihrer Tage über sie zu beschweren, als für sich selbst zu schauen, wo bei ihnen der Hase im Pfeffer lag. Manche blieben auch hartnäckig bei ihrer Haltung, wollten sich partout nicht auf einen für sie schmerzhaften Entwicklungsprozess einlassen und leisteten gegen meine gut gemeinten Hilfen heftigen Widerstand.

Es dauerte ein ganzes Weilchen, bis ich begriff, dass ich dabei nichts anderes tat als sie. Ich wollte nicht sehen, wo bei mir der Hase im Pfeffer lag. Ich hatte den Verdacht, dass ich immer noch dabei war, meine Eltern zu ihrem angeblich Besseren ändern zu wollen. Die Eltern, später die Lehrer, dann die Schüler, meine Seminarteilnehmer, die Frauen, meine Kinder, am besten die ganze Menschheit. Ich hatte den Verdacht, dass all die Menschen  aus den sog. sozialen Berufen an derselben Krankheit litten wie ich: Den Splitter in den Augen der anderen zu sehen und blind für den Balken in den eigenen Augen zu sein. Selbst der gute Laotse schien sich angesteckt zu haben, wie uns Tschuang-tse in seiner Geschichte erzählt: „Wäre es nicht möglich gewesen, ihn von diesen Fesseln frei zu machen, indem du ihm zeigtest, wie Leben und Tod auf einer Linie liegen, wie Mögliches und Unmögliches durch einen Faden verbunden sind?“ Wäre es nicht möglich gewesen …

Zehenlos Fürstenberg hat es begriffen, wie seine Antwort zeigt: „(Die Fesseln, die er trägt,) sind eine Strafe des Himmels; es ist unmöglich, ihn davon frei zu machen.“ Ich denke gerade an das Bodhisattva-Gelübde. Gleich im ersten Satz heißt es: „Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle zu erlösen.“ Was für eine Anmaßung! Es ist die Anmaßung aller pädagogischen und therapeutischen Berufe. Sie alle glauben es besser zu wissen als ihre bedauernswerten Mitmenschen. Sie strecken ihre Hand aus und betteln förmlich darum, ihren Mitmenschen helfen zu dürfen.

Zehenlos Fürstenberg steht da wie eine einsame Kiefer auf einer unwegsamen Bergspitze. Er leidet nicht mehr unter dem Größenwahn, anderen helfen zu können. Wenn ein anderer sich selbst und/oder die anderen schädigt, dann ist das „die Strafe des Himmels“. Und es wäre vergeblich, ihn retten zu wollen. Das ist wohl die schwerste Lektion für einen „hilflosen Helfer“, seine Mitmenschen und damit sich selbst einfach sein zu lassen. Oder gehört am Ende auch Zehenlos Fürstenberg zu den hilflosen Helfern? Warum ist er überhaupt zu Konfuzius und Laotse gegangen? Beiden erteilte er eine Lektion. Also doch keine „einsame Kiefer auf einer unwegsamen Bergspitze“. Sind wir am Ende alle hilflose Helfer und können diesem Schicksal gar nicht entrinnen? Jesus sagt: „Führt ein Blinder einen Blinden, fallen sie beide in die Grube hinunter.“ (Th. Logion 34) Gibt es hier jemand, der nicht blind ist? Bitte melden! Auch die einsame Kiefer verstreut blind ihre Samen. Überall Coaches, Satsanglehrer, Gurus, … warum machen sie, was sie machen? Warum geht da überhaupt ein Mensch hin? Und auch die, die hingehen, geben ihre Erkenntnisse weiter. Warum? Warum? Warum?

Darum.

Eben.

Meinst du etwa,
du könntest das Universum
ergreifen und es verbessern?
Ich glaube nicht, dass du das kannst.
Das Universum ist vollkommen,
es kann nicht verbessert werden.
Es zu verbessern heißt, es zu zerstören.
Es zu ergreifen heißt, es zu verlieren.

