Osho: Ich habe nichts Neues erlangt.


oshoAls Buddha zur höchsten Erleuchtung gelangte, zur äußersten Stufe der Erleuchtung, da wurde er gefragt: „Was ist es, das du erlangt hast? – Und Buddha lachte und antwortete: Nichts – denn alles, was ich gefunden habe, war immer schon in mir. Ich habe nichts Neues erlangt. Es ist von aller Ewigkeit her dagewesen, es ist nichts anderes als mein ureigenes Wesen. Aber ich hatte es nicht beachtet, ich hatte es nicht bemerkt. Der Schatz war da, aber ich hatte ihn völlig vergessen.

Du hast vergessen – das ist alles. Das ist deine ganze Unwissenheit. Zwischen dir und einem Buddha gibt es keinen Unterschied, was deine wahre Natur angeht. Es gibt nur den einen Unterschied, dass du dich nicht erinnern kannst, wer du bist – er aber kann sich erinnern. Du und er – ihr gleicht euch aufs Haar; nur er erinnert sich und du erinnerst dich nicht. Er ist wach und du schläfst fest und tief. Aber eure Natur ist gleich.

aus: Osho, „Tantra, die höchste Einsicht“
tAls ich gestern Fredos Kommentar las, fiel mir wieder diese Text von Osho ein. Gestern bin ich auch in ein Video aus dem Jahre 2012 hineingeraten mit dem Titel: „Passt der Islam zu westlichen Werten?“ – mit Michael Schmidt-Salomon und Hamed Abdel-Samad einerseits und Gesine Schwan und Tarafa Baghajati andererseits.  Dass mir Schmidt-Salomon und Abdel-Samad näher stehen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Was ist das nur für ein Affentheater mit den Religionen! Wer die Aussagen von Huang-po gestern im Blog gelesen hat und Fredos Kommentar dazu sowie Oshos Aussage heute, kann sich nur wie die ollen Griechen seine Gewänder zerreißen und laut brüllend am Meeresstrand seiner gequälten Seele Luft machen. Es ist so einfach und niemand will ganz offensichtlich wahrhaben, wie einfach alles ist.

Osho zitiert die umwerfende Erkenntnis, die Siddhārtha Gautama unter einer Pappelfeige oder auf dem Klo oder weiß der Geier wo erlangt hat. Auf die Frage, was er denn erlangt hat, sagte er:Nichts – denn alles, was ich gefunden habe, war immer schon in mir. Ich habe nichts Neues erlangt. Es ist von aller Ewigkeit her dagewesen, es ist nichts anderes als mein ureigenes Wesen. Aber ich hatte es nicht beachtet, ich hatte es nicht bemerkt. Der Schatz war da, aber ich hatte ihn völlig vergessen.“ Und wer hat’s inzwischen kapiert?
mNun könnte natürlich jemand einwenden, dass Siddhārtha Gautama auch nicht gerade jüngsten Datums ist. Das ist natürlich richtig, nur Siddhārtha Gautamas Aussage ist absolut zeitlos und heute so gültig wie vor 2500 Jahren.Du und er [Siddhārtha Gautama] – ihr gleicht euch aufs Haar; nur er erinnert sich und du erinnerst dich nicht.“ Wenn das allgemein kapiert werden würde, würden wir uns tatsächlich im Zeitalter der Aufklärung befinden. Aber … es schaut düster aus.

Aber die Monika Donner ist Klasse!

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Huang-Po: Weder sorgt noch bemüht euch um das wahre Wesen

