Jean Klein: Disziplin hat überhaupt keinen Wert.


Frage:
Sie sagten zu Beginn, die Suche werde ohne Suchen ausgeführt. Was sollen wir dann von jenen Disziplinen halten, die uns von einer bestimmten Vorstellung des Zugangs zur Wirklichkeit überzeugen wollen?

 Jean Klein: Disziplinen sollten … bewusst beiseite geschoben werden, da sie notwendigerweise Zwang bedeuten: Es ist immer jemand da, der disziplinieren will, und etwas, das dem widerstehen will, so dass immer ein Zustand von Anstrengung und Konflikt besteht. Bevor man irgend etwas eingehend untersucht, muss man fähig sein, in sich selbst zu blicken. Man darf sich jedoch nicht analysieren, vergleichen oder beurteilen, sondern muss sich so betrachten, wie man irgendein Objekt betrachten würde. Wenn man aufmerksam das innere Empordrängen beobachtet, wird man dadurch einen absoluten und angemessenen Standpunkt einnehmen können, und es gibt keinen Konflikt. Disziplin hat überhaupt keinen Wert, da Dinge durch Einsicht auf natürliche Weise ausgeschaltet werden, ohne dass es notwendig wird, dass wir sie grob behandeln. Selbst bei der Technik, die man »Loslassen« nennt, bleibt ein kleiner Rest von Disziplin bestehen, denn das Loslassen eines Objektes erfordert eine gewisse Disziplin. Nur eine mühelose und entscheidungsfreie – ich wiederhole: entscheidungsfreie – Reaktion ist das Merkmal der Befreiung.

aus:  Jean Klein, „Dein wahres Ich – Gespräche mit Jean Klein”.

Ich bin immer noch beim Thema. Kürzlich hat Ernie an Balsekars denkenden und arbeitenden Verstand erinnert. Wo ist hier die Disziplin einzuordnen? Ist in einem spontanen Geschehen, einem schöpferischer Akt Disziplin auszumachen? Wenn ein gefangener Fuchs sich aus seinem Gefängnis befreit, indem er sich unter einem Zaun hindurchgräbt, braucht er dazu Disziplin oder nicht? Ist da sein arbeitender oder sein denkender Verstand am Werk und ist Disziplin nur dem denkenden Verstand zuzuordnen? „Still gestanden! Rechts um! Die Augen links!“ oder wenn ich hier bisher fast jeden Morgen einen Beitrag reinstelle oder wenn ein angehender Pianist zum Leidwesen seiner Nachbarn täglich stundenlang Czerny Etüden übt … was ist das überhaupt: Disziplin?

„Disziplin hat überhaupt keinen Wert.“, meint Jean Klein. Meint er jede Disziplin damit oder hat er eine ganz bestimmte Disziplin im Auge? „Nur eine mühelose und entscheidungsfreie – ich wiederhole: entscheidungsfreie – Reaktion ist das Merkmal der Befreiung.“ Also z.B. Czerny Etüden Üben ist vermutlich weder mühelos noch entscheidungsfrei. Ein Bild malen? Schwierig, schwierig. Es kommt drauf an. Außerdem kann etwas Mühe machen, ohne als solche empfunden zu werden. Und so ganz ohne Entscheidung … hmm.

War Jean Klein ein Hippy? Nur Spontaneität? Nicht der Hauch von Disziplin! Selbst das „Let it be!“ der Beatles, selbst da ist noch ein Rest von Disziplin zu entdecken. Wenn ich nicht auf meinen Atem achte, dann geschieht das alles ganz von allein. Nicht die geringste Disziplin. Endlich habe ich etwas gefunden, wo ich absolut keine Disziplin entdecken kann. Aber ich kann natürlich Atemübungen machen und – zack – ist es aus mit den entscheidungsfreien Reaktionen. Meint Jean Klein dass ich gar nichts mehr bewusst tun darf, um seinem Maßstab genügen zu können?

Mein Gott, Sorgen hab ich!


.
Aber bevor jetzt allgemeine Verwirrung ausbricht, die Frage lautete: Was sollen wir dann von jenen Disziplinen halten, die uns von einer bestimmten Vorstellung des Zugangs zur Wirklichkeit überzeugen wollen?

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27 Antworten zu Jean Klein: Disziplin hat überhaupt keinen Wert.