Laotse

Kommentare dazu: hier

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Der alte Streit: Dreieinigkeit vs. Dreifaltigkeit

 

Triskele

Für die Kelten war die Dreiheit in der Einheit (keltischer trinitärer Monismus) eine selbstverständliche, aus der Naturbeobachtung gewonnene Grundhaltung. Als das römisch katholische Christentum die heidnischen Kelten gewaltsam missionierte, versuchten ihre Vertreter auf den ökumenischen Konzilien von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) ihren Monotheismus dem keltischen trinitären Monismus anzupassen, indem sie das „Comma Johanneum“ in ihre heilige Schrift einfügten: „Drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: Der Vater, das Wort und der Spiritus Sanktus und diese drei sind eins. Und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde, der Spiritus Sanktus und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“

Die Heilige Dreifaltigkeit
Deckenmalerei in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist
in Oberrotweil am Kaiserstuhl, 1835 erbaut

Die neuen Herrscher hatten es nicht so leicht, mit ihrer starren Dreifaltigkeit die dynamische Dreieinigkeit zu ersetzen. Das brauchte schon massiven Druck und etliche Generationen, insbesondere deshalb, weil die gewaltsam Bekehrten durch die Begleitumstände sehr schnell mitkriegten, wo der Hase hinlaufen sollte. Da gab es die Himmelsherrscher und die Erdbeherrscher, und die bekehrten Heiden waren die Gelackmeierten, die ihre Freiheit verloren hatten. Zeugnisse des alten Wissens waren jedenfalls noch lange zu entdecken.

Der Triskele nachempfundene sog. Fischblasen
in den gotischen Fenstern der im 12. Jh. erbauten
heute ev. Kirche Fränkisch-Crumbach

Schlussstein aus der 1360 erbauten
und 1876 abgebrochenen Marienkirche in Nagold

Die biologische Selbststeuerung durch Rückkopplung funktionierte nach dem Muster „ein Schritt zurück und zwei Schritte vor“; real zeitlos, gleichzeitig-zeitlos. Bereits die ersten lebenden Urzellen kannten die ineinandergreifenden Funktionen Abgrenzung-Durchlässigkeit-Stoffwechsel (Erkennen- Unterscheiden-Auswählen). Ich erinnere an die hochintelligenten biologischen Prozesse, die von uns übertragen wurden auf die Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen. Das kybernetische Modell eines Management-Regelkreises, das ich schon mehrfach im Blog hatte, ist u.a. nochmal hier zu besichtigen. Das alles erinnert übrigens sehr an das Brahma-Vishnu-Shiva-Prinzip bei den Hindus. Auch hier ist die gleichzeitige Zeitlosigkeit zu entdecken. Jedem Anfang wohnt schon das Ende inne, wie uns wohl der Künstler Daniel Nikolaus Chodowiechi ca. 1780 in seinem Totentanz-Kupferstich zeigen wollte.

Werden-Sein-Vergehen ist untrennbar eins. Wenn Steven Harrison immer wieder von dem spricht, was als Nächstes kommt, dann ist er genau diesem dynamischen Prinzip auf der Spur. Da gibt es keinen Petrus, dem Felsen auf dem Jesus angeblich seine Kirche bauen wollte. Diese Ausssage ist für mich eine der für die orthodoxen Kirchen typische Fälschung der Worte Jesu. Wie uns das Thomas-Evangelium zeigt, hat Jesus den Petrus zu keinem Zeitpunkt hierfür für geeignet gehalten. „Werdet Vorübergehende!“ hat Jesus dort gesagt und konnte deshalb u.a. von den keltsch-irischen Druiden mit offenen Armen als einer der Ihren erkannt werden. Die Druiden kannten keine festen Tempel und auch Jesus bevorzugte den offenen Himmel. Alles Starre, alles Hierarchische war ihrem Wesen völlig fremd. Wie wichtig es den Druiden war, immer wieder an die Dreieinigkeit zu erinnern, zeigen die vielen Abbildungen, die etwa in Form der Triskele auf die Grundlage allen Seins verwiesen, etwa wie hier auf dieser Münze:

Keltische „Puppenreiter“-Tetradrachme
aus dem südlichen Ostmitteleuropa
im frühen 3. Jahrhundert v.Chr.
Rechts unten ist ein Triskele zu finden.