 

bWenn ein Gedanke plötzlich in eurem Bewusstsein aufblitzt und ihr ihn als Traum oder eine Täuschung erkennt, dann könnt ihr in den Zustand eingehen, den die Buddhas der Vergangenheit erreichten. Doch denkt nicht, dass die Buddhas der Vergangenheit wirklich existierten oder dass die Buddhas der Zukunft noch nicht ins Dasein getreten sind. Vor allem sehnt euch nicht danach, ein zukünftiger Buddha zu werden. Euer einziges Bestreben sei, während ein Gedanke einem anderen folgt, an keinem Gedanken zu hängen. Ihr sollt auch nicht den geringsten Ehrgeiz besitzen, hier und jetzt ein Buddha zu sein. Selbst wenn ein Buddha erschiene, stellt ihn euch nicht „erleuchtet“ oder „verblendet“, „gut“ oder „schlecht“ vor. Beeilt euch, jede Sehnsucht nach Bindung an ihn aufzuggeben. Schneidet augenblicklich jeden Gedanken an ihn ab. Auf keinen Fall dürft ihr ihn festhalten wollen, denn tausend Schlösser würden ihn nicht halten, hunderttausend Fuß Seil würden ihn nicht binden. Da dies so ist, strebt mit aller Kraft danach, ihn zu verbannen und auszulöschen.

Ich will euch jetzt ganz klarmachen, wie ihr euch dieses Buddhas entledigen könnt. Betrachtet das Sonnenlicht. Ihr mögt meinen, dass es ganz nahe ist. Doch würdet ihr ihm auch von Welt zu Welt folgen, ihr würdet es nicht zu fassen bekommen. Meint ihr aber, es sei fort – seht doch, es ist hier vor euren Augen. Folgt ihm, und es entweicht euch. Dieses Beispiel lässt erkennen, wie es sich mit dem wahren Wesen der Dinge verhält. Deshalb braucht man sich um das wahre Wesen weder zu sorgen noch zu bemühen.

aus: Huang-po, „Der Geist des Ch’an“
sDenkt nicht, dass die Buddhas der Vergangenheit wirklich existierten oder dass die Buddhas der Zukunft noch nicht ins Dasein getreten sind“, sagt Huang-po. „Buddha bezeichnet im Buddhismus einen Menschen, der Bodhi (wörtlich ‚Erwachen‘) erfahren hat, und ist der Ehrenname des indischen Religionsstifters Siddhārtha Gautama, auch ‚Buddha‘ genannt, dessen Lehre die Weltreligion des Buddhismus begründet.“ So steht es bei Wikipedia und die müssen es schließlich wissen. Huang-po meint jedoch ganz offensichtlich nicht eine Person, z.B. Siddhārtha Gautama, denn der soll ja tatsächlich in Erscheinung getreten sein. Also was meint er dann? Ich würde sagen, er meint genau das, was eben nicht in Erscheinung tritt, nie in Erscheinung getreten ist und nie in Erscheinung treten wird. Er meint nicht die erwachte Person, sondern Wachheit. Und die manifestiert sich pausenlos als alles, was ist. Wenn mich mal wieder jemand in Narkose versetzt hat, geschah dies genauso, wie es geschieht, wenn ich morgens aufgewacht bin. Die Zellen meines Körpers wissen rund um die Uhr, was sie zu tun haben. Dies wäre ohne Wachheit gar nicht möglich. Die „Buddhas der Vergangenheit und der Zukunft“ haben nie existiert bzw. werden nie existieren. Nur Buddha als Wachheit, Buddha als reine Wahrnehmung ist. „Auf keinen Fall dürft ihr ihn [Buddha] festhalten wollen, denn tausend Schlösser würden ihn nicht halten, hunderttausend Fuß Seil würden ihn nicht binden.“ Siddhārtha Gautama hätte man jederzeit festhalten oder binden können, mit Buddha lässt sich das nicht machen. Bodhi würde ich auch nicht als Er-wachen bezeichnen, sondern ebenfalls als Wachheit. Wachheit erwacht nicht, Wachheit ist.

Huang-po schleudert ja mal wieder wild mit Anweisungen und Empfehlungen herum. Schließlich erklärt er auch noch, wie man da hinkommen kann, die Sache mit Buddha richtig zu verstehen. Seine Schüler müssen ihn wohl sehr mir ihren Fragen gequält haben. So sagt er nach der Sache mit der Unmöglichkeit, Buddha festzuhalten oder sonst auf irgendeine Art zu binden: „Da dies so ist, strebt mit aller Kraft danach, ihn zu verbannen und auszulöschen.“ Na ja, wie ihr wisst, halte ich so gar nichts von Strebern. Huang-po muss wirklich sehr genervt gewesen sein.