  1. robo schreibt:

    —–„Disziplin hat überhaupt keinen Wert.“, meint Jean Klein.“—–

    Diesem Votum möchte ich mich äußerst diszipliniert anschließen.
    Ist ja auch nur ein Wort; ein mühelos spontan aus der „Leere“ häufig auftauchender „Gedanke eines Gedankenbündels, auch denkender Verstand genannt, eine immer nachträgliche mentale Be/Wertung eines Geschehens, die erneut beurteilt wird.
    But…; let it be…!

    Reineke Fuchs gräbt unterdessen offensichtlich ohne jede fundierte Entscheidung unverdrossen vor sich hin und befreit sich schließlich aus Jean Klein’s Voliere oder auch nicht. Ganz ohne auch nur ein Quentchen denkenden Verstandes, ohne jede füchsische Manneszucht, ohne Disziplin; er nimmt nur seine Pfoten. Reineke ist, selbst wenn er nicht die Freiheit erreicht, in jedem Fall befreit.
    Gott schütze das Federvieh!

    robo, …aus der Küche leise eine Stimme vernehmend: „Schatz; heute gibt’s Hühnerfrikassee.“

    • Nitya schreibt:

      Klaus fragt: “Was meint er mit Entscheidungsfrei?”
      Nitya fragt: Was meint robo mit Entscheidung?
      Diese nachträgliche mentale Be/Wertung eines Geschehens,
      das für robo ohne jede fundierte Entscheidung abgelaufen ist?
      Ist es das denn?
      Ich nenne das, was Reineke da vollbracht hat, eine Entscheidung.
      Und zwar eine bewusste Entscheidung.
      Nur ist da eben niemand, der diese Entscheidung
      nachträglich mental be/wertet als “meine Entscheidung”.
      So und jetzt hoffe ich, dass dir heut Mittag nicht
      dein Hühnerfrikassee Schluckbeschwerden macht vor lauter Gedenke.
      Jedenfalls GUTEN APPETIT !!!

      • robo schreibt:

        —–”Ich nenne das, was Reineke da vollbracht hat, eine Entscheidung.
        Und zwar eine bewusste Entscheidung.”—–

        Ich nenne das, was Reineke da vollbracht hat, graben oder durchwurschteln.

      • Nitya schreibt:

        Spielverderber!

      • robo schreibt:

        —–”Nitya fragt: Was meint robo mit Entscheidung?”—–

        Das eine solche Benennung eine gedankliche Qualifizierung ist. (die geschieht oder auch nicht)

        Meine Taille dankt für die guten Wünsche-(;-)

      • Nitya schreibt:

        “Das eine solche Benennung [Entscheidung] eine gedankliche Qualifizierung ist. (die geschieht oder auch nicht)”

        Alles, was hier zu geschehen scheint, sind gedankliche Qualifizierungen, die geschehen oder auch nicht.

        Oda?

      • robo schreibt:

        —–”Oda?”—–

        Natürlich kann man das so sehen (denken)
        Aber e r s t nehme ich die schwarze Schrift auf dem Monitor w a h r.
        D a n n kommt der G e d a n k e —ohhh…dieser Fuchs…dieser Nitya…(;-)

  2. Klaus schreibt:

    «Was sollen wir dann von jenen Disziplinen halten, die uns von einer bestimmten Vorstellung des Zugangs zur Wirklichkeit überzeugen wollen?»

    GARNIX

    Klein sagt es doch «Nur eine mühelose und entscheidungsfreie – ich wiederhole: entscheidungsfreie – Reaktion ist das Merkmal der Befreiung.»

    Jetzt kommt die Preisfrage:
    «Was meint er mit Entscheidungsfrei» ???

    Damit gebe ich zurück ans Funkhaus :)

    • Nitya schreibt:

      Ja genau: Was heißt hier entscheidungsfrei?
      Wenn ich hilfsweise den lieben Gott ins Spiel bringe
      und behaupte, dass alles sein Wille ist,
      dann basiert jede Veränderung auf SEINE Entscheidung.
      Dies würde auch jeder normale Mensch von sich behaupten,
      dass er sich für jede Veränderung entschieden hätte.
      Was könnte also mit “entscheidungsfrei” gemeint sein?
      Wenn gesehen wird ;-) ,
      dass meine Entscheidung SEINE Entscheidung ist?
      Das wäre dann allerdings immer noch nicht entscheidungsfrei.

      Ich glaub, ich geb’s auf.