Und hier noch das sog. Triskele von Newgrange, das in einem Hügelgrab aus der Zeit um 3150 vor Chr. in der Nähe von Dublin gefunden wurde:

offene Weite – nichts von heilig

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Kaiser, Gott, Jesus und wir höchstpersönlich


So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! (Lk 22:21)

Matthäus und Markus berichten die Geschichte in gleicher Weise. Nur im Thomas-Evangelium, dem ältesten Evangelium (?), wird die Geschichte etwas anders berichtet:

Man zeigt Jesus eine Münze und sagt zu ihm: die Königsbeamten (die zu Kaisar-Caesar Gehörigen) verlangen Steuern von uns. Er sagt: Was dem König gehört, gebt dem König. Was Gott gehört, gebt Gott. Was mir gehört, gebt mir! (Thomasevangelium Logion 100)

Dieser Geschichte vorausgegangen war eine andere Geschichte, die Lukas so berichtet: „Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten. Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: ‚Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an. Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?‘ Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: ‚Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeiget mir die Steuermünze!‘ Da reichten sie ihm einen Denar. Und er spricht zu ihnen: ‚Wessen ist das Bild und die Aufschrift?‘ Sie sprachen zu ihm: ‚Des Kaisers.‘ Da spricht er zu ihnen: ‚So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!‘ Und als sie das hörten, verwunderten sie sich, und sie ließen ihn und gingen davon.“ ( Lk 22, 15-22)

Die Herodianer waren die Königsbeamten (die zu Kaisar-Caesar Gehörigen), von denen Thomas erzählt. Herodes ist auf Steuereinnahmen angewiesen. Gott braucht keine Steuereinnahmen. Es ging also bei dem Stichwort Gott um die Pharisäer. Und dann ist da noch, oh Wunder, ein dritter Steuerbegünstigter bei Thomas, nämlich Jesus selbst. Man kann das jetzt alles metaphorisch verstehen, etwa so, dass man zwar dem Kaiser bzw. Herodes die Steuern zubilligt, nicht aber Gott oder Jesus. Letztere erwarten etwas ganz anderes von uns. Aber das wäre dann unsere Interpretation und würde nicht dem Bericht des Thomas entsprechen. Der spricht von drei Interessengruppen, die alle die Hand aufhalten: Herodes, die Pharisäer und die Gruppe (Essener?) um Jesus.
Die beiden Figuren oben werden von der Hure „La belle Impéria“ (Honoré de Balzac) in Konstanz auf ihren Händen getragen: Der Künstler selbst sieht sie „als nackte Gaukler, die sich die Insignien der Macht widerrechtlich aufgesetzt haben“. Nackte Gaukler sind sie natürlich allesamt und zwar nicht nur die kirchlichen und weltlichen Herrscher, sondern jeder von uns, und irgendetwie haben wir uns alle irgendwas in und auf den Kopf gesetzt. Jeder will etwas ganz Besonderes sein und ist doch nur ein phänomenaler Pups, ein einziger Witz. Osho: „Sei dir selbst ein Witz, der dich erheitert.“ Wir sind bereits ein einziger Witz, nackte Gaukler eben, und das Leben bekäme viel mehr spielerische Leichtigkeit, wenn wir darüber lachen könnten: „Ich bin erwacht, ich bin erleuchtet! – huahahahihihoho….“
Ich, und um Gottes willen nicht nur ich, weiß viel zu wenig über die alten Kelten, obwohl ich angeblich einer sein soll, um irgendeine präzise Aussage über sie machen zu können. Alles, was ich über sie gelesen habe, deutet darauf hin, dass es bei ihnen eine Zeit gab, in der das mit „Kaiser und Papst“ noch funktioniert hat. Natürlich gab es weder Kaiser noch Papst bei ihnen, dafür waren sie viel zu dezentral organisiert. Also vielleicht eher so etwas wie Häuptling und Medizinmann – in diesem Fall Häuptling  und Druide, wie sie bei „Asterix und Obelix“ zu bewundern sind. Dieses Prinzip der doppelten Führung gab es zu allen Zeiten auf der ganzen Welt. Solange es sich dabei um so etwas wie die Führung der Besten (Aristokratie) handelte, war alles bestens geregelt. Eine zwangsläufige Erbfolge war dabei ausgeschlossen. Die Druiden mussten eine zwanzigjährige Ausbildung durchlaufen und die Stammesführer mussten sich ständig neu als gute Krieger und Organisatoren bewähren, sonst wurden sie von den Stammesmitgliedern durch einen geeigneteren Führer ersetzt. Die Druiden waren wohl die höchste allgemein anerkannte Instanz.