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Huang-po war’s, nicht die Taliban

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Huang-po: Keine Erscheinungen, kein ursprünglicher Geist


tetralemmaNoch einmal: Im Grund sind alle Erscheinungen ohne Existenz, wenn du auch nicht behaupten kannst, sie seien nicht existent. Karma, das entsteht, ist dadurch noch nicht existent. Karma, das vernichtet wird, hört dadurch nicht auf zu existieren. Selbst seine Wurzel ist keine Wurzel. Überdies: Geist ist nicht Geist, denn was auch immer dieser Begriff beinhaltet, ist weit entfernt von der Wirklichkeit, für die er steht. Auch Form ist nicht wirklich Form.

Wenn ich nun behaupte, dass es keine Erscheinungen und keinen „ursprünglichen“ Geist gibt, dann werdet ihr anfangen, etwas vom intuitiven Dharma zu verstehen, der schweigend von Geist zu Geist übertragen wird. Da Erscheinungen und Nichterscheinungen eins sind, gibt es weder Erscheinungen noch Nichterscheinungen, und die einzige Übermittlung geschieht von Geist zu Geist.

aus: Huang-po, „Der Geist des Ch’an“

Huang-po sagt: „Geist ist nicht Geist, denn was auch immer dieser Begriff beinhaltet, ist weit entfernt von der Wirklichkeit, für die er steht.“ Jiddu Krishnamurti: „Das Wort ist nicht das Ding.“ Ist es das, worauf Huang-po hinaus will?

Es scheint ihm um das zu gehen, was etwa „zwischen Buddha und Mahakashyapa geschehen ist“. Er sagt: „Wenn ich nun behaupte, dass es keine Erscheinungen und keinen ‚ursprünglichen‘ Geist gibt, dann werdet ihr anfangen, etwas vom intuitiven Dharma zu verstehen, der schweigend von Geist zu Geist übertragen wird.“ Buddha schwieg, seine Schüler erwarteten Worte und wurden enttäuscht. Und dann eine einzige Geste: Buddha hielt seine Lotusblume hoch. Man sagt, dass das die Geburt von Ch’an war. Einer grinste.
bWas ist das: Eine Hand, die eine Lotusblume hält. Wer würde das nicht sehen? Aber es geht gar nicht um die Hand, die eine Lotusblume hält. Wenn es damals schon Teddybären gegeben hätte, hätte es auch ein Teddybär sein können. So wurde alles Mögliche in die Lotusblume hineingeheimnisst. „Der Lotus wächst aus dem Schlamm.“ oder ähnlich tiefsinnige Interpretationen. Die Geste Buddhas deutete lediglich auf das hin, das sieht. Wurscht, was da gerade gesehen wird. „Sieh den, der sieht.“ Das ist es dann auch schon. Alles, was dir vor die Augen kommt, ruft im Grunde: „Starr mich nicht an – sieh den, der sieht.“ Und das ist es dann auch schon. Und Mahakashyapa grinste, weil er die vielen Gesichter um sich herum sah, die alle nur Bahnhof verstanden.

„Im Grund sind alle Erscheinungen ohne Existenz, wenn du auch nicht behaupten kannst, sie seien nicht existent.“
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Huang-po: Sobald man den Mund aufmacht …

yinyangDauerndes Hängen an dualistischen Begriffen führt Leben auf Leben, Äon auf Äon, immer und immerfort zur Wiedergeburt auf den sechs Daseinsebenen. Und warum ist das so? Weil die Lehre verfälscht wird, dass die ursprüngliche Quelle der Buddhas jenes aus sich selbst bestehende Wesen ist. Ich möchte euch noch einmal versichern, dass der Buddha nicht im Lichte wohnt noch die Lebewesen in der Finsternis, denn die Wahrheit lässt solche Unterscheidungen nicht zu. Der Buddha ist nicht mächtig, die Lebewesen sind nicht schwach,  denn die Wahrheit erlaubt solche Unterscheidungen nicht. Der Buddha ist nicht erleuchtet, noch sind die Lebewesen unwissend, denn die Wahrheit erlaubt solche Unterscheidungen nicht. Das kommt alles nur daher, weil ihr euch darauf einlasst, Ch’an erklären zu wollen.