      • Klaus schreibt:

        «dass meine Entscheidung SEINE Entscheidung ist?
        Das wäre dann allerdings immer noch nicht entscheidungsfrei.

        Ich glaub, ich geb’s auf.»

        Genau, da wäre dann ja ein «Entscheider»
        Auch das Aufgeben geschieht – wie Margarete so schön feststellt.

        PS. das Dollar-Gebilde hab ich nicht verstanden – ich glaub ich geb’s auf :)

      • Nitya schreibt:

        Auch Entscheidungen geschehen – ohne jeden Entscheider.

        Das Dollarbild stellt aus meiner bescheiden Sicht einen Schlüssel da.
        Wieso Dollarzeichen? Keine Ahnung.
        Vielleicht der Schlüssel zu Geld und Wohlstand?

        Vielleicht kann uns Margarete ja einen Tipp geben.

      • Klaus schreibt:

        Wenn Schlüssel, Schloss und Schliessender …
        sowas in Art würde Ernie jetzt schreiben, selbstverständlich in Sanskrit :mrgreen:

      • Nitya schreibt:

        tz tz tz noch so’n Mobber
        und immer auf den armen Ernie

      • Ernie schreibt:

        “Wenn Schlüssel, Schloss und Schliessender …
        sowas in Art würde Ernie jetzt schreiben, selbstverständlich in Sanskrit”

        Genau, in Samhita ist Rishi, Devata und Chandas in sich selbst und auf sich selbst rückbezogen. Dies ist die ungeborene Dynamik von reinem Bewusstsein (= 3 in 1 und 1 in 3).

    • Klaus schreibt:

      Hallo Ernie,
      Du solltest ein Heer von Steinmetzen beschäftigen, die Deine glasklaren Aussagen in Stein meißeln :)

      • Ernie schreibt:

        Ja, lieber Klaus, nicht jeder hat das Glück mit einer „Śankara-Pūja gesegnet zu werden.
        Lange Zeit habe ich dieses Ritual gar nicht verstanden. Ich denke, ich habe damals wahrscheinlich sehr komisch in Schnitz geschaut, als der Sankara-Lehrer mir mein persönliches Mantra gegeben hat und anfing Sanskrit-Texte zu singen… :-)

  3. Margarete schreibt:

    _$$$$$$$$$
    $$_______$$
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    $___$.__$_______$$$$__$$$$$___$$$__$$$
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    $$_______$$
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    die Frage ist doch,

    wer entscheidet?
    wer handelt
    wer übt sich in Disziplin?

    alles geschieht, ohne irgendjemand
    kaum zu glauben!!!!1

    liebe grüsse
    Margarete

    • Nitya schreibt:

      So ist das halt mit den Wörtern:
      Sie sind nicht das Ding, für das sie stehen.
      Ich kann sagen: Alles geschieht.
      Ich kann sagen: Alles entscheidet sich.
      Der Gebirgsbach entscheidet sich,
      links und nicht rechts am Felsen vorbei zu fließen.
      Na ja oder das ist halt das, was geschieht.
      Mit dem Wort “Wille” ist es ja genauso.
      Alles Geschehen ist Gottes Wille.
      Wille oder Entscheidung als reine Energiebewegung.

      Einen lieben Gruß vom Nitya

      • Selma schreibt:

        “So ist das halt mit den Wörtern:
        Sie sind nicht das Ding, für das sie stehen.”

        “Ein Wort ist nicht das, was es benennt. Eine Beschreibung des Dufts von frisch gemähtem Gras ist nicht der Duft von frisch gemähtem Gras. Worte können nur auf Freiheit hindeuten, und selbst das ist noch irreführend. Eine Beschreibung der Freiheit, ohnehin nicht möglich, könnte nicht den Duft der Freiheit vermitteln.

        Worte können Dinge und Phänomene nur umschreiben, Freiheit ist aber kein Phänomen, auch keine Sammlung von Phänomenen. Dennoch, wenn überhaupt von etwas, auch von Freiheit, die Rede sein soll, kann es nur über Worte geschehen. Es gibt aber auch Schweigen. So wie dieser Druckerschwärze hier nur etwas zu entnehmen ist, weil sie auf weißem Grund erscheint. Sprache ist immer verdächtig. Die hier folgenden Worte sollten besonders argwöhnisch betrachtet und immer nur in Ausführungszeichen gelesen werden. Die in jedes Wort eingehenden Annahmen sind nämlich falsch:

        Geist, Person, Vergangenheit, Zukunft, jetzt, dann, Zeit, Ort, hier, dort, ich, du, Wahl, Freiheit.