Die Aristokratie ist bei uns total in Verruf gekommen, weil sich im Lauf der Zeit auf der ganzen Welt so etwas wie erbliche Kastenzugehörigkeit herausgebildet hat, bei der es mehr um Macht und die Sicherung der Macht ging, als um die eigentliche Aufgabe der Besten, für das Wohl und Wehe des Ganzen zu sorgen. Kaiser und Papst sind sichtbarer Ausdruck der Pervertierung dieses ursprünglich so sinnvollen Prinzips der Aristokratie. Und Demokratie mit seinen angeblich so schützenswerten Werten ist für mich nur eine totale Heuchelei. Wir erhoffen von jedem Klempner, dass er nicht pfuscht, dass er sein Handwerk versteht und uns nicht übers Ohr haut. So einfach war zu Beginn auch das Prinzip der Aristokratie: „Soll’s doch der machen, der’s am besten kann!“
Heute macht’s der, der sich selbst am besten verkaufen kann  – und der macht’s ja gar nicht oder nur katastrophal schlecht. Das ist gleichbedeutend mit dem Niedergang und dem Untergang eines ganzen Volkes, weil es nur noch mit kulturlosen, mafiösen Strukturen zu tun hat, aus denen es sich selbst nicht mehr befreien kann und stattdessen nur noch auf einen neuen Messias wartet. Wolf Biermann in guten Tagen: „Wartest du auf bessre Zeiten / Wartest du mit deinem Mut / Gleich dem Tor, der Tag für Tag / An des Flusses Ufer wartet / Bis die Wasser abgeflossen / Die doch ewig fließen.“ Da können die Volksgenossen lange warten … und schlimmstenfalls kommt so ein neuer Messias. Mohandas Karamchand Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

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Ramesh Balsekar: Weisheit der Leidenschaftslosigkeit


Auf die Frage eines Suchers „Was ist mit relativer Wahrheit?“ (wörtlicher Wahrheit“), erläutert der Meister: „Warum vergeudest du deine Zeit mit nutzlosen Konzepten wie diesem?“

Die Wirklichkeit ist vollkommene Reinheit, und überhaupt keine Konzepte zu haben, wird als „Weisheit der Leidenschaftslosigkeit“ bezeichnet. Was auch immer du in deinem Alltag tust, bleibe von allen Phänomenen gelöst; egal, ob du blinzelst oder etwas sagst, tue es vollkommen losgelöst, ohne dich zu verwickeln. Einfach gesagt, lass jeden Gedanken gehen, als ob er nichts wäre oder lass ihn in eine natürliche Handlung übergehen. Du musst von den Lehren der Existenz und Nicht-Existenz wegkommen, da der MIND wie die Sonne ist und für immer in der phänomenalen Leere scheint, ohne scheinen zu wollen.

