Seinetwegen entschied ich mich, in die Klasse für angewandte Malerei zu gehen und nicht, wie geplant, in die Grafik-Klasse. Der Grund war ganz einfach der, dass Heinz Butz in dieser Klasse am stärksten vertreten war. Wir hatten bei ihm Farblehre, Komposition, Aktzeichnen und Schriftgestaltung. Für mich noch wesentlicher war aber der Zugang zum Zen, den er mit seiner Arbeit verband, und ganz besonders er selbst als Person, die mit ihrem ganzen Sein das lebte, was sie mit Worten vertrat. Er war für mich der geduldigste, liebevollste Lehrer, den man sich vorstellen kann.
3 Sätze sind mir von ihm in Erinnerung geblieben:
- Wenn wieder einmal jemand auf großen Künstler machen wollte: “Wir arbeiten hier nur für den Papierkorb.”
- Etwa im Angesicht eines Mauerrisses und mit einer typischen Bewegung seiner Finger: “Spüren S’ die Spannung?”
- Wenn ihn irgendjemand in eines seiner Dramen verwickeln wollte: “Ja, das sind so G’schichten.”
Drei Sätze, die für mich eine große Bedeutung erlangten: Kein Schielen nach den Ergebnissen meines Tuns. Die Lebendigkeit des jeweiligen Augenblicks erfahren. Und: Geschichten als Geschichten sehen können.
Damals hat mein Leben so etwas wie einen Kompass bekommen. Was für ein wunderbares Geschenk! (noch’n bisschen mehr dazu hier und hier)
Heinz Butz
© Klaus F. Linscheid