        Das Wort “Ich” in dem Satz “Ich bin glücklich” hat exakt das gleiche Gewicht wie das Wort “Es” in dem Satz “Es regnet”. Da gibt es kein Es. Und es gibt kein Ich. Regen fällt. Glück stellt sich ein. Nichts weiter.

        Was so über Nondualität geschrieben wird, ist in den allermeisten Fällen total dualistisch. Wenn irgendwo davon die Rede ist, dass da jemand sei, der etwas tun könne, um die Befreiung zu erwirken, kannst du sicher sein, dass du Unsinn hörst oder liest. In vielen Fällen ist das beredter, gewandter, differenzierter und überzeugender Unsinn.”

        Richard Sylvester

  4. Ernie schreibt:

    Ja, aus der Sicht des Verstandes…einer Person, ist jeder Gedanke: Anstrengung und Widerstand.

    Disziplin, Loslassen, Leer werden, Unterscheiden und sogar Hingabe sind alles Akivitäten (Vrittis), also Bemühungen die nicht zu Purna führen… :-)

    • Nitya schreibt:

      Vrittis, Purna, …
      also der Ernie meint damit Bewegungen bzw. den Zustand der Erfüllung.
      Für alle, die nicht so fließend Sanskrit beherrschen wie der Ernie.

      “Bemühungen die nicht zum Zustand der Erfüllung führen”

      Lieber Ernie,
      nichts führt zum Zustand der Erfüllung.
      Alles ist schon immer erfüllt.
      Und auch die Bewegungen
      “Disziplin, Loslassen, Leer werden, Unterscheiden und sogar Hingabe”
      sind nichts als der Ausdruck vollkommener Erfüllung.

      So, jetzt hast dein Dreck im Schächterle!

      • Ernie schreibt:

        So…jetzt sage ich aber nichts mehr. Da meint man es gut, will helfen und wird unfair abgeschossen. Weisst du, was du bist Nitya? Jawohl ein Mobber!

      • Nitya schreibt:

        Du fühlst dich abgeschossen, lieber Ernie?
        Das gehört in den Bereich der Vrittis, die niemals zu Purna führen (hat der Ernie gesagt).

        Nitya, der Mobber

  5. Eno Silla schreibt:

    …der mann gefällt dem eno, erzählt nicht son quatsch der 3 schritte und verfehlen etc. nicht, dass er dadurch besser oder schlechter ist als alles andere, was so auftaucht, aber dennoch – ja, hier fühlt sich eno viel mehr zu hause:

    Frage:
    Was ist der Unterschied zwischen dem Zustand des Samadhi und der Verwirklichung?

    Jean Klein:
    Grob ausgedrückt, ist der Unterschied folgender: Es gibt einen Bewußtheitszustand des Selbst, den man durch eine Technik zur Entspannung des Denkens erreichen kann. Dieser Bewußtheitszustand wird gewöhnlich Ekstase oder Samadhi genannt. Der Nachteil eines solchen Zustandes ist, daß man ihn sowohl erlangen, als auch wieder verlieren kann. Sobald die Bedingung aufhört, die das Denken zunächst zur Entspannung brachte, kommt man aus der Ekstase hervor und kehrt in die Umstände zurück, die ihm vorausgegangen waren.

    Der Bewußtheiszustand des Selbst aber, den wir Erkenntnis oder Verwirklichung nennen, ist etwas anderes. Er ist eigentlich kein Zustand, sondern eine Rückkehr zu der natürlichen ursprünglichen Ordnung (Shaja). Diese Rückkehr ist nicht durch irgendeine Bedingung zu erreichen. Sie kommt durch die Ausschaltung des Unwirklichen, bei der Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen, zustande.

    Dieser Prozeß der Eliminierung ist folgender: Man stellt fest, daß man sich in einer Welt der Unbeständigkeit befindet und eingetaucht ist in den Werdensprozeß. Da das elementare Verlangen des Ichs der vollkommenen, das heißt der permanenten Freude gilt, sind wir spontan bestrebt, ein Objekt oder einen Zustand der Dinge zu suchen, die uns solche Freude wahrscheinlich geben werden. Früher oder später erkennen wir unser Versagen. Wenn es uns nicht in nihilistische Verzweiflung führt, kann es uns auf uns selbst zurückführen und damit zur Entdeckung des Selbst.