Wenn du in der Lage bist, dich an nichts zu hängen, wirst du in Übereinstimmung mit den Worten handeln: „Entwickle einen Mind, dem nichts zugrunde liegt“ (Diamant Sutra). Deine äußerst schmerzhafte Praxis und alle Bemühungen und auch das tiefgreifendste Wissen werden vergeblich sein, wenn du diese einfache Tatsache nicht verstehst.

aus: Ramesh Balsekar, „Zen und Tao im Licht von Advaita“

Ich versuch mal die Imperative aus dem Text herauszunehmen und einfache Aussagen daraus zu machen, z.B.: „Was auch immer du in deinem Alltag tust, ist von allen Phänomenen gelöst; egal, ob du blinzelst oder etwas sagst, es ist vollkommen losgelöst.“ Alles worum es ihm zu gehen scheint, ist, dass es dies zu erkennen gilt. Er spricht mit dem Mind und versucht, ihn von dem, was er ausdrücken will, zu überzeugen.

Egon Schiele

Ich erzählte schon mal vom Aktzeichnen. Da steht eine nackte Frau oder ein nackter Mann vor dir und man hat dir mal beigebracht, dass es sich nicht gehört, auf die Genitalien eines Menschen zu starren. So was kann abgrundtief im Bewusstsein verankert werden. Ihr kennt wahrscheinlich die schwarzen Balken, die allem Anschein nach die Amis ganz besonders lieben. Kürzlich habe ich ein Bild von einem deutschen Illustrator gesehen. Es stammt aus seinem Bilderbuch, das auch die Saudis herausgegeben haben. Zwei Knaben stehen nackt da und zeigen dem Betrachter ihre Hinterseite. Was haben die Saudis gemacht? Sie haben den beiden Badekleidung angemalt. Also ich bin auch nicht gerade in einer FKK-Familie aufgewachsen und meinen Vater habe ich nie nackt gesehen. Ich war also schwer behindert. Was also tun? Nun, ich fing an, irgendwelchen „harmlosen“ Körperteile zu zeichnen, und da, oh Wunder, veränderte sich schlagartig alles. In dem Augenblick, wo es wirklich ans Zeichnen ging, verschwanden alle Prägungen, Konzepte, Bewertungen oder angeblich guten Sitten und ich erlebte genau das: „Was auch immer du in deinem Alltag tust, ist von allen Phänomenen gelöst; egal, ob du blinzelst oder etwas sagst, es ist vollkommen losgelöst.“ Das ist nicht das Ergebnis eines Bemühens, sondern in diesem Fall gewissermaßen die Nebenwirkung des Zeichnens bzw. des Blicks, der Voraussetzung für das Zeichen ist.

Rembrandt Harmenszoon van Rijn

Es ist genau das, was Seng-ts’an im Hsin Hsin Ming sagt: „Ihr braucht die Wahrheit nicht zu suchen, wenn ihr nur keinen vorgefassten Urteilen und Meinungen anhängt.“ Wenn mich jemand fragt, wie er das hinkriegen soll, würde mir als erste Idee kommen, was mir selbst einmal geholfen hat: Versuchs mal mit dem Zeichnen. Möglichst ohne Zuschauer. Ist nur für den Papierkorb. Muss nicht unbedingt ein Akt sein, nicht einmal ein Mensch. Und gib dir mal richtig Mühe, verdammt noch mal! (Oh Gott, schon wieder ein Imperativ.)