Sobald man den Mund aufsperrt, kommt Verderbliches hervor. Entweder vernachlässigen die Menschen die Wurzel und sprechen von den Zweigen, oder sie vernachlässigen die Wirklichkeit der „illusionären Welt“ und sprechen nur von Erleuchtung. Oder sie schwätzen von kosmischen Tätigkeiten, die zu Verwandlungen führen, vernachlässigen aber die Substanz, der sie entspringen. Wahrlich aus Diskussionen entspringt niemals ein Nutzen!

aus Huang-po: „Der Geist des Ch’an“
q„Die ursprüngliche Quelle der Buddhas ist jenes aus sich selbst bestehende Wesen“, sagt Huang-po. Was gibt’s dazu noch zu sagen? Die angemessenste Antwort darauf ist wohl einfach nur zu schweigen. Alles was dazu gesagt werden könnte, wären wieder und wieder nur dualistische Begriffe, die alle möglichen Vorstellungen nähren und zu immer neuen abenteuerlichen Lehren führen würden. Die Welt ist voll davon, obwohl es eigentlich nichts zu sagen gibt. „Ich möchte euch noch einmal versichern, dass der Buddha nicht im Lichte wohnt noch die Lebewesen in der Finsternis, denn die Wahrheit lässt solche Unterscheidungen nicht zu.“ Das glaubt dem Huang-po leider niemand. Man kann es ja verstehen: Da ist irgendso’n Typ, dem scheint es ganz wunderbar zu gehen, und dann ist da so ein armes Würstchen, das die ganze Zeit in seinen Neurosen ertrinkt. Und dann macht das Würstchen den Wunderbargeher zum Heiligen und will von ihm wissen, wie man auch ein Wunderbargeher werden kann. Und wenn der dem Würstchen leicht genervt ein paar Tipps gibt, zack, ist die Erde mit Dickicht überwuchert und eine neue Religion geboren worden; die einzig wahre, die leider nur Verderbliches verzapft.

pHuang-po sagt: „Sobald man den Mund aufsperrt, kommt Verderbliches hervor.“ Er weiß es also, und quasselt trotzdem weiter wie viele andere. Warum ist das so? Darum halt. Die Wunderbargeher sehen, was für komische Ideen die Schlechtgeher haben und bringen es nicht übers Herz, sie nicht darauf aufmerksam zu machen. Da über das Unsagbare jedoch nichts gesagt werden kann, bleibt halt nur dies und das übrig. Daraus lässt sich dann leicht irgendeine Lehre zimmern und so bleibt alles beim Alten. „Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist.“ Wer’s „glaubt“ wird selig. Glauben ist natürlich verkehrt und hat nichts als Verderbliches hervorgebracht. Leben ist Sein. Und das ist auch schon vollkommen genug.

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Huang-po: die gegenwärtigen Vorstellungen von Erleuchtung

 

d„Die drei Welten sind nur Geist, die Myriaden der Erscheinungen sind nur Bewusstsein“ – so werden solche Menschen unterwiesen, die zuvor noch irrigere Ansichten hatten und unter noch schwereren Irrtümern der Wahrnehmung litten. Gleicherweise sollte die Lehre, dass der Dharmakāya nur nach vollkommener Erleuchtung erreicht werden kann, nur dazu dienen, die Theravāda-Heiligen vor den schwersten Irrtümern zu bewahren. Da Gautama Buddha sehen musste, dass diese fälschlichen Aussagen weit verbreitet sind, widerlegte er das Missverständnis, dass Erleuchtung zur Wahrnehmung einer universellen Substanz führt, die aus kleinen Teilchen besteht, welche einige für grobstofflich, andere für feinstofflich halten.