    Ein solches Erlebnis der Permanenz, die auf die Unterscheidung folgt, hebt uns nicht aus dem einen Zustand heraus, um uns in einen anderen zu versetzen, sondern stellt uns zurück in unsere ursprüngliche Perspektive, unsere eigene Sicht. Aus dieser Sicht wird die Unbeständigkeit weder fortagumentiert noch verschleiert, sondern in ihrem wahren Licht als ein Ausdruck der Permanenz des Selbst gesehen. Auf dieser Ebene hört jeder Widerstand zwischen Sein und Werden, Permanenz und Unbeständigkeit, Einheit des Selbst und Vielheit der Objekte auf.

    Meiter Eckhart vergleicht diesen Zustand mit der Angel, um die die Tür sich dreht, die selbst aber unbewegt bleibt.

    Jean Klein
    Dein Wahres Ich
    Verlag Alf Lüchow – ISBN 3-925898-20-4

    • Nitya schreibt:

      Lieber Eno,

      danke, danke, danke, …
      du gestattest, dass ich den Text morgen hier reinstelle?
      Ich komm grad kaum aus dem Bett und dann sitz ich da
      und mir fällt nichts ein und ich glotz nur so vor mich hin
      und dann ist schon wieder ne Stunde vorbei
      und ich hab’s nicht gemerkt.
      Ich glaub, meine Weihnachtskrise nähert sich schon wieder.
      Na ja, auch das geht vorbei …

      Einen herzlichen Gruß vom Nitya

      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Nitya,
        erstmal guten morgen und damit siehst du gleich, wenn du auf die zeit schaust, dass auch für mich gerade fast kein entkommen aus der wärme und stille der lagerstätte des körpers möglich ist, wenn dieser auch nachts eher schwierig in diese gelangt. ich liebe ja diese stille der nächte, wenn die so überaus betriebsame menschheit zur ruhe gekommen ist und das mit dieser unruhe verbundene getöse abebbt… ja und natürlich auch noch die weihnachtskrise… gerade bewahrt mich eine bereits seit einer woche anhaltende atemwegspest davor, mich allzuweit nach draussen bewegen zu müssen. wäre der winterschlaft ein option für uns menschliche wesen – nicht einen moment würde ich zögern dieser zeit in seligem tiefschlaf zu entkommen… und doch, und schon wieder stimmen wir überein, geht das alles ja so wahnsinnig schnell vorbei und die seligkeit des tiefschlafes ist sowieso möglicherweise das was unsere wirkliche natur ist und son bisschen träumen — hat ja auch was! und wenn du diesen bemerkenswerten text von jean klein morgen zum text des tages machst, so gefällt mir das sehr, denn er hat es verdient so beachtet zu werden, weist er doch sehr klar auf diese freude hin, die von keinem traum berührt wird… und sowieso bin ich ein habenichts, wie könnte ein solcher irgendetwas gestatten oder verbieten, wo doch dieser habenichts selbst immer erstaunt ist, wie bei dem gewürfel der worte, die wie durch einen kanal durch die finger in die tastatur auf dieses virtuelle medium fliessen, überhaupt irgendetwas scheinbar verständliches zustande kommt… was für ein wunder!
        wünsche dir erfolgreiches entkommen vor dem weihnachtswahn…
        eno

      • Nitya schreibt:

        Lieber Eno,

        ganz herzlichen Dank für deine Zeilen! Was deine seit einer Woche anhaltende Atemwegspest betrifft, weiß ich nicht so recht, ob ich dir gute Besserung wünschen oder dich beglückwünschen soll. Winterschlaf als Option für uns menschliche Wesen – das hört sich für so einen verfrorenen und jeglichem Wintersport abholden alten Knochen ganz und gar wundervoll an. Auch wenn Träume nicht nur aufleuchten, sondern auch wieder sang- und klanglos verschwinden, manches Mal taucht halt doch der Wunsch auf, das Verschwinden könnte sich etwas weniger langwierig gestalten. Na ja, die nächsten zwei Wochen werden wir hoffentlich auch noch überleben und auch der Winter wird irgendwann enden. Bis dahin und darüber hinaus wünsche ich dir dann doch lieber baldige Genesung und für heute einen wunderbaren Tag!

        Herzlichst
        Nitya

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