Noch etwas zur „Weisheit der Leidenschaftslosigkeit“. Leben ist voller Leidenschaft. Wer unter der „Weisheit der Leidenschaftslosigkeit“ ein gottwohlgefälliges Leben als Ölgötze versteht, ist alles andere als gottwohlgefällig. Wer in seinen Leidenschaften ertrinkt, gehört schnell der Katz. Wer seine Leidenschaften unterdrückt, gehört genauso der Katz. Ramesh sagt sehr genau, was aus seiner Sicht unter der Weiheit der Leidenschaftslosigkeit zu verstehen ist: „Die Wirklichkeit ist vollkommene Reinheit, und überhaupt keine Konzepte zu haben, wird als ‚Weisheit der Leidenschaftslosigkeit‘ bezeichnet.“

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Karl Renz: Sie verwirklichte ihr Selbst, als sie ihren Sohn sterben sah.


Du hast keine Mutter, keinen Vater,
keine Verwandten, keine Frau, keinen Sohn,
keinen Freund und keinen Feind.
Wie kann es sein, dass du dich so sehr sorgst?

 [Dattatreya, „Avadhuta Gita“ [1.63]

Normalerweise ist man froh, wenn die Kinder das Haus verlassen, weil unterdessen klar ist, dass sie nicht das Glück gebracht haben, das man durch sie finden wollte. Man erfüllt einfach seine Pflicht, weil das Umfeld es so von einem erwartet – wie Mutter Maria. Sie verwirklichte ihr Selbst, als sie ihren Sohn sterben sah. Da war die Liebe einer Mutter gebrochen und sie sah keine Hoffnung mehr und konnte es nicht ertragen. Da wurde eine Grenze überschritten und sie wurde zur Schwarzen Madonna. Da verwirklichte sie das, was niemals geboren wurde und was nie einen Sohn hatte. Aber es gibt immer Grenzen und Grade, innerhalb derer das passieren kann.

Also bricht selbst die Liebe der Mutter – früher oder später. Sie kann nicht andauern. Es handelt sich dabei lediglich um eine Technik des Bewusstseins, um Umstände, ein gebrochenes Herz hervorzurufen – eine imaginäre Liebesbeziehung mit einem anderen. Die Bibel sagt: Du sollst niemanden mehr lieben, als dich selbst. Und wenn du es doch tust, wirst du leiden!

aus: Karl Renz, „Erstes und Letztes“

Ich beginne mal mit der letzten Zeile aus dem Dattatreya-Zitat: „Wie kann es sein, dass du dich so sehr sorgst?“ Diese Zeile macht natürlich nur Sinn unter Einbeziehung der vorausgegangenen Zeilen. Ohne Geliebte und Gehasste machen Sorgen einfach keinen Sinn mehr – sagt sich so leicht, wenn die Welt noch voll ist mit all den aufgeführten Gestalten. Sollen die jetzt alle erst umgebracht werden, damit ich meine Sorgen loswerden kann? So ist das ganz sicher nicht von Dattatreya gemeint. Aber solange alle die Gestalten existieren, sind halt auch die Sorgen da oder der Schmerz.

Karl Renz erinnert an Maria, die Mutter von Jesus. Sie musste mitansehen, wie ihr Sohn am Kreuz starb. Der Schmerz darüber war so überwältigend, dass sie es nicht ertragen konnte. Diesen grauenvollen Tod miterleben zu müssen, zerstörte jede Hoffnung in ihr. Plötzlich war da kein Gegenüber mehr und sie war vollkommen allein. Der Schmerz darüber brach ihr das Herz. Karl Renz sagt: „Da wurde eine Grenze überschritten und sie wurde zur Schwarzen Madonna. Da verwirklichte sie das, was niemals geboren wurde und was nie einen Sohn hatte.“ Na ja, sie verwirklichte natürlich gar nichts. Deshalb hätte ich formuliert: „Da verwirklichte sich das, was niemals geboren wurde und was nie einen Sohn hatte.“ Maria hatte ihren Sohn nicht freiwillig hergegeben, er wurde ihr gewaltsam genommen. Was wurde da wohl für eine Grenze überschritten? Ich würde sagen, die Grenze dessen, was wir bisher für erträglich gehalten haben. Es ist so, als hätten wir uns bisher genau über so eine Grenze definiert. Und wenn die zusammenbricht … na ja, manche landen dann entweder in einer Psychose oder sie retten sich in den Tod.