Wie soll Gautama Buddha, der alle solche Ansichten, wie die hier erwähnten, ablehnte, die gegenwärtigen Vorstellungen von Erleuchtung gelehrt haben? Da aber solche Vorstellungen noch immer allgemein verbreitet werden, verstricken sich die Menschen in die Dualität, die nach dem „Licht“ verlangt und der „Finsternis“ entflieht. Im ängstlichen Suchen nach Erleuchtung auf der einen Seite und auf der Flucht vor den Begierden und der Unwissenheit des körperlichen Daseins andererseits stellen sie sich den erleuchteten Buddha und die unerleuchteten Lebewesen als voneinander verschiedene Wesenheiten vor.

aus: Hunag-po, “ Der Geist des Ch’an“

b„Wie soll Gautama Buddha, der alle solche Ansichten, wie die hier erwähnten, ablehnte, die gegenwärtigen Vorstellungen von Erleuchtung gelehrt haben?“ fragt Huang-po. Und er fährt fort: „Da aber solche Vorstellungen noch immer allgemein verbreitet werden, verstricken sich die Menschen in die Dualität, die nach dem ‚Licht‘ verlangt und der ‚Finsternis‘ entflieht.“ Vorstellungen von Erleuchtung gab es zu allen Zeiten und Vorstellungen sind ganz grundsätzlich im Reich der Dualität angesiedelt. „Im ängstlichen Suchen nach Erleuchtung auf der einen Seite und auf der Flucht vor den Begierden und der Unwissenheit des körperlichen Daseins andererseits stellen sie sich den erleuchteten Buddha und die unerleuchteten Lebewesen als voneinander verschiedene Wesenheiten vor.“ Meldet sich hier nicht sofort der Verstand zu Wort und sagt: „Hat der Huang-po Tomaten auf den Augen? Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass der Buddha und dieses verkommene Subjekt verschiedene Wesenheiten sind!“ Und weil der Buddha von dieser unglaublichen Erhabenheit ist und der Penner nur Abscheu erregen kann, will jeder eben kein Penner sein. „Herr, ich danke dir, dass ich nicht so wie dieser bin!“ Und das Versprechen, mit großer Anstrengung dermaleinst ein Buddha zu werden, hat etwas sehr Verlockendes.

Der erleuchtete Buddha und die unerleuchteten Lebewesen sind keine voneinander verschiedene Wesenheiten, sondern, wie er an anderer Stelle sagt: „Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist.“- “ Aha“ , denkt jetzt der Verstand und macht sich so seine Vorstellungen.l

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Ram Dass: Das ist alles, was ist.


rHier sind wir, hier und jetzt.
Das ist alles, was ist.
Und wenn das nicht schön ist,
Mann, dann ist nichts schön.

Also sagst du:
Nun, ich kann es zwar jetzt nicht schön haben,
aber später, wenn alles erledigt ist,
wird es schön sein.

Ein Später existiert nie.
Was geschieht mit
der Lebensversicherung, Miete,
dem Planen, Sparen, den Verpflichtungen?

Nichts geschieht damit!

aus: Ram Dass, „Sei jetzt hier“, Sadhana Verlag, Berlin-West 1979

unbenannt-1Stellt euch mal vor, dass das wirklich alles ist, was hier und jetzt ist. Gelesen habt ihr das bestimmt schon oft, aber stimmt es auch so wirklich für euch? Das ewige Hier und Jetzt ist gleichbedeutend mit kein Dort und kein Vorher oder Nachher im Erleben. Die gif-Datei hatte ich ja schon mal kürzlich drin. Sie krankt natürlich wie alle Beschreibungen und Abbildungen zum einen daran, dass „das Wort nicht das Ding ist“, und zum anderen daran, dass dabei immer alles vom Dualismus durchdrungen zu sein scheint: Buddha nimmt den Fluss der Dinge wahr. In Wirklichkeit gibt es da keine Trennung. Der Kreis außen herum soll das symbolisieren. Wahrnehmen ist Sein. „Hier sind wir, hier und jetzt. Das ist alles, was ist.“

Der schäbige Rest der Zeilen von Ram Das wendet sich an einen Jemand mit oder ohne Tüttelchen:
money„Also sagst du: ‚Nun, ich kann es zwar jetzt nicht schön haben, aber später, wenn alles erledigt ist, wird es schön sein.‘ Ein Später existiert nie. ‚Was geschieht mit der Lebensversicherung, Miete, dem Planen, Sparen, den Verpflichtungen?‘ Nichts geschieht damit!“ Nichts geschieht damit, weil ein Später nur als Vorstellung existiert. Kürzlich schrieb mir jemand: „Ich denke darüber nach, intellektuell und intuitiv.“ Intuitiv nachdenken ist nicht möglich. Nachdenken ist immer eine intellektuelle Angelegenheit, gleichgültig, wie ich das Nachdenken nennen will. Auch das Nachdenken geschieht natürlich immer hier und jetzt, wenn auch die Inhalte des Nachdenkens weit über das Hier und Jetzt hinauszugehen scheinen. Darf man denn Lebensversicherung, Miete, das Planen, Sparen, die Verpflichtungen einfach ignorieren? Schließlich sind wir doch auch verantwortlich für unser Tun und Lassen. Die Antwort auf all diese Fragen und Probleme von Ram Dass ist halt: „Hier sind wir, hier und jetzt. Das ist alles, was ist.“

So ich hoffe, dass ich damit Kerstin zufrieden gestellt habe, indem ich den Abstieg vom Gipfel angetreten und den „spurenlosen“ Bodhisattva einsam auf dem Gipfel des Berges zurück gelassen habe.

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Huang-po: jener „spurenlose“ Bodhisattva


dEs heißt, dass auch nur die geringste Absicht, begrifflich zu denken, euch den Krallen der Dämonen ausliefert. Gleicherweise aber wird die bewusste Enthaltung von einer solchen Absicht, oder auch nur das Bewusstsein, keine solche Absicht zu haben, genügen, um euch der Gewalt der Dämonen auszuliefern. Dies aber werden nicht Dämonen von außen sein, sondern Selbstschöpfungen eurer eigenen Gedanken.

Die einzige Wirklichkeit ist jener „spurenlose“ Bodhisattva, dessen Existenz selbst im geistigen Sinn vollkommen unmanifestiert ist.

Erlaubt ihr euch, jemals den Erscheinungen mehr als eine rein vergängliche Existenz zuzuschreiben, so verfallt ihr in einen schweren Fehler, nämlich in den irrigen Glauben an ein ewiges Leben. Versteht ihr dagegen die wesenhafte Leere der Erscheinungen als bloßes Nichts, dann verfallt ihr einem anderen Missverständnis, nämlich dem irrigen Glauben an die völlige Auslöschung.

aus: Hunag-po: „Der Geist des Chan“

gDas Kernstück ist: „Die einzige Wirklichkeit ist jener ’spurenlose‘ Bodhisattva, dessen Existenz selbst im geistigen Sinn vollkommen unmanifestiert ist.“ Darauf läuft alles hinaus, das zuvor Gesagte und das Nachfolgende. Was überlagert die einzige Wirklichkeit? Zum einen geht es um das begriffliche Denken. Die Absicht, begrifflich zu denken, und das Bewusstsein, diese Absicht nicht zu haben. Beides geschieht ja bereits als begriffliches Denken. Zum anderen geht es um den Glauben an Vorstellungen. Sowohl der Glaube daran, dass Erscheinungen nicht flüchtig sind, sondern Dauer besitzen, wie der Glaube, dass, Erscheinungen null und nichtig sind, bewirken wie das begriffliche Denken, dass ihr euch der Gewalt eurer inneren Dämonen ausgeliefert habt.

Unausgesprochen ist dies eine wundervolle Darstellung des Tetralemmas. Jener ’spurenlose‘ Bodhisattva ist nicht zu begreifen und nicht zu fassen. Immer wenn du glaubst „Jetzt hab ich ihn!“, hast du ihn nicht.

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