Karl sagt: „Also bricht selbst die Liebe der Mutter – früher oder später. Sie kann nicht andauern. Es handelt sich dabei lediglich um eine Technik des Bewusstseins, um Umstände, ein gebrochenes Herz hervorzurufen – eine imaginäre Liebesbeziehung mit einem anderen.“ Na ja, eine Technik des Bewusstseins, ich hoffe, das nimmt niemand wörtlich. Es ist einfach Teil des Wachstumsprozesses, innerhalb dessen es immer wieder zu Brüchen kommen kann, auch zu katastrophalen Brüchen. Kommen kann – nicht immer verlaufen solche Prozesse so heftig. Es kommt immer auch darauf an, wie verbissen solche Identitätsgrenzen aufgebaut wurden und in welchem Maße sie sich verfestigt haben. Je fester das alles geworden ist, desto dramatischer kann der Zusammenbruch werden. Eine imaginäre Beziehung bricht zusammen. Jemand schaut sich im Fernsehen einen Spielfilm an und entwickelt dabei eine Beziehung zu einem der Protagonisten. Der Film ist zu Ende und damit in aller Regel auch sehr schnell die imaginäre Beziehung. Kein Drama, da der Fernsehzuschauer sehr genau weiß, dass das ja nur ein Film ist. Es soll allerdings auch genügend Fälle geben, in denen diese imaginäre Beziehung zur inneren Bindung wurde und die Betroffenen das Imaginäre ihrer Gefühle nicht mehr erkennen konnten und sie zu ihrer Realität machten. Karl beruft sich auf die Bibel mit der Aussage: „Du sollst niemanden mehr lieben, als dich selbst. Und wenn du es doch tust, wirst du leiden!“ Ich, mich selbst? Na ja, ich würde sagen, es geht um etwas ganz anders. Wenn die Identitätsgrenze weggefallen ist, existiert gar kein anderer mehr. Ohne Ich, kein Du. Kein Subjekt, kein Objekt. Nur noch Gegenwärtigkeit.

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Angelus Silesius: Die Unruh kombt von dir


Werner Anahata Krebber hat vorgestern auf seinem Blog
in dankenswerter Weise an diese Zeilen von Angelus Silesius erinnert.
Wunderbar für eine kleine Kontemplation.

Komposition: Carl Löwe
Text: Johann Gabriel Seidl
Interpret: Christian G. Ebert

Also das war jetzt mal ein bisschen nostalgisches Schwelgen von mir. Wie oft hab ich in Jugendjahren diese Ballade von Carl Löwe gesungen und mich dabei auf dem Flügel begleitet. Ich habe auf youtube eine Interpretation gesucht, die mir am besten dem Werk zu entsprechen schien und ich stolperte über diesen Christian G. Ebert. Also es gibt natürlich Sänger, die ihre Töne besser treffen und klarer im Ausdruck sind, aber der Christian G. Ebert menschelt einfach am meisten und er erinnert mich stark an die Art, wie auch mein Vater gesungen hat, dann hat er für mich irgendwie so etwas Erheiterndes von einem Theaterdirektor aus dem 19. Jahrhundert und schließlich atmet Werk und Vortrag etwas typisch Freimaurerisches. Carl Löwe war Freimaurer und ich möchte wetten, dass auch Christian G. Ebert Freimaurer ist. Da ich selbst mal ein paar Jahre Freimaurer war, war auch das für mich eine ziemlich nostalgische Erinnerung. Ach ja.

Nichts ist das dich bewegt
Du selbst bist das Rad
Das auß sich selbsten laufft
Und keine Ruhe hat

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